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re:publica 2016 #rpTEN (Teil 3 von 3)

Tag 3 – 04.05.2016

Was habe ich mir vorgenommen?

Der dritte Tag war mein letzter Tag in Berlin. Ich musste also am Morgen zunächst dafür sorgen, dass mein Gepäck ordentlich verstaut wird und ich dieses am Abend vor der Abfahrt wieder einsammeln kann. Auch für diese Herausforderung haben die Veranstalter eine Lösung geschaffen, denn es gibt eine kostenlose Möglichkeit sein Gepäck abzugeben. Das hat wirklich hervorragend funktioniert.

Was war aber nun für den Tag geplant?

  • #Schichtwechsel. Arbeiten ohne Hierarchien – Wer gibt hier eigentlich den Ton an. Da war ich leider nicht dabei. Die Gepäckabgabe hat etwas gedauert.
  • Make it Simple. Strukturen schaffen für die Arbeit 4.0. Da war ich nicht dabei.
  • Partizipation X – Collaboration, Cooperation oder Hierarchie 2.0. Da war ich dabei.
  • Hacking the Fördersystem. Da war ich auch nicht dabei. Fand ich dann doch nicht so interessant.
  • #Schichtwechsel: Existenzängste oder neue Freiräume? Da war ich dabei.
  • Macht Digitalisierung verwundbar? Da war ich (leider) dabei.
  • Klassenkampf der Roboter. Werden die Produktionsmittel uns enteignen? Da war ich nicht dabei.
  • #Schichtwechsel: Wie schlaue Algorithmen die Beziehung zwischen Menschen und Marken verändern. Da war ich nicht dabei.

Was habe ich geplant, zusätzlich und stattdessen mitgenommen?

Tja. Irgendwie habe ich an diesem Tag nicht viele Sessions besucht die ich mir vorgenommen hatte. Trotzdem war der Tag gut gefüllt.

04.05.2016 10:00 Uhr – Liquid Democracy: “Operation gelungen, Patient tot?”

Liquid Democracy war oder ist ein Projekt und ein Stück Software das in der Piratenpartei dazu genutzt werden sollte, die demokratische Meinungsbildung und die Mehrheitsfindung ständig zu ermöglichen und so einen maximalen Grad an Demokratie innerhalb und außerhalb der Partei zu erzielen. Ich selber habe Teile dieses Prozesses mitgemacht und versucht mit zu bestimmen. Leider ist das Projekt aktuell nicht als gelungen zu bezeichnen.

Genau darum und auch darum, wo die Ursachen für das Scheitern zu suchen sind, drehte sich die Session. Anja Adler schreibt ihre Doktorarbeit genau zu diesem Thema und hat den Zuschauern einen guten Überblick geliefert. Leider ist sie nicht ganz bis zum Ende Ihres Vortrages vorgedrungen, da die Zeit etwas knapp bemessen gewesen ist 😉 …

04.05.2016 10:30 Uhr – Partizipation X – Collaboration, Cooperation oder Hierarchie 2.0.

Es blieb direkt politisch. In dieser Session berichteten eine Bürgermeisterin und ein Bürgermeister aus der Region Hannover darüber, wie sie mit digitalen und analogen Hilfsmitteln versuchen, die Bürger Ihrer Städte stärker in die Entscheidungsfindung einzubinden und so die Lokalpolitik demokratischer und transparenter zu gestalten.

Die beiden haben einen wirklich guten Vortrag aufgebaut, in dem deutlich wurde wo die größten Herausforderungen liegen. Auch vor aktuellen Themen wie der vorgeblichen Radikalisierung unserer Gesellschaft haben die beiden nicht Halt gemacht. So konnten die Zuhörer sehr gut erkenne, wo die Schwachstellen liegen und warum Partizipation, Kollaboration und flache Hierarchien in der Lokalpolitik (und sicherlich auch auf Landes- und Bundesebene) gut funktionieren können.

04.05.2016 12:30 Uhr – #Schichtwechsel: Existenzängste oder neue Freiräume?

Diese Session fand im Meetup Bereich statt und war als offene Diskussionsrunde angelegt. Ellen Kuder von Microsoft Deutschland hat mit einigen Fragen an das Thema herangeführt. Die offene Art und Weise hat zu einem Gedankenaustausch geführt, den die Teilnehmer sogar noch über das Ende der Session hinaus fortgesetzt haben.

