Beiträge

“The Huddle” – Startups und etablierte Unternehmen stecken die Köpfe zusammen…

Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie viele Gespräche ich zu diesem Thema sowohl mit Startups als auch mit etablierten Unternehmen geführt habe. Immer wieder höre ich, dass es in der Zusammenarbeit dieser beiden Unternehmertypen hakt. Projektlaufzeiten sind den einen zu lang und den anderen ist zuviel Druck in einem Entscheidungsprozess. Die einen wollen alles radikal anders machen während die anderen darauf achten, nicht gleich alles zu riskieren was in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Die Unternehmenskultur äußert sich bei den einen im tragen von Sneaker und Pullover während die anderen zu Besprechungsterminen in Krawatte auftauchen.

Dabei sind das nur Symptome viel weiter greifender Herausforderungen.

Der Auftrag von KMU Digital

Diese Herausforderungen zu identifizieren und in etwas positives zu verwandeln, das sehen wir bei KMU Digital als einen unserer zentralen Aufträge an. Wir helfen etablierten Unternehmen dabei, Digitalisierung zu verinnerlichen und ohne großes Buzzword-Bingo, Beratersprech und ungesundem Halbwissen im eigenen Unternehmen umzusetzen.

Dabei ist ein wesentlicher Faktor der zum Gelingen beiträgt, die Zusammenarbeit mit digitalen Startups. Dort finden sich die konkreten Lösungen, die Gründer dieser Startups wissen wie Digitalisierung geht und oftmals haben sie außerdem vielfältige Erfahrungen im Umfeld von Konzernen und mittelständischen Unternehmen.

Deshalb haben wir unseren Accelerator Work Digital geschaffen. Gemeinsam mit den Work Inn Coworking Spaces bringen wir für jeweils 3 Monate etablierte Unternehmen und Startups in einem geschützten Raum zueinander. Gemeinsam arbeiten diese Unternehmen an der Lösung von Herausforderungen. Sie lernen sich kennen und schätzen. Sie machen erste gemeinsame Schritte in wichtigen Projekten. Und sie lernen voneinander.

“The Huddle”

Das ist unser Workshop Format mit dem wir an jeweils einem halben Tag den Dialog zwischen etablierten Unternehmen und Startups befeuern.

Egal in welcher Sportart. Im Huddle steckt die gesamte Mannschaft die Köpfe zusammen und spricht über die aktuelle Situation sowie über die beste Strategie diese Situation zu meistern. Das haben wir uns abgeguckt. Denn auch unser Huddle bietet einem engen Kreis an Unternehmern die Möglichkeit die Köpfe zusammen zu stecken und gemeinsam über aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.

Rückblick: Der erste “The Huddle” am 03. August 2017

Am 03.08. haben wir den ersten Huddle des ersten Accelerator Durchgangs veranstaltet. Morgens um 09.00 Uhr gab es erst einmal ein gemeinsames Frühstück. Insgesamt 10 Unternehmer aus 8 Unternehmen (3 Startups, 5 etablierte Unternehmen) hatten sich versammelt und konnten direkt mit dem kennen lernen beginnen.

Nach einer kurzen Begrüßung stand Programmpunkt 1 auf der Tagesordnung. Der Anti-Pitch der Startups. Im Anti-Pitch verzichten alle Beteiligten darauf über die Stärken des eigenen Unternehmens zu sprechen und blicken eher auf aktuelle Herausforderungen. “Unsere” Startups konnten in dieser ersten Runde vielfältige Herausforderungen von der Suche nach Partnern über vertriebliche Prozesse bis hin zu konkreten Produktfragen loswerden. Nach jedem 10 Minuten Pitch stehen alle Zuhörer für 10 Minuten mit Tipps und Rat zur Verfügung. So kommt für jeden Unternehmer eine sehr große Auswahl an möglichen Lösungsansätzen heraus. Die Umsetzung bleibt dann jedem selber überlassen.

Nach dem Anti-Pitch der Startups gab es das Speeddating zwischen Startups und etablierten Unternehmen. In 15 Minuten lassen sich eine ganze Menge guter Ansatzpunkte finden. Tipps wurden ausgetauscht, gemeinsame Interessen identifiziert und weitere Gespräche vereinbart.

Damit auch die Herausforderungen der etablierten Unternehmen nicht zu kurz kommen, bieten wir diesen im Rahmen jedes Huddles die Möglichkeit ebenfalls über aktuelle Herausforderungen zu sprechen. Dabei kamen am 03.08. viele unterschiedliche Themen zur Sprache. Diese reichten von den schon oben beschriebenen Kommunikationsprobleme bis hin zu Fragen rund um Produkte die speziell an Startups gerichtet sind. Ohne dabei als Verkaufsveranstaltung zu enden, konnten auch den etablierten Unternehmen viel gute Tipps mit auf dem Weg gegeben werden.

Ausblick: Der zweite “The Huddle” am 07. September 2017

In jedem Accelerator Durchgang wird es den Huddle zwei Mal geben. Dies ist so, weil wir glauben das sich für die Startups in 4-5 Wochen eine Menge ändert und viele neue Herausforderungen auf sie zukommen. Aber auch die etablierten Unternehmen profitieren davon, dass sie eine Herausforderung die im Anti-Pitch diskutiert wurde nach einigen Wochen des Durchdenkens eher auf den Punkt gebracht und noch einmal neu diskutiert werden kann. Oder sie nehmen sich eine vollkommen neue Herausforderung und diskutieren über diese.

Am 07. September ab 09.00 Uhr starten wir deshalb mit dem zweiten Huddle dieses Accelerator Durchlaufs. Unsere Startups sind schon bereit und es hat auch erste Anmeldungen etablierter Unternehmen gegeben. Einige Plätze sind aber dennoch frei. Wer also als etabliertes Unternehmen vom Wissen junger Unternehmer profitieren und Herausforderungen aus einer komplett anderen Perspektive betrachten möchte, meldet sich einfach an. Das geht am besten mit einer kurzen eMail an d.arntjen@kmu-digital.net. Dennis wird euch einen Code für das Ticketing zukommen lassen, wenn ihr Vertreter oder Inhaber eines etablierten Unternehmens seid.

Work Digital Kick-Off: Pitches und Vorträge im Überblick

Am 29.06. findet ab 18.00 Uhr das Kick-Off Event für den gemeinschaftlichen Accelerator des Work Inn und KMU Digital statt. Mit dem Accelerator unter dem Titel “Work Digital” möchten wir Startups die Möglichkeit geben, im Ruhrgebiet durchzustarten und mittelständischen Unternehmen dabei helfen, Digitalisierung im Dialog und in Kooperation mit jungen innovativen Unternehmen umzusetzen.

Während der Kick-Off Veranstaltung möchten wir zum Einen darüber sprechen, was wir für den ersten Durchgang (wir nennen ihn “Season One”) planen. Zum anderen stellen wir die ersten teilnehmenden Startups vor. Außerdem wird es zwei sehr interessante Kurzvorträge zu den Themen “Blockchain” und “Big Data” geben.

Agenda

18.00 Uhr – Ankunft
18.20 Uhr – Begrüßung durch das Work Digital Team
18.30 Uhr – Pizza & Bier (wer kein Bier mag, findet sicherlich auch andere Getränke ;-))
19.00 Uhr – Vortrag “Big Data” – Florian Kruse und Tobias Brambach von Point8 aus Dortmund werden einen Überblick über dieses für mittelständische Unternehmen spannende Thema geben. Wofür lässt sich Datenanalyse einsetzen? Was bringt das eigentlich? Ist das kompliziert und teuer?
19.25 Uhr – Pitches Round 1 – Pitchen werden XignSys aus Gelsenkirchen und lupiter aus Ratingen. Feedback der Gäste ist ausdrücklich erwünscht!
19.50 Uhr – Kaltgetränke und Netzwerken. Austausch rund um den ersten Vortrag und die beiden Pitches.
20.10 Uhr – Vortrag “Blockchain” – Matteo Cagnazzo und Chris Wojzechowski werden uns etwas über die spannenden Einsatzmöglichkeiten der Blockchain und über Kryptowährungen wie Bitcoin erzählen.
20.35 Uhr – Pitches Round 2 – Pitchen werden Point8 aus Dortmund, CapX aus Bochum und ein weiteres Startup, welches wir noch bekannt geben.
21.00 Uhr – Kaltgetränke und Netzwerken. Austausch rund um die Vorträge und Pitches. Gerne auch Feedback zu den Plänen rund um “Work Digital”. Außerdem bin ich mir sicher, dass Tim und Dörte vom Work Inn sehr gerne durch den neuen Coworking Space führen werden! 😉

Anmelden können sich verantwortliche Mitarbeiter und Inhaber mittelständischer Unternehmen übrigens gerne per eMail an d.arntjen@kmu-digital.net.

Wer noch nicht überzeugt ist, dass er oder sie unbedingt dabei sein muss, liest am besten direkt weiter! 😉

Die Pitches

Wir konnten fünf sehr interessante Startups davon überzeugen, sich auf die Bühne zu begeben und sich mit ihren Pitches dem Publikum zu stellen. Zwei der pitchenden Startups sind bereits fest in die Season One des Accelerators aufgenommen. Die anderen drei haben ebenfalls noch die Chance dazu zu stoßen!

Aber was tun die fünf Startups genau?

Point8

Point8 hat sich den Slogan “Because data matters” zu eigen gemacht. Gegründet von drei Physikern trägt Point8 eine Menge Wissen rund um die Analyse kleiner und großer Datenmengen in den Mittelstand. Dabei erreicht das Team für seine Kunden Erstaunliches und hat oftmals beweisen können, dass umfangreiches Fachwissen gepaart mit einem unverstellten Blick dazu führt, dass aus Daten wichtige Informationen abgeleitet werden können.

lupiter

lupiter entwickelt eine Logistik und Supply Chain Software in der Cloud. Damit bietet das Team umfangreiche Lösungen, die es Mittelständlern und großen Unternehmen ermöglichen, Ihre Logistik transparenter zu gestalten.

XignSYS

XignSYS hat mit XignQR die 4. Generation der Datensicherheit für Authentifizierung und Signaturen entwickelt. Das Team hat festgestellt, dass Passwörter heute keinen ausreichenden Sicherheitsstandard mehr bieten und außerdem viel zu unkomfortabel sind. Deshalb entwickelten die Gründer eine vollkommen andersartige Lösung.

