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Bedeutung des 3D Druck für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands

Wahrscheinlich reicht ein kurzer Artikel mit 700 – 1200 Wörtern hier in den SteadyNews nicht dafür aus, einen tiefen Einblick in die Bedeutung des 3D Drucks für den deutschen Mittelstand zu liefern. Aber an der Oberfläche kratzen und vielleicht einen Einstieg in das Thema bieten, das geht durchaus. Und daran versuche ich mich jetzt einfach mal.

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, sprechen wir sehr oft über Computer, Robotik, den Wandel der Gesellschaft, Big Data und einige andere Themen. Die Produktion an sich spielt im Kontext der Digitalisierung durchaus auch eine große Rolle. Hier geht es oftmals um die bessere Auslastung von Maschinen, die (noch) stärkere Automation der Produktionsumgebung oder auch um die Weiterentwicklung von Bereichen der Industrie die erst in jüngster Vergangenheit mit dem Digitalen in Berührung gekommen sind.

3D Druck greift für mittelständische Industrieunternehmen an anderer Stelle. Hier geht es darum, in Zukunft (oder schon heute) befähigt zu sein, kleine individuelle Mengen bestimmter Produkte produzieren zu können oder zumindest sehr leicht Anpassungen an Standardprodukten vornehmen zu können. Auch eine ganz neue Art der Produktion wird möglich. Mir hat einmal der Inhaber eines mittelständischen produzierenden Unternehmens gesagt “wir können jetzt auch Kurven in unsere Werkstücke bauen!”. Es eröffnen sich also völlig neue Möglichkeiten und mehr Flexibilität für Innovation.

Innovation ist ein Stichwort, dass ich in den letzten Monaten – besonders im Vergleich zu Industrien in Ländern wie Israel und den USA – nicht unbedingt mit dem deutschen Mittelstand in Verbindung bringe. In unserem Sommerinterview mit Gunnar Sohn in der vergangenen Woche habe ich dazu ja schon etwas gesagt. 3D Druck ist für mich allerdings eine große Chance, den Innovationsgeist auch im industriellen Mittelstand auf ein neues Level zu heben und wesentlich höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten zu erlauben.

Warum soll aber nun ausgerechnet der zugegebener Maßen in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen steckende 3D Druck dem industriellen Mittelstand helfen? Weil er dazu verhilft, flexibler agieren zu können. Unsere Industrie lebt sehr oft von der Entwicklung aufwändiger Werkzeuge und Maschinen, die alle auf ein bestimmtes Produkt oder sogar auf ein einziges kleines Bauteil eines Produkts hin entwickelt werden. Die Expertise die unser Mittelstand in diesem Bereich vorweisen kann, verhilft zu gehörigen Wettbewerbsvorteilen die lange Zeit nur sehr schwer zu brechen gewesen sind. Und trotzdem glaube ich (und ich bin damit ganz gewiss nicht alleine), dass die gesteigerte Flexibilität und die Möglichkeit neue Dinge recht kostengünstig auszuprobieren dazu verhelfen werden, die Innovationskraft des industriellen Mittelstandes neu zu definieren.

Sogar komplexe Produkte lassen sich im 3D Drucker herstellen

Sogar komplexe Produkte lassen sich im 3D Drucker herstellen

Heute (vielleicht noch nicht heute. Aber ganz sicher irgendwann in naher Zukunft!) benötigen produzierende Unternehmen nicht mehr für jede Spezialanfertigung bestimmte Werkzeuge oder Maschinen. Mit einem 3D Drucker der auch in der Lage ist für die jeweilige Anforderung benötigte Materialien zu verarbeiten und gut ausgebildeten Mitarbeitern lassen sich zumindest bestimmte Teile eines Produkts zeitnah und flexibel erstellen. Hinzu kommt, dass bei niedrigen Stückzahlen in zunehmendem Maße der 3D Druck günstiger sein wird als bei herkömmlichen Produktionsverfahren. Innovative Mittelständler haben nun die Möglichkeit, kleine Innovationsschritte verhältnismäßig günstig umzusetzen und immer weiter zu entwickeln.

