Beiträge

Digitalisierung in der Bildung

Dieser Artikel ist wirklich lang geworden. Und er ist trotzdem nicht vollständig. Und was ich schon einmal gar nicht erhebe ist der Anspruch auf die absolute Wahrheit. Alles was ihr im folgenden lest ist meine Meinung und entspricht meinem aktuellen Erfahrungs- und Wissensstand. Ich freue mich über viele konstruktive Beiträge und Ergänzungen. Und am Ende des Artikels bekommt ihr die Gelegenheit geboten so richtig mit zu machen bei der digitalen Bildungsrevolution! Also, viel Spaß!

Digitalisierung erklärt

Wir beschäftigen uns bei KMU Digital jeden Tag mit dem digitalen Wandel. Dabei bemerken wir sehr häufig, dass die Digitalisierung mit der verwendeten digitalen Technologie gleichgesetzt wird. Das ist aber eine grundlegend falsche Annahme und führt dazu, dass wir in Sachen Digitalisierung nicht wirklich vorwärts kommen.

Digitalisierung ist in erster Linie eine Einstellungssache. Nur wenn es in Unternehmen gelingt den Geist der Innovation, die Bereitschaft Dinge auszuprobieren, die Erkenntnis das auch mal etwas schiefgehen kann und eine gesunde Einstellung zur Technologie zu wecken, werden wir in Sachen Digitaler Transformation volle Fahrt aufnehmen.

Aus meiner Sicht ist der Blick auf die Technik die absolute Bremse. Denn bei Blick auf Technologien haben unsere Unternehmen immer das Gefühl mit Kapitaleinsatz und großer Kraftanstrengung jeder Zeit in der Lage zu sein, einen Rückstand aufzuholen. Dieses Gefühl führt dazu, dass man erst einmal abwartet. Bis es zu spät ist. Denn den Rückstand in Sachen Digitalisierung holen wir nicht durch die Entwicklung innovativer Technologie auf sondern einzig und alleine, wenn wir es schaffen einen Wandel in der Denkweise herbei zu führen.

Aus diesem Grund sehen wir bei KMU Digital das Thema Bildung – was für uns im ersten Moment nichts mit unserem eigentlichen unternehmerischen Ansatz zu tun hat – als essentiell und absolut nicht zu vernachlässigen an. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen digitalen Gesellschaft liegt in einem Bildungssystem das Kindern und Jugendlichen zu der entsprechenden Mentalität verhilft. Dabei ist es egal ob die Kinder später einmal in Hochtechnologisierten Bereichen arbeiten oder einen Job ausüben der auf den ersten Blick rein analog geschieht. Die Einstellung ist wichtig!

Warum muss Schule Digital werden?

In dem wirklich gut geschriebenen und sehr inspirierenden Spiegel Online Artikel “Schulen im Silicon Valley: Der Sternenhimmel ist das Ziel, nicht die Versetzung” von Astrid Maier schreibt die Autorin einen Satz, der sich mir sofort eingeprägt hat:

Der kürzeste Weg direkt ins Herz des Systems ist aber der tägliche Gang zur nächstgelegenen Grundschule.

Die Autorin beschreibt, wie das Schulsystem im Valley dazu beiträgt eine Mentalität zu erzeugen, die darauf ausgerichtet ist Innovation zu versuchen und die Digitalisierung voran zu treiben.

Sicherlich. Wir sprechen hier über eine der finanziell potentesten Regionen dieser Welt und Geld entscheidet auch in Bildungssystemen über Erfolg oder Misserfolg. Trotzdem lässt sich einiges von dem was in besagtem Artikel und auch an anderer Stelle beschrieben wird sicherlich ohne großen finanziellen Einsatz auch auf unsere Schule übertragen. Denn ganz viel von dem was wir unter “Digitalisierung” zusammen fassen hat einfach etwas mit der richtigen Mentalität und einem Verständnis für Technik zu tun, dass über die reine Bedienung von Endgeräten hinausgeht.

student-849825_640Wir brauchen die digitale Schule also für eine Mentalität die notwendig ist um erfolgreich die digitale Wirtschaft voran zu treiben und in Deutschland Innovativ zu bleiben. Auch für ein Technologieverständnis das über den Status eines reinen Bedieners hinaus geht, ist der digitale Wandel an Schulen immens wichtig. Unsere Kinder und Jugendlichen sollen verstehen, welche Mechanismen der Software zu Grunde liegen die Ihnen im Alltag (Egal ob Arbeit oder Privat) den Tag erleichtert.

Unterschiedliche Blickwinkel

Wenn wir über die Digitalisierung in unserem Bildungswesen nachdenken, müssen wir zwei Blickwinkel einnehmen.

  1. Zunächst sollten wir einen Blick darauf werfen, wie wir Digitalisierung im Sinne der Schüler nutzen können. Das schließt sowohl digitale Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung mit ein, als auch Ziele in der Veränderung von Mentalität. Das Feld ist hier sehr weit und führt wahrscheinlich zu einer Mehrbelastung der Lehrkräfte, die (nach meiner Wahrnehmung) kaum noch zu stemmen sein wird. Darum auch der zweite Blickwinkel…
  2. Denn dabei geht es um den Blick auf die Lehrkräfte. Wie können digitale Hilfsmittel den Lehrkräften die Arbeit erleichtern und zu Entlastungen führen die Freiräume für die Digitalisierung schaffen?

Digitalisierung für Schülerinnen und Schüler

Um feststellen zu können, wie Digitalisierung in Schulen für Schülerinnen und Schüler umgesetzt werden kann müssen wir uns die verschiedenen Altersgruppen ansehen und daran orientiert unterschiedliche Ansätze finden.

Alter 5-8 Jahre

Meiner Meinung nach, muss digitale Technologie in der Vorschule und auch in den ersten zwei Schuljahren der Grundschule nicht direkt eingesetzt werden. Hier ist viel wichtiger, den Grundstein zu legen der Digitalisierung erst möglich macht. Im oben genannten Artikel berichtet die Autorin, welche Maßnahmen die Lehrerin ihrer Tochter ergriffen hat um zu Beginn in einen Dialog zu kommen und wie in der Vorschule an das Thema Innovation herangegangen wird.

Wie wird reagiert, wenn etwas einmal nicht so gut gelingt? Welche Hilfestellung wird gegeben? Welcher Bezug wird zum Leben außerhalb der Schule hergestellt? Wird Freude am ausprobieren und testen vermittelt? Diese und viele andere Fragen bzw. die Antworten darauf, geben einen ersten Einblick in den Stand in Sachen Digitalisierung.

Auch wenn die eigentliche Technologie nicht unbedingt in den Regelunterricht gehört, bin ich dafür Kinder im Alter zwischen 5 und 8 Jahren langsam und spielerisch an die entsprechenden Technologien heranzuführen. Computerspiele werden so oder so schon gespielt, macht es da nicht Sinn die Neugierde der Kinder zu nutzen um die Mechanismen hinter dem Spiel zu ergründen? Ich meine, Programmiersprachen zu vermitteln hilft dabei die Funktionsweise deutlich zu machen und öffnet für weitere kreative Aufgaben die später mit Hilfe digitaler Technologien gemeistert werden können.

Es geht nicht darum, Kinder mit dem Ipad in die Ecke zu setzen und sich selber zu überlassen. Viele finden es zwar süß, wenn kleine Kinder bereits wischen und tippen, aber mit digitaler Kompetenz im eigentlichen Sinn hat das nicht viel zu tun. Generell haben wir bereits sehr viele reine Anwender aber leider noch sehr wenige Menschen die tatsächlich überblicken was im Rahmen der Digitalisierung passiert. Noch weniger Menschen haben bereits die Kompetenzen, die in Zukunft wichtig sein werden.

books-1012088_640Alter 8-11 Jahre

Ab diesem Alter sollte auf jeden Fall damit begonnen werden spielerisch an das Programmieren heranzuführen, anstatt basteln mit Papier oder malen mit Wasserfarben sollten Fächer auf dem Lehrplan stehen, die Kreativität in anderen Bereichen fördern. Auch die Erstellung von Software oder der Bau mehr oder weniger sinnvoller Hardware fordern Kinder spielerisch heraus und lassen so wichtige Dinge wie die kreative Entwicklung nicht hinten an stehen.

