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2. Teil: Sind zentrale Bestellplattformen für Lieferdienste sinnvoll?

Diese zweiteilige Artikel-Serie entsteht, weil mich eine Diskussion bei Facebook zum nachdenken über Verkaufsplattformen für lokale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen angeregt hat. Ursprung der Diskussion war die Aussage, dass ein Pizzabäcker der über Lieferando seine Produkte anbietet vor dem Problem steht, dass seine Kunden mittlerweile ausschließlich diesen Bestellweg nutzen. Dies kostet den Pizzabäcker jeweils bis zu 20% Provision, die er natürlich eigentlich lieber als zusätzliche Marge verbuchen möchte. Am Ende dieses Beitrages gibt es eine konkrete Liste mit Schritten die jeder lokale Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen für sich nutzen kann.

Hier die Diskussion bei Facebook im Detail:

Pizza Mann um die Ecke nutzt die Bestellplattformen im Internet und zahlt bis zu 20% an Lieferando & Co. Am Ende wird…

Posted by Rainer Weichbrodt on Montag, 14. September 2015

Newsletter-Marketing

Der nächste Schritt besteht darin, die Kommunikation mit der Kundschaft anzukurbeln und in der eigenen Hand zu halten. Ich bin im generell ein großer Fan von Newsletter-Marketing. Ganz besonders für lokale Angebote ist dieses Instrument großartig! Wie kann ein Pizzabäcker schnell einen relevanten Verteiler aufbauen? Denkbar ist auch hier ein Rabatt. Nämlich für jeden Kunden der sich für den Newsletter registriert. Oder man überlegt sich ein Geschenk für jeden neuen Abonnenten. Etwa ein Rezept für einen guten Pizzateig. So lässt sich schnell ein relevanter Verteiler aufbauen, mit dem man in Zukunft kommuniziert und alle weiteren Schritte angehen kann.

Eine eigene Community erschaffen

Denn die zentralen Bestellportale argumentieren oftmals, dass der Austausch zwischen den Kunden ein wichtiger Punkt sei. Als Kunde könne man sich auf das Bewertungssystem verlassen und würde so weniger Reinfälle erleben. Dieses Argument zählt für Kunden die den Geschmack der Pizza schon kennen nur bedingt. Trotzdem sollte man auch als lokal ansässiger Pizzabäcker den Community-Gedanken nicht aus dem Auge verlieren. Wer es schafft Kunden zu Fans zu machen, ist ganz weit vorne.

Was tut man aber als Pizzabäcker um diesen Gedanken voran zu treiben? Hier steht der Pizzabäcker vor einer Entscheidung durch die er viel erreichen kann. Er wird aber ggf. in Zukunft auch viel mehr Arbeit mit der Kommunikation mit Kunden haben. Denn eine Community sollte nicht unmoderiert bleiben und ist auf keinen Fall ein Selbstläufer.
Wenn sich ein Pizzabäcker dazu entschließt, seine Kunden nicht nur zu begeistern sondern diese Begeisterung auch für die Neukundengewinnung aktiv zu nutzen, steht er vor der Wahl. Welches Netzwerk soll er nutzen um seine Kunden zu organisieren? Ich plädiere für Facebook. Dort würde ich eine Gruppe (keine Fanpage!) einrichten und versuchen aktiv Mitglieder zu gewinnen. Dies geschieht über den eigenen Mailverteiler. Aber – und das ist ein Punkt der Geld kostet, also gut durchgerechnet werden sollte – ohne aktives Marketing wird es kaum gehen. Hier bietet Facebook mit den verschiedenen Werbemöglichkeiten großartige Instrumente um potentielle Kunden aus dem eigenen lokalen Umfeld zu Gruppenmitgliedern zu machen. So wächst die Community schneller und bietet einen höheren Mehrwert.

Dabei aber bitte nicht vergessen: Zentrales Kommunikationsmedium sollte weiterhin der eigene Newsletter sein. Ziel muss es sein, Gruppenmitglieder zu Abonnenten zu machen und so die Kommunikation selber in der Hand zu haben!

Die Bedeutung der eigenen Webseite

Eigentlich bin ich kein Freund davon, mehr als eine rein informative Webseite zu empfehlen. Das gilt besonders für lokale Einzelhändler, die immer wieder die Tendenz haben sich im Onlineshop-Betrieb zu versuchen anstatt sich auf andere Themen zu konzentrieren.