Die Fragestellung zielte darauf ab, ob wir durch Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz Freiräume gewinnen oder doch eher Angst um unsere Existenz haben sollten. Im Kreis der Teilnehmer wurde dieses Thema extrem differenziert gesehen. Die einen waren sehr positiv eingestellt und sehen eher, dass die Chancen überwiegen. Wenn wir es denn schaffen, unsere Gesellschaft und auch die Sozialsysteme umzubauen. Andere Teilnehmer, vornehmlich die jüngeren, haben das ganze mit sehr viel mehr Skepsis diskutiert und glaubten einfach nicht daran, dass unsere Gesellschaft so Tranformationsfähig ist, wie sie es sein müsste um den Wandel positiv zu gestalten.

Diese Fragestellung und alles was sich an Konsequenzen daraus ergibt, kann man einfach nicht in 30 oder auch 60 Minuten zu Ende diskutieren. Vielleicht schaffen wir es ja mal in Dortmund eine Diskussion dazu zu organisieren und lassen dabei möglichst viele Menschen zu Wort kommen.

04.05.2016 13:45 Uhr – Macht Digitalisierung verwundbar?

Gleich vorweg: Das war eine der enttäuschendsten Sessions überhaupt.

Es handelte sich dabei wieder um einen Lightning Talk, der sich eigentlich um eine gute Fragestellung drehte und somit das Potential gehabt hat, interessant zu werden. Leider hat der Moderator und Session Geber die ganze Zeit auf ein ganz bestimmtes Ergebnis hin moderiert und wenig Spielraum für eine andere Richtung gelassen. Am Ende führte dies tatsächlich dazu, dass die Diskussion für keinen Teilnehmer zufrieden stellend verlaufen ist. Der Moderator hat dies auch selber gemerkt, sich dafür entschuldigt und dann auch noch dafür bedankt, da ihm die Diskussion extrem weiter geholfen habe. Er war wahrscheinlich zufrieden, weil seine Moderation dazu geführt hat, dass seine Meinung zur Fragestellung nicht widerlegt wurde 😉 …

04.05.2016 15:00 Uhr – Klassenkampf der Roboter

Jetzt kommt es! Mein absolutes #rpTEN Highlight :-).

Mads Pankow hat wirklich abgeliefert. Seine Session über den Klassenkampf der Roboter war aus meiner Sicht die beste Session der #rpTEN. Zugegeben: ich habe lange nicht alle Sessions ansehen können. Aber ich beurteile das ja auch nur rein subjektiv 😉 …

Leider gibt es nirgendwo eine Aufzeichnung der Session, so das ihr nicht miterleben könnt wie Mads erklärt, warum Roboter und KI eben nicht die befürchteten Gegner unserer intelligenten Zivilisation sind. Er versteht es ganz hervorragend, anhand vieler Beispiele, zu erläutern das Roboter und künstliche Intelligenz nicht wirklich intelligent sind, sondern nur durch Algorithmen und reine Mathematik zu guten Ergebnissen kommen. Abstraktion, Kreativität und vernetztes denken sind nicht deren Stärke. Somit sind sie auch nicht wirklich intelligent, sondern lösen Aufgaben durch reine Rechenleistung.

Das Beispiel des Supercomputers Watson, der bei Jeopardy! gewonnen hat, ist dabei besonders einleuchtend. Watson nimmt einfach die Fragestellung (bzw. in diesem Fall die Antwort) und analysiert den entsprechenden Satz. Anahnd der Satzstellung wird herausgefiltert, was der Kern der Aussage ist. Nun geht es an die Datenanalyse. Massenweise Datenbanken und Wörterbücher werden durchsucht und analysiert. Aus den verfügbaren Daten und Querverweisen wird die wahrscheinlichste Antwort mit Hilfe von Mathematik bestimmt und die Antwort wird gegeben.

Zugegeben: Das ist beeindruckend und zeigt, dass wir unseren Evolutionären Vorsprung nicht durch reines Wissen behaupten können. Das Beispiel zeigt aber eben auch, dass Watson (und alle anderen Supercomputer genau so) nicht denkt, sondern lediglich rechnet.

Wenigstens das Beispielvideo das Mads Pankow als lustigen Einstieg genutzt hat, möchte ich hier nicht vorenthalten.

Besonders das Exemplar, welches im Video versucht Türen zu öffnen, hat es in der Session zu einiger trauriger Berühmtheit geschafft. Warum kann der Roboter die Tür nicht öffnen? Weil er nicht aus gesehenem lernt, wie die Tür geöffnet wird. Ob sie nun nach Innen oder Außen aufgeht ist entscheidend, für den Roboter aber nicht erkennbar. Wir Menschen können diese Tatsache abstrahieren und nach einmaligem zugucken bekommen es selbst kleine Kinder hin, eine Tür immer zuverlässig zu öffnen…

Also. Wir dürfen a) beruhigt sein und b) kräftig nach der Aufzeichnung der Session suchen. Denn gucken und zuhören lohnt sich hier wirklich!