Unternehmerisches Denken zu fördern ist ab diesem Alter ebenfalls ein Punkt, den Schule aufgreifen sollte. Ein Nachdenken über wichtige Eigenschaften erfolgreicher Unternehmer muss in den Köpfen der entsprechenden Entscheider einsetzen und die Ergebnisse sollten frühzeitig in den Lehrplan einfließen. Es geht dabei nicht darum, in diesem Alter Firmen zu gründen oder modellhafte Versuche diesbezüglich zu unternehmen. Wichtige Eigenschaften die als man als Unternehmer braucht lassen sich aber auch jetzt schon trainieren.

Was hat unternehmerisches Denken mit der Digitalisierung zu tun? Ich glaube, dass wir einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel vor uns haben. Für viele wird dieser Wandel bedeuten, dass es das klassische langjährige Arbeitsverhältnis mit vorgeblicher Sicherheit nicht mehr geben wird. Durch die Freiheiten die uns durch das Internet geboten werden, hat bereits jetzt ein starkes Umdenken stattgefunden. Für viele Menschen steht Freiheit vor Sicherheit und viele von ihnen würden sich gerne selbst verwirklichen, bringen aber nicht unbedingt das notwendige Rüstzeug mit. Wenn wir es aber nun schaffen, die geänderten Anforderungen durch die Digitalisierung sowie die ebenfalls durch die Digitalisierung geänderten Ansprüche vieler Menschen in Deckung zu bringen und unseren Kindern beibringen erfolgreich auf den eigenen Beinen zu stehen und unternehmerisch zu handeln, eröffnen wir ihnen eine wichtige Option für ihr weiteres Leben.

Alter 11-15 Jahre

Im Valley wird es schon Vorschulkindern angeboten. Dort wohl so früh, weil man einfach gegen Geld anbieten möchte was Eltern sich als gut für ihre Kinder vorstellen. Spätestens ab dem 11. Geburtstag sollte dies aber tatsächlich Bestandteil des Schulunterrichts sein: Design Thinking und andere Methoden mit denen kreative (Geschäfts-) Ideen hervorgebracht werden können.

Vertiefend sollte in diesem Alter das Thema Programmieren sowie verschiedene Möglichkeiten kreativ eigene Ideen zu entwickeln mit auf den Lehrplan. Wichtig ist, dass unsere Kinder Strategien erlernen, sich Dinge alleine oder in kleinen Teams zu erarbeiten. Die Methodik ist hier genau so wichtig wie der eigentliche Inhalt. Da die Kinder in den Jahren vorher bereits gelernt haben zu erkenne, was ihren Fähigkeiten entspricht und was ihnen liegt, sollten sie ab jetzt sehr frei entscheiden können was sie – neben den essentiell wichtigen Dingen – lernen möchten, wie also ihre sogenannten “Nebenfächer” aussehen.

Alter 15-19 Jahre

Was gibt es jetzt in Sachen Digitalisierung noch zu lernen? Wahrscheinlich weiß nun jedes Kind wie es mit Technik umgeht, besitzt die nötige Medienkompetenz für Social Media und kann sich neue Dinge schnell selber erarbeiten. Auch die Selbsteinschätzungsfähigkeit sollte soweit sein, dass die Jugendlichen einschätzen können wo sie besondere Fähigkeiten haben und wie sie diese einsetzen können.

Ich glaube das es jetzt Sinn macht, das erworbene Wissen und vor allem die erworbenen Strategien dazu einzusetzen, eigene Projekte anzugehen und Ideen umzusetzen. Es könnte beispielsweise Projektaufgaben geben, die es notwendig machen passende Teams zu formen und gemeinsam Lösungen für Problemstellungen zu finden. Ein anderer Ansatz könnte die Arbeit an konkreten Unternehmerischen Projekten sein. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die in den vorangegangenen Jahren erlernten Dinge zur Anwendung kommen und vertieft werden.

teacher-702998_640Digitalisierung für Lehrerinnen und Lehrer

Ich verzichte hier darauf, die Einteilung der verschiedenen Dinge nach Altersstufen vorzunehmen. Es ist mir viel wichtiger, dass wir darüber nachdenken welche Mittel wir durch die Digitalisierung schon heute an der Hand haben um die einzelne Lehrkraft zu entlasten und somit Freiräume für das zu schaffen, was eigentlich die Aufgabe ist. Nämlich die Vorbereitung auf das Leben nach der Schulzeit und die Befähigung zu einem erfüllten und selbstbestimmten Leben.

Automatisierung von Korrekturarbeiten

Meine Frau ist Lehrerin an einer Grundschule. Ihr könnt euch nicht vorstellen welche Papierberge jede Woche in unser Haus wandern und dieses nach kurzer Zeit wieder verlassen. Dabei handelt es sich um Arbeitshefte, Tests, Mappen mit Arbeitsblättern und allerlei anderen “Kram” der gesichtet und korrigiert werden möchte. Der Aufwand die Papierberge sinnvoll zu strukturieren und in gut auswertbarer Art und Weise zu verarbeiten ist immens und kostet viel Zeit.

Zumindest ein gewisser Prozentsatz dieser Arbeiten ließe sich ganz sicher auch so stellen das diese digital auswertbar wären. Dies würde wiederum dazu führen, dass Inhalte aus Mappen oder Arbeitsheften nicht mehr das selbe Gewicht hätten wie bisher, da viel häufiger die Möglichkeit bestünde kleine Tests einzuschieben und diese als Grundlage für eine Einschätzung des Wissenstandes heran zu ziehen.

Individualisierung von Lerninhalten

Mit einer regelmäßig stattfindenden Überprüfung des Wissenstandes, ließe sich auch viel besser auf die einzelnen Kinder eingehen. Differenzierung ist heute eines der großen Themen in der Schule. Möglichst jedes Kind soll individuell betreut und gefördert werden. Bei Klassengrößen von 20 und mehr Kindern ist dies aber gar nicht möglich. Ganz besonders vor dem Hintergrund der bereits laufenden Inklusion wird sich das Problem eher noch verschärfen als beruhigen.

Es gibt bereits Technologie die eine Differenzierung nach Leistungsstand – sogar täglich individuell – möglich machen. Ein gutes Beispiel dafür wird in dem Artikel “Passend für jeden: Wie maßgeschneidertes Lernen möglich ist” auf dem Blog Digitalisierung der Bildung vorgestellt. An der beschriebenen Schule wird mit jedem Schüler jeden Tag ein kleiner elektronischer Test durchgeführt. Was wurde verstanden und was noch nicht? Auf Grundlage der Ergebnisse wird dann der individuelle Lehrplan inkl. digitaler Medien wie Videos und digitaler Texte zusammengestellt. Am nächsten Tag geht es dann hoch individuell weiter und die Lehrer, die sich nicht mehr damit aufhalten Zeit für Korrekturarbeiten aufzuwenden, können jedem Schüler an entscheidenden Punkten helfen.

Hier noch das Video dazu:

Lerngruppen digital vernetzen

In der Wirtschaft wird Videotelefonie immer wichtiger, denn dort wurde erkannt was es bedeutet wenn man auf größere Entfernung in Bild und Ton zusammenkommen und gemeinsam an Problemstellungen arbeiten kann.

Ein ähnliches Konzept ist auch für Schulen denkbar. So könnten beispielsweise Kleingruppen gebildet werden, die sich in Unterrichtsfreien Zeiten per Videoschaltung treffen und Inhalte erarbeiten können. Es kann sich dabei entweder um Gruppen handeln die auf einem ähnlichen Lernstand sind und somit ähnliche Herausforderungen zu bestehen habe oder aber man bildet Projektgruppen zu bestimmten Inhalten die selber erarbeitet werden müssen.

