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Gutscheine verschenkt?

Der Dortmunder Cityring hat Ende Dezember auf Anfrage des WDR eine Blitzumfrage unter Händlern gestartet, mit der geklärt werden sollte wie sich das Geschäft mit Gutscheinen im Vergleich zum Vorjahr entwickelt hat. Diese Umfrage und deren Ergebnisse haben mich veranlasst, diesen Artikel über Gutscheine im On- und Offlinehandel sowie über die digitalen Möglichkeiten des Vertriebs von Gutscheinen für den lokalen Handel zu schreiben.

Inhalt

  1. Entwicklung des Gutscheinverkaufs im Dortmunder Einzelhandel
  2. Zahlen zu Gutscheinen für den Onlinehandel im Weihnachtsgeschäft 2015
  3. Möglichkeiten für lokale Einzelhändler Gutscheine digital anzubieten
  4. Ein Dortmunder Beispiel

Entwicklung des Gutscheinverkaufs im Dortmunder Einzelhandel

Wie bereits in der Einführung beschrieben, hat mich insbesondere eine Umfrage des Cityrings unter Dortmunder Einzelhändlern zu diesem Beitrag inspiriert. Deshalb möchte ich die Ergebnisse zu der Frage nach der Entwicklung des Geschäftes mit Gutscheinen gegenüber dem Jahr 2014 an erste Stelle stellen. Leider enthält die Umfrage keine Erkenntnisse dazu, ob und wie die befragten Einzelhändler bereits digitale Möglichkeiten des Gutscheinvertriebs nutzen.

Die Frage: “Wie hat sich das Geschäft mit Gutscheinen im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?”

Mögliche Antworten:

  1. Das Geschäft mit Gutscheinen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen
  2. Das Geschäft mit Gutscheinen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen
  3. Das Geschäft mit Gutscheinen ist im Vergleich zum Vorjahr eher gleich geblieben
  4. Das Geschäft mit Gutscheinen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken
  5. Das Geschäft mit Gutscheinen ist für mich als Händler wichtig
  6. Das Geschäft mit Gutscheinen ist für mich eher unwichtig
  7. Sonstiges:

Die Verteilung der Antworten:

  1. 0% der befragten Händler geben an, dass das Geschäft mit Gutscheinen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen sei.
  2. 19% der befragten Händler beobachten aber zumindest eine Steigerung, wie stark diese genau ausgefallen ist lässt sich anhand der Ergebnisse nicht ablesen.
  3. 56% der befragten Händler geben an, dass das Geschäft mit Gutscheinen eher gleichgeblieben ist.
  4. 25% der befragten Händler geben an, dass bei ihnen das Geschäft mit Gutscheinen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.
  5. Für 75% der befragten Händler ist das Geschäft mit Gutscheinen wichtig.
  6. Für 25% der befragten Händler ist das Geschäft mit Gutscheinen eher unwichtig.
  7. Aus den Antworten auf den Punkt “Sonstiges” lässt sich ablesen, das Gutscheine wohl ein wichtiges Kundenbindungsinstrument sind.

An der Umfrage haben knapp 50 Händler, Gastronomen und Veranstalter teilgenommen. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber einen kleinen Einblick in das Geschäft mit Gutscheinen. Aus meiner Sicht lassen sich aus den Antworten einige interessanten Rückschlüsse ziehen.

Zahlen zu Gutscheinen für den Onlinehandel im Weihnachtsgeschäft 2015

Auf dem Statistikportal Statista habe ich eine interessante Statistik zur Entwicklung des Gutscheinverkaufs im Onlinehandel gefunden. Zur Ermittlung der Zahlen wurden nicht die Händler selbst befragt, sondern potentielle Kunden. Diese sollten angeben, ob sie Gutscheine für den Onlinehandel verschenken möchten oder nicht. Die Entwicklung ist hier sehr eindeutig: Immer mehr Menschen verschenken Gutscheine für den Onlinehandel.