Im Fall unseres Pizzabäckers bin ich da geteilter Meinung. Eigentlich tendiere ich sogar mindestens zu einer Online Bestellmöglichkeit. Und wie kann diese anders aussehen als ein Onlineshop? Aber warum sehe ich das beim Pizzabäcker anders als bei anderen lokalen Geschäften? Weil die Kunden die der Pizzabäcker bedient, nach eigenem bekunden diese Möglichkeit schätzen. Immerhin haben sie zu einem erheblichen Teil über die zentralen Bestellportale online bestellt und würden das wahrscheinlich gerne auch weiterhin tun.
Das bedeutet aber, dass der Pizzabäcker mit seiner neuen Vertriebsstrategie nur dann erfolgreich sein wird, wenn er diese Möglichkeit selber anbietet anstatt sie gegen hohe Provisionen von anderen anbieten zu lassen.

Leider ist ein Onlineshop mindestens am Anfang mit einem sehr hohen Arbeitsaufwand verbunden. Auch der finanzielle Aufwand ist anfänglich recht hoch. Dies muss sehr genau durchkalkuliert und mit den Provisionskosten verglichen werden. Nur wenn sich ein Onlineshop innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes rechnet, sollte dieses Projekt angegangen werden.

pizza-846841_1280Und jetzt? Kann der Pizzabäcker die Bestellplattformen links liegen lassen?

Das ist eine gute Frage. Und es gibt eine klare Antwort: Nein!

Als Instrument für die Neukundengewinnung sollten Bestellportale weiterhin in den Vertriebsmix gehören. Potentielle Kunden gucken wahrscheinlich zuerst im Netz nach neuen Essens Lieferanten. Sei es weil sie mit ihrem bisherigen Lieferanten unzufrieden sind oder weil sie neu hinzugezogen sind. Google und die zentralen Bestellportale werden die ersten Anlaufstellen sein.

Gutes Stichwort übrigens. Was ist mit Google und der Optimierung für Suchmaschinen generell? Sollte dies für einen Pizzabäcker – wenn er sich von zentralen Bestellportalen unabhängig machen möchte – eine Rolle spielen? Auch hier gibt es eine eindeutige Antwort: Ja!

Das Profil bei Google My Business sollte gut gepflegt sein, die eigenen Webseite relevante Inhalte liefern und regelmäßig mit Neuigkeiten versehen werden. Im gesamten Vertriebs Mix stellt Google eine wichtige Umsatzquelle dar, die man nicht vernachlässigen sollte. Unser Pizzabäcker sollte aber auch hierbei den Newsletter für sein Marketing nicht aus dem Auge verlieren und Besucher die per Google zu ihm gelangen möglichst schnell zu Abonnenten machen.

Verstanden. Newsletter-Marketing ist der Schlüssel zum Erfolg.

Richtig. Der gesamte Beitrag dreht sich ja eigentlich nur darum, wie unser Pizzabäcker seine fatale Abhängigkeit von einem Vertriebskanal beenden kann. Dazu empfehle ich ganz eindeutig die Konzentration auf einen anderen Kanal. Nämlich den eigenen Newsletter. Auch hier hat der Pizzabäcker wieder nur einen zentralen Kanal, aber er hat ihn selber in der Hand und steuert so seine Kunden effizient.

Für mich stellt dieser Newsletter wirklich das zentrale Tool dar. Hierüber sollten regelmäßig neue Angebot (wenn möglich exklusiv für Abonnenten) gestreut, neue Produkte angekündigt und Aktionen kommuniziert werden. Alle anderen Vertriebskanäle dienen entweder nur der Unterstützung (Facebook, Google) oder aber dazu die Bestellung endgültig unter Dach und Fach zu bringen (Onlineshop).

Ich würde den Newsletter für unseren Pizzabäcker sogar gar nicht als Marketingtool bezeichnen. Für mich ist dies DAS Vertriebsinstrument und somit ein Verkaufskanal. So sollte er auch gesehen werden, ohne aufdringlich zu wirken. Das Ziel des Newsletters ist es aber ganz klar nicht, nur Interaktion zu bieten. Es geht darum mehr Pizzen zu verkaufen!

Das war sie. Die zweiteilige Serie zum Online Vertrieb eines Pizzabäckers. Haben Sie dazu Fragen oder Anregungen? Die Kommentarfunktion beider Artikel steht dafür offen. Alternativ schreiben Sie eine eMail an dennis@arntjen.me oder rufen Sie direkt an unter 0151/27536121.