Ein Trend der ebenfalls durch den 3D Druck beeinflusst bzw. unterstützt und sehr bald sehr stark an Bedeutung gewinnen wird, ist die sogenannte Mass Customization. Dabei handelt es sich um die individuelle Veredelung bestimmter Produkte. Ein frühes Beispiel dieser individuelle Veredelung bzw. komplett individuellen Fertigung eines Produkts liefert uns MyMuesli. Dort kann jeder sein individuelle Müsli herstellen lassen oder fertige Mischungen abwandeln. Im Bereich der Fertigung sind die Beispiele sicherlich komplizierter. Aber seien es nun Lautsprecher die vom Kunden in individuellen Farben bestellt werden können oder Dekorationsartikel die in genau der passenden Größe gefertigt werden. Individueller geht es nicht und 3D Druck spielt dabei oft eine große Rolle.

Hersteller machen sich natürlich bereits sehr viele Gedanken, an welcher Stelle das eigene Produkt entweder im 3D Druck (teil)gefertigt oder auf individuelle Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden kann. Ein Beispiel für einen Hersteller der 3D Druck schon heute einsetzt und gut für das eigene Marketing nutzt, ist die Firma Murtfeld aus Dortmund. Dort haben Kunden die Möglichkeit online Anfragen einzustellen und so Angebote für individuelle Produkte zu erhalten. Der Service geht sogar über den 3D Druck hinaus und schließt individuelle digitale Beratungs- und Planungsgespräche via Skype mit ein. Sicherlich ein Beispiel, dass Schule machen sollte.

Aber nicht nur in der eigentlichen “Fabrik” lässt sich 3D Druck für den industriellen Mittelstand sehr gut einsetzen. Auch der Service an Fertigungsmaschinen kann vom 3D Druck profitieren. Ist eine solche Maschine defekt und handelt es sich bei dem defekten Bauteil um eine Komponente die sich theoretisch im 3D Druck Verfahren herstellen lässt, könnte entweder der jeweilige Techniker selber den Druck durchführen (dazu müssten die 3D Drucker noch deutlich günstiger und mobiler werden) oder er könnte zumindest veranlassen dass beim Hersteller der Maschine schnell und inidividuell genau das passende Ersatzteil gedruckt wird. Teure Lagerhaltung für Ersatzteile ließe sich reduzieren und Wartezeiten ggf. verkürzen.

Ich denke anhand der genannten Beispiele und Gedankenspiele lässt sich das Potential von 3D Druck gut abschätzen. Jetzt kommt darauf an, dass die Triebkraft die der 3D Druck entwickelt vom produzierenden Mittelstand schnell und mit guten Konzepten genutzt wird. Jeder Produzent ist aufgerufen, sich zu seinem Geschäftsmodell bezogen auf den 3D Druck Gedanken zu machen. Wenn es gelingt, das jetzige Geschäftsmodell zunächst an der einen oder anderen Stelle so zu wandeln das 3D Druck eine Rolle spielt und davon ausgehend immer weiter mit dem 3D Druck zu planen, dann nutzen die mittelständischen Unternehmer ihre Innovationskraft aus und werden in der Lage sein viele Trends zu setzen.

 

Die Blockchain: Potential zur Veränderung oder nur neuer mega Hype?

Vielleicht hast Du schon einmal von der Blockchain gehört oder gelesen. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit der digitalen Währung Bitcoin. Bitcoin ist die wohl populärste Anwendung der Blockchaintechnologie und beweist, dass das Funktionsprinzip Potential hat und funktioniert. Aber Blockchain ist viel mehr als nur die dem Bitcoin zu Grunde liegende Technologie. Blockchain ermöglicht es im Grunde genommen jede Transaktion verschlüsselt und redundant abzuspeichern. Wie die Technologie funktioniert, welche Anwendungen denkbar sind und was das für viele Bereiche unseres Lebens bedeuten kann, das versuche ich in diesem Blogbeitrag zu erläutern. Ich würde mich sehr freuen, wenn in den Kommentaren ein reger Austausch zu Stande kommt durch den wir alle noch viel mehr dazu lernen.

Was ist Blockchain und wie funktioniert die Technologie?

Die Blockchain erzeugt in einem dezentralen Netzwerk fortlaufend eine verbindliche und unanfechtbare Einigung über eine Bilanz. Das, was in der Blockchain steht, kann weder gelöscht noch manipuliert werden.