Infografik: Weihnachten: Der digitale Gutschein liegt im Trend | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Geht man davon aus, dass jeder Mensch der Geschenke zu Weihnachten macht ein festes Budget für Geschenke ausgibt, dann bedeutet die steigende Bereitschaft Gutscheine von Onlinehändlern zu verschenken für den lokalen Einzelhandel nichts Gutes. Ein Grund mehr, sich als Einzelhändler Gedanken darum zu machen wie das Geschäft mit Gutscheinen weiter angekurbelt und mit digitalen Möglichkeiten kombiniert werden kann.

Möglichkeiten für lokale Einzelhändler Gutscheine digital anzubieten

Selber machen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gutscheine auch online zu vertreiben. Die einfachste ist der Vertrieb über die eigene Webseite. Dazu braucht es gar nicht so vieler Dinge wie man vielleicht meint. Wichtig sind lediglich eine gut gestaltete Webseite, ein klar strukturiertes Formular zur Eingabe der Gutscheindaten sowie ein Prozess der sicherstellt, dass der Käufer den Gutschein zuverlässig erhält ohne das hohe Kosten dafür entstehen.

Die einfachste Art und Weise stellt dabei der postalische Versand von bestellten Gutscheinen dar. Dazu benötigt der jeweilige Einzelhändler tatsächlich nur die Bestell- und Bezahlmöglichkeit auf seiner Webseite. Den eigentlichen Gutschein füllt er dann wie immer aus und versendet diesen per Post. Wie er das Porto auf den Kunden umlegt, bleibt dabei jedem Händler selber überlassen.

Ein Schritt weiter gehen Einzelhändler die nach dem Ausfüllen des Formulars und der Bezahlung durch den Kunden einen Download des entsprechenden Gutscheins anbieten oder diesen per eMail versenden. Dazu ist schon etwas mehr Technik erforderlich und als Händler sollte man sich professionelle Hilfe holen um ein solches System zu implementieren. Unter den Mitgliedern unseres Netzwerkes KMU Digital finden sich einige Anbieter die in einem solchen Fall zuverlässig weiterhelfen können. Gerne stelle ich den Kontakt her. Schreiben Sie mir dazu einfach eine eMail an da@kmu-digital.net.

GutscheinsystemeGutscheinsysteme nutzen

Im Internet finden sich zu diesem Thema diverse Anbieter, die Gutscheinsysteme für lokale Einzelhändler anbieten. Mit Hilfe dieser Systeme sparen sich viele Händler den oben beschriebenen Weg des “selber machens”. Mit einem Gutscheinsystem wird die entsprechende Technologie zur Verfügung gestellt, die notwendig ist um eine Abwicklung der Bestellungen zu gewährleisten und Gutscheine als PDF zu erzeugen. Die Kosten für diese Systeme sind recht unterschiedlich und sollten von jedem Händler individuell geprüft werden.

Wichtige Kriterien die ein lokaler Einzelhändler bei der Entscheidung für ein Gutscheinsystem berücksichtigen sollte sind:

  • Kosten für die Nutzung des Systems?
  • Werden Gebühren auf den Endkunden umgelegt bzw. hat der jeweilige Händler die Wahl ob dies geschieht?
  • Welche Bezahlmöglichkeiten werden Käufern eines Gutscheins angeboten?  (Händler sollten diese Statistik zu Bezahlverfahren im Internet berücksichtigen!)
  • Lässt sich der Gutscheinverkauf gut in den eigenen Webauftritt einbinden?
  • Können sich ggf. mehrere Händler zusammenschließen um einen Gutschein für eine bestimmte Straße oder einen Stadtteil anzubieten?