Im Idealfall könnte man hier sogar Lehrkräfte einsetzen, die einen Teil ihrer Arbeitszeit damit verbringen am Nachmittag solche Lerngruppen zu betreuen.

Viele andere Möglichkeiten sind denkbar

Ich kann mir noch viele andere Möglichkeiten ausdenken. Vieles gibt es schon und einiges wird durch immer neue Möglichkeiten stark weiterentwickelt. Manches kennen wir wahrscheinlich noch gar nicht, da wir die dazugehörigen Technologien noch nicht auf breiter Basis einsetzen.

Ich möchte mit meinen Beispielen zum Nachdenken anregen. Vielleicht habt ihr ja darüber hinaus noch weitere Ideen? Das Kommentarfeld steht euch offen! 🙂

euro-163475_640Das liebe Geld

In dem Eingangs erwähnten Artikel beschreibt die Autorin, wieviel Geld im Silicon Valley für die staatlichen Schulen zur Verfügung steht. Hier leben sehr wohlhabende Menschen, die in der Lage sind die Schulen ihrer Kinder mit ausreichend finanziellen Mitteln zu beglücken damit Konzepte gelingen, die wir hier auf Staatskosten umsetzen müssen.

Für mich ist dies allerdings kein Argument gegen die Digitalisierung an Schulen. Ein bißchen handelt es sich hier um die berühmte Katze die sich selber in den Schwanz beißt. Denn ohne Digitalisierung unserer Schulen und ohne eine nachwachsende Generation die mit der digitalen Welt gut umgehen kann, wird es den notwendigen Wohlstand in Zukunft nicht mehr geben. Ohnehin ist unser Schulsystem ein ganz anderes als das in Amerika. Schule verlässt sich hier schon lange auf den Staat und das ist auch gut so. Meiner Meinung nach sind die entsprechenden Mittel auch durchaus vorhanden, sie müssen eben nur entsprechend für die Zukunft eingesetzt werden.

Ich möchte an dieser Stelle keine Umverteilungsdiskussion anstoßen, sondern dafür sensibilisieren das wir mit der Digitalisierung nicht nur unsere Wirtschaft vor einer riesigen Herausforderung sehen. Unsere gesamte Gesellschaft steht kurz vor einem heftigen Wandel, der nur zu schaffen ist wenn wir schnell und umfassend reagieren.

Die Frage ist als nicht ob Geld vorhanden ist. Es muss einfach vorhanden sein um uns gut für die Zukunft aufzustellen!

Ausblick

Was wird in den nächsten Monaten und Jahren passieren? Ich bin da nicht sonderlich optimistisch.

Viel wird sich aus meiner Sicht nicht tun. Schon gar nicht werden Lehrpläne entsprechend angepasst oder die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen. Vielleicht kommt es zu entsprechenden Diskussionen die uns mittelfristig weiter bringen. Ob diese Weiterentwicklung dann rechtzeitig geschehen wird, das vermag ich nicht einzuschätzen. Ich befürchte allerdings das schlimmste und lasse mich dann überraschen.

kmu-digital-logo (1)KMU Digital tut was

Weil ich nicht daran glaube, dass der entsprechende Impuls von Seiten der Verantwortlichen Bildungspolitiker kommt, haben wir bei KMU Digital beschlossen diejenigen ins Boot zu holen die betroffen sind. Eltern, Lehrer, Schüler, Studenten, Unternehmer, Startups und jeder der sich sonst noch berufen fühlt, dieses wichtige Thema anzugehen.

Wir möchten dazu konkret werden und einen kleinen Schritt zur Umsetzung beitragen. Deshalb veranstalten wir vom 21.10. bis zum 23.10. einen Hackathon zum Thema Digitalisierung des Bildungssystems. Eine genaue Agenda steht noch nicht. Es wird aber, wie bei Hackathons üblich, sehr locker laufen. Am Freitag Abend haben die Teilnehmer die Gelegenheit ihre Themenwünsche vorzustellen und Teams für die Umsetzung zu gewinnen. Ab diesem Zeitpunkt arbeiten alle Gruppen individuell an ihren Themen. Die Ergebnisse – seien es nun neue Lernkonzepte, Software, Hardwareprojekte oder was auch immer – stellen wir dann am Sonntag Nachmittag vor.

Der Idealfall würde eintreten wenn eines oder mehrere der Projekte fortgesetzt werden und über das Wochenende hinaus weiter leben.

KMU Digital sorgt für den Rahmen. Wir versuchen vor allem Mittelständler mit ins Boot zu holen, denen das Thema Bildung am Herzen liegt. Außerdem hat das WorkInn in Dortmund den neuen Standort an der Hohe Straße 1 in Dortmund zur Verfügung gestellt. Somit haben wir tolle Räumlichkeiten in zentraler Lage und eine echt fette Anbindung ans Internet. Die werden wir ja wohl auch brauchen… 😉

Wer Lust hat dabei zu sein, meldet sich am besten einfach bei mir. Per eMail unter d.arntjen@kmu-digital.net oder telefonisch unter 0151/27536121.

Wie werden Digitalisierungsprojekte erfolgreich?

Diese Frage stellen sich viele Unternehmer sicherlich nicht nur im Zusammenhang mit Digitalisierungsprojekten. Generell stellt jedes Projekt –  das Mitarbeiter, Kunden und Kooperationspartner stark beeinflusst – eine große Herausforderung dar. Digitalisierungsprojekte erfüllen diese Aussage ganz besonders, da sie fast immer erheblichen Einfluss auf Arbeitsabläufe, Produktgestaltung und Zusammenarbeit haben. Aus diesem Grund habe ich mich ganz besonders gefreut, als Kerstin Zulechner von der Schuchert Managementberatung aus Bochum angeboten hat, genau dieses Thema in einem Vortrag zu behandeln. Im Rahmen unserer “Die Berater” Reihe haben wir dafür sehr schnell einen Termin gefunden.

Am 24.05. ist es dann soweit gewesen. Ca. 20 Teilnehmer durften von Kerstin Zulechners (Sie ist Dipl. Psychologin und Expertin für den Wandel in Unternehmen) umfangreichen Fachwissen profitieren. In einem hervorrang vorbereitetend und fachlich sehr tiefen Vortrag mit vielen interaktiven Elementen, hat sie alle Teilnehmer gepackt. Die Diskussionen schlugen in der Gruppe sehr schnell hohe Wellen, blieben aber immer sachlich und vor allem auf einem fachlich sehr hohen Level. So konnten wir alle vom Wissen der jeweils anderen Teilnehmer profitieren und – das gilt jedenfalls für mich – das eigene Wissen bedeutend erweitern.

Kerstin Zulechner hat zur Einführung in das umfangreiche Thema einige Punkte angesprochen, mit denen sie deutlich machen konnte, warum wir alle – und ganz besonders der Mittelstand – von der Digitalisierung betroffen sind. Über diese Punkte führte sie uns dann zum eigentlichen Thema, den tiefgehenden Veränderungsprozessen die durch den digitalen Wandel in Unternehmen ausgelöst werden. Wie kann man als kleiner und mittelständischer Unternehmer solch umfangreiche Projekte am besten anpacken und wie nimmt man alle betroffenen Personen – besonders die eigenen Mitarbeiter – bei diesem Prozess mit?

Sicherlich kennen wir alle mehr oder weniger angenehmer Veränderungsprozesse im beruflichen Umfeld. Seien es nun Veränderungen, die wir uns selbst wählen oder auch solche die uns von Kunden, Partnern, Vorgesetzten und vielen anderen Menschen “aufgezwungen” werden. Meistens sind diese Veränderungen im ersten Moment nicht besonders angenehm. Alleine die Notwendigkeit, die eigene Komfortzone verlassen zu müssen, macht es für viele Menschen schwer, Veränderungen zu akzeptieren.

Die Teilnehmer stellen Ihre Ergebnisse vor.

Die Teilnehmer stellen Ihre Ergebnisse vor.