Was dabei besonders wichtig ist – weil dies nämlich dazu führt, dass wichtige Institutionen bei Einsatz einer Blockchain nicht mehr notwendigerweise als Mittler und Vertrauenswürdige Partner notwendig sind – ist die Tatsache, dass eine Transaktion direkt zwischen Sender und Empfänger stattfinden kann. Im Falle von Geldtransfers bedeutet dies, dass kein vermittelndes Kreditinstitut mehr notwendig ist. Banken und Kreditkartenanbieter verdienen heute aber einen großen Teil des Geldes mit genau dieser Vermittlungstätigkeit. Auch wenn Banken die ersten sind, die durch die Blockchain vor großen Herausforderungen stehen, ist das Funktionsprinzip auch auf andere Branchen anwendbar und stellt für die etablierten Unternehmen in diesen Märkten eine große Herausforderung dar. Die Blockchain trägt zur Disruption dieser Branchen bei und krempelt komplette Geschäftsmodelle um.

Eigentlich beschreibt Blockchain also keine Technologie, sondern eher ein Funktionsprinzip. Die Fähigkeiten einer bestimmten Blockchain werden dabei von der zu Grunde liegenden Programmiersprache (wie komplex ist diese und was kann sie leisten?) und den Vorgaben der Entwickler bestimmt.

So gibt es zum Beispiel die Blockchain die hinter Bitcoin steht. Sie wurde von Satoshi Nakamoto schon im Jahr 2008 in einem Whitepaper beschrieben und in 2009 dann als Grundlage für Bitcoin eingesetzt. Diese Blockchain tut genaus das, für was sie vorgesehen ist. Sie protokolliert auf absolut sichere Art und Weise Einnahmen und Ausgaben in Bitcoin. Allerdings liegt ihr eine Programmiersprache zu Grunde (Forth, eine Erläuterung zu dieser Programmiersprache spare ich mir an dieser Stelle. Diese kann aber in der Wikipedia nachgelesen werden) die darüber hinaus nicht viel anderes kann und deshalb für weitere denkbare Anwendungsfälle – wie zum Beispiel sich selbst auslösende und verwaltende Verträge (Smart Contracts) – nur sehr schlecht geeignet ist. Dazu gibt es bereits Programmierer die diese Probleme lösen und an einer erweiterten Technologie arbeiten.

Wie funktioniert aber nun die Blockchain? Das guckstDu Dir am besten im folgenden kurzen Erklärvideo an. Ich konnte leider kein gutes Video in Deutscher Sprache finden. Aber ich denke, die Erklärung ist auch so sehr gut verständlich.

Bitcoin als prominentes Beispiel

Rund um Bitcoin gibt es aktuelle sehr viel Berichterstattung. Die einen sind begeistert, weil sich dadurch viele Chancen ergeben, das bestehende Finanzsystem zu revolutionieren. Andere sind aus demselben Grund nicht so begeistert von der Entwicklung.

Anhand von Bitcoin können wir aber sehr gut ablesen, dass das Prinzip der Blockchain funktioniert. Hier wird eine virtuelle Währung zwischen handelnden Personen hin und her gereicht und die Dokumentation erfolg in einer (mittlerweile übrigens knapp 40 GB großen und auf ca. 5.500 Knotenpunkten gespeicherten) Blockchain. Niemand ist in der Lage Transaktionen im Nachhinein zu verändern oder rückgängig zu machen. Darauf basiert das gesamte Vertrauen in Bitcoins.

Es gibt aber außerdem viele andere denkbare Anwendungen für die Blockchain. Praktisch alle Vorgänge bei denen heute durch schriftliche Dokumentation Eigentumsverhältnisse verändert werden, sind in Zukunft dazu geeignet durch Blockchaintechnologien abgelöst zu werden.

Hast Du schon einmal eine Immobilie gekauft? Dann weißt Du, wie groß der Dokumentationsaufwand ist und wieviele Stellen hier die Hand aufhalten, weil sie exklusiv dazu berechtigt sind in diesem Dokumentationsvorgang bestimmte Tätigkeiten auszuführen. Angefangen bei der Stadtverwaltung bis hin zum Notar, bekommen viele Stellen mehr oder weniger große Beträge zuerkannt, weil Sie eine Transaktion zwischen zwei oder mehr Parteien bezeugen und dokumentieren. Es ist (theoretisch) denkbar, dass dieser Aufwand in der Zukunft nicht mehr betrieben werden muss. Das Grundbuch einer Stadt könnte ganz einfach in eine Blockchain geschrieben werden. Dort ist dann gespeichert, wem welches Grundstück, welches Haus und welche Wohnung gehört. Einigen sich zwei Parteien darauf, gegen die Zahlung von Geld oder im Tausch für andere Dinge, die Eigentumsverhältnisse an einer Immobilie zu verändern, dann wird das fortlaufend in die Blockchain geschrieben. Ein Notar oder Beamte die diesen Vorgang bezeugen und dokumentieren ist dann nicht mehr notwendig.

