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#DWNRWSummit 2017

Der #DWNRWSummit fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Nach dem Summit in Essen im letzten Jahr hatte ich mir eigentlich vorgenommen, dieses Jahr nicht mehr hinzugehen. Direkt vorab: Ich bin froh das ich da gewesen bin! (Ich musste zwar da sein, weil wir am Abend unser Startup Kickern nach Düsseldorf tragen durften, aber trotzdem. Es hat sich gelohnt!)

Workshops und Vorträge

Die Agenda war mindestens genau so prall gefüllt wie im letzten Jahr. Das muss nicht immer gut sein, konnte sich aber dieses Jahr sehen lassen.

Ich bin kein großer Freund von vielen Vorträgen aus der Ecke Sponsoren & Co. Deshalb konzentriere ich mich oftmals eher auf Workshops bzw. eher kleine Runden an denen ich dann teilnehme. Trotzdem konnte ich auch Highlights auf der großen Bühne finden.

Hier meine Top 3:

  • Program oder be programmed – Warum wir alle Code verstehen sollten.
    Von und mit Güncem Campagna, Codingschule
    Ich bin seit unserem Hackathon in Essen ein großer Freund der Codingschule und war deshalb schon bei der Ankündigung begeistert. Güncem kannte ich noch nicht, aber das ist ja nicht schlimm. 😉
    Meine feste Überzeugung ist es, dass wir alle mindestens verstehen sollten was sich hinter dem ganzen Digitalkram verbirgt. Und da Digitalkram oft (immer) Software beinhaltet, will ich wissen wir das geht und was sich hinter den Dingen verbirgt.
    Ich finde es wichtig, dass es Institutionen wie die Codingschule gibt, die schon Kindern nahe bringen was Programmieren bedeutet und wie sie diese Fähigkeit für sich nutzen können. Hut ab!
    Der Vortrag drehte sich im Wesentlichen um die Codingschule und der dahinter stehenden Idee. Aber es ist ja auch klar, dass 30 Minuten nicht ausreichen, tief ins Thema einzusteigen.
  • Warum NRW ein Ökosystem für Gründer benötigt
    Von und mit Dr. Christian Lüdtke, etventure // Initiativkreis Ruhr
    Ich persönlich weiß warum das so wichtig ist. Insbesondere mit Blick durch die Ruhrgebietsbrille ist das vollkommen klar und deutlich erkennbar. Es gibt aber eben auch immer noch diejenigen die das nicht verstanden haben. Und denen die Augen zu öffnen ist Dr. Christian Lüdtke angetreten. Er ist neuer Beauftragter für Gründerförderung beim Initiativkreis Ruhr und trägt damit eine schwere Last.
    In seinem Vortrag ist er auf die Bedeutung eines starken Startup Ökosystems für die Digitalisierung der Wirtschaft in NRW eingegangen und hat einige wichtige Punkte genannt. So macht er deutlich, dass er für den Initiativkreis das tun möchte, was wir unseren Kunden mit KMU Digital, Digitaler Wandel NRW, Startupsruhr.de und diversen anderen Projekten bereits anbieten. Etablierte Unternehmen an Startups heranführen und so für alle Beteiligten einen deutlichen Schritt nach vorne ermöglichen.
  • Impulsvortrag über die DNA erfolgreicher Gründer
    Von und mit Torsten Jensen, Bundesverband Deutscher Startups
    Es wird wahrscheinlich recht deutlich, dass ich meine Top 3 nicht unbedingt ausgewählt habe weil ich die Themen und Inhalte für hoch innovativ halte. Viel mehr habe ich sie gewählt, weil ich die drei Dinge herausstellen möchte die meiner Meinung nach für eine erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft (sie wird digital sein, dass muss ich wohl nicht extra betonen) wichtig sind.
    So auch der kleine aber feine Einblick in die DNA erfolgreicher Gründer. Gründung, Startups und Innovation generell werden in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Da ist es gut zu wissen, woran wir erfolgreiche Gründer erkennen können.

Networkingabend mit Startup Kickern

Großartig. Mein persönliches Highlight (immer wenn Kickertische in der Nähe stehen, sind diese mein Highlight!) war der Networkingabend mit dem Startup Kickern, dass ich organisieren und gemeinsam mit unserem Partner Mein Kicker.com durchführen durfte.

Dank unseres Sponsors eTrado sowie der großzügigen UNterstützung des DWNRW Teams konnten wir 10 Kickertische aufbauen und bespielen.

Hier einige Highlights in Bildern:

#kickern #startup #dwnrw #dwnrwsummit #sponsor @etrado

Ein Beitrag geteilt von Dennis Arntjen (@kmu_digital) am

Entgegen unserer üblichen Spielweise haben wir dieses Mal auf einen Turniermodus verzichtet. Für alle Spieler ging es gegen einen NRW Kickermeister um Sieg oder Niederlage. Wer es geschafft hat 3 Tore zu schießen, konnte sich über einen Amazon Gutschein freuen.

Deutscher Startup Monitor: Eine Analyse aus Sicht des Ruhrgebiets

Unter dem Titel Deutscher Startup Monitor 2017 verfolgt der Bundesverband Deutsche Startups e.V. als Initiator drei Ziele.Unter dem Titel Deutscher Startup Monitor 2017 verfolgt der Bundesverband Deutsche Startups e.V. als Initiator drei Ziele.

  1. Entwicklung und Bedeutung von Startups darstellen sowie Forschungslücken aufzeigen
  2. Impulse für wirtschaftspolitische Initiativen zur Stärkung des Gründungsstandorts Deutschland und seiner regionale Ökosysteme liefern
  3. Begeisterung für den Entrepreneurship-Gedanken in der Gesellschaft fördern

Die Punkte eins und drei verfolgen wir von KMU Digital mit verschiedenen Projekten für das Ruhrgebiet selber. Zum Beispiel über die Organisation des Startup Kickerns, die Entwicklung der Startup Datenbank StartupsRuhr.de (gemeinsam mit Carmen Radeck von Ruhrgründer) und den Startup Accelerator Work Digital in Dortmund (gemeinsam mit dem Work Inn Coworking Space aus Dortmund).
In diesem Beitrag möchte ich den Deutschen Startup Monitor 2017 in Hinblick auf das Ruhrgebiet bzw. die Metropolregion Rhein Ruhr analysieren und einige Kennzahlen herausgreifen. Wie steht das Ruhrgebiet im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik und zu anderen Regionen da? Wie ist die Entwicklung in den letzten Jahren verlaufen? An welchen Punkten gibt es Handlungsbedarf und wie können wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Voraussetzungen und Ergebnisse zu verbessern?

Fakten zur Analyse

Auf Seite 7 des Startup Monitors geben die Macher 10 Fakten wieder. Einige dieser Fakten werde ich – neben anderen Punkten – für das Ruhrgebiet analysieren und vertiefen. Folgende Fakten ziehe ich heran:

  • Der Anteil von Gründerinnen in deutschen Startups steigt das dritte Jahr in Folge leicht auf nunmehr 14,6%.Ist das im Ruhrgebiet ähnlich? Steigt auch hier die Anzahl der Gründerinnen vergleichbar langsam?
  • Die Startups im DSM 2017 schaffen durchschnittlich 13,2 Arbeitsplätze (inklusive Gründer) und planen wieder mehr Neueinstellungen. Durchschnittlich 7,5 Mitarbeiter sollen je Startup im nächsten Jahr neu eingestellt werden.Eine spannende Zahl, insbesondere für das Ruhrgebiet. Welche Pläne “unsere” Startups diesbezüglich verfolgen, werde ich ebenfalls analysieren.
  • Die DSM-Startups sammelten bis dato knapp 2,1 Milliarden Euro an externem Kapital ein. Ihr weiterer Kapitalbedarf in den kommenden zwölf Monaten beläuft sich auf knapp 1 Milliarde Euro.Geld ist insbesondere im Ruhrgebiet und im Zusammenhang mit Startups bisher Mangelware. Wir beobachten leichte Veränderungen. Wie stehen Startups aus dem Ruhrgebiet bisher da? Worin unterscheidet sich die Finanzierungssituation zu Startups aus dem Rest der Bundesrepublik?

Neben diesen drei Punkten möchte ich außerdem auf die generelle Entwicklung eingehen. Mich interessieren dabei insbesondere die absolute Anzahl an Startups heute im Vergleich zu den letzten Jahren. Außerdem möchte ich auch die Situation der Hochschulen in der Region beleuchten. Vorweg gesagt: keine unserer Hochschulen befindet sich unter den laut DSM 2017 Top10 Gründer-Hochschulen.

Anteil von Gründerinnen

Laut dem DSM machen mit 40%, Frauen einen recht großen Anteil unter den Selbständigen aus. Mit 14,6% sind Frauen im Bundesdurchschnitt in Startups deutlich unterrepräsentiert. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass der Frauen-Anteil an (Mit)Gründungen von Startups seit 2014 jedes Jahr leicht steigt.
In der vom DSM analysierten Region Rhein-Ruhr liegt der Anteil an Gründerinnen mit 13,6% sogar recht deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, belegt aber nach Berlin (16,2%) und Hannover/Oldenburg (13,9%) immer noch den dritten Platz im Vergleich der Regionen. Am schlechtesten schneiden hier Hamburg und München mit jeweils 10,5% ab.
Was ist der Grund für diesen niedrigen Wert in der Region Rhein-Ruhr? Vermutlich spielt – wie auch im Rest der Bundesrepublik – die Tatsache das Frauen realistischer und mit mehr Bedenken zur finanziellen Sicherheit gründen eine große Rolle. Das wir im Ruhrgebiet beim Thema Gründung generell unter einem hohen Sicherheitsdenken leiden (die Arbeitshistorie in vielen Familien legt nicht gerade nahe, dass man als junger Menschen sein eigenes Unternehmen gründet), wirkt sich der erhöhte Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit vielleicht auch stärker auf den Anteil an weiblichen Startup-Gründungen aus.
Im Bundesdurchschnitt dürfte außerdem die sehr geringe Quote an Frauen die VC-Kapital erhalten eine Rolle spielen. Nur 4% des weltweiten Risikokapitals wird an Frauen vergeben. Daher rührt ein starker Trend zu Startup-Gründungen mit Eigenkapital, was die Erfolgsquote sinken lassen dürfte und dazu führt, dass Männer schneller wachsende Startups gründen bzw. das deren Unternehmen eher das Kriterium des DSM erfüllen, dass als Startup zu bezeichnende Gründungen ein “signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum” haben sollen.