CapX

CapX ist ein alternatives Ladekonzept für E-Fahrzeuge, welches die Herausforderung von Elektromobilität und Energiewende überwindbar macht. Durch Verringerung der Ladezeiten und Entlastung der Netze wird der Wandel zur Nachhaltigen Energie beschleunigt.

Unseren fünften Teilnehmer im Startup Feld stellen wir an dieser Stelle Anfang der nächsten Woche vor.

Wichtige Themen zur Digitalisierung

Unsere beiden Vortragsthemen haben wir gewählt, weil beide Themen super wichtig sind und sehr bald einen entscheidenden Einfluss darauf haben dürften, wie die Ausprägung von Digitalisierung im Mittelstand aussieht. Außerdem kennen wir alle Speaker persönlich und können deshalb sicher sein, dass die Informationen die durch die Vorträge vermittelt werden, wertvoll sind.

Big Data

Big Data ist ein Schlagwort, das wahrscheinlich jeder schon einmal gehört hat. Mit den Gründern von Point8 konnten wir für diesen Vortrag Speaker gewinnen, die aus der Praxis kommen. Jeden Tag sieht das Team von Point8 die Herausforderungen und Schwierigkeiten vor denen mittelständische Unternehmen stehen. Sie sind dabei geschätzter Partner des Mittelstands und liefern Ergebnisse, die in dieser Geschwindigkeit und Qualität bisher niemand hat liefern können.

Durch den starken Praxisbezug wird der Vortrag sehr informativ. Jeder Unternehmer wird daraus Rückschlüssen ziehen können die ihm einen Hinweis darauf geben, wie er sich für sein Unternehmen in Sachen Big Data verhalten sollte.

Blockchain

Noch so ein Schlagwort. Aber eines, das oftmals eher im Kontext von Kryptowährungen und damit zusammenhängend mit nicht ganz legalen Machenschaften genannt wird. Das die Blockchain – wie viele spannende Technologien – zwar missbraucht werden kann, aber eigentlich ein super spannendes Thema für den Mittelstand ist, erläutern unsere beiden Speaker zu diesem Thema.

Als Startup-Gründer und Mitarbeiter des Instituts für Internetsicherheit in Gelsenkirchen können die beiden sehr praxisnah berichten und spannende Anwendungsfälle erläutern. Sicherlich wird jeder Zuhörer eine Menge neuer Informationen mitnehmen.

Was wir tun: Netzwerke knüpfen die belastbar sind.

Wichtig: Netzwerken und gemeinsam essen

Auch wenn es fast das letzte Kapitel in diesem Artikel ist, sollen das Netzwerken und leckeres Essen nicht zu kurz kommen. Wir sorgen für Essen und Getränke. Als unser Gast bringst Du Dich und interessante Themen mit ein. Am Ende steht eine interessante Mischung, aus der wir hoffentlich alle eine Menge lernen können! 🙂

Am Ende des Abends werden Tim und Dörte vom Work Inn sicherlich gerne eine kleine Führung durch den neuen Coworking Space am Campus anbieten.

Also. Anmelden nicht vergessen: Mail an d.arntjen@kmu-digital.net.

Mittelstand: Digitalisierung begreifen durch Kooperation mit Startups

Alles, was wir bei KMU Digital machen, ist einer Leitlinie unterworfen: Wir helfen kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, die Digitalisierung selbständig umzusetzen.

Aus diesem Grund organisieren wir Vorträge, vernetzen Unternehmer und gestalten Initiativen wie die Startup Datenbank für das Ruhrgebiet (http://startupsruhr.de) mit. Unser neuestes Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Coworking Space Betreiber Work Inn aus Dortmund entstanden.

Mittelstand und Startups vernetzen

Was wir vorhaben, gibt es in dieser Form noch nicht. Nicht im Ruhrgebiet, nicht in NRW und auch Bundesweit konnte ich keine derartige Initiative entdecken.

Wir bieten B2B-Startups ein Accelerator-Programm, mit dem wir nicht nur die Entwicklung eben dieser Startups maßgeblich vorantreiben, sondern gleichzeitig auch Mittelständlern einen Lerneffekt durch Kooperationen ermöglichen. So pushen wir nicht nur das Wachstum junger innovativer Unternehmen, sondern helfen dabei, den zentralen Kern unserer Wirtschaft, den Mittelstand, digitaler zu machen.

Im Vordergrund steht dabei die drei monatige Zusammenarbeit im Rahmen unseres Accelerators “Work Digital”. Diese drei Monate dienen dazu, zu lernen, wie Startups arbeiten. Wie entwickelt ein Startups seine Produkte? Wie funktioniert die agile und moderne Arbeitsweise? Welche Instrumente setzen Startups im kreativen Prozess ein? Wie funktioniert digitaler Vertrieb? Was ist digitales Marketing?

Diese und viele andere Fragen beantworten sich in Gesprächen mit den teilnehmenden Startups. Außerdem bieten wir diverse Veranstaltungen und Workshops, die nicht nur von Startups besucht, sondern auch von den teilnehmenden Mittelständlern genutzt werden können.

Durch diese Phase gegenseitigen Kennenlernens und erster intensiver Zusammenarbeit, entstehen belastbare Beziehungen, die auch über den Accelerator hinaus wirken. Am Ende profitieren beide Seiten. Die Startups von wertvollen Kontakten zu erfolgreichen Mittelständlern. Die Mittelständler von tiefgehenden Beziehungen zu innovativen Unternehmen und dem damit verbundenen Lerneffekt.

Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg, Digitalisierung im Mittelstand zu einem Erfolgskonzept werden zu lassen!

Work Digital Kick-Off am 29.06.

Der Accelerator startet im Juli und hat eine Laufzeit von drei Monaten. Den Auftakt gestalten wir als Kick-Off Event mit mindestens drei Pitches interessanter Startups sowie zwei Vorträgen zu den Themen “Blockchain” und “Big Data”.

Am 29.06. ab 18.00 Uhr treffen sich Vertreter mittelständischer Unternehmen und Verbände mit Startups im Coworking Space Work Inn am Campus in Dortmund. Damit wir unsere Ziele erreichen und direkt gut einsteigen können, ist der Teilnehmerkreis auf 30 Personen begrenzt. Dabei wählen wir die Teilnehmer aktiv aus und erreichen so eine interessante Mischung aus Entscheidern, Kreativen, Netzwerkern und Startups.

Wer als Mittelständler oder Verbandsvertreter gerne dabei sein möchte, sollte sich einfach bei mir melden (Dennis Arntjen, d.arntjen@kmu-digital.net). Wir freuen uns über jeden Interessenten. Und sollte doch kein Platz mehr sein, finden wir eine andere Gelegenheit, über den Accelerator zu sprechen und uns auszutauschen. Versprochen!

Wer ist dabei?

Unsere beiden Vorträge werden von überzeugten Startup-Gründern gehalten:

  1. Matteo Cagnazzo und Chriz Wojzechowski zum Thema “Blockchain”
    In diesem Vortrag geht es darum, was die Blockchain eigentlich ist und warum diese nicht nur für Kryptowährungen wie Bitcoin eine geeignete Technologie ist. Ein wichtiges Zukunftsthema auch für mittelständische Unternehmen.
  2. Florian Kruse von Point8 zum Thema “Big Data”
    Sicherlich einer der meistgehypten Begriffe der letzten 18 Monate: “Big Data”. Warum dieses Thema aber dennoch kein Hype ist, sondern ganz besonders im produzierenden Mittelstand heute und in Zukunft einen hohen Stellenwert einnehmen muss, dass erklärt und Florian in seinem Vortrag.

Neben den beiden Vorträgen wird es außerdem Pitches der folgenden Startups geben:

  1. Point8 – Because data matters
  2. Xignsys – Die 4. Generation der Datensicherheit

Weitere Startups kommen noch hinzu, so dass wir wahrscheinlich 4-5 Pitches sehen werden.

Work Digital – Startup Accelerator in Dortmund

Work Digital. Startups pushen. Mittelstand digitalisieren

Die Idee eines Accelerator Programms mit dem nicht nur Startups aus dem Ruhrgebiet und dem Rest von NRW gepusht werden, sondern von dem auch mittelständische Unternehmen stark profitieren, habe ich schon seit längerem mit mir herumgetragen. Das diese Idee irgendwann einmal konkret zur Umsetzung kommt, habe ich immer davon abhängig gemacht ob ich die geeigneten Partner für dieses Vorhaben finden kann.

Mit Dörte und Tim Schabsky vom Coworking Space Work Inn hat sich der ideale Partner für unseren “Mittelstandsaccelerator” gefunden. Nicht nur das Tim und Dörte mit den verschiedenen Standorten ihrer Coworking Spaces die Arbeitsplätze und weitere Räumlichkeiten beisteuern. Sie sind auch genau die richtigen Partner auf der persönlichen Ebene. Gemeinsam haben wir ein erstes Konzept für den Start entwickelt, mit dem ich persönlich sehr glücklich bin.

Wir glauben, dass unsere beiden Zielgruppen Startups und Mittelstand mit der Teilnahme am Accelerator “Work Digital” viele Ziele erreichen können, die sie alleine und ohne die Teilnahme nicht erreichen würden:

[ts_row] [ts_one_half] Ziele für Startups[/ts_one_half] [ts_one_half] Ziele für Mittelständler[/ts_one_half] [/ts_row]

[ts_row] [ts_one_half] – Vertrieb strukturieren [/ts_one_half] [ts_one_half] – Lernen wie der Kontakt mit Startups funktioniert [/ts_one_half] [/ts_row]
[ts_row] [ts_one_half] – Markeintritt beschleunigen und stabilisieren [/ts_one_half] [ts_one_half] – In einem geschützten Raum Dinge ausprobieren [/ts_one_half] [/ts_row]
[ts_row] [ts_one_half] – Strukturen schaffen [/ts_one_half] [ts_one_half] – Mitarbeitern Wissen zu digitalen Geschäftsmodellen vermitteln [/ts_one_half] [/ts_row]
[ts_row] [ts_one_half] – Kooperationpartner und Kunden finden [/ts_one_half] [ts_one_half] – Unternehmerisches handeln stärken [/ts_one_half] [/ts_row]
[ts_row] [ts_one_half] – Von anderen Startups lernen [/ts_one_half] [ts_one_half] – Kooperationspartner und Lieferanten finden [/ts_one_half] [/ts_row]

Der Ablauf

Aus Sicht der Startups

Wir starten Mitte Juli mit unserer ersten Runde. Diese Runde dauert drei Monate. Den Arbeitstitel “Work Digital. Season One” übernehmen wir dabei direkt. 😉

Im Vorfeld der Season One wählen wir 5 Startups als Teilnehmer aus. Jedes Startup das gerne teilnehmen möchte, kann sich schon jetzt bewerben. Dazu brauchen wir gar nicht viel. Eine eMail mit einer kurzen Beschreibung zu dem was ihr tut, einem evtl. schon vorhandenen Pitchdeck und einer Einschätzung wo ihr heute steht reicht erst einmal aus. Wir kommen dann auf euch zu, laden euch zum Pitch und einem ausführlichen Gespräch nach Dortmund ein und entscheiden dann sehr zeitnah ob ihr dabei seid oder nicht.