Ein anderes Beispiel für den sinnvollen Einsatz einer Blockchain könnte das Rechtemanagement für Musik sein. Heute stehen Künstler vor der großen Herausforderung, dass die Digitalisierung jede analoge Dokumentation über die Rechte an einem Musikstück vollkommen zunichte macht. Händeringend suchen viele Künstler nach Möglichkeiten, mit Ihrer Musik trotzdem Geld zu verdienen und entwickeln dabei viele tolle Ideen. Die Blockchain könnte eine dieser Ideen sein. Sobald dezentral, verschlüsselt und völlig unverfälschbar abgespeichter ist, wer welche Rechte an Musikstücken hat, gibt es weniger Möglichkeiten unrechtmäßig Musik zu erlangen. Dabei werden heutige Rechteverwerter komplett ausgeschaltet, da die Musiker die Blockchain direkt nutzen und Recht somit auch direkt bestimmten Nutzern einräumen könnten. Ein Traum für die Selbstvermarktung und ein Albtraum für heutige Vermarktungsgesellschaften.

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vintage-649760_640Jetzt wird er wahnsinnig, der Dennis.

Nein. Keine Angst. Das was hier als Überschrift dient ist die “Adresse” der ersten Autonom funktionierenden und ausschließlich auf der Basis von Smart Contracts betriebenen Investmentfirma. Aber von vorne.

Smart Contracts sind sozusagen die Krönung der praktischen Umsetzung einer Blockchain. In Ihnen werden – natürlich vollelektronisch und in Form von Code – Regeln definiert nach denen gehandelt wird.

Beispielsweise könnte ein solcher Smart Contract die Buchung eines Leihwagens abwickeln. Der Kunde sendet an eine bestimmte Adresse Bitcoins (oder eine andere digitale Währung auf Basis einer Blockchain). Dies löst eine Handlung aus, nämlich den Versand eines Zugangscodes und des genauen Standortes des gemieteten Fahrzeugs. Außerdem werden dem Fahrzeugmieter noch weitere Daten wie der zuletzt gemeldete Kilometerstand, bekannte Schäden am Fahrzeug usw. zugesandt. Mit den Zugangsdaten und allen anderen Informationen geht nun der Mieter zum Fahrzeug, prüft die Richtigkeit der Angaben, öffnet das Auto und fährt los. Sobald er das Auto nicht mehr benötigt, trägt er in der Blockchain den neuen Kilometerstand ein und gibt noch einige weitere Informationen weiter. Dies löst wiederum die Endabrechnung aus. Wurde das Auto weiter bewegt als vereinbart oder länger genutzt? Dann wird eine Rechnung erzeugt, die an den Mieter versandt und in der Blockchain eingetragen wird. Der Mieter überweist elektronisches Geld und der Vorgang wird als erledigt markiert.

Die Programmierer von DAO (Decentralized Autonomous Organisation), der bereits kurz erwähnten voll automatisierten und autonom handelnden Investment Firma, haben recht einfache Regeln definiert und programmiert mit denen Ihre Firma funktioniert. In diesen Smart Contracts – die dem ganzen Konstrukt zu Grunde liegen – sind bestimmte Handlungsvorgaben definiert. Beispielsweise ein Zeitraum in dem zunächst Investoren geworben wurden, die Geld in den Investmentfonds einzahlen konnten. Nach Ablauf einiger Wochen und erreichen eines Mindestbetrages (eingesammelt wurden mehr als 144 Millionen Dollar) wurde dann allen Investoren die Frage gestellt, in welches Vorhaben denn nun investiert werden soll. Auf Basis der Antworten wurde das eingesammelte Geld verteilt. Nun arbeitet das Netzwerk vollautomatisch weiter, trifft Entscheidungen basierend auf Vorschlägen und Abstimmungen seiner Investoren und wir werden sehen ob es gut ist, eine Firma auf Basis von in Code programmierten Verträgen autonom auf die Welt los zu lassen. Spannend ist es in jedem Fall. Und ändern kann im Grunde genommen auch niemand etwas, falls das Experiment so richtig schief läuft. Denn es gibt bei DAO keinen Chef, der die Firma schließen könnte. Einzig und alleine der einstimmige Beschluss aller Gesellschafter würde den Code stoppen können.