Neue Arbeitsplätze

Im Bundesdurchschnitt schaffen die DSM-Startups 13,2 Arbeitsplätze und möchten im nächsten Jahr weitere 7,5 neue Mitarbeiter einstellen. Und in der Region Rhein-Ruhr?
Arbeitsplatz. Quelle: Work Inn Dortmund
Mit durchschittlich 10,9 Mitarbeitern (inkl. Gründern) liegt die Unternehmensgröße (gemessen an der Mitarbeiterzahl) 17,5% unter dem Durchschnitt in der Bundesrepublik. Dabei ist der Anteil der Gründer an der Teamgröße mit 2,3 Personen identisch mit dem Bundesdurchschnitt.
Niedriger ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitsplätze je Startup nur in den Regionen Stuttgart/Karlsruhe (10,6) und Hannover/Oldenburg (10,2). Die größten Teams stellen Startups aus Berlin mit durchschnittlich 29,5 Mitarbeitern und davon ebenfalls 2,3 Gründern.
Was sind aber nun die Ursachen für diesen Vergleichsweise niedrigen Wert? Ich kann nur vermuten, dass zum einen die Kapitalsituation (wir werden gleich sehen ob diese im Vergleich schlechter ist) und zum anderen die Art der Gründungen eine Rolle spielen. Weniger Kapital bedeutet weniger Potential Mitarbeiter zu bezahlen. Und die Tatsache, dass wir in der Region Rhein-Ruhr sehr viele B2B-Startups sehen, die besonders in den Bereichen Marketing und Vertrieb schlanker aufgestellt sind, dürfte ebenfalls zu dieser niedrigen Zahl führen. Interessant wäre es, zu erfahren wie sich diese Startups entwickeln wenn sie älter werden und nicht mehr als Startups gelten. Ich vermute, dass Technologie-Gründungen im B2B-Bereich nach 10 und mehr Jahren ein deutliches Mitarbeiterwachstum zeigen und dann wesentlich stärker zur Gesamtbeschäftigung in der jeweiligen Region beitragen als solche Unternehmen die in Berlin als B2C-Startups älter als 10 Jahre sind.

Kapitaldecke

Die Ausstattung mit Fremdkapital ist in vielen Fällen ein entscheidender Erfolgsfaktor für Startups. Hilft doch viel Kapital dabei, schnell zu wachsen und innovative Geschäftsmodelle zu skalieren.
Auch in diesem Punkt unterscheidet sich die Region Rhein-Ruhr in Teilen von anderen Startup Regionen in Deutschland. Die Tatsache, dass überdurchschnittlich viele Technologie Startups gegründet werden, wirkt sich auf den Kapitalbedarf aus. Dieser ist nicht unbedingt niedriger (vielleicht sogar im Gegenteil), wird aber für andere Dinge – wie zum Beispiel technologische Entwicklung – benötigt als bei B2C-Startups oder B2B-Startups mit weniger technischem Fokus.
Leider lässt sich dem DSM nicht entnehmen wie viel Kapital Startups aus der Region Rhein-Ruhr aufgenommen oder selbst beigesteuert haben. Auch sonst ist die Informationslage zur Kapitalausstattung der einzelnen Startup Regionen recht dünn.
Der Anteil an Startups die sich ausschließlich aus eigenen Ersparnissen der Gründer finanzieren ist für die einzelnen Regionen bekannt. Hier liegt die Region Rhein/Ruhr auf Platz 3 (23,9%) hinter München (26,2%) und Hamburg (25,8%).
Außerdem hat der DSM auch ermittelt, wie hoch der Anteil an Venture Capital finanzierten Startups im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Regionen ist. Seit der ersten Erhebung 2014 sinkt der Anteil der deutschen Startups die VC finanziert werden. 2017 liegt dieser nur noch bei 15,9%. Leider ergeben die ermittelten Zahlen für die Region Rhein-Ruhr kein gutes Bild. Entgegen meiner persönlichen Annahme, dass die VC-Situation im Ruhrgebiet eher besser wird, zeigen die Zahlen einen starken Rückgang auf heute nur noch 8,2% VC-finanzierte Startups (2015 waren es mit 17,4% noch mehr als doppelt so viele Startups die VC-finanziert wurden). Das ist sehr enttäuschend und trägt wahrscheinlich dazu bei, dass die Zahl der neu gegründeten Startups so niedrig ist, wie wir dies aktuell beobachten.

Zahl der Startups generell

Ganz besonders ist mir bei der ersten Betrachtung des aktuellen DSM ins Auge gefallen wie das Wachstum der Zahl an Startups generell und in den einzelnen Regionen aussieht. Ist doch diese Zahl ein starker Indikator dafür, wie gut die Voraussetzungen zur Gründung eines Startups sind.
Dem DSM 2017 liegt eine Zahl von 1.837 Startups zu Grunde. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr (1.224) um 33,4% höher und spiegelt den generellen Trend zu mehr Startup Gründungen in Deutschland wieder. Leider ist dieser Trend in der Region Rehin-Ruhr nicht annähernd so positiv. Konnten wir 2016 noch 14,1% aller deutschen Startups vorweisen, sind es heute nur noch 11,3%. Dies bedeutet in absoluten Zahlen zwar immer noch ein Wachstum von 35 Unternehmen. Die Wachstrumsrate liegt aber mit ca. 17% um fast 50% niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Dieser Wert spiegelt deutlich wieder, dass alle Bemühungen die wir gemeinsam tätigen und auch die Bemühungen der Politik wenig Früchte tragen. Als wesentlichen Faktor für dieses unterdurchschnittliche Wachstum sehe ich die schlechte Ausstattung mit Fremd- und Risikokapital sowie die Tatsache, dass die Hochschulen in der Region Rhein-Ruhr keinen guten Job machen, wenn es darum geht Gründungsinteressierte Absolventen entsprechend abzuholen.

Hochschulen

Unter den Top-10-Gründerhochschulen die der DSM 2017 ermittelt hat befindet sich nicht eine einzige Hochschule aus dem Ruhrgebiet. Während München mit der Technischen Universität München und der Universität München (LMU) gleich zwei Hochschulen in den Top-Platzierungen hat, sprechen wir in der Region Rhein-Ruhr sehr viel über unsere tolle Hochschullandschaft und die Chancen die sich daraus sowie aus den hohen Studierendenzahlen ergeben. Sprechen alleine scheint aber nicht dazu beizutragen, dieses Potential auch wirklich zu nutzen.
Hoffnung macht mir dabei die Tatsache, dass es aktuell viele positive Initiativen an den verschiedenen Hochschulen gibt und auch das die Vernetzung der Hochschulen in Sachen Unternehmensgründung besser zu werden scheint. Ob diese Ansätze fruchten, werden wir aber erst in einigen Jahren sehen. Die Bretter die hier gebohrt werden sind äußerst dick und ich befürchte das die Bemühungen immer noch zu gering sind um den großen Rückstand auf Städte wie München, Berlin und Hamburg aufzuholen.

Was sollten wir tun?

Das ist die Frage aller Fragen. Was tun, wenn alles was bisher getan wurde nicht zum gewünschten Ergebnis führt?
Auch wenn ich selber ein sehr großer Freund davon bin, die Dinge selber in die Hand zu nehmen, braucht es in der aktuellen Situation wohl (auch) Initiativen etablierter Unternehmen und ganz besonders politisches Handeln. Alles was aus der Startup-Szene heraus entstanden ist, trägt alleine offenbar nicht dazu bei das unsere Region in Sachen Startups schnell stärker wird.
Deshalb sind Initiativen wie die vom Initiativkreis Ruhr eingeleiteten zu begrüßen. Die Idee einen regionalen Gründerkoordinator einzusetzen kann dazu beitragen, die Zahlen zu verbessern. Veranstaltungen wie der Ruhr-Summit (der zwar auf den ersten Blick eine Initiative eines Unternehmens ist, aber auf den zweiten Blick in engem Zusammenhang mit dem RuhrHub steht) tragen ebenfalls dazu bei, das Ruhrgebiet in den Augen von an Startups interessierten Personen aufzuwerten.
Trotzdem sollten wir als lokale Akteure der Startup-Szene nicht nachlassen und uns weiterhin engagieren. Insbesondere Projekte wie Carmen Radecks Ruhrgründer.de sowie das gerade frisch herausgebrachte Buch “Ruhrgründer Guide” von Michael Kriegel und Carmen Radeck tragen dazu bei, die Region nach Außen hin besser darzustellen und die in der Region tätigen Startups stärker untereinander zu vernetzen.

Ruhrgebiets-Startup finden

Die Startup-Szene im Rurhgebiet fasziniert mich seit einigen Jahren. Besonders die tolle Entwicklung, die durch Menschen wie Carmen Radeck von Ruhrgründer.de, unsere Mitorganisatoren beim Startup Kickern Dörte und Tim Schabsky vom Work Inn, die verschiedenen Akteure in den Wirtschaftsförderungen oder die vielen ungenannten und ungezählten kleinen und großen Initiativen getrieben wird, begeistert mich.

Was mir persönlich und sehr vielen meiner Gesprächspartner aus kleinen und großen Unternehmen fehlt, ist ein guter Überblick über die aktuell aktiven Startups. Auch die Entwicklung der Startup-Szene im Ruhrgebiet ist nicht gut dokumentiert. Wir haben alle irgendwie das Gefühl, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Gefühlt entstehen jeden Tag 10 neue Startups. Das Thema scheint absolut präsent zu sein und die Bemühungen vieler Akteure zeigen positive Effekte. Meinen wir. Aber wissen wir das auch ganz genau?

Wie viele Startups gibt es überhaupt im Ruhrgebiet?

Diese Frage habe ich persönlich mir schon sehr oft gestellt. Ich weiß es nicht. Und ich glaube, das auch sonst niemand diese Frage mit Sicherheit und auf Grundlage klarer Fakten beantworten kann. Sind es 50, 100, 200 oder noch mehr?