  1. Alle Startups die dabei sind, bekommen vom Work Inn kostenfreie Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Dabei haben wir maximal 15 Arbeitsplätze zu vergeben, die wir auf die Startups verteilen. Lediglich die Kosten für Getränke und wenn gewünscht einen Schrank übernehmen die Startups selber.
  2. Jedes Startup wird durch einen Mentor betreut. Der Mentor führt viele Gespräche mit euch, gibt Tipps und Hinweise, öffnet den Zugang zu seinem persönlichen Netzwerk und zum Netzwerk des Accelerators und steht immer für Fragen zur Verfügung.
  3. Es gibt zwei fest definierte Veranstaltungen auf denen ihr den aktuellen Stand pitcht. Dabei geht es darum, dass ihr vor uns und den eingeladenen Gästen zeigt wo ihr steht. Ihr bekommt dadurch wichtiges Feedback von Experten und lernt neue Leute kennen, die euch nach vorne bringen.
  4. Ihr erhaltet Zugang zu unseren Veranstaltungen. Das monatliche Mitbringfrühstück des Work Inn könnt ihr nutzen um eure Herausforderungen zu pitchen und mehr Feedback zu bekommen. Die Fachvorträge von KMU Digital nutzt ihr um zusätzliches Wissen aufzubauen.
  5. Zusätzlich erhaltet ihr von uns einen Überblick über die vielen verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Gründung und Startup im Ruhrgebiet. Was ihr wahrnehmt und was euch am besten hilft, entscheidet ihr selber!
  6. Am Ende der Season One steht der Demo Day. Hier präsentiert ihr euch in Pitches und intensiven Gesprächsrunden den eingeladenen Gästen. Eine Jury beurteilt, wo ihr steht und legt die Plätze 1-5 fest.
  7. Als besondere Motivation bekommen die drei besten Startups aus Season One die große Chance, während des Ruhr Summit in Dortmund zu pitchen und sich gegen eine Feld aus internationalen Startups durchzusetzen. Wer sich hier gut präsentiert, findet wertvolle Kontakte und vielleicht direkt Kooperationspartner, Kunden und Investoren.

Ihr seht. Es gibt eine Menge zu tun. Und ihr seht, wir setzen uns stark für euch ein.

Unser Ziel ist es euch zu pushen. Wir möchten Dortmund, das Ruhrgebiet und NRW in Sachen Startups noch besser machen. Außerdem bieten wir Mittelständlern den Zugang zum Accelerator, weil wir diesen Weg für einen der besten halten, Digitalisierung in eine etablierte Organisation zu bringen.

Aus Sicht des Mittelstands

Mitten im Sommer, nämlich Mitte Juli starten wir mit “Work Digital. Season One”.

Für euch als Mittelständler sieht der Ablauf folgender Maßen aus:

  1. Wenn ihr direkt als einer unserer Unterstützer dabei seid, nehmt ihr schon am Auswahlverfahren teil und entscheidet mit, welche 5 Startups in Season One dabei sein werden. Wie Ihr Unterstützer werdet und welche Konditionen wir euch anbieten, erfahrt ihr wenn ihr Kontakt zu uns aufnehmt. Entweder ihr ruft Dennis Arntjen unter 0151/27536121 an oder schreibt ihm eine eMail an d.arntjen@kmu-digital.net.
  2. Während des Accelerator Programm laden wir euch gerne zu einem der Pitch-Days ein. Dort lernt ihr die Startups kennen, lernt durch deren Pitches und die anschließenden Gespräche und profitiert vom Wissen aller anderen Teilnehmer.
  3. Natürlich seid auch ihr herzlich eingeladen, unsere Veranstaltungen zu besuchen. Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten bekommt ihr hier in den SteadyNews, im Work Inn Veranstaltungskalender oder auf Nachfrage.
  4. Als Unterstützer (siehe Punkt 1) habt ihr auch zwischendurch die Möglichkeit mit den Startups Kontakt aufzunehmen, mit den Gründern über deren Arbeit zu sprechen, mögliche Kooperationen zu planen und einfach Startup Spirit kennen zu lernen. Ihr bekommt einen Arbeitsplatz im Coworking Bereich an dem eure Mitarbeiter jeder Zeit arbeiten können.
  5. Am Ende der Season One findet der Demo Day statt. Die 5 Startups pitchen, ihr führt als Unterstützer ausführliche Gespräche und stellt ggf. auch ein Mitglied in der Jury. Wieder steht euer Lernziel im Vordergrund.
  6. Beim Ruhr Summit seid ihr natürlich als Unterstützer ebenfalls dabei. Dort lernt ihr weitere Startups kennen und könnt das Wissen das ihr in den drei Monaten von Season One gelernt habt, aktiv einsetzen. Die Pitches der drei Top Work-Digital Startups müsst ihr nicht mehr sehen. Mit denen habt ihr eure Vereinbarungen dann sicherlich schon getroffen. 😉

Welche Ziele verfolgen wir?

Mit dem Accelerator verfolgen wir alle ein gemeinsamen Ziel: Wir möchte frische Ideen fördern, die Wirtschaft im Ruhrgebiet und in ganz NRW stärken und interessante Projekte begleiten.
Das wir diese Ziele als Unternehmer nicht durch ehrenamtliche Tätigkeit erreichen möchten, versteht sich von selbst. Work Digital soll ein wirtschaftlich nachhaltiges Projekt sein.

Deshalb bieten wir verschiedene Möglichkeiten an, an Work Digital teilzunehmen. Für Startups ist das alles vollkommen kostenlos. Mittelständler bzw. jedes Unternehmer, kann zum Unterstützer werden oder sogar eine Mentorenrolle einnehmen. Dazu zahlt ihr uns einen monatlichen Betrag, der immer eine Laufzeit von 2 Accelerator-Durchgängen hat. Ihr könnt also mit einer Bewerbung für “Work Digital. Season One” auch gleich zum Unterstützer für Season Two werden.

Was “erwarten” wir von den Startups?

Kurz gesagt: Aktive Mitarbeit.

Wir möchten keine Anteile an eurem Unternehmen und zwingen euch keine Investorengespräche auf. Das einzige was wir wirklich von euch erwarten ist aktive Mitarbeit. Unser Ziel ist es, für euch am Ende der ersten drei Monate einen echten Fortschritt erzielt zu haben. Und das die Mittelständler die uns (und euch) unterstützen, ihre Ziele erreichen können.

Dazu brauchen wir euch. Wir geben euch viele Hilfestellungen. Im Gegenzug solltet ihr für Gespräche mit Mittelständlern offen sein und euer Wissen mit den anderen Startups und Unternehmern teilen. Das muss nicht das Wissen zu euren Kernprodukten sein. Vielmehr geht es uns darum, grundsätzliche Herangehensweisen und Strategien beim Aufbau eines Startups zu vermitteln.

Wie geht ihr die unterschiedlichen Herausforderungen an?
Was habt ihr zuerst getan und welche Dinge waren erst einmal nicht so wichtig?
Wie schafft ihr es, die vielen Fäden in der Hand zu behalten und nie euer Ziel aus dem Auge zu verlieren?
Wie geht ihr an die Entwicklung eures Produkts?

Dies sind nur einige der Fragen die vielen anderen Startup Gründern und vor allem Führungskräften und Inhabern mittelständischer Unternehmen unter den Nägeln brennen. Wenn ihr Antworten geben könnt, dann bekommt ihr dafür eine Menge zurück. Versprochen!

Welche Unterstützer wünschen wir uns?

Wir richten uns ganz bewusst an den Mittelstand in NRW. Denn wir glauben, dass der Zugang zu einem Accelerator Programm für mittelständische Unternehmen der beste Weg ist, mit Startups und der Digitalisierung in Berührung zu kommen. Durch die Begleitung von Work Digital lernt ihr die Arbeitsweise von Startups kennen ohne euch direkt an diesen zu beteiligen. Ihr habt die Möglichkeit Wissen in euer Unternehmen zu transferieren, dass ihr euch sonst nur durch externe Berater oder hohe Investitionssummen holen könnten. Außerdem bewegt ihr euch in einem geschützten Raum, in dem ihr Fehler machen könnt ohne direkt an finanzielle oder organisatorische Grenzen zu stoßen.

Wir wünschen uns tatkräftige Unternehmertypen. Menschen die anpacken möchten. Menschen die lernen möchten, wie Digitalisierung ihr Unternehmen verändert.

Ich will dabei sein!

Als Startup

Sehr gut. Dann sendet uns eine Mail an d.arntjen@kmu-digital.net. Darin beschreibt ihr kurz was ihr tut, wer ihr seid und warum ihr gerne am Accelerator teilnehmen möchtet. Wenn ihr habt, sendet uns auch ein Pitchdeck zu.

Wir laden euch dann zum Pitch und einem kurzen Gespräch nach Dortmund ein. Ihr habt dann die Gelegenheut im Detail über euch zu sprechen und eure Ziele zu verdeutlichen.

Am Ende wählen wir dann unter allen Bewerbern 5 Startups aus, die gut zu uns passen.

Wenn ihr im Vorfeld Fragen habt, ruft gerne Dennis Arntjen unter 0151/27536121 an.

Als Unterstützer

Ruft am besten direkt an unter 0151/27536121. Wir klären dann alle eure Fragen und sprechen über die verschiedenen Möglichkeiten in Season One als Unterstützer dabei zu sein.