1. Teil: Sind zentrale Bestellplattformen für Lieferdienste sinnvoll?

Diese zweiteilige Artikel-Serie entsteht, weil mich eine Diskussion bei Facebook zum nachdenken über Verkaufsplattformen für lokale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen angeregt hat. Ursprung der Diskussion war die Aussage, dass ein Pizzabäcker der über Lieferando seine Produkte anbietet vor dem Problem steht, dass seine Kunden mittlerweile ausschließlich diesen Bestellweg nutzen. Dies kostet den Pizzabäcker jeweils bis zu 20% Provision, die er natürlich eigentlich lieber als zusätzliche Marge verbuchen möchte. Am Ende dieses Beitrages gibt es eine konkrete Liste mit Schritten die jeder lokale Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen für sich nutzen kann.

Hier die Diskussion bei Facebook im Detail:

Pizza Mann um die Ecke nutzt die Bestellplattformen im Internet und zahlt bis zu 20% an Lieferando & Co. Am Ende wird…

Posted by Rainer Weichbrodt on Montag, 14. September 2015

Zentrale Internetplattformen für lokal angebotene Produkte und Dienstleistungen

Es gibt viele dieser zentralen Plattformen. Lieferando für Essenslieferungen nach Hause, MyHammer für Dienstleistungen von Handwerkern und diverse Anbieter die es dem lokalen Einzelhandel ermöglichen möchten, Produkte online anzubieten. Gemeinsam haben diese Plattformen auf jeden Fall eine Sache: Sie möchten Geld verdienen. Entweder durch eine Pauschale oder aber durch Umsatzbeteiligung. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, sondern sogar sehr verständlich und für mich selbstverständlich.

Ich möchte in diesem Beitrag gerne bei der Bestellung von Pizza oder anderen Gerichten für die Lieferung nach Hause bleiben. Dies macht es ein wenig einfacher, anhand eines Beispiels die Fallen zu klären. Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Aussagen aber auch gut auf andere Plattformen übertragen. Wenn es dazu Fragen gibt, dann gerne in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Das Beispiel. Pizzabäcker vertreibt seine Pizza über eine Online Plattform.

Weil es so gut passt, bleibe ich gleich mal beim Pizzabäcker der seine Pizza (und andere Gerichte) auf einer zentralen Bestellplattform neben den Produkten anderer Anbieter vertreibt. Er wurde wahrscheinlich in der Vergangenheit auf diese Möglichkeit aufmerksam, da entweder Kunden nachgefragt haben oder er sich selber gedacht hat, dass ein zusätzlicher Bestellweg nicht schaden kann. Er hatte also das Ziel, einen weiteren Vertriebsweg zu öffnen. Wahrscheinlich war sein vorrangiges Ziel die Gewinnung neuer Kunden.

Heute steht dieser Pizzabäcker vor dem Problem, dass seine Kunden ausschließlich die zentrale Bestellplattform nutzen um sich Essen nach Hause liefern zu lassen. Es bestellen also auch die Kunden online, die ihn bereits kennen. Vielleicht sogar solche, die früher einmal per Telefon bestellt haben. Das ist nicht gut für die Marge des Pizzabäckers, verlangen die zentralen Bestellplattformen doch durchaus bis zu 20% Verkaufsprovisionen. Dazu kommt noch das Problem, dass es immer schlecht ist wenn man als Anbieter nur einen Vertriebsweg hat. Wenn man diesen dann noch nich einmal selber in der Hand hat, dann ist das richtig böse.

Warum tun Kunden das?

In der Diskussion bei Facebook kam kurzzeitig der Punkt “Verantwortung des Kunden” ins Gespräch. Ich bin aber der Meinung, dass man den Kunden hier keinen Vorwurf machen kann. Sie nutzen einfach den Bestellweg der für sie am interessantesten ist. Sei es, weil die Bestellung online so schön einfach ist oder aber weil die genutzte Plattform sogar noch Rabatte anbietet, wenn man häufiger deren Bestellfunktion nutzt. Beides sind gute Gründe, die ich durchaus nachvollziehen kann. Ich habe genau aus diesen beiden Gründen schon häufig eine Bestellplattformen genutzt.

Der Kunde ist also nicht “böse”. Er tut das was ihm am meisten Nutzen bringt.

Was sollte unser Pizzabäcker daraus lernen?

Die Analyse

Zunächst einmal sollte er sich darüber im Klaren sein, welchen Nutzen ihm der zusätzliche Vertriebsweg bringt. Hat er dadurch höhere Umsätze erwirtschaftet? Kaufen seine Kunden häufiger bei ihm ein? Ist der Umsatz je Bestellung gestiegen? Hat er seit Nutzung des neuen Vertriebskanals überdurchschnittlich viele Neukunden gewonnen? Was sagen seine Kunden zu dieser Bestellmöglichkeit? Warum nutzen sie diese?