Kerstin Zulechner hat uns am 24.05. zunächst näher gebracht, wie wir für unsere Unternehmen und Organisationen herausfinden können, an welcher Stelle wir den digitalen Wandel am besten “anpacken”. Von der Vision – die gerne auch absolut werteorientiert oder sogar emotioanel sein darf – bis zur Definition einzelner Projekt, die den Wandel im eigenen Unternehmen vorantreiben, hat Kerstin Zulechner sehr gut die einzelnen Handlungsschritte erläutert. Die Diskussion und Nachfragen an dieser Stelle haben schnell gezeigt, wo die eigentlichen Schwierigkeiten bei der Auswahl der Projekte liegen. Wählt man nun als erstes ein wichtiges Projekt mit hoher Sichtbarkeit und Wirkung, um den Wandel im eigenen Unternehmen voranzutreiben? Wenn ein solches Projekt gelingt, sollte es in der Zukunft einfacher sein, die einzelnen Akteure von der Notwendigkeit weiterer Projekte zu überzeugen. Oder nimmt man sich als erstes ein Projekt, dass keine besonders große Wirkung entfaltet und probiert an diesem kleinen Beispiel aus, wo die Stolperfallen liegen? Die Meinungen dazu waren sehr vielfältig und die verschiedenen Beispiele haben gezeigt, dass es auch hier das eine Patentrezept nicht gibt.

Im Anschluss an diese Einführung, ging es direkt an die erste Fragestellung. “Wie gewinnen Sie Ihr Team für die digitale Transformation?” Diese Frage diskutierten die Teilnehmer in kleinen Gruppen und kamen dabei zu sehr guten und umfangreichen Ergebnissen. Anhand der Ergebnisse konnte ich sehr gut erkennen, dass wir alle Experten in unserem Bereich sind und das alle Teilnehmer über sehr viel Fachwissen verfügen. So machen mir “Die Berater” Veranstaltungen am meisten Spaß!
Die Ergebnisse unserer Diskussion haben übrigens auch gezeigt, dass die Wissenschaft die wesentlichen Aspekte erfolgreicher Veränderungsprozesse bereits ausführlich erforscht hat. Kerstin Zulechner hat diese Faktoren im Anschluss an die Zusammenfassung noch einmal deutlich gemacht und ist dabei tiefer auf verschiedene Punkte eingegangen.

Selbst wenn alle Faktoren stimmen, entsteht in jedem Digitalisierungsprojekt auch Widerstand. Wie geht man als Projektverantwortlicher, Vorgesetzter oder Geschäftsführer am besten damit um? Wie identifiziert man die verschiedenen Widerstandstypen und wie kommt es eigentlich zu Widerständen? Neben Kerstin Zulechners Erläuterungen und Einführung in dieses Kapitel, haben auch hier wieder alle Teilnehmer in kleinen Gruppen diskutiert und Ergebnisse zusammengefasst.

Die Frage dabei war, wie wir mit den verschiedenen Widerstandstypen umgehen. Jede Gruppe hatte dabei die Aufgabe einen ganz bestimmten Typen zu analysieren und sich auszudenken, wie der Widerstand zu beseitigen ist bzw. wie mit den Widerständen umgegangen werden kann. An dieser Stelle wurde wieder sehr schnell klar, wie umfangreich das Wissen und die Erfahrung der Teilnehmer ist. Jeder hat dazu eine Meinung, die jeweils auch sehr fundiert vorgetragen und verteidigt wurde. Vielfach traten dabei die Unterschiede zu Tage, die sich durch unterschiedliche Unternehmensgröße und Projektumfänge ergeben. Aber auch verschiedene Methoden und der Glauben an die eine oder andere Methode haben an dieser Stelle eine Rolle gespielt.

Lebhafte Diskussionen bestimmen unsere "Die Berater" Veranstaltungen

Lebhafte Diskussionen bestimmen unsere “Die Berater” Veranstaltungen

Nach der Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Überblick über Symptome und Ursachen von Widerstand – der übrigens wieder von einer sehr gut geführten und von Kerstin Zulechner professionell moderierten Diskussion begleitet wurde – ging es dann noch um die verschiedenen Phasen die jeder Mensch bei Veränderungen durchlebt. Wie Führungskräfte diese Veränderungsphasen optimal begleiten können und somit Projekte zum Erfolg führen, haben wir wieder gemeinsam diskutiert und die Ergebnisse am Flipchart zusammengefasst.

Alles zusammen genommen, war der Abend sehr lehrreich und hat vielen Teilnehmern einen tieferen Einblick in die erfolgreiche Ausgestaltung von Digitalisierung in Unternehmen gegeben. Kerstin Zulechner hat dabei mit ihrem sehr umfangreichen Wissen und noch mehr Erfahrung, den Abend souverän gestaltet und dadurch erst die verschiedenen Denk- und Lernprozesse möglich gemacht.

Wer die Präsentation inkl. der Ergebniszusammenfassung als PDF zugesandt haben möchte, kann gerne ein eMail an mich senden (d.arntjen@kmu-digital.net). Ich setze Sie dann auf unseren Newsletter Verteiler und sende Ihnen die Präsentation per eMail zu.

Übrigens. “Die Berater” findet immer am letzen Dienstag eines Monats statt. Beim nächsten Mal geht es um “Affiliate Marketing – Wie Ihnen Partnermarketing hilft, neue Kunden zu gewinnen.” Ralf Wenda wird uns am 28. Juni dieses wichtige und interessante Thema näher bringen. Als Unternehmer erfahren Sie, wie Sie es schaffen erfolgreiche Vertrieb mit Hilfe von Affiliate Marketing zu gestalten. Und das für fast jedes Produkt und fast jede Dienstleistung! Tickets für diesen Abend gibt es auf der KMU Digital Eventseite.

 

 

Digitaler Wandel im Einkauf

Wir schreiben in letzter Zeit recht viel über den digitalen Wandel im Vertrieb und darüber was das eigentlich konkret bedeutet. Am 26. Januar gibt es dazu sogar eine Veranstaltung mit der wir uns ganz konkret an Vertriebsmitarbeiter und -verantwortliche wenden. Der digitale Wandel vollzieht sich für viele Vertriebsorganisationen nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil die Kundenseite danach verlangt. Welche Vorteile ziehen Einkäufer aus dem digitalen Wandel? Welche Instrumente werden heute bereits genutzt und was erwarten Einkäufer für die Zukunft? Diesen Fragen möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Inhalt

  1. Was erwarten Einkäufer von der Zukunft?
  2. Wie nutzen Einkäufer den digitalen Wandel schon heute für sich?
  3. Was bedeutet dies heute und in Zukunft für die Einkäufer?

Was erwarten Einkäufer von der Zukunft?

Das ist eine der Fragen die ich als Vertriebsmitarbeiter in der Vergangenheit immer wieder an mich und an Kollegen gerichtet habe. Meistens war diese dann aber nicht konkret auf den digitalen Wandel bezogen, sondern auf die Entwicklung in “meinem” Markt.

Was Einkäufer in Sachen digitalem Wandel erwarten und wie ihrer Einschätzung nach der Einkauf aktuell in den Wandel einbezogen wird, hat die h&z Unternehmensberatung versucht in einer Umfrage unter Besuchern des BME-Symposiums Einkauf und Logistik heraus zu finden.

Im Wesentlichen scheinen viele Einkaufsverantwortliche (78%) ein hohes bis sehr hohes Automatisierungspotential für den Einkauf zu erkennen. Dabei richten die Einkäufer ihr Augenmekr auf neue IT-Technologien, von denen sie wohl erwarten das Bestellprozesse stärker automatisiert werden können. Betrachtet man ein weiteres Ergebnis der Umfrage, dann lässt sich gut erkennen das es im Einkauf aber wohl nicht nur um die Automatisierung des eigentlichen Bestellprozesses gehen wird. 88% der befragten Einkaufsverantwortlichen erwarten durch Big Data bessere Einkaufsentscheidungen.