Wenn ihr nicht anrufen möchtet, schreibt eine Mail an d.arntjen@kmu-digital.net.

Los geht es!

Wir wollen nicht mehr lange fackeln und schnell loslegen. Deshalb haben wir für den 29.06.2017 ab 18.00 Uhr unsere Auftaktveranstaltung in Dortmund angesetzt. Wir möchten dort zwei aktuelle Themen zur Digitalisierung in kurzen Vorträgen von jeweils 20 Minuten anreißen. Eines der Themen wir die Blockchain sein. Das andere steht noch nicht ganz genau fest. Es wird aber auf jeden Fall top aktuell und hochinteressant.

Wer dabei sein möchte, spricht uns einfach per Mail an: d.arntjen@kmu-digital.net. Wir haben nicht viele Plätze zur Verfügung. Maximal 25 Gäste können wir einlassen. Wenn ihr also gerne dabei sein möchtet, dann beeilt euch mit der eMail. 😉

Wie organisieren Startups ihren Vertrieb?

Nikolas Schran und Michael Kreidler sind ganz offensichtlich echte Profis. Beide wissen von was sie reden, wenn sie über den Aufbau professioneller erfolgreicher Vertriebsstrukturen sprechen. Die notwendige Erfahrung haben Sie beim Bochumer Startup Employour gesammelt. Dort sind die beiden recht früh zum Gründungsteam dazu gestoßen und konnten eine Menge Erfahrung sammeln.

Heute, nach einigen Jahren Startup Luft schnuppern als Angestellte, betreiben die beiden mit SellUp, ein junges Startup in Bochum. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, die Kaltakquise am Telefon persönlicher und somit erfolgreicher zu gestalten. Dazu entwickelten sie das Tool eyeCall, mit dem Ad-hoc Videoverbindungen zu potentiellen Kunden aufgebaut und Dokumente ausgetauscht werden können.

Neben der Entwicklung von eyeCall berät SellUp Startups beim Auf- und Ausbau des eigenen Vertriebs. Wie Sie das angehen, warum sie die Befähigung haben Startups optimal zu beraten und welche Empfehlungen sie jedem jungen Unternehmer geben, das haben Sie uns im Videointerview verraten.

Ergänzend zu diesem Videointerview hat Nikolas Schran ganz aktuell auch Carmen Radeck von Ruhrgruender.de ein Interview gegeben. Es lohnt sich, dort nachzulesen, nachdem ihr hier das komplette Video gesehen habt! 😉

 

Interview mit Anja Sommerfeld und Oliver Weimann

Der ruhr:HUB ist der physische Ort für die Digitalisierung der Wirtschaft in NRW. Mit Coworking, Veranstaltungen und durch aktive Vernetzung, tragen die Geschäftsführer Oliver Weimann und Anja Sommerfeld aktiv zum gelingen dieser wichtigen Aufgabe bei. Initiiert und gefördert wird der ruhr:HUB vom Land NRW sowie den Wirtschaftsförworkderungsgesellschaften des Ruhrgebiets.

Im Interview gehen Oliver und Anja auf den kritischen SteadyNews Artikel vom November 2016, den aktuellen Stand der Planungen und die geplante Ergänzung zu den vielen guten Initiativen die es in der Startup-Szene des Ruhrgebiets gibt ein.

Dennis Arntjen:

Hallo Oliver, hallo Anja. 
Ende November 2016 erschien in den SteadyNews ein Artikel mit dem Titel „Digital.Hub:Ruhr – Kommt in die Pötte, menno“. Dort hat unser Gastautor Christian Spließ kritisiert, dass der ruhr:HUB intransparent und mit schlechter Informationspolitik unterwegs sei. Ziemlich heftige Kritik. War sie berechtigt?

Anja Sommerfeld:

Wenn ich an November denke und daran was in den letzten zwei bis drei Monaten geschehen ist, dann weiß ich schon gar nicht mehr was im November eigentlich gewesen ist. (lacht)

Wir hatten damals noch nicht einmal Arbeitsverträge als Geschäftsführer und es gab keine eingetragene GmbH. Der eigentliche Start des ruhr:HUB bzw. auch der anderen NRW Hubs war der 06.12.2016 mit der Auftaktveranstaltung beim Wirtschaftsminister.

Natürlich haben wir von Ende August bis Ende November schon sozusagen “undercover” an der Idee gearbeitet. Aber den ruhr:HUB gab es noch gar nicht offiziell.

Oliver Weimann:

Man muss aber natürlich trotzdem sagen – und das habe ich ja auch in der Antwort auf diesen Bericht getan – das man mit ein wenig Recherche mindestens eine oder zwei Hände voll mit Informationsveranstaltungen hätte finden können. Und das diese Informationsveranstaltungen nicht nur im stillen Kämmerchen mit kleinen Teilnehmerzahlen stattgefunden haben, sondern bei allen Gelegenheiten zu denen die digitale und die Startup Community

Startup Nights im KaBü in Essen

Startup Nights im KaBü in Essen

zusammen kommen. Sei es bei Start2Grow, beim DWNRW Summit mit 1.000 Teilnehmern oder bei den Startup Nights die seit September regelmäßig als Event des ruhr:HUB stattfinden. Überall haben wir informiert, überall haben wir kommuniziert.

Eine Webseite hatten wir tatsächlich noch nicht. Das ist bei einem Projekt wie dem ruhr:HUB auch nicht so einfach. Wir arbeiten mit Steuergeldern, also müssen wir solche Dienstleistungen ausschreiben. Das ist manchmal schwierig. Wir haben aber schon zum damaligen Zeitpunkt versucht, transparent zu sein. Das geht immer besser, da muss man nicht drüber reden. Aber im Rahmen des Möglichen haben wir viel getan.

Anja Sommerfeld

Anja Sommerfeld

Anja Sommerfeld:

Hinzu kommt, dass wir schon viel im Hintergrund gearbeitet haben. Wir waren zum Beispiel regelmäßig auf der Baustelle und haben geplant. Das sah man alles nicht, aber wir waren aktiv und haben den offiziellen Start vorbereitet.

Dennis Arntjen:

O.K., Damals habt ihr euch noch in der Vorgründungsphase befunden. Was ist seitdem passiert?

Anja Sommerfeld:

Super viel organisatorisches. Gründung der GmbH, Abstimmung mit unseren Gesellschaftern, die Baustelle begleiten. Nebenbei haben wir viele Gespräche mit den Wirtschaftsförderern der Region geführt, sind auf vielen Veranstaltungen gewesen und haben die Idee des ruhr:HUB präsentiert.

Natürlich haben wir auch am Konzeptionellen gearbeitet. Da mussten wir uns manchmal wirklich Zeit für freischaufeln. Denn immerhin ist es das eigentliche Ziel den Hub mit Leben zu füllen und unserem Auftrag nachzukommen. Das ist ein bißchen wie im Startup. Alles geht kreuz und quer. Aber gerade gestern haben wir unser Konzept vorgestellt und gehen damit nächste Woche an die Öffentlichkeit.

Das ist alles erstmal nur ein Rahmen. Auch wir müssen viele Sachen ausprobieren. Da wissen wir jetzt natürlich noch nicht, was angenommen wird und was nicht. Aber immerhin, das Grundkonzept steht jetzt. Und dann hoffen wir, dass wir den “Laden” jetzt schnell mit Leben füllen und hoffentlich sehr bald viele Gründer an ihren Ideen arbeiten.

Dennis Arntjen:

Stichwort “Leben”. Ihr seid nicht zu zweit, sondern habt Mitarbeiter.

Coworking und Besprechungsraum im ruhr:HUB

Coworking und Besprechungsraum im ruhr:HUB

Anja Sommerfeld:

Ja genau. Wir sind jetzt zu fünft. Katrin und Svenja als Projektmanagerinnen, unseren Werkstudenten Nelson der sich, zusammen mit zwei oder drei weiteren Werkstudenten, um das Community Management kümmern wird. Wir wollen den Hub zu einem offenen Ort machen, damit Gründer die am Samstag um 23.00 Uhr noch an ihrer Idee arbeiten, hier auf Gleichgesinnte treffen.

Dann noch Oliver und mich. Und – ganz wichtig – unsere zwei Ambassadore. Zum einen Alexander Hüsing der in der bundesweiten Startup Szene vernetzt ist und uns beim Thema Social Media hilft und darüber hinaus zukünftig monatlich einen Tag für unsere Gründer ansprechbar sein wird. Der zweite Ambassador ist Dr. Gottfried Dutinè, der aus dem Konzern Umfeld kommt und uns in dieser Richtung zur Seite stehen wird.

Dennis Arntjen:

Das beantwortet schon mal einen Teil der nächsten Frage. Ich stelle mir die Aufgabe die ihr habt echt nicht leicht vor. Ihr sprecht auf der einen Seite Startups an und könnt hoch innovativ sein, tolle Räumlichkeiten entwickeln und Ideen verwirklichen. Auf der anderen Seite ist es aber auch eure Aufgabe diese Startups mit Konzernen und dem Mittelstand in Kontakt zu bringen. Das ist meiner Meinung nach erstmal ein Widerspruch in der Art und Weise wie ihr kommuniziert. Wie löst ihr das?

Oliver Weimann:

Ja und nein.

Wir beiden haben das große Glück, dass wir uns in der Startup Szene nicht verstellen müssen. Ich selber bin seit vielen Jahren in der Szene aktiv, habe viele Startups gegründet, begleitet und auch in der Funktion als Geschäftsführer der 360 Online performance Group GmbH immer wieder Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Anja hat ihr eigenes Startup (Anm.: azeti Networks AG) aufgebaut und mit zum Erfolg gebracht. Dadurch kennt sie genau so wie ich die Sorgen und Nöte.

Ich selber habe ein gutes Netzwerk. Ich weiß welche Akteure eine wichtige Rolle spielen. Wenn ich ein neues Konzept wie den ruhr:HUB starte, dann trete ich niemandem auf die Füße, weil ich weiß wer was tut und welche Interessen die einzelnen Personen und Unternehmen haben. Dadurch gelingt es uns ganz gut, die Botschaft zu vermitteln das wir in der Startup Szene nichts “kaputt” machen, sondern eher als vereinendes Element wirken. So kommen wir an die Startups ran.

ruhr hub hintergrundAuf der anderen Seite ist es so, dass wir uns aufteilen. Anja hat in den letzten Jahren viel Vertrieb gemacht. Gerade im Mittelstand hat sie dabei viele Erfahrungen gesammelt, Türklinken geputzt und nicht immer nur positives Feedback gesammelt. Dadurch kennt sie genau den Leidensdruck der Startups, weiß aber auch worauf es beim Kontakt zum Mittelstand ankommt.