Erst wenn diese Analyse abgeschlossen ist, sollten die weiteren Schritte geplant werden. Was aber von Anfang an klar sein dürfte: Den zusätzlichen Vertriebsweg abschalten wird wohl keine Option sein, dazu haben sich die Kunden zu sehr an diesen gewöhnt.

Nach der Analysetuscany-685110_1280

Nach der Analyse folgt die Planung möglicher Maßnahmen. Ziel dieser Maßnahmen muss sein, die eigenen Kunden dazu zu bewegen wieder vermehrt andere Bestellwege zu nutzen und nicht mehr über die zentralen Bestellplattformen Pizzabestellungen zu erledigen.

Dabei sollte die Rückgewinnung einer höheren Marge im Vordergrund stehen. Es geht also darum, niedrigere Kosten pro Bestellung zu erzeugen. Aber auch darum, den eigenen Vertrieb wieder stärker in der Hand zu haben und so besser steuern zu können. Denn ein denkbares und für einen Pizzabäcker vielleicht sogar Existenzbedrohendes Szenario dürfte der Wegfall eines oder mehrerer Bestellportale sein. Immerhin handelt es sich bei diesen oftmals um StartUps in einem sehr hart umkämpften Markt, der aktuell noch gar nicht aufgeteilt wurde.

Wie kann also eine Strategie aussehen, die den eigenen Gewinn maximiert und die Bindung der eigenen Kunden an den Pizzabäcker erhöht?

Kunden zu Direktbestellern machen

Für den Anfang ist die einfachste Maßnahme sicherlich eine Rabattaktion für die Kunden die nicht mehr über das zentrale Bestellportal ordern. Jeder Kunde der telefonisch, per eMail oder über die Webseite des Pizzabäckers bestellt erhält einen exklusiven Rabatt. Da dieser wahrscheinlich unter 20% liegen wird, erhöht sich dadurch die Marge im Durchschnitt wahrscheinlich schon. Ein wenig hängt dies natürlich davon ab wieviele Kunden bisher über Bestellportale geordert haben und wieiviele direkt. Denn diejenige die bisher auch ohne Rabattaktion direkt bestellt haben, profitieren selbstverständlich auch von der neuen Rabattaktion. Das sollte aber wohl kein großes Risiko darstellen.

Dies war der erste Teil der zweiteiligen Serie zur Online Vertriebsstrategie des Pizzabäckers. In der nächsten Woche (pünktlich am Dienstag um 12.30 h) erscheint der zweite Teil. In diesem geht es um das zentrale Vertriebstool Newsletter. Sie dürfen also gespannt sein, was da noch kommt…
In der Zwischenzeit diskutieren Sie gerne fleißig in den Kommentaren zu diesem Artikel. Oder aber Sie schreiben eine eMail an mich (dennis@arntjen.me) bzw. rufen direkt an (0151/27536121).

Blogparade: Definition des digitalen Wandels

Alexander Surowiec startet eine Blogparade zur Definition des Begriffs “Digitaler Wandel”. Was meinen wir, wenn wir vom digitalen Wandel sprechen? Alexander Surowiec ist in Österreich politisch aktiv und stößt in seinen Diskussionen zum Thema Digitalisierung immer wieder an Grenzen. Grenzen von denen er denkt, dass sie nur deshalb bestehen, weil wir keine einheitliche Definition der Begrifflichkeiten haben. Politiker meinen den Begriff zum Beispiel anders als Unternehmer. Deshalb ruft er zu einer Begriffsdefinition auf, von der er sich erhofft in Zukunft besser einordnen zu können was die verschiedenen Begriffe im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel eigentlich meinen.

Folgende Fragen gibt Alexander Surowiec uns dazu an die Hand. Ich selber beantworte nicht alle, sondern nur zwei.

Hier die Fragen:

  1. Wie sieht eigentlich digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aus?
  2. Was müssen Bürgerinnen und Bürger an Wissen verfügen, um im digitalen Zeitalter souverän zu bestehen?
  3. Welche Kompetenzen werden eigentlich vorausgesetzt, um Digitalisierung überhaupt erlebbar zu machen?
  4. Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze in Österreich schaffen oder reduzieren?
  5. Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung erwarten uns eigentlich?
  6. Welche Chancen entstehen durch die Digitalisierung und wie sind die Chancen der Digitalisierung per se?

Für diesen Beitrag habe ich mir die Fragen 1 und 5 ausgesucht. Vielleicht finden sich ja Leser die eine oder mehrere der anderen Fragen zusätzlich beantworten möchten? Dann gerne in den Kommentaren oder als eigener Beitrag zur Blogparade auf dem eigenen Blog. Ich würde mich freuen, wenn wir viele Beiträge auch aus Deutschland finden.