Im Grunde genommen setzt sich hier der Drang nach Transparenz für den Einkauf fort. Schon in der Vergangenheit haben Einkäufer das Ziel gehabt (und sie haben es natürlich auch heute und werden es auch in der Zukunft haben), möglichst große Transparenz herzustellen bevor eine Einkaufsentscheidung gefällt wird. Dieser Wunsch ist legitim, wird aber von vielen Vertriebsorganisationen bewusst nicht berücksichtigt. Denn Transparenz bedeutet oftmals, dass am Ende die Verkäuferpersönlichkeit, die Zusammenarbeit in der Vergangenheit und andere “weiche” Faktoren nicht mehr so viel Gewicht haben, wie sie es aus Sicht von Vertriebsverantwortlichen haben sollten. Zumindest scheint dies oftmals die Befürchtung zu sein.

Was Big Data zu dieser Transparenz beitragen kann, dürfte klar sein. Mehr Daten die besser aufbereitet und analysiert werden führen automatisch zu einem höheren Transparenzlevel. Gepaart mit intelligenten Technologien, werden die höheren Datenmengen in der Zukunft wahrscheinlich dazu führen das nicht mehr alleine ein Mensch über den Abschluss bestimmter Verträge entscheidet.

Vertriebsorganisationen können daraus übrigens direkte Rückschlüsse ziehen. Das Produkt und dessen Qualität (dies gilt auch für Dienstleistungen, Vertragsformen, etc.) wird immer stärker in den Vordergrund gerückt. Vertriebsmitarbeiter bzw. die Kompetenzen von Vertriebsmitarbeitern müssen sich grundsätzlich wandeln. Es geht in Zukunft weniger um Persönlichkeit und mehr um echten Mehrwert. Platt gesagt, hat ein Computer keinen Bauch der 80% jeder Entscheidung beeinflusst!

Wie nutzen Einkäufer schon heute den digitalen Wandel für sich?

Die oben genannte Umfrage sagt dazu nichts aus. Zur aktuellen Situation gibt es lediglich die Aussage, dass der Einkauf in vielen Unternehmen noch nicht stark genug in den Wandelungsprozess einbezogen wird. Was dies konkret bedeutet, kann ich nicht beurteilen.

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus, hat sich die Kommunikation mit Einkäufern in mittelständischen Unternehmen in den letzten 10 Jahren schon sehr gewandelt. Es liegen mehr relevante Informationen vor, die Einkäufer wissen wesentlich besser über den Wettbewerb bescheid und können die Entwicklung der Unternehmen mit denen sie verhandeln deutlich besser beurteilen. Diese Punkte rühren von den erweiterten Recherchemöglichkeiten und der größeren Transparenz verschiedener Märkte.

Ich habe in den letzten Jahren den Wandel aus Vertriebssicht in einer Branche erlebt, die traditionell sehr verschlossen ist. Auch wenn es sehr viele Wettbewerber auf diesem Markt gibt, lassen sich mit den üblichen Mitteln der Recherche wenige Informationen finden. Meiner Meinung nach rührte daher das oft sehr große Mißtrauen gegenüber Versprechen im Verkaufsprozess. Die Einkäufer sind es aus anderen Bereichen gewohnt, wesentliche besser informiert zu sein. Wer nicht transparent handelt und anbietet, weckt also schon heute Misstrauen.

Der digitale Wandel wird also von verschiedenen Einkaufsorganisationen schon heute dazu genutzt, die üblichen Ziele zu erreichen. Märkte werden im Vorfeld von Verhandlungen stärker durchleuchtet, Preise können eher verglichen werden, Vertragsformen lassen sich besser durchschauen. Darüber hinaus scheint es aber noch keine nennenswerten Wandlungen zu geben. Ausgehend von den Aussagen der erwähnten Umfrage, scheinen Automatisierung und Big Data noch keine große Rolle zu spielen. Allerdings werden diese Punkte sehr bald wesentlich relevanter werden, was dazu führt das sich der Einkauf grundlegend wandelt.

Was bedeutet dies heute und in Zukunft für die Einkäufer?

Heute stellt der digitale Wandel eine sehr gute Möglichkeit dar, Transparenz auch in unüberschaubaren Märkten herzustellen. Informationen sind schneller verfügbar und besser zu interpretieren.

In der Zukunft wird der weitere Wandel dazu führen, dass viele Prozesse die heute noch von Menschen erledigt werden automatisiert stattfinden. Zum Beispiel ist es denkbar, dass Preis- und Leistungsvergleiche automatisiert ausgeführt werden. Auch der eigentliche Bestellprozess wird dann automatisch durchgeführt. Heute sind für viele dieser Arbeitsschritte noch Eingriffe von Außen notwendig. So erhalten Sachbearbeiter im Einkauf zwar heute schon Benachrichtigungen darüber, wenn bestimmte Warenbestände Schwellwerte unterschreiten. Eine Abfrage der Verfügbarkeit bei verschiedenen Lieferanten sowie der komplexe Vergleich von Lieferkonditionen geschieht aber noch manuell.

In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass in vielen Fällen Aufgaben von Sachbearbeitern entfallen. Einkäufern fällt dann immer mehr die Aufgabe zu, den Einkauf von besonderen Produkten und Dienstleistungen zu managen sowie die interne Organisation zu verbessern. So “einfache” Dinge wie Warenbestände auffüllen, regelmäßig wiederkehrende Bestellungen bei einer kleinen Auswahl von Stammlieferanten und andere standardisierte Aufgaben entfallen dann.

Ob der digitale Wandel den Einkauf im heutigen Sinn vielleicht sogar komplett überflüssig macht, wage ich nicht zu beurteilen. Da aber schon heute bei komplexen Einkaufsentscheidungen eher die jeweilige Fachabteilung die Beurteilung von Leistungsfähigkeit und den Vergleich von Anbietern übernimmt und der Einkauf als Dienstleister dieser Abteilungen mit am Tisch sitzt, ist es durchaus denkbar, dass es den “Einkäufer” im heutigen Sinne nicht mehr geben wird.

Welche Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung müssen wir am dringendsten abbauen?

Der digitale Wandel schreitet voran und manchmal bekommt man das Gefühl, dass wir uns in Deutschland kräftig abhängen lassen. Aber was ist der Grund dafür? Welche Hürden haben wir zu meistern und welche Hürde ist die am dringendsten zu beseitigende?

Wir können diese Frage nicht beantworten, haben aber in diesem Artikel 5 Hürden zusammengefasst von denen wir glauben, dass diese entscheidend sind. Von unseren Lesern – also Ihnen – möchten wir wissen welche dieser Hürden die ist, die ganz schnell und noch vor allen anderen abgebaut werden sollte.

Also. Wählen Sie eine oder mehrere der 5 folgenden Hürden und geben Sie Ihre Stimme ab! So ergibt sich recht schnell ein Bild davon, welche Hürden nach Meinung unserer Leser schnell abgebaut gehören.

Und wenn Sie noch andere Hürden sehen, dann nutzen Sie unser Kommentarfeld. 🙂

https://www.playbuzz.com/dennisa10/h-rden-auf-dem-weg-zur-digitalisierung

Wochenrückblick: Der digitale Wandel in der Kalenderwoche 42

Der digitale Wandel ist ein Thema, dass (zum Glück) immer mehr an Bedeutung zunimmt. Immerhin betrifft dieser Wandel uns alle in fast allen Lebensbereichen. Aus diesem Grund möchten wir jede Woche einen aktuellen Blick auf die zurückliegende Woche werfen und zusammen fassen, welche Beiträge, Videos, Artikel und Meinungen zu diesem wichtigen Thema veröffentlicht wurden.

Auch in dieser Woche ist wieder viel passiert. Hier meine 5 Highlights und ein kleiner Einblick in verschiedene Themen des digitalen Wandels:

Nur jedes 8 Unternehmen spielt beim digitalen Wandel vorne mit. Stellt der Wiesbadener Kurier fest und gibt Beispiele.

Jobs im Wandel. Digitaler Daumen gesucht. Ein Beitrag im Handelsblatt in dem es darum geht, dass Jobeinsteiger heute nicht mehr damit werben können, digital Natives zu sein. Denn das sind alle anderen Bewerber im Zweifel auch. Das gilt erst recht für nachfolgende Generationen.