Ich wiederum weiß, wie Konzerne funktionieren und wie ich diese überzeugen kann. Das habe ich über meine Agentur seit 10 Jahren gemacht.

Die Mischung ist ganz praktisch und hilft uns dabei erfolgreich zu sein. Dabei können wir so sein wie wir wollen ohne uns zu verstellen. Zudem erlebe ich aktuell jeden Tag den Unterschied zwischen Oliver Weimann als Inhaber einer Agentur und Oliver Weimann als Geschäftsführer des offiziellen ruhr:HUB herumzulaufen. Das ist unfassbar. Auf einmal habe ich Zugang zu den obersten Ebenen. Geschäftsführer und Vorstände hören bereitwillig zu und geben uns die Chance unsere Ideen zu präsentieren. Als Geschäftsführer der “360” (Anm.: Olivers Agentur 360° Online Performance Group) war das anders. Dieser Unterschied ist greifbar und den wissen wir auch auszunutzen.

Außerdem haben wir in den letzten Monaten viel zugehört. Bei Wirtschaftsförderern, Konzernen und dem Mittelstand. Aber natürlich auch bei den Startups. Dabei haben wir viele Hinweis bekommen, welche Sachen wir aus Sicht unserer Gesprächspartner anstoßen sollten.

Von daher sehen wir die Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen nicht als Schwierigkeit. Wir sind beide für alle Beteiligten offen und sind gerne die Dolmetscher. Ich glaube, dass bekommen wir beide wegen unseres jeweiligen Hintergrundes sehr gut hin.

Anja Sommerfeld:

Ich verstehe mich tatsächlich als Übersetzerin.

Ich kenne ganz genau das Gefühl zu wissen, dass das eigene Produkt genau das ist was die Zielkunden brauchen. Um Mittelständler zu überzeugen reicht das aber nicht. Die wollen Fakten hören. Besonders Mittelständler sind absolut pragmatisch und suchen nach konkreten Lösungen für echte Probleme.

Auf der anderen Seite habe ich in meinem eigenen Unternehmen manchmal mit den Augen gerollt und gedacht “Ey Leute. Ihr erfindet euch jeden zweiten Tag neu!”. Also diese Dynamik von der ich manchmal gedacht habe, das sie absolut wahnsinnig ist und das man auch als Startup manchmal etwas länger bei der eigenen Idee bleiben sollte.

Das ist besonders im Kontakt mit dem Mittelstand wichtig. Da dauert es manchmal ein halbes Jahr oder länger, bis man von der ersten Kontaktaufnahme auch nur in die Nähe eines Auftrags kommt. Da ist es nicht hilfreich, wenn in der Zwischenzeit das Produkt vollkommen anders ist und wenn man das im zweifel auch seinen Ansprechpartnern mitteilt.

Dennis Arntjen:

Das sind die beiden Dimensionen “Startups” und “etablierte Wirtschaft”. Ihr habt aber auch noch eine dritte Dimension, mit der ihr zurecht kommen müsst. Nämlich den Politikern und Wirtschaftsförderern der Städte die letztlich eure Gesellschafter sind und euch den Arbeitsauftrag gegeben haben. Das stelle ich mir auch nicht immer einfach vor.

Oliver Weimann:

Die sind super! In den einzelnen Städten glaubt man an das Projekt, man glaubt an uns als Personen und die einzelnen Wirtschaftsförderungen versuchen, uns einen möglichst großen Freiraum zu geben.

Natürlich wollen wir nicht verheimlichen, dass es hier und da auch manchmal knirscht und nicht immer alles auf Anhieb klappt. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Denkweisen und Hintergründen und ist grundsätzlich auch nicht schlimm. Wir müssen uns da aneinander gewöhnen. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass sich alle Wirtschaftsförderer im Ruhrgebiet über die Dynamik freuen, die losgetreten wurde und insgesamt erfahren wir eine riesengroße Unterstützung.

Dennis Arntjen:

Im Ruhrgebiet gibt es ja schon sehr viele Initiativen, Veranstaltungen und Aktivitäten von Unternehmensgründern. Damit hat sich die Szene in den letzten Jahren selber geholfen und das was von den einzelnen Städten an Initiative gefehlt hat mit tollen Formaten gefüllt. Jetzt kommt ihr mit viel politischer Unterstützung und viel Geld um die Ecke. Da könnt ihr sicherlich viel mit machen. Wie vermeidet ihr, dass ihr zur Konkurrenz für diese aus sich selbst heraus entstandenen Formate werdet? Und warum glaubt ihr, ist der Ruhr:Hub trotz dieser Eigeninitiative wichtig?

Oliver Weimann:

Die Situation ist doch die: Es gibt in der Startup Szene im Ruhrgebiet ein paar Personen die als “Anker” dienen. Wenn wir uns zum Beispiel das ansehen was das Work Inn in Dortmund macht, dann ist das super. Und auch wenn wir hier Coworking anbieten, werden wir Dörte und Tim Schabsky ganz sicher nicht das Geschäft kaputt machen.
Uns ist bewusst, dass viele Unternehmer die aktiv die Startup Szene mitgestalten damit auch Geld verdienen müssen. Darauf nehmen wir Rücksicht. Deshalb werden wir auf keinen Fall Preisdumping betreiben. Mit Tim haben wir zum Beispiel sehr früh gesprochen. Darüber was wir hier vorhaben und auch darüber wie wir uns ergänzen können und trotzdem kreativen Input im ruhr:HUB bekommen.

Dann gibt es viele Unternehmer wie zum Beispiel Carmen mit Ruhrgründer, die Organisatoren der Fuck Up Night, Ruhrpottlegenden oder Dich mit dem Startup Kickern. Wollen wir zu diesen Personen und Unternehmen Konkurrenz aufbauen? Nein! Die Startup-Nights zum Beispiel haben wir als ruhr:HUB von der 360 übernommen, weil wir die Community für uns nutzen möchten. Das macht Sinn. Der RuhrSummit, den wir als 360 mit Carmen von Ruhrgründer und der Initiativkreis Ruhr gemeinsam ins Leben gerufen haben, war nie als Veranstaltung gedacht mit der wir Geld verdienen wollen. Auch da macht es Sinn, wenn der ruhr:HUB dort eine größere Rolle spielt und trotzdem die Initiatoren weiterhin das Ruder in der Hand behalten und maßgeblich die Richtung bestimmen.

Das beste Beispiel für Begeisterung an der Startup Szene im Ruhrgebiet bietet uns Carmen. Sie hat das was sie mit Ruhrgründer auf die Beine gestellt hat, sehr lange aus Enthusiamus getan. Das war wunderbar und sie macht das auch heute noch auf eine richtig gute Art und Weise. Aber trotzdem freue ich mich, dass sie Wege gefunden hat ihre Begeisterung für die Startup Szene auch zum Geld verdienen zu nutzen.

Wir werden als ruhr:HUB sicherlich auch eine regionale Community aufbauen. Das heißt aber nicht, dass wir Carmen oder irgendjemand anderem in die Parade fahren und deren Arbeit erschweren. Unsere Aufgabe als Hub ist es – und dazu sind wir durch unsere Erfahrung in der Lage – ein verbindendes Element zu schaffen und die verschiedenen Aktivitäten für unsere Aufgaben mit zu nutzen.

Startup Nights

Startup Nights

Der ruhr:HUB erfüllt drei Aufgaben, die bis heute niemand erfüllt. Wir wollen die zentrale Instanz für die Digitalisierung im Ruhrgebiet werden und präsentieren digitale Unternehmen – auch jene die nicht mehr Startup sind – auf nationaler und internationaler Ebene. Damit werden wir automatisch zum zentralen Ansprechpartner für die Vernetzung zwischen Industrie sowie Investoren mit digitalen Unternehmen und Startups im Ruhrgebiet und darüber hinaus. Und als dritte wesentliche Aufgabe sorgen wir für eine Transparenz bei den Angeboten und kreieren bislang nicht vorhandene Formate. Wir werden mit dem Hub sicher keine Seminare für Rechtsgrundlagen, Buchhaltung oder ähnlich gelagerte Themen anbieten, sondern konzentrieren uns rein auf Themen der Digitalisierung und Beschleunigung der Stratups. Das können wir als Hub leisten und deshalb ist der ruhr:HUB wichtig.

Anja Sommerfeld:

Und ich glaube auch, dass die verschiedenen Unternehmer uns für ihre Zwecke nutzen sollten. Wenn ihr Ideen habt, wenn wir euch helfen können Türen zu öffnen die ihr nicht selber aufbekommt und wenn wir euch unterstützen können, dann tun wir das. Oliver hat es ja vorhin schon beschrieben. Als Geschäftsführer des ruhr:HUB haben wir plötzlich die Möglichkeit uns Gehör zu verschaffen. Das sollte jeder nutzen, der gute Ideen hat.

Ich kenne solche Situationen aus vertrieblicher Sicht. Manche Türen haben sich für mein Startup erst geöffnet, nach dem Dell und Cisco uns als OEM Partner aufgenommen haben. Manchmal ist das so und das muss man dann auch zu nutzen wissen.

Dennis Arntjen:

Das ist gut zu wissen. 😉 Jetzt mal was zu eurem Standort. Ihr werdet hier einen Coworking Space betreiben. Wie wird das konkret aussehen? Wer darf hier arbeiten?

Oliver Weimann:

ruhr hub besprechungseckeAls Grundparameter: Es wir keine Teambüros geben. Wir werden auf etwa 40-50 Arbeitsplätze kommen. Die Mietmodelle reichen von Tagesangeboten für 20,- EUR bis zur monatlichen Miete. Und wir werden preislich Unterschiede zwischen Corporates und Startups machen.

Wir wollen eine Fläche schaffen auf der sich Corporates und Startups treffen. Einer unserer kleineren Services wird ab der ersten Märzwoche sein, dass wir jeden Freitag die Mitglieder des ruhr:HUB sowie alle Mieter zu einem Netzwerk-Frühstück einladen. So soll ungezwungener und informeller Austausch stattfinden.