Wenn wir alle schon nicht wissen wie viele Startups es genau im Ruhrgebiet gibt, dann fällt die Antwort auf Fragen nach der Entwicklung der Startup-Szene noch viel schwerer. Weiß irgendwer in welchen Branchen und mit welchem Kundenfokus die Startups im Ruhrgebiet unterwegs sind? Kann uns irgendjemand sagen, wie viele Frauen gründen oder wie alt die Startups im Ruhrgebiet durchschnittlich sind? Bekommen alle Startups im Ruhrgebiet die Aufmerksamkeit die sie verdienen oder kann man da noch etwas tun?

Diesen Fragen möchten wir auf den Grund gehen. Darum haben wir die Startup Datenbank Startupsruhr.de ins Leben gerufen.

Wen interessiert denn welche Startups es gibt?

Andere Startups. Entscheider in Konzernen. Innovationsbeauftragte. Inhaber mittelständischer Unternehmen. Investoren. Wirtschaftsförderer. Politiker.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus der Liste derjenigen die sich für die Startup-Szene des Ruhrgebiets interessieren. Die Motivation, mehr über Ruhrgebiets-Startups zu erfahren und einen besseren Überblick darüber zu bekommen was im Ruhrgebiet in Sachen Startups eigentlich los ist, fällt je nach Person und Position vollkommen unterschiedlich aus.

Der Innovationsbeauftragte möchte gerne mit geeigneten Startups Kooperationen schließen. Wirtschaftsförderer möchten wissen, was in “ihrer” Stadt ganz konkret los ist. Andere Startup-Gründer suchen junge Unternehmer die ähnliche Herausforderungen zu meistern haben um sich mit ihnen auszutauschen. Politiker wollen einen Überblick über die Entwicklung der Startup-Szene gewinnen.

Unser Ziel ist es, den allen gemeinsamen Wunsch nach mehr Transparenz Rechnung zu tragen. Dazu stellen wir jedem Startup einige wichtige Fragen und stellen die Antworten gut aufbereitet in Startup-Profilen zur Verfügung. Als Besucher von StartupsRuhr.de kann man nach diesen Informationen suchen und entsprechende Filter setzen. So bekommt jeder Besucher genau den Überblick den er für sein Anliegen braucht. Wir sind davon überzeugt, dass so die notwendige Transparenz geschaffen wird.

Transparenz erhöhen

Neben den übersichtlichen Startup Profilen, präsentieren wir regelmäßig interessante Startups in Form von kurzen Interviews. Mit den Antworten auf unseren Fragen, können sich alle interessierten Besucher einen noch tieferen Einblick in das jeweilige Startup verschaffen.

Transparenz in Form einer zentralen Anlaufstelle mit allen Startups aus dem Ruhrgebiet ist das oberste Ziel. Jedes einzelne Startups hat die Möglichkeit sich umfangreich zu präsentieren. Die meisten der abgefragten Daten stellen wir vollkommen frei zugänglich da. Nur vereinzelte Daten zur Finanzierung und das Pitchdeck des jeweiligen Startups geben wir erst später und nur an registrierte User frei.

Transparenz schaffen wir aber nicht nur auf der Ebene der einzelnen Startups. Wir stellen in Zukunft außerdem Zahlen und Daten in übersichtlicher Form zur Verfügung. So kann sich in Zukunft jeder der sich dafür interessiert, alle Fragen nach der Startup Szene im Ruhrgebiet selber beantworten.

Warum eine Datenbank die regional eingeschränkt ist?

Wir sind Ruhrgebiets-Enthusiasten und selber in der Startup Szene des Ruhrgebiets tief verankert. Weil wir jeden Tag erleben, wie intensiv die Szene sich vernetzt und wie stark sie sich weiterentwickelt, glauben wir das ein hoher Grad an Vernetzung innerhalb der Szene eines der Erfolgskriterien für das funktionieren einer solchen Datenbank ist.

Wir haben uns beispielhaft viele andere Datenbanken angesehen und stellen immer wieder fest, dass sich dort eine große Zahl an “Karteileichen” findet. Das ist schade, weil so kein genaues Bild entsteht. Suchende finden oftmals Daten zu Startups die es nicht mehr gibt oder die vorhandenen Daten spiegeln nicht das tatsächliche Bild der angezeigten Startups wieder.

Wenn sich die Betreiber solcher Datenbanken intensiver mit den eingetragenen Startups befassen könnten, wäre die Zahl der Karteileichen sicherlich geringer. Denn dann würden viele Dinge direkt im Alltag auffallen und man könnte entsprechende Datenpflege betreiben.

Wir glauben, dass wir dies ein Stück weit leisten können, weil wir viel im Ruhrgebiet unterwegs sind und immer sehr schnell von Neuigkeiten erfahren. So können wir aktiv eingreifen wenn Daten nicht mehr aktuell sind und erreichen so eine bessere Datenqualität.

Ein weiterer Grund aus dem ein regionaler Ansatz für uns Sinn macht, ist die Tatsache das das Ruhrgebiet mit seinen vielen großen Städten immer vor der Herausforderung steht, keine einheitliche Herangehensweise an den Umgang mit Startups zu haben. Bei der Entwicklung einer entsprechenden gemeinsamen Strategie, kann ein Überblick über die gesamte Szene helfen. So sieht jeder der sich dafür engagiert den wirtschaftlichen Erfolg des Ruhrgebiets durch die Ansiedlung innovativer Unternehmen zu fördern, wie der Stand der Dinge ist und wo besonders hohes Erfolgspotential besteht.

Startups besser vernetzen

Nicht zuletzt spricht auch die Vernetzung der Startups untereinander für einen regionalen Ansatz. Es ist leichter sich mit innovativen jungen Unternehmern auszutauschen wenn man weiß das diese “um die Ecke” sitzen. Ein solcher Austausch erleichtert die Gründung und die Entwicklung des eigenen Geschäfts. Vielleicht hat schon einmal ein anderer Unternehmer ähnliche Herausforderungen gehabt wie ich sie selber aktuell habe.
In Zukunft werden wir Funktionen implementieren die genau diesen Ansatz verfolgen. Startups können dann also andere Unternehmer finden die aktuell oder kürzlich vor ähnlichen Herausforderungen gestanden haben. Eine hervorragende Möglichkeit, Herausforderung zu lösen und schneller vorwärts zu kommen.

Startupsruhr.de als zentraler Informationspunkt

Neben den Einträgen in der Datenbank auf Startupsruhr.de und den Interviews mit den Gründern der eingetragenen Startups, dienen uns unsere Onlinemagazine Ruhrgründer.de und SteadyNews.de als Stimme für die Startup Szene des Ruhrgebiets und die Digitalisierung des Mittelstands.

Ergänzend zu diesen interessanten Angeboten, starten wir in den nächsten Wochen einen Startupsruhr.de Podcast. Dieser richtet sich an alle Gründer und Unternehmer im Ruhrgebiet. Wir werden Startups ausführlich vorstellen, interessante Persönlichkeiten aus der Startup-Szene und erfolgreiche Unternehmer nach ihren Geheimnissen und Erfahrungen befragen, Experten für die Digitalisierung ausquetschen und Mittelständler nach ihren Rezepten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Startups fragen.

So entsteht im Zusammenspiel der beiden Onlinemagazine und der Startup Datenbank Startupsruhr.de ein zentraler Informationspunkt für alle Dinge die im Ruhrgebiet in Sachen Digitalisierung und Startup-Entwicklung passieren.

 

Wir sind gestartet: Work Digital Accelerator in Dortmund

Es ist geschafft! 🙂 Am 29.06. haben wir mit unserer Kick-Off-Veranstaltung den Startschuss zum Work Digital Accelerator in Dortmund gegeben. Unsere Gäste, Teilnehmer und die Speaker sind zufrieden. Nun beginnt die gemeinsame sehr intensive Zeit der “Season One” unseres Accelerators.

Kick-Off am 29.06.

Unsere Kick-Off Veranstaltung war ganz bewusst als lockeres Zusammentreffen von Startups und etablierten Unternehmen im Coworking Space Work Inn am Campus in Dortmund geplant. Ziel ist es gewesen, die endgültig teilnehmenden Startups zu finden und potentielle Unterstützer im Kreis der etablierten Unternehmen zu begeistern.
Zu beiden Vorhaben können wir positive Dinge vermelden. Dazu aber später mehr.

Wir haben den Abend – entgegen unserer geplanten Agenda – mit Pizza und Bier begonnen. So konnten sich die Gäste bereits in lockerer Atmosphäre austauschen. Im Anschluss konnten Dörte Schabsky vom Work Inn und ich (Dennis Arntjen) kurz unser Vorhaben vorstellen.

Work Digital Accelerator

Wir möchten mit unserem Accelerator “Work Digital” B2B-Startups die Möglichkeit bieten, sich in Vertrieb und Marketing innerhalb von drei Monaten deutlich weiter zu entwickeln. Unseren Unterstützern aus dem Kreis etablierter Unternehmen bieten wir einen geschützten Raum zum ausprobieren und für den Kontakt zu B2B-Startups von denen Unternehmen die schon lange am Markt sind eine ganze Menge lernen können.

Uns ist es besonders wichtig, dass Startups und Unternehmen gegenseitig voneinander lernen. Deshalb fordern wir aktiv die Wissensvermittlung durch unsere Startups ein und streben Workshops von Startups und etablierten Unternehmen an.

Im Anschluss an unsere kurze Vorstellung des Accelerators in Dortmund konnten wir direkt mit einem sehr interessanten Vortrag über das Thema “Big Data” weitermachen. Tobias Brambach vom Startup Point8 aus Dortmund hat innerhalb von 25 Minuten verdeutlicht, warum Datenanalyse für Unternehmen wichtig ist. Seine Beispiele waren dabei sehr anschaulich und konnten den einen oder anderen Teilnehmer überzeugen.

Nachdem Tobias “Big Data”, Datenanlyse und Point8 vorgestellt hat, kamen wir direkt zu den ersten beiden Pitches

Erster Pitch: XignSys mit XignQR

Das großzügige Work Inn Campus im Technologiepark Dortmund ist der Standort für das Accelerator-Programm

Das Problem: Identitätsdiebstahl in großem Stil. 1,75 Milliarden € Schaden entstehen jedes Jahr alleine in Deutschland. In den letzten 5 Jahren wurden ca. 2,5 Milliarden IDs und Passwörter gestohlen.