Der digitale Wandel verändert die Lehre. Ein Beitrag des SWR zu finden in deren Mediathek.

Konkurrenzdenken in Unternehmen blockiert digitale Transformation. Kann ich persönlich mir gut vorstellen und wird im Artikel durchaus gut belegt.

Unternehmen begrüßen digitale Transformation. Der Gewinn von Unternehmen die einen digitale Transformationsstrategie haben wächst um das 2,5 fache schneller als der von Unternehmen die eine solche Strategie nicht haben.

Das war er schon wieder. Der Wochenrückblick zum digitalen Wandel.

Test für Entscheider und Unternehmer: Haben Sie “digitale Kompetenz”?

Erschreckend zu lesen, dass Studienergebnissen nach nur sehr wenige Unternehmer und Führungskräfte digitale Kompetenz besitzen – je älter, je hoffnungsloser. Entscheider über 30 Jahre denken nur zu acht Prozent, der digitale Wandel hätte erheblichen Einfluss auf das Unternehmen – bei den über 50-Jährigen glaubt sogar so gut wie niemand an einen “sehr starken” Einfluss der digitalen Transformation auf ihr Business. Es könnte sein, dass tatsächlich die vielen StartUps, die gerade überall entstehen, die “alten” Etablierten in kürzester Zeit vom Markt fegen. Gerade bei unternehmensnahen Dienstleistungen, bei kreativen Berufen, im Einzelhandel, bei Freiberuflern und in der Gastronomie könnte das passieren. Im Folgenden ein kleiner Test für Sie: Haben Sie eigentliche “Digitale Kompetenz”? Und was ist das überhaupt? Ganz sicher mehr als Facebook, oder???

Test zur digitalen Kompetenz für Entscheider und Selbstständige

Anleitung: Legen Sie sich einen Block und Stift zurecht und beantworten Sie die folgenden Fragen in
Stichworten. Sie können natürlich alternativ auch Fragen und Antworten in Ihr Diktiergerät sprechen. Und vielleicht können Sie sogar die Sprachergebnisse automatisch vom Smartphone in Print

Glaskugel übertragen lassen? das wäre ja schon einmal ein ganzes Stück “Digitale Kompetenz” 😉

In der nächsten Woche wird es einen weiteren Artikel geben, der sich antwortend mit den Veränderungen beschäftigt – und mit den konkreten Anforderungen an Selbstständige, Händler, Hersteller, Dienstleister und Freiberufler

Grundlagenwissen: Der digitale Wandel

  1. Wenn Sie kurz über die verschiedenen Bereiche nachdenken, die den digitalen Wandel betreffen, welche Stichworte fallen Ihnen dazu ein? Nennen Sie vier Bereiche in der Wirtschaft, in denen sich die digitale Transformation schon heute besonders auswirkt und begründen Sie Ihre Entscheidung. Um die Frage beantworten zu können, wählen Sie eines der folgenden Unternehmensformen aus:
    – Industrie/ produzierendes Unternehmen
    – Einzelhandel
    – Freiberufler (Arzt, Steuerberatung, Anwalt, Unternehmensberatung, Architekt…)
    – Gastronomie
    – Sonstige Dienstleitung
    – Handwerk
    – Selbstständige
    – Kreativberufe
  2. Was wissen Sie über die “Cloud”? Inwieweit verändert die Cloud die Wirtschaft? Ist Ihr Unternehmen davon in irgendeiner Weise betroffen? Wenn ja, dann wie? Welche Vorteile bietet Cloud-Computing konkret für Ihr Unternehmen? Welche Konsequenzen und Investitionen sind damit verbunden? Sehen Sie eine Möglichkeit, die Cloud zu ignorieren und trotzdem weiter erfolgreich ihr Unternehmen zu führen?
  3. Was sagt Ihnen der Begriff “Kollaboratives Arbeiten”? Gibt es Bereiche, in denen Sie Teile dieser internetbasierten Zusammenarbeit in Teams bereits leben? Damit sind nicht unbedingt nur eigene Mitarbeiter gemeint, gerade in den kreativen Berufen können Projekte mit Kunden oder Kooperationspartnern über elektronische Tools organisiert werden. Kennen Sie solche Tools? Was nutzen Sie bereits?
  4. Bekannt ist wohl allgemein, dass digitale Kompetenz immer wichtiger und selbstverständlicher wird in Marketing, Service und Vertrieb. Haben Sie schon Wege eingeleitet, um die Beziehung zu Ihren Kunden über digitale Prozesse zu optimieren? Wie kommunizieren Sie mit Kunden und Interessenten? Sagt Ihnen der Begriff “Social CRM” etwas? Was denken Sie, könnte damit gemeint sein? Glauben Sie, die intelligente Auswertung von digitalen Kundendaten könnte für Ihr Business relevant sein? Wollen Sie sich da näher mit befassen – oder nutzen Sie vielleicht schon Software und Tools, um Ihre Kundenbeziehungen zu optimieren?
  5. Wie verändert der digitale Wandel Geschäftsmodelle? Ist auch Ihr Geschäftsmodell betroffen? Hat der digitale Wandel Einfluss auf Wettbewerb und den relevanten Markt? Was werden Sie tun, um neue Geschäftsideen und Produktentwicklungen passend zum digitalen Zeitalter zu entwickeln? Denken Sie, dass Sie hier aktiv tätig werden müssen oder warten Sie ab, was an Herausforderungen auf Sie zukommt und wollen erst dann reagieren? Spielt “Skalierbarkeit” eine Rolle für Ihr Business? Was bedeutet das überhaupt – und was verstehen Sie unter “Reichweite” und “viralem Marketing”?

Marketing: Der konkrete Umgang mit Agenturen und Experten

  1. Sie planen einen Relaunch für Ihre Website. Wie wählen Sie die passende Agentur aus? Mit welcher Vorbereitung gehen Sie ins Gespräch? Welche Anforderungen muss Ihrer Meinung nach eine zeitgerechte Website erfüllen? Wer bei Ihnen im Unternehmen ist zuständig für die Zusammenarbeit mit Internet-Agenturen? Nennen Sie fünf Kriterien, die Ihre Website erfüllen muss, um als verkaufsfördernde Plattform ausgerüstet zu sein. Wie häufig nehmen Sie einen Relaunch vor? Was schätzen Sie: Wie häufig müssen Unternehmen, Freiberufler, Dienstleister einen Relaunch ihrer Website vornehmen?
  2. Sie wollen den Verkauf Ihrer Produkte/ die Anzahl Ihrer Kunden und Mandanten mit Online-Marketing-Maßnahmen steigern. Welche Instrumente stehen Ihnen hierbei zur Verfügung? Wo sehen Sie die wichtigsten und erfolgreichsten Maßnahmen für Ihr Unternehmen? Reicht es, eine Agentur zu beauftragen, die Ihnen empfohlen wurde – oder müssen Sie selbst etwas dazu tun? Wenn ja, was genau müssen Sie tun – oder tun Sie bereits?
  3. Sie haben sich entschieden, Social Media für die Gewinnung und Bindung von Kunden zu nutzen. Wie gehen Sie vor? Sind Sie bereits in Social Media aktiv? Wenn ja, wie zufrieden sind Sie mit dem Verhältnis von Aufwand und Erfolg? Welche Ressourcen sind Sie bereit, für Social Media einzusetzen? Können Agenturen mit Social Media beauftragt werden – und wenn ja, zu welchem Preis? Was sind Erfolgskriterien für Unternehmen, um professionell und zielführend Social Media Marketing einzusetzen? Nennen Sie 5 Stichworte, die Sie mit erfolgreichem Social Media Marketing verbinden.