Wir wollen die physische Instanz für Community Building sein. Damit man sich nicht nur jeden dritten Donnerstag bei einem Bier unterhalten kann, sondern quasi zu jeder Zeit den intensiveren Austausch über konkrete Projektideen pflegen kann.

Grundsätzlich sind wir offen für alle. Es wird kein Bewerbungsverfahren geben. Uns liegt es aber am Herzen, dass wir hier digitale Teams haben. Es wird außerdem DWNRW Startup-Stipendien geben, bei denen Startups für drei Monate kostenfreies Coworking, Mentoring und den Zugang zum Netzwerk genießen. Diese Stipendien werden teilweise mit Unterstützung durch einzelne Corporates organisiert.

Dennis Arntjen: 

Anja, Oliver. Danke für das Interview. Viel Erfolg beim weiteren Aufbau des Hubs und ein glückliches Händchen mit euren verschiedenen Zielgruppen!

 

5 Thesen über Big Data

In der Brand Eins vom Juli 2016 habe ich einen Artikel gefunden, der sich mit Big Data beschäftigt. Dieser Artikel hat ich irgendwie nicht so richtig zufrieden gestellt. Denn der Autor stellt unter dem Titel “Wie groß ist Big Data?” 5 Thesen auf, mit denen er zu belegen versucht, dass Big Data ein einziges großes Werbeversprechen ist, hinter dem gar nichts steht. Es scheint die Intention des Autors zu sein, Big Data generell als gar nicht so richtig gewinnbringend und innovativ darzustellen.

Mich hat daran die Einseitigkeit gestört. Und die Tatsache, dass es mir so schien als ob hier ganz spezielle Rosinen herausgepickt werden, die die Meinung des Autors unterstützen aber kein wirklich neutrales und umfassendes Bild liefern.

Allerdings bin ich nur Laie mit ein wenig Wissen, dass ich aber nun wirklich nicht als umfassend bezeichnen würde. Und ganz sicher bin ich ein Verfechter, die Chancen der Digitalisierung unbedingt nutzen zu wollen. Da geht es mir wirklich gegen den Strich, dass man in einem Artikel mit einigen wenigen Thesen versucht, einen der Kerne erfolgreicher Digitalisierung derart platt herunter zu machen.

Aber weil ich eben “nur” Enthusiast bin und in Big Data wesentlich weniger bewandert bin als einige Experten, habe ich mir eben diese Experten gesucht. Gefunden habe ich Sie in Person von Florian Kruse und Tobias Brambach vom Startup Point8. Sie beschäftigen sich jeden Tag mit Big Data und konnten mir im Interview einige wichtige Fragen zu den 5 Thesen beantworten.

Im Videointerview seht und hört ihr die Meinung der beiden zu den 5 Thesen. In vielen Punkten geben die beiden dem Autor des Artikels in der Brand Eins recht, hätten aber auch sehr gerne eine tiefergehende Betrachtung gelesen und nicht diese etwas einseitige Darstellung der Schwächen.

Ja, Big Data ist in erster Linie eine Werbeaussage, die von vielen Anbietern genutzt wird um Kunden zu locken. Aber diese vereinfachte Aussage hilft auch dabei, überhaupt zu einem gemeinsamen Verständnis von dem Thema zu kommen über das man spricht. Wenn man durch diesen Begriff mit dem potentiellen Kunden ins Gespräch gekommen ist, liegt es in der Verantwortung des Anbieters, deutlich zu machen was Big Data kann und auf was es ankommt, wenn man wirklich gute Ergebnisse erzielen möchte.

Wie immer im Leben sollte man als potentieller Kunde niemandem glauben schenken, der einem das Allheilmittel verspricht. Auch Big Data löst nicht alle Probleme. Allerdings können Daten (auch in großer Menge) mit Hilfe der richtigen Herangehensweise durchaus komplexe Entscheidungen unterstützen und dabei helfen, Risiken abzuschätzen. Daten alleine sind aber eben nicht die Lösung. Man muss schon wissen wie man sie erhebt und auswertet.

Wer mehr zu Big Data, einer fairen Herangehensweise und der Arbeit eines Data Scientist wissen möchte, der sollte das Videointerview ansehen. 🙂

StartUp Pitch-Event: Sei der “Perfect Match” für Gelsenwasser

Im Ruhrgebiet bewegt sich was: Die StartUp Bewegung nimmt an Fahrt auf – und immer mehr Konzerne bemühen sich darum, StartUps kennen zu lernen und die StartUp-Kultur im Ruhrgebiet zu fördern. Es gibt viele Aktivitäten, Veranstaltungen, Projekte, Wettbewerbe – doch außerhalb der Szene wird Vieles noch kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Manchmal gibt es auch selbst für uns Ruhrgebiets-Enthusiasten gute Gründe, dem Hype gegenüber skeptisch zu sein. Als Diejenigen, die sich selbst auf die Fahnen geschrieben haben, StartUps im Ruhrgebiet zu fördern, an Vernetzungen mitzuwirken und so etwas wie eine Szene zu schaffen, beäugen wir manche Aktivitäten der „Großen“ mit Argwohn. Die Erfahrung lehrt, dass Skepsis angebracht ist. Umso erfreulicher ist es, was Gelsenwasser gerade auf den Weg bringt: Unter dem Titel „Perfect Match“ entsteht ein Projekt, das sowohl für StartUps als auch für den Regionalversorger genau das trifft, was sich beide Seiten wünschen: Kennen lernen, sich austauschen, voneinander lernen – Unterstützung erfahren.

Das Gelsenwasser StartUp-Projekt „Perfect Match“

Vor einigen Wochen konnte ich Rebecca Tost und Katrin Becker von Gelsenwasser kennen lernen, die das Projekt „Perfect Match“ initiiert haben und leiten. Gelsenwasser ist eines der größten Trinkwasserversorgungsunternehmen Deutschlands. Das Unternehmen engagiert sich zudem in der Abwasserentsorgung, Energieversorgung, sowie bei weiteren Dienstleistungen rund um diese Felder. In mehr als 70 Städten ist Gelsenwasser an der Wasser- und Energieversorgung beteiligt und hat darüber ein breites und vielfältiges Beteiligungsnetzwerk Man sieht daran, wie interessant eine Kooperation für viele StartUps sein könnte, die nach starken Partnern suchen.

Rebecca Tost und Katrin Becker erzählten mir bei unserem ersten Treffen, wie sie gemeinsam auf die Idee gekommen waren, StartUps zu finden, um Gelsenwasser in seiner Innovationskraft zu unterstützen und Inspiration ins Unternehmen zu bringen. Die beiden engagierten Frauen waren begeistert von dem StartUp-Spirit, der in Deutschland gerade heranwächst und wollten das gern mit einem Win-Win-Projekt unterstützen. Rebecca Tost arbeitet bereits seit fast 10 Jahren bei Gelsenwasser und ist erst vor wenigen Wochen als Projektmanagerin in die Abteilung Kommunale Projektentwicklung / M&A gewechselt. Katrin Becker als Werksstudentin arbeitet in der Unternehmensstrategie und ist für das Projekt die perfekte Ergänzung.

Rebecca Tost

Rebecca Tost

” Katrin und ich haben von Anfang an begeistert an diesem neuen Projekt gearbeitet und freuen uns, dass wir im ganzen Unternehmen, vor allem auch vom Vorstand, die volle Unterstützung für dieses Thema erhalten!“ So befinden sie sich – mit täglich neuen Erfahrungen – inzwischen auf der Zielgeraden zu ihrem ersten Pitch-Event.

Warum sollten sich StartUps für „Perfect Match“ bewerben?

Neben der finanzielle Unterstützung, die dem Siegerteam des Pitchwettbewerbes winken, sind mit dem Coaching die Kontakte, die Erfahrung und die Kompetenz des Unternehmens für alle innovativen Geschäftskonzepte wertvoll, die sich rund um Energie, Wasserversorgung, Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern und digitale Dienstleistungen bewegen. Aber auch andere Ideen und Produkte, die auf den ersten Blick nicht direkt mit den Geschäftsfeldern des Unternehmens zusammenhängen, sind erwünscht und könnten sich am Wettbewerb beteiligen.

Eine Kooperation und Unterstützung lohnt sich auf jeden Fall! Gelsenwasser hat durch seine 129 Jahre eine gestandene Infrastruktur, ein vielfältiges Netzwerk, viele Kunden und vor allem den Wunsch, StartUps nachhaltig zu unterstützen! So können junge Unternehmen für ihre Entwicklung von den Erfahrungen der Mentoren und des gesamten Unternehmens profitieren. Wachsen ist schließlich schwieriger als gründen…

StartUp Kampagne „Perfect Match“ – Bewerbungen noch bis zum 30. September 2016

Der “Perfect Match” findet am 27. Oktober ab 10.00 Uhr im Konsumreform Cafe (Viehofer Str. 31, 45127 Essen) statt. Unter allen Startups, die sich bis zum 30. September per eMail (perfectmatch@gelsenwasser.de) bewerben, suchen die Organisatoren zusammen mit einer kleinen Runde von Führungskräften 10 Startups aus, die am 27. Oktober vor einer Jury aus Vorständen und Führungskräften der Gelsenwasser AG sowie externen Experten pitchen.

Katrin Becker

Katrin Becker

“Wir werden sicherlich im Vorfeld der Entscheidung, wer am 27. Oktober pitchen kann, auf das ein oder andere Startup zukommen, um Kontakt aufzunehmen.” erzählt uns Katrin Becker. Grundsätzlich ist Gelsenwasser offen für jede Art von Unterstützung oder Kooperation.

Der Sieger des Pitchwettbewerbs – sozusagen der “Perfect Match” für Gelsenwasser – erhält monatlich 1.500,00 € – für mindestens 6 Monate. Außerdem stehen Fach- und Führungskräfte der Gelsenwasser AG für Coachings zur Verfügung. Rebecca und Katrin wünschen sich eine langfristige Zusammenarbeit, und das mit überzeugenden Teilnehmern, nicht nur mit dem Sieger Startup.

“Natürlich machen wir das alles auch, weil uns das Ruhrgebiet am Herzen liegt. Am Ende geht es aber  darum, professionelle junge Unternehmen zu finden, deren Produkte und Dienstleistungen unser Geschäft unterstützen. Von Startups zu lernen ist uns insbesondere vor dem Hintergrund des digitalen Wandels wichtig. Dafür sind wir bereit, viel zu geben und uns auch persönlich für Startups einzusetzen.” berichtet Rebecca.