04.05.2016 15:30 Uhr – Landwirtschaft 4.0

Als auf dem Land aufgewachsener Mensch, musste ich mir diese Session einfach ansehen. Und es hat sich gelohnt.

Der Session Geber hat einen guten Überblick über die Möglichkeiten moderner Landwirtschaft gegeben. Wie mit Hilfe von Satellitenaufnahmen, Bodenproben und GPS Centimeter genau gedüngt und ausgesäät werden kann, hätte ich vor der Session nicht wiedergeben können. Auch jetzt bin ich ganz sicher kein Spezialist, habe mir aber die Möglichkeiten der Digitalisierung in einem wichtigen Wirtschaftszweig angesehen und verstanden. Faszinierend!

Mein Fazit zu Tag Nummer drei

Er war kurz. Aber intensiv. Und voller toller Sessions.

Kurz war er wirklich, der Tag Nummer drei. Zumindest der Teil, den ich auf der #rpTEN verbringen konnte. Denn irgendwie hatte ich nicht bedacht, dass eine Rückfahrt am nächsten Morgen vielleicht etwas geschickter wäre, um wirklich den vollen Tag auszunutzen. Das mache ich beim nächsten Mal anders.

Ansonsten hat es aber auch an Tag 3 Spaß gemacht und ich konnte eine ganze Menge lernen. Mein Highlight der drei Tage: “Klassenkampf der Roboter”. Absoluter Hammer Vortrag. 🙂

Ach ja. Am Ende, im Zug, habe ich mich dann doch geärgert, eine Session zum Thema WLAN im ICE verpasst zu haben, die von der Deutschen Bahn angeboten wurde. Dann hätte ich eventuell verstehen können, warum mein LTE im fahrenden ICE wesentlich besser funktioniert hat als das angebotene WLAN. Aktuell erschließt sich mir diese Tatsache nicht wirklich.

Das war sie also. Die #rpTEN.

Jetzt ist sie vorbei. Viel länger hätte ich mich auch nicht mehr mit Wissen vollpumpen lassen können ;-). Im Kalender habe ich mir die Tage Anfang Mai 2017 bereit rot markiert. Ich bion auf jeden Fall wieder dabei. Dann nicht mehr als absoluter Newbie.

Alles in allem bin ich wirklich zufrieden. Ein bisschen Planung im Vorfeld war durchaus sinnvoll, auch wenn ich lange nicht alle Pläne realisiert habe. Ich habe eine Menge gelernt und tolle Menschen kennen gelernt. Also: Vielen Dank liebe Organisatoren! Das war Hammer!

 

Beitrags Foto: re:publica/Gregor Fischer CC BY 2.0

re:publica 2016 #rpten (Teil 2 von 3)

Hier ist er nun also. Beitrag zwei von drei zur #rpTEN. Wieder mit vielen Highlights und spannenden Sessions. 10

Tag 2 – 03.05.2016

Was habe ich mir vorgenommen?

Auch für Tag 2 gilt: Ich konnte mich im Vorfeld nicht entscheiden und habe deshalb viel zu viele Sessions parallel geplant. Was ich dann mitgenommen habe, unterscheidet sich auch an Tag 2 stellenweise deutlich von meiner Planung.

  • Cargo Kulte von Gunter Dueck. Da war ich (mit hohen Erwartungen) dabei.
  • Wissensvermittlung im Netz – Was tun wenn’s kompliziert wird? Da war ich nicht dabei. Aber das Video solltet ihr euch ansehen!
  • Ad-Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung. Da war ich (nicht komplett) dabei.
  • Influencer Marketing. Oder: “Ich freue mich riesig, wenn ihr mich unterstützt…” Social Media Reichweite als vermarktbares Gut. Da war ich nicht dabei.
  • Listen to me, Baby. Da war ich nicht dabei.
  • Die pubertäre Gesellschaft und das Netz. Da war ich (zum Glück) dabei!
  • Kurzvortrag agile Projektentwicklung: Next Generation DB Navigator und Facelift Bahn.de. Da war ich kurz dabei, konnte aber nichts verstehen (akustisch).
  • Free Bitcoins!!1! Click here! Da war ich nicht dabei.
  • The Dark side of Digitization: What if the System doesn’t work? Da war ich nicht dabei.
  • Some like it Flat. Können Partizipation und Demokratie im Unternehmen funktionieren? Da war ich dabei, die Frage wurde aber nicht beantwortet.
  • Virtuell und digital sind real. Wie digitale Interaktionen stattfinden und uns verändern. Da war ich nicht dabei.
  • Wird es das Auto bald kostenlos dazu geben? Da war ich dabei. Beängstigend wie langsam unsere Autohersteller sind.
  • Faire Plattformökonomie. Geht das? Da war ich dabei.
  • How to become a Media Startup. Da war ich nicht dabei.
  • DIY Workshop: Create professionell Video Content with your Smartphone. Da war ich nicht dabei.