Frage 1: Wie sieht eigentlich digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aus?

Das Thema Digitalisierung ist ein so vielschichtiges, dass es mir schwer fällt hier eine eindeutige Antwort zu geben. Der digitale Wandel berührt alle Lebensbereiche und hat für mich persönlich nicht ausschließlich etwas mit “dem Internet” zu tun. Deshalb gehört zur Beantwortung dieser Frage auch eine Definition der verschiedenen Aspekte von Digitalisierung.

Der digitale Wandel verändert alles: Unser Zusammenleben, Zwischenmenschliche Verhaltensweisen, die Art wie wir arbeiten, die Art wie wir Freizeit gestalten, unser Verhalten gegenüber öffentlichen Institutionen, das Vertrauen in Politik und Verwaltung, die Art wie wir Technologien anwenden, den Kreis der Anwender komplexer Technologien und viele andere Aspekte unseres Lebens. Digitaler Wandel ist also nicht nur der technische Wandel, sondern viel mehr. Digitalisierung ist eine grundsätzliche Veränderung unserer Welt durch Technologie.

Die Frage danach wie digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aussieht, muss ich also sehr abstrakt beantworten:

Digitale Kompetenz ist für mich die Fähigkeit, Veränderungen der Gesellschaft mit fortschreitender Technologisierung zu erfassen und erfolgreich zu nutzen. Die wichtigste digitale Kompetenz ist also die Fähigkeit, stetig dazu zu lernen und neue Dinge umzusetzen.

Ein Beispiel: Der Umgang mit unseren persönlichen Daten hätte sich im Zuge der Digitalisierung unseres Kommunikationsverhaltens (Stichwort soziale Medien) eigentlich viel früher und schneller wandeln müssen als er es hat. Große Teile der Gesellschaft haben diesen Wandel nicht vollziehen können, weil sie den Wandel hin zu digitaler Kommunikation gar nicht richtig erfasst haben. Viele Menschen nutzen heute noch die sozialen Medien genau so wie das eigene Telefon oder verhalten sich in öffentlichen Gruppen ähnlich wie im eigenen Wohnzimmer. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass große Wirtschaftsunternehmen viele private Daten von sehr vielen Menschen kennen und für die eigenen Zwecke nutzen. Die Tatsache, dass wir alle dadurch stark personalisierte Werbung erhalten ist dabei nur ein Aspekt. Was mit den vielfältigen Daten sonst noch passieren kann, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.

Anhand des Aspektes unserer persönlichen Daten lässt sich sehr gut erkennen, dass nicht nur jeder Mensch für sich digitale Kompetenzen braucht. Es ist äußerst wichtig, dass unsere Gesellschaft im Gesamten die Kompetenz erlangt, sich wandelnde Dinge frühzeitig zu erkennen und zur Diskussion zu stellen. Nicht um diesen Wandel zu stoppen, sondern um in der Lage zu sein rechtzeitig geeignete Maßnahmen und Verhaltensweisen zu definieren und so einen größeren Teil der Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, welche Veränderungen passieren und welche positiven und negativen Veränderungen sich daraus ergeben.

Generell würde ich folgende Kompetenzen als notwendig erachten:

  1. Datenschutz Kompetenz
  2. Fähigkeit zum sinnvollen Einsatz digitaler Kommunikationsmittel
  3. Stetiges lernen und Anpassung an den Wandel
  4. Digitale Medienkompetenz

Sicherlich lassen sich noch weitere Kompetenzen heraus arbeiten. Auch hier also die Aufforderung an Sie: Nutzen Sie die Kommentare zu diesem Beitrag und tragen Sie gerne weitere Kompetenzen bei.

Wandergruppe

Niemand sollte zurückbleiben

Frage 5: Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung erwarten uns eigentlich?

Diese zu erkennen ist eine wesentliche digitale Kompetenz. Es ist wichtig, dass wir darüber diskutieren ohne alles zu schwarz oder weiß zu sehen. Eine Ergebnisoffene Diskussion zu den Chancen und Risiken wird nach meiner Erfahrung leider sehr oft im Keim erstickt, weil die jeweils andere Seite bestimmte Thesen als “übertrieben negativ” oder aber als “vom digitalen Wandel verblendet” abgestempelt wird.

Welche Chancen erwarten uns also?