XignSys aus Gelsenkirchen beschäftigt sich mit der Abschaffung des Passworts. Das Herzstück des Produkts XignQR ist eine App mit der die Benutzer alle Anmeldevorgänge für Einkäufe, Vertragsabschlüsse usw. vornehmen können.
Im Pitch verdeutlichte das Team welche Möglichkeiten sie durch dieses System schaffen und wie ihr Geschäftsmodell aussieht.

 

Zweiter Pitch: lupiter

lupiter entwickelt Logistik- und Supply Chain Software. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf Benutzerfreundlichkeit und der Abschaffung von Mängeln in der Transparenz. Die damit zusammenhängenden erhöhten Kosten durch hohe Lagerbestände, lange Lieferzeiten und verspätete Lieferungen gehören somit der Vergangenheit an.

In seinem Pitch konnte der Gründer Guiseppe Ruffo gut verdeutlichen wie er mit seiner Lösung die Probleme angeht und welche Herausforderungen er sieht.

lupiter wird im Rahmen des ersten Durchgangs des “Work Digital” Accelerators dabei sein. Gemeinsam arbeiten wir an vertrieblichen Herausforderungen arbeiten. Guiseppe steht dabei ebenfalls unseren Unterstützern zur Seite und wird sein umfangreiches Wissen zu Logistik und Digitalisierung teilen.

Im Anschluss an den zweiten Pitch haben uns Matteo Cagnazzo und Chris Wojzechowski die Blockchain in ihrem 25 Minuten dauernden Vortrag näher gebracht. Ich persönlich habe mich dabei ganz besonders darüber geärgert, dass ich noch immer nicht den Einstieg in digitale Währungen geschafft habe. 😉 Für unsere Gäste waren aber sicherlich die technischen Aspekte und Möglichkeiten der Blockchain wesentlich interessanter.

Nach diesem sehr informativen und (wie immer) kompetent gestalteten Vortrag haben wir direkt mit den drei noch fehlenden Pitches weiter gemacht.

Dritter Pitch: Point8

Point8 begleitet mittelständische Unternehmern bei der Datenanalyse und begeistert dabei immer wieder mit umfangreichen und überraschenden Erkenntnissen.

Welche Möglichkeiten das Team seinen Kunden bietet, konnte Florian Kruse im Pitch sehr gut verdeutlichen. Die Tatsache, dass das gesamte Gründerteam vor der Unternehmensgründung an verschiedenen Projekten am CERN in der Schweiz gearbeitet und geforscht hat, unterstreicht die besonderen Kompetenzen noch einmal.

Im Rahmen des Accelerators wird Point8 ebenfalls dabei sein. Wir unterstützen das Team dabei, vertriebliche Herausforderungen zu meistern und das Profil des Unternehmens weiter zu schärfen. Im Gegenzug wird Point8 unseren Unterstützern und den anderen Startups zur Seite stehen.

Vierter Pitch: CapX

CapX befindet sich noch in einer sehr frühen Phase. Das Unternehmen ist noch nicht gegründet. Allerdings hat Oliver Schubert viel Erfahrung in seinem Kompetenzbereich und konnte deshalb viele unserer Gäste überzeugen.

CapX ist ein Konzept, mit dem die Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr effizienter gestaltet werden soll. Gleichzeitig beseitigt Oliver durch seine Idee Probleme die durch die Energiewende entstehen.

CapX bietet dem öffentlichen Nahverkehr sehr schnelle Ladezeiten und Kosteneffizienz. Durch das neuartige Konzept des Capacity Exchange Stop werden AUfladezeiten für Busse extrem minimiert und die üblichen Probleme die zum Beispiel durch die Super Charger Technologie von Tesla entstehen beseitigt.

Im Rahmen des Accelerators werden wir CapX bei der Gestaltung des Geschäftsmodells und im Aufbau eines belastbaren Netzwerks unterstützen. CapX wird im Rahmen unseres Workshop-Angebots für unsere Unterstützer eine große Rolle spielen.

Fünfter Pitch: Wndl

Auch Wndl [ˈvandəl] beschäftigt sich mit Herauforderungen die durch erneuerbare Energien auf uns zukommen. Dabei konzentriert sich Wndl auf den Einsatz von Elektromobilität und Batteriespeicher für Häuser. Im Wesentlichen handelt es sich bei Wndl um ein Konzept, dass es jedem Marktteilnehmer ermöglicht sowohl (selbstfahrende) elektrische Fahrzeuge als auch Batteriespeicher für selbsterzeugten Strom aus erneuerbaren Energien für sich zu nutzen.

Nach den 5 Pitches hatten unsere Gäste die Möglichkeit den Startups viele Fragen zu stellen und ggf. schon das weitere gemeinsame Vorgehen zu planen.

Fazit

Wir sind mit dem Abend sehr zufrieden und freuen uns auf eine intensive Zeit mit den Startups und unseren Unterstützern. Das Feedback zum Abend, zu unserem Accelerator und zu den Pitches der Startups hilft uns und den Startups dabei, die Ideen weiter zu entwickeln und nun für drei Monate daran zu arbeiten, den jeweiligen Markteintritt zu festigen oder zu ermöglichen.

Als interessierte Mittelständler oder Mitarbeiter in einem etablierten Unternehmen, können Sie sich gerne auf unserer Webseite zum Work Digital Accelerator weiter informieren. Oder Sie nehmen alternativ direkt Kontakt mit uns auf um mehr über die Möglichkeiten der Mitwirkung zu erfahren. Dazu wählen Sie einfach meine (Dennis Arntjen) Nummer 0151/27536121 oder schreiben mir eine eMail an d.arntjen@kmu-digital.net.

Mittelstand trifft Startups. Teil 2

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich mich mit der generellen Herangehensweise und dem Nutzen von einer Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups beschäftigt. Außerdem habe ich drei Maßnahmen und deren Ziele konkret benannt. Heute wird es um drei weitere Maßnahmen gehen, mit denen Mittelständler auf Startups zugehen können.

Eine echte Partnerschaft

Ich schreibe das mit Absicht genau so. Denn viel zu oft erlebe ich, dass erste zaghafte Versuche, eine Partnerschaft zwischen Mittelstand und Startups scheitern, weil eine der beiden Parteien die andere nicht ausreichend ernst nimmt. Wertschätzung und eine klare Formulierung der gemeinsamen Ziele sind hier extrem wichtig.

Im Gegensatz zu einigen anderen Experten, sehe ich die Beauftragung eines Startups als Entwicklungpartner nicht als echte Partnerschaft an. In diesem Fall würde es sich um die Beauftragung eines Dienstleisters handeln. Ich verstehe unter einer Partnerschaft die Zusammenarbeit, mit der am Ende für beide Seiten wichtige Ziele erreicht werden. Wie die Partnerschaft “gewichtet” wird, welche Partei mehr Geld und welche mehr tatsächliche Arbeitszeit einfließen lässt, das ist zu klären. Wichtig ist aber, dass auf Augenhöhe agiert wird.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Durch den engen Kontakt zu jungen Unternehmern fördern Sie das unternehmerische Denken Ihrer Mitarbeiter. Nicht im selben Maß wie bei der Durchführung von Startup-Events oder der Durchführung eines Accelerator-Programms, aber immerhin. Wichtiger ist die Tatsache, dass Sie durch eine gut durchdachte und umgesetzte Partnerschaft konkrete Probleme bei der Produktentwicklung oder der Umorganisation Ihres Unternehmens lösen können.

Investitionen in Startups

Gleich vorweg: Diese Maßnahme macht nach meiner Meinung aus Sicht eines Mittelständlers wenig Sinn. Außer Sie sind richtig groß und können mit einer geschickten Investition Ihre Marktführerschaft ausbauen bzw. zum Marktführer werden. Denn auch wenn mit der Investition in ein innovatives Startup die Hoffnung verbunden ist, dadurch Zukunftsmärkte erschließen zu können, ist das Risiko nicht unerheblich und der notwendige Zeitaufwand immens.

Wenn Sie aber investieren, dann seien Sie sich bewusst, dass ein Startup anders arbeitet als Sie es gewohnt sind. Auch wenn Sie die Hoffnung haben, Ihre Investition durch starke Einflussnahme abzusichern, sollten Sie sich zurückhalten. Zur Startup-Kultur gehört es auch, Dinge auszuprobieren und ggf. zu scheitern. Nicht als gesamtes Startup, sondern in kleinen Schritten während der Entwicklung hin zur echten Marktreife.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie erschließen sich Zukunftsmärkte.

Übernahme von Startups

Ebenfalls ein heißes Eisen, dass ich nur denjenigen Mittelständlern empfehlen würde die viele finanzielle Ressourcen haben. Wenn Sie sich dazu entschließen eine Übernahme durchzuführen, dann stellen Sie sicher das sie das Startup in der Zukunft nicht ausbremsen und die Startup typische Arbeitsweise nicht behindern. Ansonsten laufen Sie Gefahr, viel Geld zu investieren und die gesteckten Ziele komplett zu verfehlen.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie lösen ggf. eigene Geschäftsprobleme, erschließen sich neue Technologien und komplettieren Ihre eigene Dienstleistungs- und Produktpalette.

Mein Appell an Startups und Mittelstand

Das waren sechs denkbare Maßnahmen, die wahrscheinlich oftmals nicht in Reinform gelebt werden. Es wird vielfach zu Vermischungen dieser Maßnahmen kommen. Das ist nicht weiter schlimm, so lange alle Beteiligten auf Augenhöhe agieren und sich gegenseitig wertschätzen.

Und das ist mein Appell: Es ist wichtig, die “Sprache” und die Motive  der jeweils anderen Seite zu verstehen. Oftmals handelt es sich um komplett unterschiedliche Denkweisen, die erst einmal auf eine Linie gebracht werden müssen. Das hilft dabei, die Zusammenarbeit zu einem Erfolg zu machen. Auf der Seite der Startups beobachte ich im Ruhrgebiet eine große Bereitschaft diesen Schritt zu gehen und zu lernen. Oftmals wird diese Bereitschaft leider nur von den Konzernen und ganz großen Mittelständlern wahrgenommen und honoriert.

Mittelständler die eher ein paar Hundert als Tausende Mitarbeiter haben, tun sich aktuell noch schwer. Das mag damit zusammen hängen, dass auch das Thema Digitalisierung noch nicht richtig an Fahrt aufgenommen hat. Ich bin aber Zuversichtlich, dass sich dies sehr bald ändern wird.