Was habe ich geplant, zusätzlich und stattdessen mitgenommen?

Auch für den zweiten Tag stellt sich die Frage danach, was ich dann am Ende tatsächlich gemacht habe. 🙂

03.05.2016 10:00 Uhr – Cargo Kulte

Das war recht ernüchternd. Meine Erwartungshaltung war sehr hoch gesteckt. Immerhin kam diese Session von Gunter Dueck, der sein Geld (nach eigener Aussage) damit verdient Vorträge zu halten. Unterhaltsam war es. Erhellend eher nicht. Vielleicht sind ja diese Top Speaker irgendwie selbst Cargo-Kulte?

Wer mit dem Begriff Cargo-Kult nichts anfangen kann, der kann sich gerne mal das Video zur Session ansehen. Alle anderen natürlich auch. Ich bin gespannt was ihr dazu sagt.

03.05.2016 11:15 Uhr – AdWars. Ausflug in die Realität der Online-Werbung

Diese Session hatte ich auf dem Plan, weil ich mir unbedingt einmal den aktuellen Online Werbemarkt näher anschauen möchte. Die Session sollte der Einstieg dazu sein und hat diesen Effekt (zumindest teilweise” erfüllt.

Die beiden Session Geber haben zunächst einen guten Überblick über den aktuellen Werbemarkt im Internet gegeben. Daran anschließend haben Sie sehr detailliert aufgeschlüsselt wie Werbung im Netz verteilt wird und welche großen Werbenetzwerke es gibt (es sind nicht viele!). Daraus resultiert natürlich zum einen eine gewisse Abhängigkeit der Werbetreibenden. Zum anderen müssen die potentiellen Kunden (diejenigen an die die Werbung ausgestreut wird) durch die Betreiber der Werbenetzwerke vor Mißbrauch geschützt werden. Und besonders letzteres geschieht nicht, wie man anhand zweier Beispiele während der Session erleben konnte.

Die Sessiongeber hatten (harmlosen) “Schadcode” in die Werbenetzwerke eingeschleust, mit dem sie beweisen konnten, das keines der getesteten Netzwerke auch nur minimalen Schutz vor dem verbreiten schädlichen Codes bietet. So könnten sowohl Werbetreibende als auch Hacker die Werbenetzwerke nutzen um einer großen Anzahl an Benutzern erheblichen Schaden zuzufügen.

Auf der Session Seite findet ihr das Video. Manchmal war die Session etwas langatmig. Aber immer sehr informativ.

03.05.2016 12:30 Uhr – Die pubertäre Gesellschaft und das Netz

Ich sage es gleich vorweg: Diese Session war eines meiner #rpTEN Highlights. Unglaublich wie gut Friedemann Karig die 30 Minuten genutzt hat um den digitalen Wandel der Gesellschaft am Beispiel pubertierender Jugendlicher zu verdeutlichen.

Ich kann euch nur sehr dringend empfehlen, das Video in voller Länge anzusehen. Die Parallelen sind wirklich sehr gut gelungen und Friedemann Karig schafft es, diese auf eine sehr kurzweilige Art und Weise zu präsentieren. Hut ab für diese Session!

03.05.2016 13:45 Uhr – Some like it Flat. Können Partizipation und Demokratie im Unternehmen funktionieren?

Bei dieser Session handelte es sich um einen sogenannten Lightning Talk. Diese sind im Rahmen der re:publica als kurze Impulsvorträge mit anschließendem Austausch unter den Teilnehmern angelegt. Der Kreis ist dabei recht klein gewählt, so dass wir ca. 20-25 Zuhörer und Teilnehmer waren.

In diesem Lightning Talk ging es um ein Pilotprojekt zu Partizipation in Unternehmen. In sofern war die Überschrift nicht gut gewählt, da diese erwarten ließ das die Vortragende bereits ein wenig mehr Erfahrung und Wissen zu dem Thema hat. So war die Diskussion zwar sehr gut, aber hat nicht alles gehalten was zu erwarten gewesen ist.

Da die Lightning Talks aber eben diesen starken Fokus auf Austausch und Diskussion haben, hat das der Qualität keinen Abbruch getan. Viele der Teilnehmer haben einen Beitrag zur Diskussion geleistet und so konnten wir alle einen guten Überblick über Erfahrung und Meinungen bekommen.

03.05.2016 15:00 Uhr – Wird es das Auto bald kostenlos dazu geben?

Diese Frage kommt aus dem Daimler Konzern. Auch bei dieser Session handelte es sich um eine kleine Diskussionsrunde mit ca. 30 Teilnehmern.