Big Data, Mobile Business und Geschäftsprozesse

  1. Was verstehen Sie unter “Big Data”? Inwieweit ist die Sammlung, Analyse und aktive Nutzung von Daten für Ihr Business relevant? Wissen Sie, wie Sie mit personenbezogenen Daten umgehen dürfen – und können? Was fällt Ihnen zu Datensammlung ein in Bezug auf Marktforschung, Marketing, Serviceleistungen und Vertrieb? Nennen Sie Stichworte, was alles heute über Kunden, Markt und Wettbewerber ausgewertet und gewinnbringend genutzt werden kann. Kennen Sie einige Preise und Konditionen, wie Sie ganz konkret in Ihrem Budgetrahmen Daten für Marketing, Vertrieb und Kundenbindung nutzen können?
  2. Alles spricht vom “Internet der Dinge” – doch was versteht man darunter? Können Sie einige Produkte aufzählen, die zum “Internet der Dinge” gerechnet werden? Was verstehen Sie unter “Wearables”? Was wissen Sie über “RFID”-Technik? Wird diese Entwicklung in irgendeiner Form auch Ihr Business beeinflussen? Wie schätzen Sie den Anstieg von Datenübertragungen ein, wenn Sie sich vorstellen, wie sich das Internet der Dinge in den nächsten Jahren entwickeln wird? Was versteht man eigentlich unter Industrie 4.0? Überlegen Sie, Ihre Geschäftsprozesse, Ihre Produktion, Ihre Logistik oder Ihre Qualitätssicherung über digitale Innovationen zu optimieren? Wie finden Sie für diese Bereiche die richtigen Dienstleister und/ oder Experten? Setzen Sie externe Berater im Unternehmen ein, um die Digitalisierung von Prozessen umzusetzen?
  3. Was versteht man unter “Mobile Business”? Kennen Sie konkrete Zahlen, wie viele Informationen heute bereits über mobile Endgeräte abgerufen werden? Wissen Sie, wie viele Transaktionen und wie viel Kommunikation über Smartphone und Tablet ablaufen? Nutzen Sie selbst für Ihr Unternehmen mobile Endgeräte – wenn ja, dann wie und wofür? Bieten Sie Ihren Interessenten, Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern Tools und Software-Lösungen, um mobil miteinander in den Austausch zu kommen? Verkaufen Sie über mobile Lösungen? Falls Sie auf Messen ausstellen: Nutzen Sie Lösungen, um Besucher über Augmented Reality und mobile Angebote für sich zu gewinnen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei all diesen Fragen wohl und sicher fühlen – und keinen Grund haben, sich weiter damit zu beschäftigen, da Sie mit der Thematik vertraut sind. Ich würde mich auch freuen, wenn Ihnen bewusst wird, dass man nicht (wie sage und schreibe über 90 Prozent aller Entscheider in Unternehmen) das Thema “Digitale Transformation” als nebensächlich betrachten kann – und sich einbilden, das wäre in Ihrem Unternehmen Sache der IT-Abteilung – da hätten Sie nichts mit zu tun.
Crisp Research Studie von 2015 zu “Digital Leadership”

Ob klein oder groß (über 80 Prozent aller Unternehmen in Deutschland haben weniger als 10 Mitarbeiter), alle, die überleben wollten und ihren wirtschaftlichen Erfolg sichern, sind vom digitalen Wandel betroffen. Das ist nicht nur eine Belastung, das bietet viele kreative Chancen und kann sehr viel Spaß machen. Offene Kommunikationspolitik, demokratischer Führungsstil, Transparenz und Austausch bieten neue Welten, die faszinierend sind und Schwung in die Routine bringen.

Mit wenig Geld lässt sich viel bewegen. Wichtig ist einfach nur, dass man auf Augenhöhe mit allen Beteiligten verhandeln, kooperieren und diskutieren kann. Entscheidungen können nur dann klug getroffen werden, wenn digitale Kompetenz vorhanden ist. Gerade Berater sind gefragt und sollten sich weiterbilden, um Entscheidern in dieser digitalen Revolution zur Seite zu stehen. In den nächsten Woche werde ich die oben gestellten Fragen zu unserem eigenen Unternehmen – der neu gegründeten GbR “KMU-digital” beantworten. Ich hoffe, so wird deutlich, dass es auch kleine Unternehmen angeht – die digitale Transformation geht hinunter bis ins das letzte Glied in der Kette, bis zur Imbissbude und bis zum Friseur um die Ecke.

Bildquelle: pixabay_geralt

 

Wochenrückblick: Der digitale Wandel in der Kalenderwoche 40

Der digitale Wandel ist ein Thema, dass (zum Glück) immer mehr an Bedeutung zunimmt. Immerhin betrifft dieser Wandel uns alle in fast allen Lebensbereichen. Aus diesem Grund möchten wir jede Woche einen aktuellen Blick auf die zurückliegende Woche werfen und zusammen fassen, welche Beiträge, Videos, Artikel und Meinungen zu diesem wichtigen Thema veröffentlicht wurden.

Rückblick auf die 40. Kalenderwoche

Was wurde in dieser Woche wo über den digitalen Wandel geschrieben? Wer hat seine Meinung in Bild, Ton und Schrift kundgetan? Unsere kleine Zusammenfassung der Woche in 5 Beiträgen.

Blogs

Das war es schon wieder. 5 Beiträge zum digitalen Wandel in dieser Woche.

Video: Umfrage zum Thema “Wie digital tickt der Mittelstand?”

mittelstand DIE MACHER hat Menschen auf der Straße gefragt, wie digital diese heute in ihrem jeweiligen Unternehmen bzw. am eigenen Arbeitsplatz arbeiten.

Ich habe mir dieses Video 2x angesehen, weil mich die eine oder andere Aussage erstaunt hat. Was ich aber wirklich schlimm finde, ist die Tatsache das Digitalisierung und digitales Arbeiten offensichtlich keine Begriffe sind für die wir ein einheitliches Verständnis haben. Im Grunde genommen ist mir das natürlich klar gewesen. Trotzdem bin ich echt erstaunt, wie wenig gemeinsames Verständnis die Befragten haben.

Das Video ist sehr kurz und sehenswert. 2:09 Minuten sind nicht zu lang für einen kleinen Exkurs in die digitale Welt unseres Mittelstands. 🙂

25

Was ist eigentlich… digitaler Wandel?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat nachgefragt. Bei Monika Frech, ihres Zeichens Innovationsberaterin.

Die Frage ist: Was ist eigentlich digitaler Wandel?

Monika Frech antwortet in zwei Minuten kurz und knapp. Für mich trifft sie dabei den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Allerdings ist auch (wie soll es bei 2 Minuten anders sein) nicht wirklich viel Tiefgang in dem was sie sagt.

Trotzdem: Guckt euch das Video an. Ich finde die Definitionen und den Ausblick gut und interessant. Wer dann noch mehr über den digitalen Wandel erfahren möchte, der abonniert unseren Newsletter. Dort fassen wir jede Woche Dienstag die Beiträge der letzten Woche zusammen. Und in Zukunft gibt es außerdem ganz exklusiv einen Videobeitrag nur für Newsletter Abonnenten. Darauf dürft ihr schon gespannt sein. Ich bin es jedenfalls schon sehr 🙂 …

 

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei YouTube

Blogparade: Definition des digitalen Wandels

Alexander Surowiec startet eine Blogparade zur Definition des Begriffs “Digitaler Wandel”. Was meinen wir, wenn wir vom digitalen Wandel sprechen? Alexander Surowiec ist in Österreich politisch aktiv und stößt in seinen Diskussionen zum Thema Digitalisierung immer wieder an Grenzen. Grenzen von denen er denkt, dass sie nur deshalb bestehen, weil wir keine einheitliche Definition der Begrifflichkeiten haben. Politiker meinen den Begriff zum Beispiel anders als Unternehmer. Deshalb ruft er zu einer Begriffsdefinition auf, von der er sich erhofft in Zukunft besser einordnen zu können was die verschiedenen Begriffe im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel eigentlich meinen.

Folgende Fragen gibt Alexander Surowiec uns dazu an die Hand. Ich selber beantworte nicht alle, sondern nur zwei.