Dies sind nur einige wenige Kriterien die Einzelhändler berücksichtigen sollten, wenn sie sich auf die Suche nach einem guten Gutscheinsystem berücksichtigen. Wenn Sie Fragen zu weiteren Kriterien haben und Hilfe bei der Auswahl geeigneter Gutscheinsysteme benötigen, melden Sie sich gerne telefonisch unter 0151/27536121 bei mir.

aplerbeckgutscheinEin Dortmunder Beispiel

Im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck hat die Marketinggemeinschaft die Einführung eines Aplerbeck Gutscheins forciert. Dort erhalten Kunden in allen angeschlossenen Geschäften Gutscheine die für alle beteiligten Händler und Unternehmen gültig sind. Die Gutscheine lassen sich aber nicht nur in den jeweiligen Ladenlokalen kaufen, sondern auch online erwerben. Als Partner für diesen Aplerbecker Gutschein steht der Werbegemeinschaft das Dortmunder Unternehmen Gurado zur Seite. Sicherlich eine tolle Möglichkeit auch für viele andere Dortmunder Einzelhändler.

Bringt uns die Digitalisierung den Tante Emma Laden zurück?

Die Idee zu diesem Beitrag hatte ich, als ich letztens den Artikel zur Nielsen Umfrage schrieb. Dort habe ich die Frage gestellt, wie lange Tante Emma wohl noch überleben wird. Letztendlich war meine Antwort auf diese Frage, dass es sogar sein könnte, dass die DigitalisierungTante Emma nicht nur rettet, sondern direkt neu aufleben lässt. Heute möchte ich Anhand einiger Beispiele deutlich machen, was die Tante Emma Läden der Zukunft ausmachen könnte.

shopping-700930_1280 (1)Tante Emma. Das ist heute ein Synonym für viele Begriffe, die wir allgemein in der Handelslandschaft vermissen. Irgendwann sind die Tante Emma Läden wie man sie damals kannte ausgestorben. Zu gering der Gewinn, zu hoch der Aufwand, zu eigenständig denkend und handelnd die Kundschaft. Dies sind nur einige der vielen Gründe aus denen Tante Emma heute kaum noch hinter der Ladentheke steht.

Was Tante Emma eigentlich ausmacht, beschreibt jeder anders. Fest steht aber, dass viele Kunden sich die Zeiten zurück sehen. In diesem Beitrag betrachte ich die Chancen, die Tante Emma durch den digitalen Wandel erhält. Welche Dingen haben Tante Emma ausgemacht, die durch die Digitalisierung heute einfach umsetzbar sind?

Inhalt

  1. Verfügbarkeit
  2. Geborgenheit
  3. Kommunikation
  4. Beratung
  5. Mein Fazit

Verfügbarkeit

Tante Emma war immer nah dabei. Selbst im kleinsten Dorf gewährleistete sie die Nahversorgung mit allerlei Lebensmitteln und nützlichen Dingen. Als Kunde konnte man sich zwar nicht immer darauf verlassen, dass alles da war, was man brauchte. Damit konnte man damals aber gut leben. Zumal Tante Emma ganz sicher einen Vorschlag hatte, was man ersatzweise kaufen könnte

Die Nähe die Tante Emma geboten hat, bieten die lokalen Einzelhändler heute auch noch. Das Problem, bestimmte Waren nicht am Lager zu haben ist geblieben. Was ist dann die Lösung?

Der Einzelhändler der modernen Zeit, kann Tante Emma sogar eine Nasenlänge voraus sein. Wenn Kunden vor einem Besuch im Geschäft sehen könnten, welches Sortiment vorhanden ist und wie die Warenverfügbarkeit ist, dann wäre ein wichtiger Kritikpunkt moderner Kunden wiederlegt. Einzelhändler die geschickt agieren, nutzen sogar noch den Tante Emma Vorteil und machen direkt online Vorschläge, welche Ware alternativ vorhanden ist. So werden auch Kunden in den Laden gelockt, die eigentlich gar nicht vorbei gekommen wären.