Die Fragestellung zielte darauf ab, herauszufinden welche Services im und am Auto sich zukünftige Autofahrer vorstellen könnten, für die sie dann Geld bezahlen. Ein Beispiel war die höhere Geschwindigkeit bei Bedarf auf Knopfdruck. Ein anderes, das Bezahlsystem das im Drive In oder im Parkhaus automatisch bezahlt, einfach durch Handauflegen auf das Lenkrad.

Mir persönlich hat die Art und Weise wie die Beispiele vorgetragen wurden und wie die Fragestellung formuliert gewesen ist ein bisschen “Angst” gemacht. Die Automobilindustrie ist eine Schlüsselindustrie in Deutschland. Wenn ein so renommierter Hersteller wie Daimler keine Ideen hat, die über die Fragestellung hinaus geht ob es das Auto bald kostenlos dazu gibt, dann ist das meiner Meinung nach (leider) symptomatisch für die recht flache Lernkurve dieser Konzerne. Vielleicht nimmt man sich ja mal ein Beispiel an der Deutschen Bahn?! 😉

03.05.2016 16:15 Uhr – Faire Plattformökonomie. Geht das?

Endlich mal wieder eine Session in Saal 3. Nach dem ich dort quasi den kompletten ersten Tag verbracht hatte, habe ich das am zweiten Tag schon vermisst 😉 …

Die Session mit dem Titel “Faire Plattformökonomie” war wieder als Diskussionsrunde angelegt. Auf dem Panel anwesend waren Thorben Albrecht (Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Klaus Müller (Oberster Verbraucherschützer), Lena Schiller Clausen (Autorin), Juliane Leopold (Journalistin), Nikita Fahrenholz (CEO und Co-Founder Book a Tiger). Die Besetzug war also recht hochkarätig und vor allem sehr gut differenziert besetzt. Die Sichtweise von Politik und Verwaltung traf auf den Verbaucherschutz und beide auf starke Befürworter der Plattformökonomie. Dadurch wurden die Differenzen sehr gut deutlich.

Zu Recht gab es am Ende der Session, im Rahmen der allgemeinen Fragerunde, eine Beschwerde das die zu Tage tretenden unterschiedlichen Sichtweisen nicht stark genug ausdiskutiert wurden. Den Panel-Teilnehmern wurd eine Art Kuschelkurs vorgeworfen, den man so von der re:publica nicht kenne. Ob das so stimmt und ob es zielführender gewesen wäre, sich die Köpfe einzuschlagen kann ich nicht beurteilen… 😉

03.05.2016 Am Abend

Der zweite Tag der re:publica war für mich ein wenig verkürzt. Ich war bei einem Freund zu Gast, der mich am Abend zum segeln mitgenommen hat. War auch mal eine coole Erfahrung: 🙂

Fazit zum zweiten Tag

Der zweite Tag war für mich ähnlich intensiv wie der erste. Es gab wenige Freiräume für Pausen, da ich jede einzelne Pause für Gespräche und den Austausch mit anderen Gästen genutzt habe. Der Vortrag von Friedemann Karig war eines meiner ganz persönliches #rpTEN Highlights und hat mich wirklich begeistert.

Beitrags Foto: re:publica/Gregor Fischer CC BY 2.0

re:publica 2016 #rpTEN (Teil 1 von 3)

Die re:publica hat in diesem Jahr in Ihrer 10 Auflage stattgefunden. Ursprünglich einmal als Bloggerkonferenz gestartet, trifft sich dort heute alles was irgendwie mit der Netzszene und digitalen Themen zu tun hat. Ich hatte den Besuch auf der re:publica bereits in den letzten Jahren immer wieder ins Auge gefasst, konnte diesen aber erst in diesem Jahr realisieren.

Plan und Wirklichkeit

Als ich mein Ticket für die diesjährige re:publica gekauft habe, standen noch lange nicht alle Sessions fest. Deshalb war mir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich bewusst, was da auf mich zukommt und wie viele Möglichkeiten sich mir bieten würden.

Eine Woche vor dem Start am 02.05.2016 habe ich mich eingehenden mit den verschiedenen Themen beschäftigt. Dabei musste ich feststellen, dass ich mit den 524 angebotenen Sessions sowie den zusätzlich an den Messeständen einiger Sponsoren und an den Abenden stattfindenden Veranstaltungen leicht überfordert bin. Aus diesem Grund habe ich mir im Vorfeld einen detaillierten Plan gemacht, an den ich mich halten wollte.