Übrigens basiert DAO nicht mehr auf der Blockchain die dem Bitcoin System zu Grunde liegt. Diese wäre, wegen der bereits erwähnten wenig komplexen Programmiersprache Forth, nicht in der Lage komplizierte Wenn-Dann-Schleifen umzusetzen und so der DAO zu ermöglichen nach definierten Regeln zu handeln. Es gibt aber bereits eine sehr viel komplexer agierende Alternative zur Bitcoin Blockchain. Diese nennt sich Etherum und wird von einem Team aus Programmierer rund um Vitalik Buterin weiterentwickelt. Das was bei Etherum passiert, wird die Grundlage für alle Möglichkeiten die uns Blockchains in der Zukunft bieten bilden.

animal-17474_640Alles ist denkbar

Ich könnte jetzt noch unendlich lange weiter Beispiele liefern und mögliche Anwendungsfälle erörtern. Da dieser Artikel aber schon jetzt ca. 1.400 Wörter umfasst und ich noch einiges mehr zu schreiben habe, verzichte ich auf Beispiele. Diese kannst Du Dir im Grunde genommen auch selber Googlen.

Was bedeutet denn aber nun diese Vielfalt an Möglichkeiten? Ist es gut oder schlecht, dass alle Szenarien denkbar sind? Stellt die Blockchain eine Herausforderung dar oder ist sie einfach nur eine große Chance?

Wie bei jeder Neuerung, sehe ich zunächst einmal die großen Chancen. Das was mit der Blockchain möglich wird, stellt eine Möglichkeit dar, viele Dinge effizienter zu gestalten. Entscheidungen können auf viel mehr Köpfe verteilt werden als dies heute der Fall ist, Prozesse laufen schneller ab, Dienstleistungen werden besser erbracht. Versprechen wie absolute Dezentralität, Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit von zentralen Strukturen und noch einige mehr gingen schon mit der ursprünglichen Entwicklung des Internets einher. Experten sagen, dass diese Versprechen durch die Blockchain nun endlich eingelöst werden würden und zum Beispiel absolut dezentrale soziale Netzwerke denkbar wären oder Anwendungen die Korruption in Regierungen verhindern und direktere Demokratien ermöglichen.

Andersherum birgt aber jede Chance durch neue Technologien immer auch Risiken. Das oben genannte Beispiel der autonom handelnden Firma zeigt sehr gut, welche Risiken durch fehlendes Wissen und vor allem fehlende rechtliche Strukturen besteht. DAO wird dezentral auf vielen Tausend oder sogar Millionen Rechnern betrieben. Diese Rechner stehen überall auf der Welt. Diese Tatsache und das an den verschiedenen Standorten sehr unterschiedliche Rechtssysteme und gesellschaftliche Normen greifen, führen zu Fragestellungen die es bisher noch nicht gegeben hat. Welcher Rechtssprechung unterliegt DAO? Im Grunde genommen keiner. Wer wird haftbar gemacht, wenn Dinge passieren die Schaden verursachen? Kann man auf die Investoren zurückgreifen? Wohl eher nicht, wenn auch diese über die ganze Welt verteilt sind.

Gefühlt überwiegen die Vorteile. Aber vielleicht ist das auch aktuell nur so, weil es einen starken Hype um die Blockchain gibt und wir eher die vielen Chancen präsentiert bekommen. Ich weiß es nicht, bin aber gespannt auf alles was noch so kommt.

Wir müssen reden: Was ist mit den vielen Daten?

Auf ein Problem stößt der Bitcoin aktuell und Etherum wird sehr bald ebenfalls und sehr viel heftiger darauf stoßen: Was ist mit den vielen Daten und dem Problem der weiter zunehmen starken Skalierung?

Die Bitcoin Blockchain umfasst aktuell 40 GB (https://blockchain.info/de/charts/blocks-size) und wächst stark weiter. Diese 40 GB an Daten sind komplett gespiegelt auf ca. 5.500 Knoten gespeichert, was einer Gesamtdatenmenge von 220 Terrabyte entspricht. Das ist nicht so viel. Aber wir reden hier ja auch nur von digitaler Währung und den dazugehörigen gespeicherten Transaktionen. Das eigentliche Problem ist, dass sich diese Datenmenge sehr schnell vervielfachen wird. Denn immer mehr Daten bedeuten immer mehr Transaktionen und immer mehr Wert der in der Blockchain gespeichert wird. Dies wiederum führt zu immer wieder neue Transaktionen. Wir haben hier eine unglaubliche Skalierung vor uns, die gehandhabt werden muss.