Wir versuchen mit KMU Digital einen Beitrag zu leisten, der allen Beteiligten hilft und die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups als einen wichtigen Baustein zum gelingen von Digitalisierung ermöglicht.

Ein interessantes Video zu diesem Thema habe ich auch noch gefunden:

Mittelstand trifft Startups

Konzerne machen es schon lange. Sie suchen gezielt nach Startups von denen sie lernen können, deren Produkte interessant sind oder die als potentielle Ziele für Investments in Frage kommen. Im Mittelstand ist der Kontakt zu Startups noch lange nicht die Regel. Das ist aber auch kein Wunder. Denn der Aufwand den Konzerne treiben, ist für viele Mittelständler einfach nicht leistbar. Weder finanziell noch zeitlich.

Leider führen viele Vorurteile, der Faktor Zeit und das Unwissen darüber wie man als Mittelständler den Kontakt zu Startups am besten sucht dazu, dass gar nichts passiert. Dabei ist es gar nicht so schwer die ersten Schritte zu gehen und Beispielsweise mal die eine oder andere Messe bzw. Startup-Veranstaltung zu besuchen.

Wichtig ist im Grunde genommen nur eins:

Klare Ziele setzen

Das war es schon! 😉

Welche Ziele können das beispielsweise sein? Na ja. Das wissen Sie als mittelständischer Unternehmer oder Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens wesentlich besser als ich. Aber einige Beispiele kann ich Ihnen schon liefern:

  • Sie möchten vielleicht Unternehmerisches Denken fördern
  • Innovation ins Unternehmen tragen
  • Konkrete Probleme lösen
  • Neue Technologien erschließen
  • Lernen wie digitale Geschäftsmodelle funktionieren

Diese und noch viele andere Ziele könnten auf Ihrer Agenda stehen. Aktuell versuchen Sie noch, die vielen Herausforderungen durch Innovation im eigenen Haus zu lösen. Sie gucken sich ggf. bei Lieferanten um und analysieren den Markt. Innovation geschieht aber eher auf evolutionäre Art und Weise. Also langsam und gesittet. Das scheinbare Chaos der Startup-Welt, in der augenscheinlich jeden Tag eine neue Kuh durchs Dorf getrieben wird, liegt ihnen nicht. Revolution? Das erscheint gefährlich.

Dabei mögen wir Unternehmer Dynamik doch eigentlich ganze gerne. Verspricht sie doch viel Abwechslung und immer neue Herausforderungen. Wären da nicht das Tagesgeschäft und die Verantwortung für unsere Mitarbeiter.

Aber was, wenn ich sage: “Alles Ausreden!”? Dann machen wir einfach mal weiter, oder?

Mit den gesetzten Zielen ist es aber natürlich noch nicht getan. Wenn Sie Ihre Ziele kennen und vielleicht wirklich bereit sind, neue Wege zu gehen und den Kontakt zu Startups zu suchen, müssen Sie sich überlegen wie Sie Ihre individuellen Ziele am besten erreichen. Anfänglich wird Ihnen das nicht leicht fallen. Sie kennen die verschiedenen Möglichkeiten wahrscheinlich gar nicht und fragen sich, wo Sie anfangen sollen. Holen Sie sich trotzdem nicht sofort Hilfe von Außen. Gucken Sie einfach wie Sie erste Kontakte zu den Startups in Ihrer Region knüpfen können. Und lesen Sie Artikel wie diesen hier um Tipps zu erhalten. Ach ja. Und die Aktivitäten größerer Konzerne dürfen Sie auch analysieren. Denn auch wenn das vielleicht alles eine bis fünf Nummern zu groß für Ihr Unternehmen ist, können Sie anhand dieser Aktivitäten klare Strategien erkennen und Handlungsweisen ableiten.

Mögliche Maßnahmen

Teilnahme an Startup-Events

Als erster Schritt sicherlich gut. Der Kontakt zu Startups fördert das unternehmerische Denken und hilft dabei, erste Kontakte zu knüpfen.

Anfänglich können Sie diese Aktivität recht ungerichtet betreiben. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, diese Events zu besuchen und sich dort aktiv zu beteiligen. Weisen Sie ruhig auf verschiedene Möglichkeiten hin. Greifen Sie aber nicht lenkend ein.

Später können Sie dann das Feedback Ihrer Mitarbeiter einbeziehen und gucken ob es Sinn macht, die Besuche besser zu koordinieren. Ich glaube aber, dass es sich lohnt jedem Ihrer Mitarbeiter jeden Besuch einer Startup-Veranstaltung zu ermöglichen. Sollten Sie Sorgen wegen des Budgets haben, dann legen Sie ein maximales Budget fest das jeder Mitarbeiter individuell innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgeben darf. Nur schränken Sie niemanden durch irgendwelches Hierarchiegehabe ein! Jeder sollte sicher frei entscheiden können, welche Veranstaltungen für ihn und seine Arbeit wertvoll sind.

Welches Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie lassen Kontakt zu innovativen Unternehmen zu und fördern somit die Kreativität Ihrer Mitarbeiter, neue Lösungsansätze zu finden. Außerdem können Sie sich von der Nähe zu jungen Unternehmern die Förderung des Unternehmerischen Denkens in Ihrem Haus versprechen.

Durchführen von Startup-Events

Sie und Ihre Mitarbeiter haben die ersten Veranstaltungen kennen gelernt und wissen welche Formate es so gibt. Dann können Sie beurteilen ob Ihnen eines dieser Formate zusagt und hilft.

Machen Sie sich Gedanken ob Sie eine Event-Serie organisieren möchten oder lieber nur ein einzelnes Event. Geht es Ihnen um den Kontakt zu Startups oder wollen Sie andere Ziele erreichen? Sie könnten zum Beispiel einen Hackathon veranstalten bei dem Startups gemeinsam mit Ihnen Lösungsansätze für Herausforderungen finden, die Sie bisher nicht gelöst haben. Besonders aus produzierenden Unternehmen höre ich oft, dass solche Formate sehr zielführend und für alle Beteiligten nutzbringend sind.

Andere Formate könnten beispielsweise in Anlehnung an das von der Gelsenwasser AG entwickelte Format “Perfect Match” stattfinden. Dazu ist zwar einiges an Vorbereitung notwendig. Dass sich dieser Aufwand lohnt, bestätigt der Vorstandsvorsitzende der Gelsenwasser AG Henning Deters.

„Das Wichtigste: Wir als Team nehmen viele Anregungen und hoffentlich auch den Enthusiasmus unserer Gäste ein Stück weit mit in den Unternehmens-Alltag. Die Vorstellungen der jungen Unternehmer waren so vielfältig und überzeugend, dass uns die Entscheidung für einen Sieger schwer fiel“

Gelsenwasser hat in Vorbereitung auf einen kompletten Tag mit Pitches und intensivem Austausch eine Menge Vorarbeit geleistet. So wurden Videos gedreht, Interviews gegeben, passende Startups aufgerufen sich zu bewerben und vorab 16 Teams ausgewählt. Sicherlich ein großer Aufwand, der sich aber für alle Beteiligten gelohnt hat.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass sich aus etlichen Ideen gemeinsam gute Geschäftsmöglichkeiten entwickeln lassen.“

bestätigt Henning Deters.

Hier sehen Sie einige Eindrücke im Video von Gelsenwasser:

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? In erster Linie wieder das unternehmerische Denke in Ihrem Unternehmen. Aber Sie werden auch zusätzliche Impulse für Innovation erhalten. Durch die relativ aufwendige Vorbereitung und den dadurch engeren Kontakt zu Startups sind die Effekte größer als bei einer einfachen Teilnahme an Veranstaltungen anderer.

Bereitstellung von Arbeitsorten und Produktionsflächen

dyna48qqnd0-maros-fecikEbenfalls gut durchdenken muss man diese Möglichkeit der Zusammenarbeit. Der Gewinn für die Kultur des eigenen Unternehmens und der Gewinn zusätzlicher Innovationsimpulse machen diese Maßnahme aber zu einer durchaus lohnenden.

Als mittelständisches Unternehmen stellen Sie Teile Ihrer Räumlichkeiten als Co-Working-Space zur Verfügung in dem interne Mitarbeiter und unterschiedliche Startup-Teams parallel zueinander arbeiten. So lernen sich die Menschen untereinander kennen und können sehr leicht Einblick in die jeweilige Arbeitsweise und -kultur nehmen.

Etwas komplizierter wird es sogar, wenn Sie Produktionsflächen und -anlagen zur Verfügung stellen möchten. Wenn Sie über solche Formen der Kooperation nachdenken, sollten Sie vorab (beispielsweise über ein Format wie den Perfect Match) ein Auswahlverfahren stattfinden lassen in dem Sie herausbekommen, welches Startup ganz genau zu Ihnen passt.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie bekommen wichtige Innovationsimpulse. Nicht nur für Ihr Kerngeschäft, sondern für die gesamte Arbeitsweise in Ihrem Unternehmen. Für den Fall, dass Sie auch Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen, werden diese Impulse sehr groß sein.

Legen Sie einen Accelerator auf

Acceleratoren sind Programme in denen Startups meistens nur wenige Monate gefördert werden. Ihnen werden oftmals Arbeitsplätze in Form von CoWorking-Spaces, Workshops, Coachings, Mentoring und der Austausch mit erfahrenen Mitarbeitern großer Unternehmen zur Verfügung gestellt. Konzerne verbinden diese Programme oftmals mit Investitionen in die beteiligten Startups und gelangen so an Geschäftsanteile vielversprechender Unternehmen.

Für Sie als Mittelständler empfehle ich einen etwas andere Herangehensweise. Zum einen weil Sie wahrscheinlich nicht bereit sind, die notwendigen finanziellen Mittel in voller Höhe aufzubringen und zum anderen weil Sie sicherlich keinen Mitarbeiterstab extra mit der Betreuung eines solchen Programms beauftragen möchten. Auch die Investition in Ideen die mehr oder weniger gut mit Ihrem Kerngeschäft zusammenpassen ist für den Anfang keine Option, die ich für besonders erstrebenswert halte.