Geborgenheit

Tante Emma, das war auch immer ein Treffpunkt an dem man sich über Neuigkeiten ausgetauscht hat. Hier konnte man erfahren, was in der Nachbarschaft so los gewesen ist. Dieser Aspekt trug sehr dazu bei, dass Kunden sich geborgen fühlten. Der Tante Emma Laden war Wohnzimmer, Nachrichtenersatz und Bühne für die Selbstdarstellung des einen oder anderen Nachbarn.

Der moderne Tante Emma Laden nutzt auch hierfür digitale Instrumente die ihn dabei unterstützen, Geborgenheit zu erzeugen. Dazu müssen Kunden heute gar nicht direkt in den Laden kommen. Händler die es Ihren Kunden ermöglichen untereinander zu kommunizieren sind ganz weit vorne. Dazu ist gar nicht viel notwendig. Eine kleine Webseite mit der Möglichkeit in Dialog zu treten reicht.

Die Moderation übernimmt, wie damals schon Tante Emma, der Ladeninhaber. Er schlägt Themen vor, lenkt Gespräche in eine angenehme Richtung und fördert den Austausch.

Für mich ist ein Plan, den Julian Hans für seinen Laden “Der Hans” ein Paradebeispiel hierfür. Julian plant, seine Kunden aufzufordern Rezepte preis zugeben, für die sie Waren vom Hans genutzt haben. Der Austausch über die Rezepten kann Online oder Offline erfolgen. Andere Kunden küren das Rezept des Monats. So erfolgt ein Austausch und Kunden werden animiert.

Kommunikation

Wenn mitmachen und moderierte Gespräche zur Geborgenheit beitragen, warum hat dann “Kommunikation” eine eigene Überschrift? Weil mit Kommunikation an dieser Stelle nicht die Kommunikation der Kunden untereinander gemeint ist, sonder die Kommunikation die der Inhaber des Einzelhandelsgeschäft aktiv mit seinen Kunden verfolgt.

Auch hier spielt die Digitalisierung eine sehr große Rolle. Die Kommunikation in Sachen neuer Produkte, wieder eingetroffener Waren, Öffnungszeiten und Sonderaktionen erfolgt über digitale Kanäle wesentlich effizienter und zielgerichteter. Ob ein Einzelhändler dazu seine Webseite nutzt, eine eigene App betreibt oder gemeinsam mit anderen Händlern agiert, das ist egal. Hauptsache er kommuniziert auch digital mit seinen Kunden.

Beratung

Wenn Tante Emma den einen oder anderen Punkt erläutert hat, ergänzende Produkte empfehlen konnte und ihren Kunden reichlich Tipps zur Verfügung gestellt hat, dann aus einem einfachen Grund. Sie hatte das Ziel den Umsatz mit dem jeweiligen Kunden zu erhöhen.
Trotzdem oder gerade deshalb haben die Kunden die Beratung schätzen gelernt und diese gerne angenommen.

Wie kann aber ein moderner Einzelhändler die Beratung so in den Vordergrund stellen, dass seine Kunden diese nicht nur wahrnehmen um dann online zu bestellen? Meiner Meinung nach ist dies ganz einfach und es spielt auch hier eine große Rolle, wie der digitale Wandel genutzt wird.

Beratung fängt nicht im Laden an und hört dort auch nicht auf. Beratung findet vor und nach einem Besuch des Geschäftes im digitalen Raum ebenso statt und kann vom Einzelhändler gut genutzt werden. Stellt der Einzelhändler seinen Kunden zum Beispiel die Möglichkeit zur Verfügung, Produkte online anzusehen und dazu Fragen zu stellen, ergeben sich weitere Ansätze Waren anzubieten. Merkt man dabei bereits im Vorfeld, dass nicht alle Produkte die der Kunde gerne sehen möchte vorrätig sind, kann ein Einzelhändler die fehlende Ware erst bestellen und seinem Kunden dann bescheid sagen, wenn alles vorhanden ist was sich dieser ansehen möchte.