Leider hatte diese Plan eine äußerst entscheidende Schwäche: Das Themenangebot war dermaßen vielfältig, dass es mir sehr schwer gefallen ist Entscheidungen zu fällen. Also sah der Plan an sehr vielen Stellen parallele Besuche von zwei oder mehr Sessions vor. Die Planung war also direkt dazu verdammt zu scheitern. 😉

Ich liste im Folgenden einfach mal aus, was ich an den jeweiligen Tagen geplant habe und was ich dann tatsächlich umsetzen konnte.

Tag 1 – 02.05.2016

Was habe ich mir vorgenommen?

  • Die 5G Stadt – Eine Diskussionsrunde mit verschiedenen Teilnehmern, die sich mit der Schaffung eines Gigabit Netzes auf Basis des 5G Standards beschäftigte. Daran haben ich teilgenommen.
  • Tipps für das #rpTEN Networking – Der Titel sagt alles. Ich bin nicht dabei gewesen.
  • #Schichtwechsel: Hilfe die Roboter kommen – Bedrohung, Invasion oder Chance? Da bin ich dabei gewesen.
  • Reset #Digitalebildung! Warum unsere Ansprüche komplett falsch sind. Sehr ärgerlich, denn da war ich nicht dabei!
  • Things to remember – Erinnerungsdinge an der Schwelle zum Digitalen. Da bin ich nicht dabei gewesen.
  • Deutschland 16: TV going Global. Da bin ich nicht dabei gewesen.
  • Digital Storytelling – Trends, Tools, Topics. Da bin ich nicht dabei gewesen.
  • Ist die Netzneutralität in Europe noch zu retten? Da bin ich nicht dabei gewesen.
  • Mobility reloaded – Inspiring Innovation with #DBLabs. Das habe ich mitgemacht.
  • Digital Transformation or Digital Destruction? It’s not only about technology, stupid! Da war ich nicht dabei.
  • Power Play: Wie sich Games und Politik gegenseitig verändern. Da war ich nicht dabei.
  • 1684 statt 1984: Des Königs NSA. Da war ich nicht dabei.

Was habe ich geplant, zusätzlich und stattdessen mitgenommen?

02.05.2016 11:00 Uhr – Greenpeace Pressekonferenz zum TTIP Leak

Die Teilnahme an dieser Pressekonferenz konnte ich nicht planen. Einfach deshalb, weil die Mitteilung über die TTIP Leaks erst am Montag bekannt gemacht wurde und die Pressekonferenz – zumindest für den normalen #rpTEN Teilnehmer – sehr kurzfristig angekündigt wurde.

Sobald ich davon erfahren hatte, dass auf der re:publica die Tatsache das dieser Leak stattgefunden hat in Form eines Interviews und einer Fragerunde bekannt gegeben wird, war mir klar das ich meine anderen Pläne verschieben muss. TTIP regt mich persönlich seit langer Zeit erheblich auf. Dabei spielt der eigentliche Inhalt nur eine zweitrangige Rolle. Mir geht es in erster Linie darum, dass Verhandlungen die mit solch hoher Erwartungshaltung geführt werden, einfach nicht vor den betroffenen Menschen (unter anderem uns allen) geheim gehalten werden dürfen. Wer so weitreichend verhandelt, wie es die Verhandlungspartner propagieren und wie die Kleinigkeiten die schon in der Vergangenheit bekannt wurden nahelegen, hat die Pflicht die Bevölkerung und vor allem die gewählten Volksvertreter voll umfassend zu informieren und absolute Transparenz herzustellen.

Die Pressekonferenz an sich war keine besondere Vorstellung. Es wurde kurz darüber berichtet, was die geleakten Dokumente ungefähr beinhalten, welche Rückschlüsse Experten von Greenpeace daraus ziehen und wie es nach Meinung der Greenpeace Vertreter nun weitergeht. Alle Anwesenden konnten Fragen stellen und erste – in den letzten Tagen sehr viel detaillierter ausgeführte – Informationen wurden genannt.

Ich finde, es ist ein sehr cooles Zeichen, dass die Pressekonferenz zum Leak auf der #rpTEN stattgefunden hat. Hier steht man wohl für die notwendige Transparenz und besitzt den Mut eine große Bühne zu bieten, auch wenn mit großem Getöse zu rechnen ist.

02.05.2016 12:15 Uhr – Die 5G Stadt

Direkt im Anschluss an die Pressekonferenz fand im selben Saal die Diskussionsrunde zum 5G Netz statt. Schnelles Internet ist ein Schlüssel zum Gelingen des digitalen Wandels. Darin sind sich alle Experten einig. Wie der Weg dahin aussehen kann, ob es sinnvoll ist zunächst weiter auf Kupfertechnologie zu setzen, ob funkbasierte Netze alleine die Lösung sind und wie die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen sind, darin sind sich Experten allerdings keineswegs einig.