Aus meiner Sicht ist eine große Chance die Demokratisierung von Kommunikation. Nicht mehr einzelne Personen oder Institutionen haben die Hoheit darüber, ein bestimmtes Thema zu kommunizieren und ihre Meinung beizutragen. Wir sind alle mehr oder weniger gut in der Lage öffentlich zu kommunizieren und unsere Meinung kund zu tun. Diese Chance tritt aus meiner Sicht gerade wieder etwas in den Hintergrund. Die Tatsache, dass sich verstärkt die großen Spieler Facebook, Twitter und Google in das Mediengeschäft einmischen und durch ihre ihre Reichweite die Macht besitzen, zu steuern welche Meinungen und Berichte prominent platziert werden, gerät die Demokratisierung in Gefahr.

Der digitale Wandel eröffnet uns ebenfalls erhebliche Chancen bei der Erlangung von Kompetenzen die früher für bestimmte Personengruppen nicht zu erreichen gewesen sind. Durch das Internet kann jeder alles erfahren. Wer die Fähigkeit besitzt selbständig zu lernen und sich Wissen anzueignen, ist in der Entwicklung seiner Kompetenzen nicht mehr auf einen engen Fachbereich eingeschränkt. Diese Tatsache stellt nicht nur eine große Chance für den einzelnen dar, sondern für unsere gesamte Gesellschaft.

Risiken sehe ich darin, dass die Verfügbarkeit vielfältigster Daten durchaus dazu führen kann, dass bestimmte Machtansprüche mit Hilfe dieses Wissens untermauert und durchgesetzt werden. Staaten nutzen schon heute die verschiedenen Möglichkeiten um Terrorismus und andere Staaten zu bekämpfen. Ich bin mir sicher, dass hinter den Kulissen heftige Kämpfe nicht nur um Daten zur Produktentwicklung und Innovation sondern auch um persönliche Daten wichtiger Personen einzelner Branchen tobt. Wissen ist Macht. Und noch nie war es so leicht, Wissen aus verschiedenen Quellen abzugleichen, miteinander in Beziehung zu setzen und daraus entsprechend gewinnbringende Rückschlüsse zu ziehen.

Ein weiteres Risiko des digitalen Wandels besteht darin, dass wir es vielleicht nicht schaffen den größten Teil der Gesellschaft mitzunehmen. Diejenigen die beim Wandel abgehängt werden, haben es in Zukunft sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft die entsprechenden Kompetenzen definieren und vermitteln.

Sicherlich gibt es noch wesentlich mehr Chance uns Risiken? Welche sind das aus Ihrer Sicht? Nutzen Sie (wieder einmal) die Kommentarfunktion und teilen Sie mir mit welche Chancen uns Risiken Sie sehen.

Dies war nun also mein Beitrag zur Blogparade von Alexander Surowiec. Ich freue mich auf viele weitere Beiträge und beobachte gespannt, was da noch kommt. 🙂

Die Digitalisierung der Arbeit

Die Digitalisierung der Arbeit führt schon heute an der einen oder anderen Stelle zu erheblichen Veränderungen. Meiner Meinung nach erleben wir aktuell erhebliche Umbrüche. Es prallen alte Arbeitswelten auf neue Möglichkeiten, eine junge Generation von Arbeitnehmern auf teilweise noch nicht stark genug digitalisierte Arbeitswelten und Führungskräfte mit Angst den eigenen Führungsanspruch zu verlieren auf Mitarbeiter die gerne die flexiblen Möglichkeiten nutzen möchten die ihnen die Digitalisierung bietet. Dieser Beitrag beschreibt zum einen ganz persönliche Erfahrungen und zum anderen theoretische Konzepte, die mit der Digitalisierung unserer Arbeitswelt erst möglich werden.

Flexibilität vs. Balance

Flexibilität wird an vielen Stellen der heutigen Arbeitswelt gefordert. Kunden und Vorgesetzte haben den Anspruch, auf alle Anfragen schnelle Antworten zu erhalten. Dabei ist es fast egal zu welcher Tageszeit diese Anfragen auf Arbeitnehmer treffen. Oftmals ist es dabei auch egal, ob der Arbeitnehmer Urlaub hat oder nicht (2012 gaben in einer Umfrage fast 50% der befragten Arbeitnehmer an, im Urlaub erreichbar zu sein).

Das Thema Erreichbarkeit ist eines, dass nicht zwingend mit der Digitalisierung zu tun hat. Diese könnte sogar dabei helfen, die Erreichbarkeit so zu steuern, dass Arbeitnehmer nicht unter ständigem Druck stehen erreichbar zu sein. Das Stichwort ist asynchrone Kommunikation, die telefonisch nicht möglich aber per eMail sehr gut abbildbar ist. Läuft eine Kommunikation nicht per Telefon ab, sondern hat der Arbeitnehmer die freie Wahl wann er auf eine Frage antwortet entlastet das nach meiner persönlichen Erfahrung enorm.