Nach einem Besuch im Geschäft, kann die Digitalisierung dabei helfe Reklamationen positiv zu nutzen. Dazu ist eine Reklamationsabwicklung notwendig, die auf den ersten Blick einen Besuch beim Einzelhändler überflüssig macht. Wie das genau funktioniert, erläutere ich gerne bei einem unverbindlichen kennen lernen. (0151/27536121)

Mein Fazit

Für mich ist die Digitalisierung eine riesen Chance für Einzelhändler. Tante Emma lebt neu auf. Kunden machen die Erfahrung das Offline einkaufen besser ist als vor den Zeiten der Smartphones und Webseiten. Alles in allem bricht, wenn Einzelhändler die Möglichkeiten geschickt nutzen, eine Zeit an die viele Chancen bietet.

WLAN im Einzelhandel verhilft zu höheren Umsätzen

Allgemein legen lokale Einzelhändler kein besonderes Augenmerk auf die Möglichkeit, Ihren Kunden einen Internetzugang im Ladenlokal anzubieten. Warum das für den Einzelhandelsumsatz schlecht ist und weshalb lokale Einzelhändler unbedingt einen WLAN Zugang anbieten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhalt

  1. Öffentlich zugängliches WLAN in Innenstädten
  2. Umsatztreiber Internetzugang
  3. Wie kann die Nutzung eines WLAN im Einzelhandelsgeschäft aussehen
  4. Fazit

shelf-315802_1280Öffentlich zugängliches WLAN in Innenstädten

In Innenstädten gibt es heute nur sehr selten öffentlich zugängliche WLAN Netze. Eine Ursache dafür, ist die Problematik der Störerhaftung. Hierbei geht es – grob gesagt – darum, dass der Anbieter eines öffentlich zugänglichen und nutzbaren Internetzugangs für Dinge die über seinen Internetzugang gemacht werden mit haftet. Diese Tatsache macht es lokalen Einzelhändlern geradezu unmöglich, entsprechende Möglichkeiten umzusetzen und Kunden den besonderen Service WLAN im Einzelhandel anzubieten.

Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel. Oftmals bieten große Telekommunikationsanbieter solche Zugänge an. Entweder komplett kostenfrei oder aber zumindest für die eigenen Kunden ohne weitere Kosten nutzbar. Fremdnutzer müssen in solchen Fällen oftmals sehr hohe Preise zahlen und nutzen deshalb diese Möglichkeiten eher nicht.

Hinzu kommt, dass diese öffentlichen WLAN Zugänge auf der Straße oder in der Fußgängerzone sehr gut funktionieren. Es fehlt aber sehr oft an Sendern innerhalb der Ladenlokale. Aus diesem Grund können Kunden das WLAN vor der Tür sehr gut nutzen. Im Laden selber ist aber Funkstille angesagt. Doch gerade dieser Punkt ist für den lokalen Einzelhändler schädlich!

Die Störerhaftung ist in diesen Fällen übrigens ausgehebelt. Denn die Telekommunikationsanbieter sind rechtlich gesehen Provider und können für die gesetzeswidrige Nutzung Ihrer WLAN Zugänge nicht belangt werden.

Ebenfalls als Provider gelten die Freifunker. Dies ist ein Verein, der in Zusammenarbeit mit Bürgern und lokalen Einzelhändlern öffentlich zugängliche WLAN Netzwerke einrichtet. Auch die Freifunker sind rechtlich gesehen Provider und somit durch die Störerhaftung nicht zu belangen.

In Zusammenarbeit mit einem der vielen lokalen Freifunkvereinen lassen sich zu geringen Kosten WLAN Netzwerke in einzelnen Ladenlokalen umsetzen. Diese können lokale Einzelhändler ihren Kunden kostenfrei zur Verfügung stellen und bieten somit einen hervorragenden Service, der am Ende des Tages sogar noch die Kassen füllt.