Für Etherum ist dieses Problem noch viel größer. Die Blockchain umfasst aktuell ebenfalls bereits ca. 40 GB an Daten. Und das obwohl sie sehr viel jünger ist und sehr viel weniger Transaktionen enthält. Nur sind die enthaltenen Transkationen eben deutlich komplexer. Das führt zu stärkerer Skalierung und letztendlich kann es zum Zusammenbruch des System kommen, wenn diese Datenmengen nicht mehr sinnvoll gehandhabt werden können.

Was kommt als nächstes?

Es wird meiner Meinung nach zunächst recht unkontrolliert weiter gehen. Neue Ideen entstehen, bestehende Ideen werden umgesetzt und heute bereits umgesetzte Dinge werden weiter entwickelt.

Im nächsten Schritt werden dann sicherlich die Versuche, Regulierung zu betreiben deutlich verstärkt. Schon jetzt befassen sich politische Gremien und Stiftungen stark mit dem Thema Blockchain. Ich vermute dahinter den Versuch, dieses Mal schneller zu sein und Entwicklungen nicht so lange zu verschlafen wie dies beim Internet der Fall gewesen ist. Ob dieser Versuch unternommen wird, weil man die großen Chancen erkennt oder aber um etablierte Institutionen wie Regierung, Banken und große Lobbyverbände zu schützen, das kann ich nicht absehen. Erste Versuche, Regulierung zu betrieben sind am Beispiel Bitcoin erkennbar. Wobei ich dort auch erkennen kann, warum gewisse Regulierungen des Geldverkehrs Sinn machen.

Ein wirklicher Ausblick auf das was in Zukunft in Sachen Blockchain geschieht ist nur schwer möglich und ich möchte das nicht wirklich wagen. Ich hoffe, wir nutzen die vielen sich bietenden Chancen und sind nicht zu weit hinter der Entwicklung zurück.

Aus technischer Sicht, werden wir recht bald die ersten offenen Diskussionen um die sehr starke Skalierung der Blockchains erleben. Dabei werden sich die jeweiligen Entwicklerteams sicherlich mehr oder weniger gute Lösungen einfallen lassen. Von diesen Lösungen ist der weitere Weg abhängig. Gelingt es – etwa durch Spezialisierung einzelner Blockchains – die Datenmengen und die notwendigen Rechenoperationen klein zu halten, dann wird Blockchain sicherlich eine Technologie sein, der wir in Zukunft häufiger begegnen.

Ankündigung

Wir werden uns bei KMU Digital demnächst tiefergehend mit dem Thema Blockchain beschäftigen. Entweder bauen wir das in den bestehenden Rahmen der Veranstaltungen mit ein oder wir schaffen eine einmalige Veranstaltung, bei der wir ausschließlich dieses für die Digitalisierung extrem wichtige Thema aufgreifen.

Wenn Du Vorschläge dazu hast, dann wende Dich sehr gerne an mich. Am besten per eMail unter d.arntjen@kmu-digital.net.

 

StartUp Nights Essen am 31.03.2016

Startup-Nights auf der Essener RÜ – Knowhow-Veranstaltung mal anders!

Am Donnerstag, den 31.03.2016 ab 17.30Uhr findet die Premiere der Startup-Nights im Meat Meet auf der Rüttenscheider Str. 154  in Essen statt. In Bar-/Club-Atmosphäre gibt es hier exklusives Startup-Knowhow zu ergattern. Von Zalando-Speaker bis „Höhle der Löwen“-Teilnehmer ist alles dabei. Im Anschluss After Work-Modus zum Networking mit Drinks und Szene-DJ. Tickets gibt es unter www.startup-nights.de !

 Die Startup Nights – das steckt hinter diesem Format!

Die Startup-Nights wollen ab dem 31.03 eine neue Base für Startups aus dem Ruhrgebiet werden (Leute von außerhalb sind selbstverständlich ebenfalls herzlich eingeladen!).

Den Organisatoren der Startup-Nights (Oliver Weimann, André van der Mee) geht es dabei darum Nährboden für die Entwicklung einer Szene im Ruhrgebiet zu schaffen.

Ihrem Grundansatz nach kann man nur gemeinsam diese Region ins Blickfeld der Investoren sowie der gesamten deutschen oder auch internationalen Startup-Szene bringen. Dass das Ruhrgebiet generell hervorragende Rahmenbedingungen bietet hinsichtlich Absatzmarkt, Infrastruktur, Universitäten, Industrie oder dem Büroangebot wird so langsam einigen Menschen bewusst. Welche Startups hier wirklich aktiv entwickeln oder welches Ideen- und Entwicklerpotential von diesem Standort ausgeht – ist nur wenigen lokalen Insidern vorenthalten.