Flexibilität wird aber nicht nur in der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Kunden bzw. Vorgesetzten gefordert und durch die Digitalisierung ermöglicht. Auch die Tatsache, dass – entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt – an jedem Ort dieser Welt produktiv gearbeitet werden kann erhöht den Druck flexibel zu sein oftmals enorm. Schließlich kann nun jeder an jedem Ort seine Arbeit erledigen, wenn es also während des Urlaubs oder in der Freizeit eine dringende Anforderung gibt zum Beispiel eine Kalkulation zu überarbeiten, ist das heute gar kein Problem mehr.

Dabei liefert genau die Infrastruktur, die arbeiten an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich macht auch die Möglichkeit, verteilt zu arbeiten. Also einzelne Aufgaben schnell und flexibel an Kollegen oder Vorgesetzte zu übergeben damit diese den aktuellen Stand umfassend zur Verfügung stehen haben und mit diesem weiter arbeiten können, wenn der eigentlich verantwortliche Mitarbeiter seine Freizeit genießt. Diese Möglichkeiten werden aber – warum auch immer – sehr oft nicht genutzt. Wahrscheinlich ist es für beide Seiten zu bequem. Der Arbeitnehmer müsste sich ansonsten mit einer ordentlichen Übergabe bzw. der Aufbereitung seiner Daten und Unterlagen beschäftigen. Vorgesetzte müssten sich wiederum tiefer in Vorgänge eindenken als es ihnen im Alltag lieb und möglich ist.

Das alles ändert nichts daran, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung theoretisch dazu geeignet sind, die Arbeitswelt für viele Beteiligte positiv zu verändern. Das dies an vielen Stellen (noch) nicht geschieht, ist schade aber nachvollziehbar. Der Eingriff in die aktuelle Arbeitswelt ist einfach zu tief und die Forderungen von Seiten der Arbeitnehmer reichen meiner Meinung noch nicht weit genug bzw. werden nicht “laut” genug vorgetragen. Das wird sich wahrscheinlich dann ändern, wenn immer mehr oder mehr der sogenannten Digital Natives in den Arbeitsmarkt drängen. Diese werden ganz automatisch Forderungen mitbringen die nur mit Hilfe der Digitalisierung zu meistern sind.

Echtes Smarthome aus Dortmund von bee

Am vergangenen Freitag durften wir von den SteadyNews und weitere Gäste einer exklusiven Vorführung des SmartHome Systems von bee aus Dortmund Beiwohnen. Stefan Rower, Inhaber und Geschäftsführer (sein Interview mit den SteadyNews findet sich hier) und Alexander Kurrath erläuterten uns zunächst die Unterschiede zwischen SmartHome und ControlledHome um dann eindrucksvoll vorzuführen, was mit dem System von bee alles möglich ist.

Der digitale Wandel im Eigenheim

Der digitale Wandel macht auch vor privatem Wohnraum und Büroräumlichkeiten nicht Halt. Deutlich zu erkennen ist diese Tatsache anhand einer Betrachtung der vielen Angebote an SmartHome Lösungen. Wahrgenommen werden dabei meistens die Lösungen der großen Konzerne, wie zum Beispiel die von RWE. Weniger prominent und trotzdem wesentlich Leistungsfähiger sind dabei die vielen Angebote mittelständischer Unternehmen.

Ein mittelständisches Unternehmen, das eine SmartHome Lösung entwickelt, ist die bee GmbH aus Dortmund. Eigentlich tritt bee als Systemhaus auf und ich hätte nicht direkt vermutet, dass sich hier auch große Kompetenz in Sachen Hausautomation finden lässt. Das diese Kompetenz vorhanden ist, haben Stefan Rower und Alexander Kurrath während des Termins aber eindeutig und nachdrücklich belegt.

Was ist ein SmartHome?

Das Prinzip eines „echten“ SmartHome ist die Zusammenarbeit von Sensoren und Aktoren. Sensoren erkennen bestimmte Zustände und Aktoren führen im Vorfeld festgelegte Maßnahmen automatisch aus. Das Eingreifen eines Menschen ist nicht mehr notwendig, wenn einmal alle möglichen Zustände erfasst und mit Aktionen versehen wurden. Natürlich können bestimmte Zustände trotzdem jeder Zeit angepasst werden. Das eigene Haus soll ja nicht das alleinige Mitbestimmungsrecht über seinen Zustand haben 😉 …