Mit einem WLAN im Einzelhandel könnte mir meine Frau bei der Auswahl helfen

Mit einem WLAN im Einzelhandel könnte mir meine Frau bei der Auswahl helfen

Umsatztreiber Internetzugang

Den Umsatz erhöhen in dem man seinen Kunden direkten Zugang zu Preisvergleichsmöglichkeiten, Bewertungsplattformen und Onlineshops bietet? Hört sich total verrückt an. Ist es aber nicht.

Ich selber habe bereits mehrfach an mir selbst beobachtet, dass ich ein Buch im lokalen Buchhandel gekauft hätte, wenn ich im Geschäft die Möglichkeit geboten bekommen hätte, meine Amazon Wunschliste auzurufen. Diese nutze ich, um immer dann wenn ich ein Buch benötige, schnell eine Bestellung auszulösen. Und ich habe bereits mehrfach erlebt, dass ich eben diese Wunschliste öffnen wollte weil mir im Buchladen nicht einfallen wollte, welches Buch ich denn kaufen will. Hätte ich eine funktionierende und unkomplizierte Möglichkeit gehabt, nachzuschauen dann hätte ich sicherlich so manches Mal ein Buch beim lokalen Buchhändler gekauft, dass ich so dann doch von zu Hause aus bestellt habe.

Anderes Beispiel: Ein Kunde steht beim lokalen Schuhhändler vor dem Regal mit Wanderschuhen. Er hat schon ziemlich genau im Kopf was er eigentlich haben möchte und geht auch ganz bewusst zum lokalen Händler, da er Schuhe nicht unbedingt online kaufen möchte.
Er hat das Paar, welches er sich nach langem Vergleichen und lesen von Produktbewertungen im Internet ausgesucht hat bereits anprobiert. Es sitzt nicht richtig, der Schuh ist unbequem.
Was also tun? Unverrichteter Dinge wieder gehen? Wohl eher nicht. Denn er hat nach dem missglückten Versuch ein weiteres Paar anprobiert. Eines das er bisher nicht in der engeren Auswahl gehabt oder überhaupt nur in Betracht gezogen hat.
Er möchte, bevor er eine Entscheidung über den Kauf eines Schuhpaares für mehrere hundert Euro trifft, eben schnell im Internet die Bewertungen zu diesem Schuh lesen. Geht aber nicht. Denn es gibt keinen vernünftig nutzbaren mobilen Internetzugang. Schade, denn dann kauft er das Paar Schuhe eben doch online von zu Hause aus.

Sie sehen, dass Internet hätte in beiden Fällen dazu beigetragen den lokalen Handelsumsatz zu erhöhen. In beiden Fällen hat das Fehlen einer mobilen Internetverbindung geführt, dass der Umsatz irgendwo im Onlinehandel gemacht wurde. Schade, oder?

Auch als Möglichkeit, eine Kaufentscheidung mal eben schnell abzuklären, hilft eine gute mobile Internetverbindung. Stellen Sie sich vor, ein Kunde steht bei Ihnen im Laden und weiß nicht ganz genau ob er Produkt A oder Produkt B mit nach Hause bringen soll. Was tut er im Zweifel mit Hilfe eines WLAN Zuganges? Genau, er macht ein Foto und sendet das Bild per Whats App an seine Frau. Inklusive der Frage was es denn genau sein soll!
Und was tut er ohne die Internetverbindung? Richtig. Er bringt im Zweifel lieber keines der beiden Produkte mit.

Neben diesen praktischen (und bereits mehrfach erlebten) Beispielen, gibt mir auch eine Untersuchung der Internetplattform deals.com Recht. Diese hat herausgefunden, dass 30% der Kunden lokaler Einzelhändler ca. 8,00 € mehr je Einkauf ausgeben würden wenn sie eine Möglichkeit hätten im Laden das Internet zu nutzen.
Dies entspricht für Deutschland einem jährlichen Mehrumsatz im lokalen Einzelhandel in Höhe von 7 Milliarden Euro. Nicht alleine durch die Verfügbarkeit mobiler Internetzugänge, aber eben auch dadurch.