Ich bin seit zwei Jahren in der Startup Szene des Ruhrgebiets unterwegs und habe schon viel gesehen. Die Herangehensweise, die Rebecca und Katrin gewählt haben, ist so ziemlich das Sympathischste, was ich seit Langem von Seiten größerer Unternehmen im Zusammenhang mit Startups erlebe. Die komplett offene Herangehensweise – sowohl was die Auswahl der Startups als auch die zur Verfügung gestellten Mittel angeht – hat Gelsenwasser ganz bewusst gewählt.

Doch welche Voraussetzungen braucht der Sieger des Wettbewerbs nun genau, um zu gewinnen? Das kann noch niemand wissen. Deshalb steht auch nicht zu hundert Prozent fest, wie die Zusammenarbeit dann letztendlich aussieht. Dies wird individuell abgestimmt und soll letztendlich sehr genau zum Sieger Startup des Pitch-Wettbewerbs passen. Gerade diese Offenheit und zugewandte Bereitschaft für neue Wege ist in diesem Jahr eine ganz besondere Chance für StartUps, die genutzt werden sollte.

Hier noch einmal alle Eckdaten zum “Perfect Match”

  • Bewerbungsende ist der 30. September 2016
  • Bewerbungen gehen formlos an perfectmatch@gelsenwasser.de
  • Der Pitch-Wettbewerb findet am 27. Oktober ab 10.00 Uhr statt
  • Der Veranstaltungsort ist das Konsumreform Cafe in Essen (Viehofer Str. 31, 45127 Essen)
  • Bewerben können sich Startups aus dem gesamten deutschsprachigen Raum
  • Eine Festlegung auf Branchen, in der die Startups tätig sind, gibt es nicht

Alle diese Informationen findet Ihr auch noch einmal kompakt zusammengefasst auf der Webseite von Gelsenwasser.

Wir haben Rebecca und Katrin interviewt. Hier findet ihr das Video dazu:

 

Carmen Radeck im Interview zum RuhrSummit 2016

Carmen Radeck, Unternehmerin und mit ihrem Blog Ruhrgründer.de die treibende Kraft für die Startup Szene des Ruhrgebiets, organisiert gemeinsam mit anderen Personen den ersten RuhrSummit. Der RuhrSummit ist das mit Abstand größte Startup Event des Ruhrgebiets. Die Organisatoren um Carmen Radeck haben es sich zum Ziel gesetzt, für einen Tag die Startup Szene in das “Spotlight” der bundesweiten Startup Akteure zu rücken. Mit über 250 teilnehmenden Startups, super interessanten Speakern und vielen Vertretern großer Unternehmen und Konzerne wird die Veranstaltung am 28. Juli in der Zeche Carl in Essen sicherlich ein echtes Highlight!

Im SteadyNews Interview mit Dennis Arntjen beantwortet Carmen Radeck uns einige Fragen:

Hallo Carmen. Du bist an der Organisation des RuhrSummit beteiligt. Wer ist noch dabei und wie habt ihr euch “gefunden”?

Hallo Dennis! Organisiert wird der RuhrSummit von Oliver Weimann und seinem Team von der 360 Online Performance Group und mir mit RuhrGründer. Für den ImpactSummit als parallel laufendes Co-Event haben wir Dirk Sander vom Social Impact Lab Duisburg ins Boot geholt.

Oliver und ich sind uns im letzten Jahr immer mal wieder auf verschiedenen Gründer- und Startup-Veranstaltungen über den Weg gelaufen. Was uns sofort verbunden hat, war, dass wir beide leidenschaftliche Ruhrpott- und Startup-Aktivisten sind. Ende letzten Jahres rief Oliver mich an, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm mal ein richtig großes Startup-Event hier im Ruhrgebiet zu organisieren. Da hab ich natürlich sofort ja gesagt. Naja, fast sofort 😉

Als sich dann im Frühjahr das Social Impact Lab in Duisburg gründete, kam ziemlich schnell die Idee auf, das Team mit ins Boot zu holen, um mit Social Entrepreneurship ein echtes Trendthema zu bespielen und auch von dem deutschlandweiten Netzwerk der Lab-Bewegung zu profitieren.

Möglich wurde beides aber erst durch die Unterstützung des Initiativkreises Ruhr. Den konnten wir schon ziemlich früh für den RuhrSummit als Partner gewinnen.

Gib uns doch mal bitte ein paar Eckdaten. Wie viele Gäste erwartet ihr? Wie viele Vorträge wird es geben? Was sind die Kernthemen und wie ist der Ablauf geplant?

Wir erwarten mehr als 500 Teilnehmer, und es wird einen ganzen Haufen an Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden geben. Mehr als 50 Speaker stehen auf unserer Agenda. Kernthemen sind die klassischen Gründerthemen Marketing, Fundraising, Tech & Unternehmensorganisiation, aber eben auch Social Entrepreneurship.

Der Ablauf sieht so aus, dass jeweils vier Panels parallel laufen, zwei Vortrags- und zwei Workshop-Panels. Vormittags beispielsweise gibt es eine ganze Vortragssession nur zu Social Entrepreneurship, die anderen drei zu verschiedenen Themen.

Da spricht beispielsweise Ergobag-Gründer Sven-Oliver Pink über Wachstum als Herausforderung, Thomas Burges von Ernst & Young erzählt was zu Megatrends, Jörn Kiwitt von Evonik spricht über Lean Startup im Konzern, Employour-Gründer Stefan Peukert teilt seine Erfahrungen über das Gründen im Ruhrpott und wie man Investoren überzeugt, Lea-Maria Zimmermann von Bauduu spricht über das Thema Frauen und Startups und RWE-Vorstandschef Peter Terium hat als Thema “Let’s innogize”.

Neben den Vortrags-Sessions gibt’s dann insgesamt noch vier Workshoprunden zu Marketing, Fundraising, Tech&Orga und Social Impact – genauso wie die Vorträge mit hochkarätigen Speakern.

Nach den Vorträgen steigt das Finale des Pitch-Wettbewerbs. Zwischendurch sind zwei Speeddating-Sessions zwischen Startups und Investoren/Corporates geplant. Und zum Abschluss gibt’s die große Party!

Also ein richtig volles Programm den ganzen Tag über.

Neben dem RuhrSummit findet zur gleichen Zeit am selben Ort auch der ImpactSummit statt. Worum geht es dabei?

Beim ImpactSummit geht’s wie gesagt rund um Sozialunternehmertum bzw. Social Entrepreneurship. Auch hier gibt’s ein richtig cooles Line-up mit tollen Speakern wie dem Trivago-Gründer Rolf Schrömgens, Raul Krauthausen von Sozialhelden, Johannes Korten von der GLS Bank, Franziska Schaefermeyer von Tengelmann Ventures oder dem Gründer von Betterplace, Till Behnke.

Übrigens berechtigen die Tickets zur Teilnahme an beiden Events. Das macht die Entscheidung, was man sich anschaut, natürlich nicht leichter.

Die Startup-Szene im Ruhrgebiet entwickelt sich – nicht zuletzt dank Deiner Aktivitäten – ganz großartig. Wofür brauchen wir da überhaupt so ein mega Event?

Gerade weil so ein mega Event bisher noch gefehlt hat!

Wenn man mal die letzten zwei Jahre zurückblickt, ist es wirklich unglaublich, was sich in Sachen Startupszene Ruhrgebiet entwickelt hat. Mittlerweile hat sich ja schon einiges an festen Eventformaten wie den Fuckup Nights, Eurem Startup Kickern, den Startup Nights oder BizSlam etabliert. Dazu gibt’s eine ganze Reihe an kleineren Networking-Veranstaltungen und Gründerstammtischen.

Aber ein großes Event, das auch Strahlkraft über die Ruhrgebietsgrenzen hinaus hat, das Startups, Unternehmen und Konzerne der Region gleichermaßen begeistert, das auch den NRW-Wirtschaftsminister dazu veranlasst, die Schirmherrschaft zu übernehmen – das hat unserer Meinung nach noch gefehlt, um hier im Ruhrpott mal wirklich ein Zeichen zu setzen, dass wir es ernst meinen der Startup-Szene Ruhr.

Erklärtes Ziel ist es, neben vielen Startups auch Vertreter einiger Konzerne und mittelständischer Unternehmen dabei zu haben. Wie stellt ihr sicher, dass die Vernetzung funktioniert?

Um für die Speeddatings die angemeldeten Startups mit Investoren oder Corporates möglichst passend zu matchen, haben wir einerseits direkt mit Vertretern der Investoren/Corporates gesprochen. Andererseits haben wir bei der Registrierung der Startups einiges an Informationen abgefragt. Dazu gibt es einen separaten Raum, wo sich die Beteiligten in Ruhe austauschen können. Ob und was dabei herumkommt, das hängt sicherlich auch immer noch von anderen Faktoren ab als den bloßen Fakten. Alles ist möglich.

Die Agenda auf http://summit.ruhr sieht so aus, als ob es wenig Freiraum für Gespräche unter den Gästen gibt. Habt ihr vor oder nach dem Summit die Möglichkeit eingeplant sich besser kennen zu lernen und gemeinsam Projekte anzustoßen?

Na klar! Networking sehen wir als einen ganz wichtigen Bestandteil des RuhrSummits. Am Abend vor dem Summit bieten wir den angemeldeten Startups an, sich beim Pub Crawl durch die Bochumer Kneipenszene schon mal ganz entspannt kennenzulernen. Dafür kann man sich übrigens per Mail an pubcrawl@summit.ruhr anmelden. In der Mittagspause kann man auch ganz wunderbar netzwerken. Aber die richtig große Networking-Party steigt dann nach dem Konferenz-Programm mit Musik und kühlen Getränken.

Carmen, vielen Dank das Du Dir die zeit für dieses Interview genommen hast. Wir sind am 28.07. auf jeden Fall in Essen dabei!