Die verschiedenen Ansätze und Lösungsmöglichkeiten sowie einen realistischen Zeithorizont diskutierten Experten auf der Bühne unter anderem auch mit den Zuschauern im Saal. Leider kann ich zu dem Panel kein Video finden, so dass ihr nicht sehen könnt zu welchen Ergebnissen die anwesenden Experten gekommen sind und welche Einschätzungen überwiegen.

Klar ist, alle wollen schnelles Internet. Funknetze brauchen eine gute Anbindung der verschiedenen Antennen über Glasfaser. Die Entscheidung des Bundeskartellamtes der Telekom ein Monopol auf das Vectoring Verfahren mittels Kupferleitung zu verschaffen, wird zu immensen Verzögerungen beim Ausbau der Glasfaser Netze führen und uns allen somit großen Schaden zufügen. Sowie die Zusammenfassung.

02.05.2016 13:30 Uhr – #Schichtwechsel: Hilfe die Roboter kommen – Bedrohung, Invasion oder Chance?

Auch diese Diskussion fand im Saal 3 der re:publica 2016 statt. Diskussionsteilnehmer waren Sabine Bendiek (Vorsitzende der GF Microsoft Deutschland) sowie Stefan Heumann, (Mitglied der Geschäftsführung, Stiftung Neue Verantwortung). Moderiert wurde die Diskussion von Juliane Leopold.

Die Frage ob Roboter und selbstlernende Systeme eine Bedrohung darstellen und ob wir uns durch das Vorantreiben von technologischen Standards sozusagen selber abschaffen, stellt sich an verschiedenen Stellen immer wieder. Mich persönlich interessiert dabei ganz besonders die große Bandbreite der Meinungen und warum die verschiedenen Akteure welche Argumente auf den Tisch legen. Das die Diskussion an vielen Stellen sehr stark Interessengetrieben ist, wird jedem klar sein. Wir die Interessenslage der beiden Diskussionsteilnehmer ist, wurde einem – zumindest bei Frau Bendieks – im Verlauf der Diskussion sehr deutlich vor Augen geführt.

Alles in allem fand nicht wirklich eine differenzierte Diskussion statt. Die beiden Teilnehmer waren sich recht einig darin, dass Robotik und selbstlernende Software nicht “böse” sind sondern eine Chance darstellen, die wir unbedingt nutzen sollten. Warum dies so ist, wurde nicht immer deutlich, was zu dem Eindruck geführt hat, dass hier sehr stark auf Basis wirtschaftlicher Interessenslagen argumentiert wurde. Natürlich entwickelt Microsoft an verschiedenen Stellen Systeme die selbst lernen und Aufgaben automatisch ausführen. Das diese Systeme letztendlich an den Mann und an die Frau gebracht werden müssen, ist klar.

Ich hätte mir eine differenziertere Diskussion gewünscht. Wenn wir diese Diskussion nämlich schon unter Experten nicht führen können, wird es uns nicht gelingen bestehende Ängste abzubauen und Befürchtungen ernst zu nehmen. Die Entscheidung für den Einsatz von immer mehr künstlicher Intelligenz und den Einsatz von Robotern ist schon lange gefallen. Da es sich hierbei nicht um eine Entscheidung für eine Technologie handelt, sondern um eine Entscheidung für eine grundlegende Veränderung unserer Gesellschaft, müssen wir dieses Thema viel stärker öffentlich diskutieren. Diese Chance haben die beiden Experten leider nicht wahrgenommen.

Auch zu diesem Panel konnte ich bisher kein Video finden. Ich begebe mich später noch einmal auf die Suche und liefere das Video dann ggf. noch nach.

02.05.2016 14:45 – Pitch it Baby. Virtual Reality, Hologramme, Drohnen und mehr. Medien-StartUps stellen sich vor.

Pitches finde ich immer gut und sie sind in diesem Fall ein guter Pausenfüller gewesen. Ich habe allerdings nur drei Startups “mitgenommen”. Besonders interessant war dabei die Vorstellung von “tvib”. Die Macher haben eine Technologie entwickelt mit der Werbetreibende sehr viel besser und vor allem in Echtzeit den Erfolg von Werbekampagnen im Fernsehen messen können. Dadurch wird nach Aussage der Macher, eine sinnvolle Verknüpfung von TV Werbung und Online möglich. Die bestehende Kundschaft zeigt, dass es sich hierbei um eine sehr interessante Technologie handelt die in jedem Fall Zukunft hat.