Wenn weiterhin Potentiale ausschließlich bemerkt werden – kommt ihrer Ansicht nach niemand inhaltlich ein Stück voran. Um das mit anzuschieben wurde das Format  Startup-Nights geschaffen. Ab dem 31.03.2016 geht es los: „Bei uns gibt es Startups, Gründungsinteressierte, den ein oder andern Business Angel der Region, freie Programmierer, Grafiker, Ideeninhaber, und Pressevertreter! Hört voneinander, vernetzt euch bei Bedarf oder bekennt euch durch bloße Anwesenheit zum Thema und zur Region!“.

Starke Inhalte und Ungezwungenheit stehen ganz oben

Bei den Startup Nights sollen Gründer und Gründungsinteressierte künftig einmal monatlich themenbezogen und unverfälscht Startup-Knowhow transferiert bekommen. Dabei geht es darum ein Gefühl für dieses Geschäft zu erlangen mit dem Ziel schneller wachsen zu können.

Bei gemütlicher Bar-Atmosphäre darf sich vor oder während der Vorträge individuell Essen und Trinken an den Platz bestellt werden, denn es wird eigens für diese Veranstaltung eine kleine Karte zusammengestellt (vegetarisches Essen inkl.).

So soll es sich auch nach einem langen Arbeitstag noch aushalten lassen.

Das Programm für die Premiere am 31.03

An besagtem Donnertag wird zunächst Zalando-Speaker Ingo Weinzierl einen Vortrag zu dem Titel „When Grows becomes a Challenge“ halten und dabei ganz unterhaltsam nicht nur aus dem Nähkästchen plaudern. Hier könnt ihr konkrete Learnings für den frühzeitigen Aufbau eurer Unternehmung ziehen.

Darauf aufbauend wird Michael Eckerl von Slashpipe einen Praxis-Vortrag unter dem Titel „Gründen im Team“ für euch halten. Slashpipe ist u.a. bekannt aus „die Höhle der Löwen“ . Sicher wird Michael auch die ein oder andere spannende Frage zu diesem Format zulassen.

Im Anschluss an die Knowhow-Transfers haben die Organisatoren der Startup-Nights in für euch vier spannende Ruhrpott-Startups ausgewählt, die in einem Zeitfenster von jeweils fünf Minuten pitchen werden.

Nach den Pitches geht es ab 20Uhr fließend in den After Work-Modus über.  Zu diesem Anlass werden Mitarbeiter umliegender Büros hinzustoßen um gemeinsam bei jeder Menge Beats und Drinks entspannt und ungezwungen den Feierabend einzuläuten.

Startup Nights kooperiert u.a. mit dem Unperfekthaus, Ruhrgruender.de und der Universität DUE.

Innovationsprozesse in mittelständischen Unternehmen

Dieser Beitrag stellt nicht so sehr die Information darüber dar, wie Innovationen in mittelständischen Unternehmen gesucht, gefunden und zugelassen werden sondern soll anregen und dazu beitragen, die Kommunikation zu diesem wichtigen Thema auf eine geeignete Bühne zu heben. Die Idee dazu hatte ich an diesem Wochenende auf Grund eines Gesprächs zu einem Innovationsprozess der von einem großen Konzern gelebt wird. Was dort geht, muss doch auch anderswo funktionieren?! Als Leser der SteadyNews haben Sie sicherlich auch eine Meinung und Erfahrungen dazu? Das Kommentarfeld ist offen 😉 ….

Inhalt

  • Warum Ideen zulassen?
  • Prozess zur Ideenfindung
  • Mein Appell

Warum Ideen zulassen?

Ich habe selber sehr lange für große Unternehmen gearbeitet und konnte dort die Erfahrung machen, dass Ideen nur äußerst selten zugelassen werden. Zumindest wenn sich diese Ideen mit dem Kern des Geschäftsmodells auseinander setzen. Für meine Arbeitgeber hätten das Ideen zum optimalen Handling von Geschäftsprozessen sein können oder innovative Ansätze, die Menge an gedruckten Dokumenten drastisch zu reduzieren.