Wenn Sie einen Accelerator starten möchten, sollten Sie sich dazu einen geeigneten Dienstleister suchen. Diese gibt es noch nicht wie Sand am Meer, aber sicherlich lassen sich mit ein wenig Recherche die richtigen Partner finden. Sie sollten darauf achten, dass Sie einen Accelerator nicht alleine starten. Für mittelständische Unternehmen ist es wohl am besten, wenn diese mit anderen Unternehmern, Banken und Business Angels kooperieren um einen gemeinsamen Accelerator aufzulegen.

5ntkpxqt54y-sai-kiran-anaganiSie sollten auch darauf achten, einen möglichst günstigen (nicht im finanziellen Sinne) Standort zu finden. Das ist nicht unbedingt ihr eigener  oder der Standort eines befreundeten Unternehmens. Suchen Sie auch nach vorhandenen CoWorking-Spaces. Achten Sie außerdem darauf, dass sowohl Sie und Ihre Mitarbeiter als auch die beteiligten Startups den Standort gut erreichen können. Für Sie bedeutet diese Form der Zusammenarbeit mit Startups nämlich, dass Sie in Person aber auch einige Ihrer Mitarbeiter regelmäßig am Standort des Accelerators präsent sein sollten.

Diese Präsenz ist zum einen notwendig, damit Sie alle beteiligten Startups und die dahinter stehenden Personen gut kennen lernen. Aber auch, weil Ihre und die Expertise Ihrer Mitarbeiter gefragt sein wird. Immerhin bringen Sie Erfahrung mit, die viele Startups in ihrem Team nicht vorweisen können. Das ist für die beteiligten Startups oft der hauptsächliche Grund aus dem diese an solchen Programmen teilnehmen.

Das Thema Investition in eines oder mehrere Startups sollten Sie als Mittelständler ans Ende eines Accelerators stellen und aus Ihrer Sicht auf keinen Fall zu einer Verpflichtung machen! Erst nach einer gewissen Zeit können Sie beurteilen ob sich eine Investition lohnt und ob Sie mit den in Frage kommenden Teams harmonieren. Dieser Punkt ist besonders wichtig, da Sie – im Gegensatz zu Investitionen von Konzernen – mit “Ihrem” Startup in Zukunft im besten Fall sehr eng zusammen arbeiten.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie werden erleben, dass Startups auf völlig andere Art und Weise an die Lösung von Herausforderungen herangehen. Dadurch und durch den engen Kontakt werden sich Ihnen Zugänge zu neuen Märkten und Technologien erschließen, die sie auf anderem Wege nur durch Zufall oder in Verbindung mit sehr hohen Investitionen mit ungewissem Ausgang erhalten. Natürlich fördert der Kontakt zwischen Ihren Mitarbeitern und den beteiligten Startups auch das unternehmerische Denken sowie die Innovationskraft Ihres Unternehmens.

In der Fortsetzung geht es um drei weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

 

Rückblick auf die Gründermesse DIE INITIALE

Am 20. und 21.11. waren wir von den SteadyNews und KMU Digital auf der DIE INITIALE in den Dortmunder Westfalenhallen. Bei der DIE INITIALE handelt es sich um eine Messe die sich an Gründer und StartUps richtet. Im letzten Jahr bin ich dort noch als Besucher gewesen, dieses Jahr durfte ich als Gast auf dem Stand des WorkInn verweilen und mit vielen Gründern und Dienstleistern interessante Gespräche führen.

Was haben wir von den SteadyNews auf einer Messe für Gründer zu suchen? Na ja. Eva Ihnenfeldt und ich haben ja (wie mittlerweile bereits sehr viele unserer Leser mitbekommen haben werden) KMU Digital gegründet. In erster Linie handelt es sich dabei um ein Unternehmensnetzwerk mit dem wir den digitalen Wandel in kleinen und mittelständischen Unternehmen begleiten und erfolgreich mitgestalten möchten. Ein Schlüssel zum Erfolg ist aus unserer Sicht, die sinnvolle Vernetzung und Zusammenarbeit von StartUps und etablierten Unternehmen des deutschen Mittelstandes.

Warum das so ist? Aus meiner ganz persönlichen Sicht, können mittelständische Unternehmen in vielen Bereichen eine Menge von StartUps lernen. Moderne Vertriebsformen, Produktentwicklung und Vernetztes Arbeiten sind da nur drei von unendlich vielen Punkten. Aber auch StartUps profitieren direkt von Anfang an von guten Kontakten zu mittelständischen Unternehmen. Besonders die StartUps die sich mit ihren Produkten an Business Kunden wenden. Von denen haben wir im Ruhrgebiet übrigens überdurchschnittlich viele. In einer späteren Phase können sich dann die jungen Unternehmer in StartUps einiges von den mittelständischen Betrieben abschauen. Dazu gehören ganz besonders Prozesse und Strukturen, aber auch eine ganze Menge anderer Dinge.

Und genau aus diesem Grund – dem Ziel der Vernetzung von etabliertem Mittelstand und dem Mittelstand der Zukunft – haben wir uns dazu entschlossen das nächste Kickerturnier nicht mehr als reine StartUp Veranstaltung zu konzipieren. Wir möchten mit diesem Turnier einen Rahmen schaffen, der im besten Fall zu einer Vernetzung über den Veranstaltungstag hinaus führt. Und genau deshalb haben wir einen Kickertisch auf den Messestand des WorkInn gestellt und gefühlt mit jedem Besucher der Messe eine kleine Runde gekickert.

Dabei gab es viele richtig coole Preise zu gewinnen. Unter anderem die Erstellung eines Logos, einen Monat kostenfreie Nutzung des Coworking Spaces oder die Überarbeitung einiger Texte. Wer gewonnen hat, das wissen wir auch schon. Da aber noch nicht alle Sieger informiert sind, kann ich an dieser Stelle nichts dazu schreiben. Diese Neuigkeit verbreiten wir in den kommenden Tagen, unter anderem in unserem Newsletter (Klicken, registrieren und alle Neuigkeiten immer Dienstags um 09.00 Uhr erfahren).

Und was war jetzt los auf der DIE INITIALE? Ich habe es schon geschrieben: Wir haben jede Menge richtig guter Gespräche geführt, neue Produktideen kennen gelernt, super interessante Vorträge gehört und

Kickeraction

Kickeraction

genetzwerkt wie die Weltmeister. Das alles war unter anderem nur deshalb möglich, weil das gesamte Team des WorkInn einen super Job gemacht hat. Der Messestand war der Hammer! Hut ab für dieses Konzept, die Kreativität und den Einsatz.

Unter anderem haben wir mit einigen Gesprächspartnern getestet, wie gut diese für den digitalen Wandel gewappnet sind. Dazu hatte ich einen kleinen Test vorbereitet, den wir am 26.11. auch noch einmal in Kamen auf der Veranstaltung Network Now einsetzen werden. (kostenfreie Tickets nach dem Klick!) Deshalb verraten wir an dieser Stelle noch nicht die Lösungen, wer sich aber in den Kommentaren zu diesem Beitrag meldet, erhält die Fragen per eMail und kann sich schon einmal selber testen und so vielleicht gut vorbereitet in Kamen am Quiz teilnehmen. Zu gewinnen gibt es übrigens ein Interview hier in den SteadyNews inkl. Verbreitung über unseren Newsletter und unsere Social Media Kanäle. Das lohnt sich!

Mir bleibt nur noch ein dickes “DANKE!” an alle Organisatoren der Messe Westfalenhallen, an alle Mitorganisatoren des WorkInn Standes, an Jens Uhlemann der zwei Tage lang am Kickertisch gestanden und wie wild gekickert hat (macht er aber gerne ;-)), an alle unsere Gesprächspartner und an alle Besucher der DIE INITIALE auszusprechen. Wir sehen uns dann nächsten Jahr. Mal gucken was wir uns dann zu erzählen haben 😉 …

Alles vorbei. Der Abbau...

Alles vorbei. Der Abbau…

Kopieren erlaubt. Lokale Einzelhändler und Möglichkeiten von digitalen Geschäftsmodellen zu lernen.

copyright-98570_1280-300x300In der t3n erschien vor einiger Zeit ein Artikel mit dem Titel “Abgucken erwünscht: 9 Ideen, die analoge von digitalen Unternehmen übernehmen sollten“. Dieser hat mich zu dem nun folgenden Beitrag animiert. Ich mache mir zu genau diesem Punkt schon recht lange Gedanken. Konkrete Möglichkeiten “Kopien” anzulegen habe ich zwar noch nicht niedergeschrieben. Aber meine grundsätzliche Sicht ist den regelmäßigen Lesern dieses Blogs sicherlich bekannt. Der lokale Einzelhandel kann viel lernen vom digitalen. Für mich geht es dabei nicht so sehr um die Erweiterung von Absatzkanälen sondern darum, die Kundenbindung und -pflege mit Hilfe guter Ideen (in Anlehnung an digitale Geschäftsmodelle) deutlich zu verbessern.

Inhalt

  1. Wie erkenne ich eine “digitale Idee” die sich zum Kopieren eignet?
  2. Einige Ansätze für richtig gute Möglichkeiten zu Kopieren!
  3. Auch Kopien müssen weiter entwickelt werden.
  4. So einfach? Oder sind das alles Hirngespinste?

Wie erkenne ich eine “digitale Idee” die sich zum Kopieren eignet?

Dazu sollte ein Einzelhändler seine Identität kennen. Was ist ihm wichtig? Wie möchte er seinen Kunden begegnen? Was sollen seine Kunden (neben den im Laden angebotenen Produkten) mit nach Hause nehmen? Derjenige dem die Identität seines Einzelhandelsgeschäfts klar und deutlich vor Augen steht, ist auch in der Lage die Möglichkeiten zu erkennen!

ipad-606766_1280-300x199-300x199Möglichkeiten, Nachahmungen oder Kopien digitaler Geschäftsmodelle für das eigene Einzelhandelsgeschäft anzufertigen.

Grundsätzlich – das ist meine feste Meinung – geht es nicht darum die eigenen Absatzmärkte zu erweitern. Das Geschäft lokaler Einzelhändler funktioniert nur dann richtig gut, wenn sich der jeweilige Händler auf das lokale konzentriert. Es bringt also nichts einen überregionalen Onlineshop einzurichten, in der Hoffnung das eigene Einzelhandelsgeschäft so profitabler zu machen. Auch wenn das sehr verlockend erscheint.