Hinzu kommen Kundenwünsche, die nichts mit dem eigentlichen Internetzugang im Ladenlokal zu haben. Dazu gehören beispielsweise auch eine eigene App und die Möglichkeit des mobilen Bezahlens. Beides Themen, denen ich jeweils einen eigenen Blogbeitrag widmen könnte (was ich wohl auch tun werde).

Jetzt sollten Sie einfach nur mitnehmen, dass ein gut funktionierender mobiler Internetzugang für Ihr lokales Einzelhandelsgeschäft zu höheren Umsätzen beitragen kann.

Wie kann die Nutzung eines WLAN im Einzelhandel aussehen?

Drei Beispiele habe ich Ihnen ja bereits genannt.

  1. Buchkauf im lokalen Handel, wenn ein Zugriff auf die Amazon Merkliste (oder andere Listen im Internet) gewährleistet ist
  2. Alternativen zum ursprünglich ausgesuchten Produkt im Internet vergleichen und im lokalen Einzelhandelsgeschäft direkt mitnehmen
  3. Kaufentscheidungen mit der Ehefrau oder Gruppen von Schenkenden Personen abstimmen und dann das jeweilige Produkt kaufen

Darüber hinaus hilft ein gut zugängliches WLAN im Einzelhandel dabei, dass Kunden sich einfach länger aufhalten. Zum einen durch die drei oben angesprochenen Beispiele. Aber auch, weil eine Begleitperson das WLAN nutzen kann, wenn sie auf die eigentlich mit dem Einkauf beschäftigte Person wartet.

Ich selber kenne das sehr gut. Meine Frau braucht (ganz dem üblichen Klischee entsprechend) immer sehr lange, bei der Auswahl von Kleidung. Ich selber langweile mich in der Wartezeit sehr oft und versuche dann immer wieder mein Handy für die Überbrückung der Wartezeit zu nutzen. Sei es, um noch ein wenig Arbeit zu erledigen oder aber einfach so zum Zeitvertreib. Meistens ist mir dies aber leider nicht möglich. Denn in den meisten Einzelhandelsgeschäften habe ich schlichtweg keinen Internetzugang.
Was ist das Resultat? Ich nerve rum (da bin ich manchmal echt anstrengend!) und bringe meine Frau dazu, ganz schnell fertig zu werden und sich nicht noch mit “unnötigen” Dingen zu beschäftigen die vielleicht zum Kauf von noch mehr Produkten führen würden. Pech für den Einzelhändler, Ärger zwischen mir und meiner Frau. Kein schönes Ergebnis!

Ein WLAN im Einzelhandel kann Ihnen aber auch ganz konkret bei der Kundenbindung helfen. Kunden besuchen Ihren Laden häufiger, wenn Sie die Möglichkeit eines frei nutzbaren WLAN kennen. Bei dieser Gelegenheit kaufen diese Kunden vielleicht auch die eine oder andere Kleinigkeit. In jedem Fall können Sie aber für Ihre Produkte werben und so Kunden zu Wiederholungstätern machen.

Mein Fazit

Sie haben es sicherlich bereits bemerkt. Bei mir herrscht wenig Verständnis dafür, wenn ich kein WLAN im Einzelhandel vorfinde. Mittlerweile nervt mich das sogar so richtig!

Ich alleine bin aber nicht ihr Maßstab. Das kann ich verstehen. Allerdings sollten Sie mir uns anderen Fachleuten glauben schenken. Ein WLAN im Einzelhandel erhöht Ihren Umsatz, bindet Kunden an Sie und verschafft Ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit!

Das Fazit ist also kurz und knapp: WLAN im Einzelhandel führt zu mehr Umsatz und wer es nicht nutzt, der darf sich darüber ärgern, dass seine Kunden eventuell nicht mehr bei ihm einkaufen!