Hier die Fragen:

  1. Wie sieht eigentlich digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aus?
  2. Was müssen Bürgerinnen und Bürger an Wissen verfügen, um im digitalen Zeitalter souverän zu bestehen?
  3. Welche Kompetenzen werden eigentlich vorausgesetzt, um Digitalisierung überhaupt erlebbar zu machen?
  4. Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze in Österreich schaffen oder reduzieren?
  5. Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung erwarten uns eigentlich?
  6. Welche Chancen entstehen durch die Digitalisierung und wie sind die Chancen der Digitalisierung per se?

Für diesen Beitrag habe ich mir die Fragen 1 und 5 ausgesucht. Vielleicht finden sich ja Leser die eine oder mehrere der anderen Fragen zusätzlich beantworten möchten? Dann gerne in den Kommentaren oder als eigener Beitrag zur Blogparade auf dem eigenen Blog. Ich würde mich freuen, wenn wir viele Beiträge auch aus Deutschland finden.

Frage 1: Wie sieht eigentlich digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aus?

Das Thema Digitalisierung ist ein so vielschichtiges, dass es mir schwer fällt hier eine eindeutige Antwort zu geben. Der digitale Wandel berührt alle Lebensbereiche und hat für mich persönlich nicht ausschließlich etwas mit “dem Internet” zu tun. Deshalb gehört zur Beantwortung dieser Frage auch eine Definition der verschiedenen Aspekte von Digitalisierung.

Der digitale Wandel verändert alles: Unser Zusammenleben, Zwischenmenschliche Verhaltensweisen, die Art wie wir arbeiten, die Art wie wir Freizeit gestalten, unser Verhalten gegenüber öffentlichen Institutionen, das Vertrauen in Politik und Verwaltung, die Art wie wir Technologien anwenden, den Kreis der Anwender komplexer Technologien und viele andere Aspekte unseres Lebens. Digitaler Wandel ist also nicht nur der technische Wandel, sondern viel mehr. Digitalisierung ist eine grundsätzliche Veränderung unserer Welt durch Technologie.

Die Frage danach wie digitale Kompetenz in der heutigen Zeit aussieht, muss ich also sehr abstrakt beantworten:

Digitale Kompetenz ist für mich die Fähigkeit, Veränderungen der Gesellschaft mit fortschreitender Technologisierung zu erfassen und erfolgreich zu nutzen. Die wichtigste digitale Kompetenz ist also die Fähigkeit, stetig dazu zu lernen und neue Dinge umzusetzen.

Ein Beispiel: Der Umgang mit unseren persönlichen Daten hätte sich im Zuge der Digitalisierung unseres Kommunikationsverhaltens (Stichwort soziale Medien) eigentlich viel früher und schneller wandeln müssen als er es hat. Große Teile der Gesellschaft haben diesen Wandel nicht vollziehen können, weil sie den Wandel hin zu digitaler Kommunikation gar nicht richtig erfasst haben. Viele Menschen nutzen heute noch die sozialen Medien genau so wie das eigene Telefon oder verhalten sich in öffentlichen Gruppen ähnlich wie im eigenen Wohnzimmer. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass große Wirtschaftsunternehmen viele private Daten von sehr vielen Menschen kennen und für die eigenen Zwecke nutzen. Die Tatsache, dass wir alle dadurch stark personalisierte Werbung erhalten ist dabei nur ein Aspekt. Was mit den vielfältigen Daten sonst noch passieren kann, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.

Anhand des Aspektes unserer persönlichen Daten lässt sich sehr gut erkennen, dass nicht nur jeder Mensch für sich digitale Kompetenzen braucht. Es ist äußerst wichtig, dass unsere Gesellschaft im Gesamten die Kompetenz erlangt, sich wandelnde Dinge frühzeitig zu erkennen und zur Diskussion zu stellen. Nicht um diesen Wandel zu stoppen, sondern um in der Lage zu sein rechtzeitig geeignete Maßnahmen und Verhaltensweisen zu definieren und so einen größeren Teil der Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, welche Veränderungen passieren und welche positiven und negativen Veränderungen sich daraus ergeben.

Generell würde ich folgende Kompetenzen als notwendig erachten:

  1. Datenschutz Kompetenz
  2. Fähigkeit zum sinnvollen Einsatz digitaler Kommunikationsmittel
  3. Stetiges lernen und Anpassung an den Wandel
  4. Digitale Medienkompetenz

Sicherlich lassen sich noch weitere Kompetenzen heraus arbeiten. Auch hier also die Aufforderung an Sie: Nutzen Sie die Kommentare zu diesem Beitrag und tragen Sie gerne weitere Kompetenzen bei.

Wandergruppe

Niemand sollte zurückbleiben

Frage 5: Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung erwarten uns eigentlich?

Diese zu erkennen ist eine wesentliche digitale Kompetenz. Es ist wichtig, dass wir darüber diskutieren ohne alles zu schwarz oder weiß zu sehen. Eine Ergebnisoffene Diskussion zu den Chancen und Risiken wird nach meiner Erfahrung leider sehr oft im Keim erstickt, weil die jeweils andere Seite bestimmte Thesen als “übertrieben negativ” oder aber als “vom digitalen Wandel verblendet” abgestempelt wird.

Welche Chancen erwarten uns also?

Aus meiner Sicht ist eine große Chance die Demokratisierung von Kommunikation. Nicht mehr einzelne Personen oder Institutionen haben die Hoheit darüber, ein bestimmtes Thema zu kommunizieren und ihre Meinung beizutragen. Wir sind alle mehr oder weniger gut in der Lage öffentlich zu kommunizieren und unsere Meinung kund zu tun. Diese Chance tritt aus meiner Sicht gerade wieder etwas in den Hintergrund. Die Tatsache, dass sich verstärkt die großen Spieler Facebook, Twitter und Google in das Mediengeschäft einmischen und durch ihre ihre Reichweite die Macht besitzen, zu steuern welche Meinungen und Berichte prominent platziert werden, gerät die Demokratisierung in Gefahr.

Der digitale Wandel eröffnet uns ebenfalls erhebliche Chancen bei der Erlangung von Kompetenzen die früher für bestimmte Personengruppen nicht zu erreichen gewesen sind. Durch das Internet kann jeder alles erfahren. Wer die Fähigkeit besitzt selbständig zu lernen und sich Wissen anzueignen, ist in der Entwicklung seiner Kompetenzen nicht mehr auf einen engen Fachbereich eingeschränkt. Diese Tatsache stellt nicht nur eine große Chance für den einzelnen dar, sondern für unsere gesamte Gesellschaft.

Risiken sehe ich darin, dass die Verfügbarkeit vielfältigster Daten durchaus dazu führen kann, dass bestimmte Machtansprüche mit Hilfe dieses Wissens untermauert und durchgesetzt werden. Staaten nutzen schon heute die verschiedenen Möglichkeiten um Terrorismus und andere Staaten zu bekämpfen. Ich bin mir sicher, dass hinter den Kulissen heftige Kämpfe nicht nur um Daten zur Produktentwicklung und Innovation sondern auch um persönliche Daten wichtiger Personen einzelner Branchen tobt. Wissen ist Macht. Und noch nie war es so leicht, Wissen aus verschiedenen Quellen abzugleichen, miteinander in Beziehung zu setzen und daraus entsprechend gewinnbringende Rückschlüsse zu ziehen.

Ein weiteres Risiko des digitalen Wandels besteht darin, dass wir es vielleicht nicht schaffen den größten Teil der Gesellschaft mitzunehmen. Diejenigen die beim Wandel abgehängt werden, haben es in Zukunft sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft die entsprechenden Kompetenzen definieren und vermitteln.

Sicherlich gibt es noch wesentlich mehr Chance uns Risiken? Welche sind das aus Ihrer Sicht? Nutzen Sie (wieder einmal) die Kommentarfunktion und teilen Sie mir mit welche Chancen uns Risiken Sie sehen.

Dies war nun also mein Beitrag zur Blogparade von Alexander Surowiec. Ich freue mich auf viele weitere Beiträge und beobachte gespannt, was da noch kommt. 🙂