Wie schon beschrieben, geht es meiner Meinung nach darum, die Identität des jeweiligen Einzelhandelsgeschäfts mit Hilfe digitaler Ergänzungen zu stärken. Im t3n Artikel hat der Autor Bastian Wilkat 9 Ideen vorgestellt, die lokal tätige Unternehmen Kopieren könnten. Anhand dieser Beispiele, lässt sich ebenfalls sehr gut erkenne um was es geht: Den Service auf lokaler Ebene verbessern und erweitern. Nicht den Absatzkanal verändern.

Der Blick lokaler Einzelhändler sollte sich also nicht so sehr darauf richten, was die großen Onlineshops tun sondern eher in Richtung digitaler Serviceanbieter gerichtet werden. Wer so vorgeht, findet viele interessante Ansatzpunkte.

Einige Ansätze für richtig gute Möglichkeiten zu Kopieren!

Jetzt geht es zur Sache. Ich habe mich, in Ergänzung zu den 9 Ideen aus dem t3n Artikel, hingesetzt und einige Möglichkeiten gefunden, Kopien anzufertigen.

boots-690502_1280-300x200Der persönliche Shoppingberater

Outfittery und andere bieten diese Dienstleistung im digitalen an. Dort gibt der Kunde seine Vorlieben, Kleidergrößen, etc. an und erhält ein Paket mit potentiell dazu passender Mode. Das Versprechen: Unkompliziert modische Kleidung shoppen!

Für den Mode Einzelhandel lässt sich dieses Prinzip sehr gut übertragen. Im Grunde genommen tun gute Boutiquen und Mode Einzelhändler ja schon heute nichts anderes. Kunden die in den Laden kommen, werden individuell beraten. Was fehlt? Die Einbindung digitaler Hilfsmittel.

Stellen Sie sich einmal folgendes vor: Ein lokaler Einzelhändler für Herrenmode bietet die Möglichkeit im Laden an einem Tablett oder PC die eigenen Vorlieben digital zu erfassen. Die Daten werden gespeichert und immer wenn der Kunde in den Laden kommt, für Beratungszwecke abgerufen.
Aber nicht nur bei der Beratung im Laden helfen diese Daten. Der Kunde kann zum Beispiel vor seinem Besuch bei dem jeweiligen Einzelhändler einen Termin mit einem Modeberater/Verkäufer vereinbaren. Potentiell zu seinen Vorlieben passende Kleidung wird schon einmal für ihn bereitgelegt und er kann diese direkt anprobieren und ggf. mitnehmen.

Wenn es nicht gleich eine eigene App oder Webapplikation für dieses Thema sein soll, dann ist ein erster guter Schritt, seine Kunden “analog” mit Hilfe eines Fragebogens nach den Vorlieben zu befragen und die Möglichkeit einer telefonischen Terminvereinbarung anzubieten. Nach Vereinbarung des Termins schaut sich der jeweilige Verkäufer die Angaben des Kunden an und legt die entsprechende Ware zum Termin bereit.

Digitale Abomodelle für den lokalen Einzelhandel

Abonnements sind digitale und auch analog keine ganz neue Idee. Was aber im digitalen einmal neu gewesen ist, war die Übertragung von Abo-Modellen auf alle möglichen Dinge. Analoge Abos bezogen sich oft auf Zeitschriften. Digital kann man auch Socken, Blumen und allerlei andere lustige Dinge per Abo regelmäßig beziehen.

Wie soll sich das auf den lokalen Einzelhandel übertragen lassen? Drei Beispiele:

  1. Kleidung im Abo
    Lokale Mode Einzelhändler bieten Ihren Kunden Ergänzungsprodukte, wie zum Beispiel Socken oder Accessoires im regelmäßigen Abo an. Kunden holen die Ware entweder selbst regelmäßig im Laden ab oder bekommen diese – zusammen mit Beschreibungen neuer Produkte – nach Hause geliefert.
  2. Lebensmittel im Abo
    Ebenfalls ein Modell, dass Online versucht wird. Da der Lebensmittelhandel im Internet (zumindest in Deutschland) aktuell noch sehr in den Kinderschuhen steckt, macht es gerade für lokale Einzelhändler aus diesem Bereich absolut Sinn, digitale Instrumente zu Kopieren.
    Wie kann das konkret aussehen? Wir alle brauchen bestimmte Lebensmittel mehr oder weniger regelmäßig. Butter, Milch, Aufschnitt und einiges mehr sind Dinge die wir in kurzen Zyklen einkaufen und von denen wir eigentlich auch immer dasselbe Produkt nehmen. Einzelhändler könnten Ihren Kunden nun anbieten, diese Produkte gesammelt regelmäßig (in einem frei wählbaren Rhythmus) zusammen zu stellen und zur Abholung bereit zu legen. Der Kunde müsste nur noch den fertig gepackten Warenkorb einsammeln und bezahlen!
    Technisch lässt sich auch diese Maßnahme auf verschiedene Arten lösen. Entweder mit eigener App bzw. Webapplikation oder aber ganz einfach analog.
    Für den Einzelhändler hat dieses Abomodell den Vorteil, dass seine Kunden sehr regelmäßig zu ihm kommen und dann wahrscheinlich auch weitere Produkte kaufen. Kunden sparen sich Zeit, die sie ansonsten in das Zusammenstellen eines immer sehr ähnlichen Warenkorbs investieren müssten.
  3. Bücher im Abo
    Das ist wahrscheinlich ein recht gewagtes Beispiel. Grenzt sich doch der lokale Buchhandel sehr deutlich von jedweder Nähe zum Onlinehandel ab. Die Kopie eines digitalen Geschäftsmodells ist da eventuell nichts, was Buchhändler anstreben. Und Trotzdem…
    Ich persönlich bin extrem Buchleser. Ein Abo würde mir unter zwei Gesichtspunkten helfen: a) Durch ein Abo würde ich regelmäßig mit neuem Lesestoff versorgt. Ich wäre auch “gezwungen” in regelmäßigen Abständen im Buchladen meines Vertrauens vorbei zu schauen und könnte dort zusätzlich etwas rumstöbern. Ein großes Vergnügen für mich. Und Chance auf zusätzlichen Umsatz für den Buchhändler. b) Wenn es richtig gemacht ist, bietet mir ein Buch Abo die Möglichkeit, entweder selbst ausgewählte Titel zu beziehen oder nur festzulegen in welche Richtung die jeweilige Buchauswahl gehen soll. Ich lerne also ggf. Bücher kennen, die ich sonst nie gelesen hätte. Schon heute mache ich die Erfahrung, dass Bücher die ich mir selbst nicht ausgesucht hätte oft sehr bereichernd sind.

spider-182242_1280-300x200-300x200Vernetzung des lokalen Handels

Wir kennen es alle: Amazon und diverse andere Onlinehändler nehmen eine Pseudo-Beratung beim Onlineshoppen vor, in dem uns Produkte präsentiert werden, die andere Kunden angeblich oder tatsächlich zusammen mit einem Produkt aus unserem aktuellen Einkaufswagen eingekauft haben.

Dieses Prinzip lässt sich sehr gut auch Offline implementieren. Anders als Bastian Wilkat im Artikel in der t3n würde ich aber sogar noch ein Stück weiter gehen. Warum soll man Empfehlungen nur für Produkte aus dem eigenen Portfolio geben? Wie wäre es denn mit einem vernetzten Empfehlungssystem zwischen verschiedenen lokalen Händlern.
Ein paar Beispiele gefällig?

  1. Ganz klassisch: Die Weinempfehlung zum gekauften Fleisch. Wer beim Fleischer zum Beispiel Kalbfleisch kauft, interessiert sich vielleicht für die passende Weinauswahl. Eine Kooperation mit dem benachbarten Weinhändler macht hier Sinn. Dieser könnte im Fleischerei Fachgeschäft Weinempfehlungen auslegen oder sogar das Personal diesbezüglich schulen.
  2. Sie kaufen Orangen beim Obst- und Gemüsehändler. Wahrscheinlich haben Sie ganz konkret etwas mit diesen Orangen vor. Trotzdem kann es ja nicht schaden, Hinweise auf mögliche Zubereitungs- und Verwertungsarten zu bekommen. Natürlich inklusive einer Empfehlung wo eventuell benötigte Werkzeuge (Orangenpresse, Eismaschine, etc.) eingekauft werden könnten.
  3. Sie kaufen ein Geschenk für Ihr Patenkind im Spielzeugladen ein. Dort gibt man Ihnen zusätzlich eine Empfehlung, welcher Fachhändler in der Nähe passendes Geschenkpapier anbietet. Meine Frau wäre jedenfalls dankbar, da sie bei jedem Geschenkkauf bemängelt, mal wieder kein “passendes” Geschenkpapier zu haben 😉 …

Sie sehen. Man muss nicht immer gleich selber einen Onlineshop betreiben um digitale Geschäftsmodelle sinnvoll zu Kopieren. Es geht eher darum, die Dinge die digitale Geschäftsmodelle ausmachen auf den lokalen Handel zu übertragen. Im ersten Schritt ist dazu nur die eigene Kreativität gefragt. Die weiteren Schritte schließen dann auch Dienstleister mit ein, die Ihnen dabei helfen die technische Umsetzung vorzunehmen oder gleich alle Arbeiten bzgl. Ihres neue digital erweiterten Geschäftsmodells zu koordinieren.

Auch Kopien müssen weiter entwickelt werden

Bleiben Sie nicht stehen! Wenn Sie einmal den Schritt in Richtung Digitalisierung gegangen sind, dann sollten Sie Ihre Ideen immer weiter entwickeln. Es nutzt nichts, bloße Kopien zu erstellen und dann zu hoffen, dass alles besser wird! Sie haben als lokaler Einzelhändler erhebliche Vorteile gegenüber den Mitbewerbern aus dem Internet. Wenn Sie erfolgreich digitale Geschäftsmodelle Kopieren und weiter entwickeln!

So einfach? Oder sind das alles Hirngespinste?

Was soll ich als Autor dieses Artikels auf diese Frage antworten? 😉

Mal ganz ehrlich: Vieles von dem was wir digitale Geschäftsmodelle nennen, sind eigentlich Kopien aus dem Offline Bereich. Vielleicht keine Ideen, die heute noch gelebt werden. Aber im Grunde genommen bringt Sie die Kopie dieser Ideen wieder näher an den guten alten Tante Emma Laden. Und von dieser Idee und dem Wunsch der Kunden nach Service in dieser Qualität bin ich absolut überzeugt!