Als kleine Einstimmung, hier noch das Teaser-Video mit Carmen Radeck:

Erwartungen des Mittelstands an Startups

Am Mittwoch dem 25.05.2016 fand in Dortmund die zweite Warm Up Sessions des Impact Hub Ruhr statt. Dazu hatten die Initiatoren aufgerufen, eine Wunschliste von Startups an das Ruhrgebiet zu verfassen. Nachdem mich die Einladung erreicht hat, ist mir sofort klar gewesen, dass ich das so nicht stehen lassen möchte. Darum habe ich im Rahmen der Warm Up Session eine kurze Präsentation mit Erwartungen die Mittelständler an Ihre Kooperations- und Geschäftspartner haben gehalten.

Mein Ziel war es, einmal darauf aufmerksam zu machen wo einige der Probleme bei der Zusammenarbeit von Startups und Mittelstand liegen. Ich bekomme immer wieder das Feedback, dass eine Stärke des Ruhrgebiets die Tatsache ist, dass hier viele Startups aus dem B2B Umfeld tätig sind. Und diese Startups suchen sehr häufig nach Auftraggebern und Kooperationen. Anders als viele B2C Startups, ist eine mehr oder weniger große Finanzierungsrunde hier nicht das allerwichtigste Ziel.

Warum kommt es aber noch so selten zu Kooperationen, Aufträgen und enger Zusammenarbeit zwischen etablierter Wirtschaft und Startups? Meiner Meinung nach liegt dies unter anderem daran, dass Mittelständler und Konzerne ganz bestimmte Erwartungen an Geschäfts- und Kooperationspartner haben. Gleichzeitig herrscht zu vielen dieser Erwartungen jeweils eine Annahme, die (vorgeblich) belegt, dass die Erwartung von einem Startup einfach nicht erfüllt werden kann. Ich habe mir im Rahmen meiner Präsentation 4 Erwartungen und die jeweilige Annahme herausgegriffen.

NUMMER 1)

Erwartung: Verbindlichkeit

Mittelständler erwarten Verbindlichkeit. Absprachen sollen eingehalten werden, Verträge (auch solche die mündlich geschlossen werden) müssen Bestand haben und Abweichungen von ursprünglichen Vereinbarungen und/oder Aussagen sollten gut überlegt und kommuniziert werden.

Der Mittelstand ist unter anderem auf Grund der Annahme groß geworden, dass Verbindlichkeit einer der höchsten Werte ist. Alte Kaufleute besiegeln Verträge nicht umsonst sehr gerne nur mit einem Handschlag. Schriftliche Vertragswerke dienen dabei eher dazu, eine verbindliche gemeinsame Basis zu haben und Mißverständnisse zu vermeiden.

Annahme: Scheitern in den Genen

Ein wesentlicher Aspekt des Startup Lebens ist es, das mögliche Scheitern einer Idee bzw. eines Geschäftsmodells immer in Betracht zu ziehen und zu akzeptieren wenn es so ist. Eigentlich ist das ein guter Punkt und Startups sollten sich diesen nicht nehmen lassen.

Dennoch ist es wichtig, wenn man als Startup einen Mittelständler für sich gewinnen möchte, deutlich zu machen wie die aktuelle Situation ist. Ist das Startup schon gut finanziert und eine Pleite ist eher nicht absehbar? Wie weit ist die Entwicklung des Geschäftsnmodells vorangeschritten? Ist bereits klar, dass die Idee so groß werden kann, dass man als Startup überleben kann? Welche Dinge benötigt das Startup in der Zusammenarbeit mit dem Mittelständler, um sicherstellen zu können, dass gegebene Zusagen eingehalten werden?

Alle diese Punkte dienen dazu, das Vertrauen zwischen beiden Seiten zu stärken. Offene Kommunikation hilft dabei, dem mittelständischen Unternehmen die Angst vor einem Scheitern des Startups und damit des Kooperationsprojektes zu nehmen.

Nummer 2)

Erwartung: Das muss funktionieren

Aus langer Erfahrung heraus, gehen Mittelständler davon aus, dass ein Produkt welches sie einsetzen von Anfang an tadellos funktionieren muss. Es geht nicht, dass beim Kunden im Betrieb weiter entwickelt wird. Mittelständler haben wenig Zeit, neue Dinge auszuprobieren und sind stark davon abhängig, dass eine bestellte Leistung direkt nach dem Rollout zu 100% funktioniert. Tests werden im Vorfeld sicherlich dann akzeptiert, wenn es sich um eine stark individualisierte Lösung handelt. Aber wenn ein Produkt als Einsatzbereit ausgerollt wird, dann sollte es alle Anforderungen erfüllen!

Annahme: Startups liefern unfertige Produkte

Auf Grund der agilen Arbeitsweise vieler Startups, hat sich die Meinung gefestigt, dass man als erstes ein MVP (Minimum Viable Product) oder eben das auf der Minimalanforderung bestehende Produkt ausrollen sollte. Auch das ist auf Grund der begrenzten Ressourcen und wichtiger Erkenntnisse bei der Entwicklung komplexer Software richtig. Auch für stark Hardware lastige Produkte gilt dieses Prinzip im Grunde genommen uneingeschränkt.

Es nützt aber nichts, wenn diese Strategie verfolgt wird ohne den Kunden einzubinden. Hier hilft agiles Projektmanagement sehr weiter. Der Kunde sollte von Seiten des Startups darüber unterrichtet werden, wie das Startup arbeitet und vor allem warum es das auf diese Art und Weise tut. Mittelständische Unternehmen sind hoch effizient arbeitende Einheiten, in denen sich die Erkenntnis das komplexe Produktentwicklung am besten im Team geschieht schon lange durchgesetzt hat. Es darf eben nur nicht der Eindruck entstehen, man würde als Startup auf dem Rücken des Kunden die eigene Produktentwicklung vorantreiben.

Nummer 3)

Erwartung: Meine Geschäftspartner sollen über professionelle Strukturen verfügen

Effektives arbeiten ist für Mittelständler extrem wichtig. Die Geldreserven sind nicht unendlich und Zeit steht in keinem mittelständischen Unternehmen in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Am besten arbeitet es sich der Erfahrung nach mit Partnern zusammen, die eine professionelle und vollständige Struktur mit in gemeinsame Projekte einbringen. Eine hohe Fluktuation und ständig wechselnde Ansprechpartner werden dabei als störend wahrgenommen. Wenn bestimmte Rollen innerhalb eines Projektteams gar nicht erst ausgefüllt werden können, ist das eigentlich ein so großer Minuspunkt, dass eine Zusammenarbeit gar nicht erst zu Stande kommt.

Annahme: Unvollständige Teams

Das das Team bei der Gründung eines Startups ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Und trotzdem kommt es in Startup Teams immer wieder zu Engpässen, auf Grund fehlender fachlicher Eignung oder Erfahrung.

Mittelständler gehen davon aus, dass die allermeisten Startups mit einem nicht vollständigen Team starten. Und diese Annahme stimmt auch eigentlich immer. Zumindest dann, wenn man jeder Funktion eine einzelne Person zuweisen möchte. Diese Art der Arbeitsorganisation funktioniert ganz besonders in kleinen Teams von vorneherein nicht. Hier übernimmt jeder Mitarbeiter mehr als eine Aufgabe und diese dürfen sich gerne auch einmal überschneiden.

Wie geht man aber nun als Startup damit um, dass man dem Kunden kein zu 100% vollständiges Team präsentieren kann? Mit offener Kommunikation und gutem Projektmanagement. Auch hier helfen agile Methoden, bei denen nach außen hin gegenüber dem Kunden ein Ansprechpartner für alle Anforderungen zur Verfügung steht. Wie die Organisation nach Innen erfolgt, ist dann immer noch wichtig, aber immerhin nimmt der Kunde eventuelle Umstrukturierungen und Mitarbeiterwechsel nicht mehr als so stören wahr. Trotzdem sollten diese Veränderungen immer im Vorfeld offen kommuniziert werden. Auch hier lautet das Stichwort: VERTRAUEN!

Nummer 4)

Erwartung: Gewinnorientierung

Verstehen Sie diesen Punkt nicht falsch. Auch Mittelständler arbeiten Gewinnorientiert und sind auf Wachstum angewiesen. Dieser Punkt stellt als keine Grundsatzdiskussion über unser Wirtschaftssystem dar.

Vielmehr geht es darum, dass Mittelständler mit jedem einzelnen Projekt einen Gewinn erzielen müssen. Das muss nicht immer ein finanzieller Gewinn sein, aber der Nutzen sollte immer ganz klar im Vordergrund stehen. Dabei gehen Mittelständler davon aus, dass es einem Startup nicht unbedingt um den kurzfristigen Gewinn innerhalb eines Projektes geht.

Annahme: Es geht um hohe Finanzierungen

Augenscheinlich herrscht in vielen Startups die Meinung vor, dass man durch den Gewinn vieler Kunden und die Präsentation eines hohen Umsatzes auch dann einen Investor findet, wenn man gar nicht effizient und auf das jeweilige Projekt bezogen gewinnorientiert arbeitet. Diese Beobachtung, der man sehr leicht erliegen kann, wenn man die einschlägige Berichterstattung verfolgt, ist für eine längerfristige Kooperation extrem schädlich. Wenn der mittelständische Unternehmer davon ausgeht, dass das Startup nur hohe Zahlen, aber keine echten Erfolge vermelden möchte, schadet das dem Vertrauen und der Zusammenarbeit.

Was hilft da? Kommunikation, Vertrauen, Offenheit und immer ehrliche Worte. Denn auch dieser Punkt ist nur durch Vertrauen zu beseitigen. Nur wenn das Startup deutlich macht, warum es viel eher nach langfristgen erfolgreichen Partnerschaften sucht als nach dem schnellen Geld durch einen Investor, hat der Mittelständler eine Chance Vertrauen zu fassen und die Zusammenarbeit zu forcieren.

Über allem steht Vertrauen

Ich denke jedem Leser dürfte klar geworden sein, was bei der Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups am allerwichtigsten ist. Nämlich Vertrauen!

Meiner Meinung nach liegt hier die Verantwortung bei den jeweiligen Startups. Diese müssen deutlich machen, warum viele Vorurteile so nicht zutreffend sind und das man mit dem jeweiligen Team sehr gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Dazu sind einige Gespräche erforderlich, in denen klar wird welche Ziele das Startup verfolgt und wo der Weg hingehen soll.

Am 25.05. haben viele der anwesenden Mitarbeiter aus mittelständischen Unternehmen meine Thesen bestätigt. Also liebe Startupler: Ran an den Ball, Vertrauen schaffen!