Mehr habe ich von den Pitches nicht mitgenommen, denn es war einfach mal Zeit für eine kleine Pause. 🙂

Kleine Pause – Essen auf der re:publica #rpTEN

Wer mich kennt, der weiß das ich sehr gerne gut schmeckende Dinge Esse. Solche Dinge zu finden war in Berlin gar nicht schwer. Also Daumen hoch für die vielen Gelegenheiten gutes Essen zu finden! 🙂

02.05.2016 16:00 Uhr – Mobility Reloaded. Inspiring Innovation with #DBLabs

Das die Deutsche Bahn mittlerweile sehr fortschrittlich mit Innovationen umgeht und Open Data zu einem zentralen Thema ernannt hat, weiß ich auch erst seit dem Agile.ruhr Camp vom vorletzten Wochenende. Deshalb war ich besonders gespannt auf die Session der Deutschen Bahn bzw. der drei Teams innerhalb der Deutschen Bahn, die sich mit dem Thema Innovation auseinander setzen.

Ich bin wirklich positiv überrascht, welche guten Ideen sich mit #DBLabs etabliert haben und wie sowohl intern nach Innovationen gesucht wird als auch Impulse von Außen aufgegriffen werden.

Sehr euch einfach das Video zu dieser Session an. Darin ist viel spannendes enthalten. Das kann übrigens durchaus auch eine Anregung für mittelständische Unternehmern sein. Wenn in kleineren Betrieben die Aktivitäten etwas kleiner ausfallen ist das ja nicht weiter schlimm. Hauptsache die Suche nach Innovationen geht über das übliche betriebliche Vorschlagswesen hinaus und wird auch wirklich ernsthaft betrieben. Ideen dazu liefert das Video. Oder gerne auch ein Anruf bei mir. 😉 (0151/27536121)

https://youtu.be/Kg3txFpqTZM

02.05.2016 18:30 Uhr – Wider die Herrschaft der Algorithmen! Wie bekommen wir die Kontrolle zurück?

Eigentlich hat mich der Titel dieser Session so gar nicht angesprochen. Ich mag den kritischen Umgang mit der aktuellen Entwicklung durchaus. Wenn aber der Titel eine Veranstaltung schon das erwartete Ergebnis der Diskussion widerspiegelt (in diesem Fall: Algorithmen sind doof. Wir müssen dagegen kämpfen!), dann bin ich immer etwas abgeschreckt.

In diesem Fall habe ich mich aber trotzdem dran gewagt. Denn die These zur Diskussionsrunde versprach einen interessanten Austausch:”Unser Denken ist gehackt. Suchmaschinen, Social Media und Big Data-Nudging: Algorithmen haben die Kontrolle über unseren Alltag übernommen.”

Leider begann die Diskussion mit einem viel zu lang geratenen Impulsvortrag von Prof. Dr. Gerd Gigerenzer. Sicherlich macht ein Impuls im Vorfeld einer doch recht komplizierten Diskussion Sinn. Dieser sollte aber prägnanter und besser strukturiert daher kommen, wenn er nicht direkt zu einem gelangweilten Publikum führen soll.

Die sich an den Impulsvortrag anschließende Diskussion war stellenweise sehr interessant und einige Aspekte der Diskussion haben mich zum nachdenken angeregt.

Besonders die Tatsache, dass Experten davon ausgehen, dass bestimmte Ergebnisse in Suchmaschinen durch Algorithmen so beeinflusst werden, dass zum Beispiel die Meinungsbildung im Vorfeld einer Wahl entscheidend geprägt wird, ist beängstigend und sollte einfach jedem klar sein.

Ich habe das beim gucken der aktuellen Staffel “House of Cards” noch fasziniert beobachtet und natürlich über die verschiedenen Möglichkeiten nachgedacht. Wenn man sich aber einmal vorstellt, was das im täglichen Leben mit uns machen kann, dann müssen wir da auf breiter Basis drüber diskutieren. Klar ist jedenfalls: Der eigene Medienmix und auch die Nutzung von Suchmaschinen wird immer wichtiger, wenn wir daran interessiert sind uns eine eigene Meinung zu bilden die möglichst wenig gesteuert wird.

Auch zu dieser Diskussion gibt es ein Video, dass ihr euch ansehen solltet. Stellen weise ist es zwar etwas langatmig, aber in Summe lohnt es sich die Zeit zu investieren.

Fazit zum ersten Tag

Ich muss sagen, dass mich die gesamt Atmosphäre auf der re:publica von der ersten Minute an total gepackt hat. So viele Menschen, die alle neugierig und mit offenen Augen durch die Welt (und über die #rpTEN) laufen, sieht man selten an einem Ort versammelt.

Der erste Tag war für mich super anstrengend. Zwischen den Sessions konnte ich viele Menschen treffen und interessante Unterhaltungen führen. So richtig verarbeiten konnte ich das ganze eigentlich erst am Abend und den darauf folgenden Tagen. Tag 1 war also vielleicht ein wenig zu voll gepackt, aber super interessant und echt eine Bereicherung.