Viele kleine Punkte die mir täglich begegnen zeigen mir, dass der Trend schon längst wirklich im Gang ist. Rezepte die mir helfen sollen, Ideen für meinen Fischeinkauf zu erhalten oder Empfehlungen von Buchverkäufern am Bücherregal im Handel sind hier nur zwei Beispiele, die sich sicherlich weiter perfektionieren lassen.

Alles in allem, bleibt vielen lokalen Einzelhändlern gar nichts anderes übrig als digitale Ideen auch lokal auszuprobieren. Das die angestammten Geschäftsmodelle oft nicht mehr funktionieren, zeigen und die vielen Leerstände in Innenstädten und das allgemeine Klagen der Branche!

 

Wochenrückblick: Der digitale Wandel in der Kalenderwoche 41

owl-50267_1280Der digitale Wandel ist ein Thema, dass (zum Glück) immer mehr an Bedeutung zunimmt. Immerhin betrifft dieser Wandel uns alle in fast allen Lebensbereichen. Aus diesem Grund möchten wir jede Woche einen aktuellen Blick auf die zurückliegende Woche werfen und zusammen fassen, welche Beiträge, Videos, Artikel und Meinungen zu diesem wichtigen Thema veröffentlicht wurden.

Dieser Wochenrückblick erscheint mit ein paar Tagen Verspätung. Technische Probleme führten zu dieser Verzögerung.

Handelsblatt – Google beteiligt sich an deutschem Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Als ich diesen Artikel las, habe ich mich gefragt ob das wirklich wichtig ist und was Google mit diesem Investment für Ziele verfolgt. Wichtig ist es. Und zu den Zielen muss man wahrscheinlich nicht viel sagen. Einfach lesen.

Digitaler Wandel wird zum größten Unternehmensrisiko. 21% der im Rahmen einer Studie befragten Unternehmen durchliefen in den letzten Jahren eine Unternehmenskrise die durch den Wandel des Geschäftsmodells verursacht wurde. Das sagt schon alles! Na ja, den Rest sagt der verlinkte Artikel.

Auch Logistiker sind betroffen: Der digitale Wandel trifft Logistiker mit voller Wucht.

Der lange Marsch der Versicherer in die digitale Transformation. Meiner Meinung nach sagt vieles in dem Beitrag nicht unbedingt gutes über den aktuellen Stand von Versicherern in Sachen digitaler Wandel. Aber lesen Sie selbst.

Das war er also. Der verspätete Wochenrückblick auf die digitale KW 41.

 

1. Teil: Sind zentrale Bestellplattformen für Lieferdienste sinnvoll?

Diese zweiteilige Artikel-Serie entsteht, weil mich eine Diskussion bei Facebook zum nachdenken über Verkaufsplattformen für lokale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen angeregt hat. Ursprung der Diskussion war die Aussage, dass ein Pizzabäcker der über Lieferando seine Produkte anbietet vor dem Problem steht, dass seine Kunden mittlerweile ausschließlich diesen Bestellweg nutzen. Dies kostet den Pizzabäcker jeweils bis zu 20% Provision, die er natürlich eigentlich lieber als zusätzliche Marge verbuchen möchte. Am Ende dieses Beitrages gibt es eine konkrete Liste mit Schritten die jeder lokale Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen für sich nutzen kann.

Hier die Diskussion bei Facebook im Detail:

Pizza Mann um die Ecke nutzt die Bestellplattformen im Internet und zahlt bis zu 20% an Lieferando & Co. Am Ende wird…

Posted by Rainer Weichbrodt on Montag, 14. September 2015

Zentrale Internetplattformen für lokal angebotene Produkte und Dienstleistungen

Es gibt viele dieser zentralen Plattformen. Lieferando für Essenslieferungen nach Hause, MyHammer für Dienstleistungen von Handwerkern und diverse Anbieter die es dem lokalen Einzelhandel ermöglichen möchten, Produkte online anzubieten. Gemeinsam haben diese Plattformen auf jeden Fall eine Sache: Sie möchten Geld verdienen. Entweder durch eine Pauschale oder aber durch Umsatzbeteiligung. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, sondern sogar sehr verständlich und für mich selbstverständlich.

Ich möchte in diesem Beitrag gerne bei der Bestellung von Pizza oder anderen Gerichten für die Lieferung nach Hause bleiben. Dies macht es ein wenig einfacher, anhand eines Beispiels die Fallen zu klären. Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Aussagen aber auch gut auf andere Plattformen übertragen. Wenn es dazu Fragen gibt, dann gerne in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Das Beispiel. Pizzabäcker vertreibt seine Pizza über eine Online Plattform.

Weil es so gut passt, bleibe ich gleich mal beim Pizzabäcker der seine Pizza (und andere Gerichte) auf einer zentralen Bestellplattform neben den Produkten anderer Anbieter vertreibt. Er wurde wahrscheinlich in der Vergangenheit auf diese Möglichkeit aufmerksam, da entweder Kunden nachgefragt haben oder er sich selber gedacht hat, dass ein zusätzlicher Bestellweg nicht schaden kann. Er hatte also das Ziel, einen weiteren Vertriebsweg zu öffnen. Wahrscheinlich war sein vorrangiges Ziel die Gewinnung neuer Kunden.

Heute steht dieser Pizzabäcker vor dem Problem, dass seine Kunden ausschließlich die zentrale Bestellplattform nutzen um sich Essen nach Hause liefern zu lassen. Es bestellen also auch die Kunden online, die ihn bereits kennen. Vielleicht sogar solche, die früher einmal per Telefon bestellt haben. Das ist nicht gut für die Marge des Pizzabäckers, verlangen die zentralen Bestellplattformen doch durchaus bis zu 20% Verkaufsprovisionen. Dazu kommt noch das Problem, dass es immer schlecht ist wenn man als Anbieter nur einen Vertriebsweg hat. Wenn man diesen dann noch nich einmal selber in der Hand hat, dann ist das richtig böse.

Warum tun Kunden das?

In der Diskussion bei Facebook kam kurzzeitig der Punkt “Verantwortung des Kunden” ins Gespräch. Ich bin aber der Meinung, dass man den Kunden hier keinen Vorwurf machen kann. Sie nutzen einfach den Bestellweg der für sie am interessantesten ist. Sei es, weil die Bestellung online so schön einfach ist oder aber weil die genutzte Plattform sogar noch Rabatte anbietet, wenn man häufiger deren Bestellfunktion nutzt. Beides sind gute Gründe, die ich durchaus nachvollziehen kann. Ich habe genau aus diesen beiden Gründen schon häufig eine Bestellplattformen genutzt.

Der Kunde ist also nicht “böse”. Er tut das was ihm am meisten Nutzen bringt.

Was sollte unser Pizzabäcker daraus lernen?

Die Analyse

Zunächst einmal sollte er sich darüber im Klaren sein, welchen Nutzen ihm der zusätzliche Vertriebsweg bringt. Hat er dadurch höhere Umsätze erwirtschaftet? Kaufen seine Kunden häufiger bei ihm ein? Ist der Umsatz je Bestellung gestiegen? Hat er seit Nutzung des neuen Vertriebskanals überdurchschnittlich viele Neukunden gewonnen? Was sagen seine Kunden zu dieser Bestellmöglichkeit? Warum nutzen sie diese?

Erst wenn diese Analyse abgeschlossen ist, sollten die weiteren Schritte geplant werden. Was aber von Anfang an klar sein dürfte: Den zusätzlichen Vertriebsweg abschalten wird wohl keine Option sein, dazu haben sich die Kunden zu sehr an diesen gewöhnt.

Nach der Analysetuscany-685110_1280

Nach der Analyse folgt die Planung möglicher Maßnahmen. Ziel dieser Maßnahmen muss sein, die eigenen Kunden dazu zu bewegen wieder vermehrt andere Bestellwege zu nutzen und nicht mehr über die zentralen Bestellplattformen Pizzabestellungen zu erledigen.

Dabei sollte die Rückgewinnung einer höheren Marge im Vordergrund stehen. Es geht also darum, niedrigere Kosten pro Bestellung zu erzeugen. Aber auch darum, den eigenen Vertrieb wieder stärker in der Hand zu haben und so besser steuern zu können. Denn ein denkbares und für einen Pizzabäcker vielleicht sogar Existenzbedrohendes Szenario dürfte der Wegfall eines oder mehrerer Bestellportale sein. Immerhin handelt es sich bei diesen oftmals um StartUps in einem sehr hart umkämpften Markt, der aktuell noch gar nicht aufgeteilt wurde.

Wie kann also eine Strategie aussehen, die den eigenen Gewinn maximiert und die Bindung der eigenen Kunden an den Pizzabäcker erhöht?

Kunden zu Direktbestellern machen

Für den Anfang ist die einfachste Maßnahme sicherlich eine Rabattaktion für die Kunden die nicht mehr über das zentrale Bestellportal ordern. Jeder Kunde der telefonisch, per eMail oder über die Webseite des Pizzabäckers bestellt erhält einen exklusiven Rabatt. Da dieser wahrscheinlich unter 20% liegen wird, erhöht sich dadurch die Marge im Durchschnitt wahrscheinlich schon. Ein wenig hängt dies natürlich davon ab wieviele Kunden bisher über Bestellportale geordert haben und wieiviele direkt. Denn diejenige die bisher auch ohne Rabattaktion direkt bestellt haben, profitieren selbstverständlich auch von der neuen Rabattaktion. Das sollte aber wohl kein großes Risiko darstellen.

Dies war der erste Teil der zweiteiligen Serie zur Online Vertriebsstrategie des Pizzabäckers. In der nächsten Woche (pünktlich am Dienstag um 12.30 h) erscheint der zweite Teil. In diesem geht es um das zentrale Vertriebstool Newsletter. Sie dürfen also gespannt sein, was da noch kommt…
In der Zwischenzeit diskutieren Sie gerne fleißig in den Kommentaren zu diesem Artikel. Oder aber Sie schreiben eine eMail an mich (dennis@arntjen.me) bzw. rufen direkt an (0151/27536121).