Stefan Rower beschreibt das was für ihn ein „ControlledHome“ und somit das Gegenteil eine SmartHomes ist so: „Hierbei wird lediglich die Möglichkeit geboten, auf bestimmte Systeme im Haus – beispielsweise die Rolläden – mit einem Smartphone oder einer Fernbedienung zuzugreifen und so den gewünschten Zustand herzustellen. Sensoren die Zustände erfassen und weitergeben gibt es nicht. Smart ist das nicht wirklich.“

Anhand konkreter Beispiele hat uns Stefan Rower erklärt, warum er diese Abgrenzung so deutlich vornimmt.
Nehmen wir eine Terrassenmarkise mit elektronischem Antrieb. Diese kann über entsprechende Funkschalter in ein SmartHome System der bee GmbH eingebunden werden. Gäbe es nun nur diese Markise und die Möglichkeit per Funk auf Sie zuzugreifen, müsste der Bewohner eines Hauses bei zu starkem Wind selber handeln und den Befehl zum Einfahren der Markise geben. Die SmartHome Lösung von Bee automatisiert diesen Vorgang vollständig, in dem ein Windsensor den starken Wind registriert, diese Information an das System weiterleitet und somit veranlasst das die Markise eingefahren wird. Das Eingreifen eines Bewohners ist hier nicht notwendig.

Auch Bestandsimmobilien lassen sich mit SmartHome ausrüsten

Auch Bestandsimmobilien lassen sich mit SmartHome ausrüsten

Hohe Flexibilität und unendlich viele Szenarien

Im Grunde genommen lässt sich durch die SmartHome Lösung von bee fast jedes denkbare Szenario abdecken. Von Sensoren die starken Lichteinfall registrieren und im Sommer die Rolläden zur Beschattung automatisch herunter fahren über das automatische schließen von Rolläden, wenn Abends um 22.00 h niemand zu Hause aber noch ein Fenster offen ist bis hin zum Auslösen aller Rauchmelder wenn ein Fenster bei Abwesenheit der Bewohner geöffnet wird. Alle diese Szenarien hat Stefan Rower eindrucksvoll vorgeführt. Mich persönlich hat dabei besonders beeindruckt, dass in die Auswahl der Szenarien sogar der eigene Onlinekalender eingebunden werden kann. Ist dort beispielsweise eine längere Abwesenheit über das Wochenende eingetragen, verhält sich das Haus so als ob die Bewohner anwesend sind.

Das gesamte SmartHome System der bee GmbH basiert auf den Standards des Zwave Konsortiums. Im Zusammenspiel mit quelloffener Software sowie einigen Anpassungsschritten durch die Profis von bee entsteht ein intelligentes System. Dieses lässt sich auch für bestehende Installationen nachrüsten und Schrittweise erweitern.

In Zeiten von BigData: Datensparsamkeit ist ein großer Vorteil

Alexander Kurrath hat im Gespräch eine Tatsache ganz besonders hervorgehoben: „ Im Gegensatz zu vielen SmartHome Lösungen großer Konzerne, verlassen bei unserer Lösung nur dann Daten das Haus wenn der jeweilige Anwender das möchte. Für den vollen Funktionsumfang ist es nicht notwendig irgendwelche Daten in der Cloud abzulegen oder an einen Hersteller zu senden. Die einzige Ausnahme bildet der Zugriff auf das System von Unterwegs. Ist dies gewünscht, bleiben die Daten aber trotzdem in der Hand der Bewohner.“

Befindet ein Bewohner sich im Haus, kann er neben der Bedienung über sein Smartphone auch ein zentrales Bedienelement nutzen um das Haus zu steuern. Von dort sind alle wesentlichen Punkte erreichbar ohne dass erst eine App gestartet oder das Smartphone ständig griffbereit gehalten werden muss. Auch dieses Bedienelement wurde von bee selber entwickelt. Es basiert auf einem SoC-System inklusive angeschlossenen Touchscreen. Das Gehäuse entsteht individuell im 3D Drucker.

Technik für jeden

Technik für jeden

SmartHome von bee. Eine Lösung nicht nur für Technikverliebte Menschen

Für mich persönlich war der Besuch bei der bee GmbH ein großer Spaß. Als Technikverliebter Mensch, freue ich mich immer wenn es interessante neue Dinge zu sehen und auszuprobieren gibt. Aber auch die weniger Technikaffinen Menschen am Tisch hatten das eine oder andere Aha-Erlebnis und konnten sehr gut erkennen, dass es sich bei gut gemachter Hausautomation nicht um Spielerei sondern um Nutzen bringende Technologie und die sinnvolle Umsetzung von Digitalisierung handelt.

Für Rückfragen zum System steht Stefan Rower gerne zur Verfügung. Am besten funktioniert dies per eMail (s.rower@bee.de) oder telefonisch (0231 / 58719 – 44).