Zugelassen wurden diese Ideen aber so gut wie nie. Wenn Innovation “passierte”, dann meistens von oben. Sehr oft am Markt und an den Kunden vorbei. Dies führte dazu, dass die Idee irgendeines Entwicklers oder Produktmanagers mit Hilfe eines Provisionsmodells “durchgedrückt” wurde. Nicht die Attraktivität des neuen Produktes entscheid darüber was verkauft wurde, sondern der Geldbeutel des Vertriebs.
In einem Fall wurde es richtig kurios. Wir hatten damals als einer der ersten Hersteller eine wirklich mächtige OCR Erkennung in Form einer Software im Angebot, die im Bundle mit einem Multifunktionalen Kopiersystem gar nicht teuer gewesen ist. Der Verkauf dieses Produktes wurde sehr gut mit einer Sonderprovision belohnt. Und wenn wir als Vertriebsmitarbeiter innerhalb von 6 Monaten eine bestimmte Menge dieser Softwarelizenzen abgesetzt haben, dann gab es noch einmal sehr viel Geld oben drauf. Also ein starker Anreiz Lizenzen zu verkaufen. So richtig beschäftigt hat sich aber an sich niemand mit dem Produkt. Den Kunden wurden die Lizenzen einfach auf das jeweilige Angebot drauf gerechnet. Am Ende landete dann die Installations CD im Unterschrank des Kopierers und wurde bis zum Vertragsende nicht mehr angerührt. Oft wusste der Kunde gar nicht, dass er diese Software gekauft hatte. Und warum? Weil der Nutzen nicht gegeben war und weil sich deshalb kein Vertriebler auf eine Diskussion mit Kunden einlassen wollte. Die Software war so günstig und das Provisionsmodell dermaßen gut, dass es sich gelohnt hat Marge zu verlieren (!!!) und lieber die CD in den Unterschrank zu packen.

Was sagt uns dieses Beispiel? Es passiert viel zu oft, dass Ideen von oben herab in eine Organisation getragen werden. Oft wird dabei nicht auf das gehört was an der Basis gedacht und gesagt wird. Ideen “von unten” werden nicht zugelassen. Mit fatalen Folgen, die für ein mittelständisches Unternehmen sogar mit dem Bankrott enden können.

Prozess zur Ideenfindung

An dieser Stelle kann ich nicht viel schreiben. Ich möchte keinen Prozess beschreiben, sondern hoffe auf gute Ideen und Beispiele von Ihnen.

Ich schreibe nur ganz kurz etwas dazu, warum ein Prozess zur Ideenfindung meiner Meinung nach wichtig ist. Man könnte ja sonst auf die Idee kommen, das Prozesse Ideen eher in zu enge Bahnen lenken und somit Innovation verhindern. Dem ist aber nicht so:

Prozesse sind im Grunde genommen nichts anderes als verbindliche Regeln für den Umgang mit bestimmten Geschäftsvorfällen und Anforderungen. Mit Hilfe eines Prozesses wird festgelegt, welche Person im Unternehmen welche Arbeitsschritte durchzuführen hat, wenn eine bestimmte Sache passiert. Im Falle der Ideenfindung kann die Geschäftsführung also verbindlich festlegen, wie eine Idee die verschiedenen Abteilungen durchläuft, wann sie von wem vor welchem Gremium präsentiert wird und wer letztendlich darüber entscheidet ob diese Idee weiter verfolgt wird oder nicht. Der Prozess sorgt aber auch dafür, dass Ideen nicht wild kommuniziert werden, sondern vorher vom Ideengeber durchgerechnet und im Details beschrieben werden.

Soweit meine Meinung, warum ein Prozess zur Ideenfindung sinnvoll ist. Und jetzt Sie 🙂 …

startup-1018514_640Mein Appell

Mit KMU Digital möchten wir unter anderem den Austausch zwischen mittelständischen Unternehmen und StartUps fördern. Die Idee dahinter ist unter anderem, unseren vielen Mittelständlern aufzuzeigen wie Innovation heute funktioniert und welche Prozesse StartUps dazu nutzen, innovative Ideen zu entwickeln.

Ich habe letzten irgendwo den Satz gehört, der Mittelstand sei ausreichend Innovativ und mit unseren vielen Ingenieuren wären wir in Deutschland sehr gut aufgestellt. Dazu sage ich nur ein Wort: “Nein!”. Auf dieser Denke sollten wir uns nicht ausruhen. Wir müssen dringend daran arbeiten, mehr Innovationen zu schaffen und auch einmal mit einer Idee an den Markt heran zu treten die nur zu 80% ausgereift ist. Dort – am Markt – wird sie sich weiter entwickeln und zu weiterer Innovation führen.