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#Blogparade: Die heftigste Veränderung die uns die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren bringen wird!

Was ist Deine Meinung zu der Frage “Was wird die heftigste Veränderung durch die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren sein?”

  • Glaubst Du, dass sich unsere Arbeitswelt stark verändern wird?
  • Werden es grundlegend neue Geschäftsmodelle sein? Wenn ja, welche?
  • Wird uns die Blockchain vollkommen neue Wege ermöglichen, Geschäfte zu machen?
  • Betrifft die Digitalisierung in erster Linie gesellschaftliche Veränderungen und werden wir deshalb heftige politische Veränderungen erleben?

Oder welche Veränderung wird Zuhörer Deiner Meinung nach noch in 50 Jahren aufrütteln, wenn Zeitzeugen berichten?

Warum eine Blogparade genau zu dieser Frage?

Genau darum dreht sich diese Blogparade. Viele Experten rücken die unterschiedlichsten Dinge in den Fokus. Ich bin mir sicher, jeder dieser Experten hat recht mit dem was er ankündigt und propagiert. Aber was letzten Endes die wirklich grundlegenden Veränderungen angeht, kann niemand eine Vorhersage treffen.Nur Vermutungen anstellen.

Um einmal ein umfassendes und vor allem an einer Stelle gesammeltes Bild zu sehen, möchte ich eure Beiträge sammeln und in einem eigenen Beitrag verlinken. Dies ergibt dann eine interessante Sammlung, die Ausgangspunkt für eine spannende Lektüre unterschiedlichster Blogs zum Thema Digitalisierung sein kann.

Ich freue mich, wenn möglichst viele Enthusiasten, Gegner, Warner, Utopisten und/oder Realisten ihre Meinung kund tun und sich an dieser Blogparade beteiligen.

Was ist eine Blogparade eigentlich?

Jede Blogparade beginnt mit einem Aufruf wie dem ganz am Anfang dieses Beitrags. Immer liegen eine Frage oder ein bestimmtes Thema zu Grunde. Dazu schreiben dann (hoffentlich viele) Blogger einen Beitrag der die Frage beantwortet und ggf. weiteres Hintergrundwissen liefert.

Mit einer Blogparade möchte der Initiator Antworten auf Fragen erhalten, Meinungen vergleichen, Tipps sammeln und eine Vernetzung gleichartiger Blogs erreichen.

Jeder der diesen oder einen anderen Aufruf zu einer Blogparade liest, kann daran teilnehmen. Das heißt, wenn er die Möglichkeit hat irgendwo einen Artikel digital zu veröffentlichen.

Was passiert mit den Artikeln zu dieser Blogparade?

Ich werde alle Artikel die zu dieser Blogparade eingereicht werden hier im Blog anteasern und verlinken. So entsteht die oben erwähnte Sammlung wertvoller Artikel und gleichzeitig eine kleine Sammlung interessanter Blogs die sich mit der Digitalisierung beschäftigen.

Außerdem nehme ich alle Blogger in einer extra Twitter-Liste auf. Wer diese Liste abonniert, wird in Zukunft immer alle Neuigkeiten von euch erfahren und die Sammlung lesenswerter Blogs hat auch in Zukunft einen Sinn.

Zusätzlich werde ich eine kleine Auswertung erstellen. Anhand dieser Auswertung soll am Ende erkennbar sein, welche Themenbereiche von wie vielen Experten als relevant erachtet werden. So sehen wir vielleicht etwas klarer, welche Veränderungen für die Zukunft erwartet werden.

Und natürlich bekommt jeder der einen Artikel einreicht jeweils mit einreichen des Links einen Tweet sowie einen Facebook-Beitrag. So sehen noch mehr Leser welche Beiträge eingereicht wurden und was Du als Experte zu der Frage zu sagen hast.

Gibt es Rahmenbedingungen?

Nicht großartig kompliziertes. Nur:

  • jeder Artikel zur Blogparade sollte hier in den Kommentaren oder per eMail an mich (d.arntjen@kmu-digital.net) vom jeweiligen Autor “gemeldet” werden.
  • Wenn ihr mögt, nutzt den Hashtag #DrasticDigitalChange und natürlich außerdem #Blogparade für die Verbreitung eures Beitrags
  • Die Blogparade läuft bis zum 15.02.2018. Jeder Beitrag der bis zu diesem Zeitpunkt eingereicht wird, nimmt teil und wird in die Zusammenfassung sowie in die Auswertung aufgenommen.

Das war es schon. 🙂

Ich freue mich auf viele tolle Beiträge, ganz viel Meinung und richtig viel geteiltes Wissen!

Und hier sind sie 😉

  1. Der erste Beitrag stammt von Alexander Schreiner. Alexander schreibt über die Jobsituation in der Zukunft bzw. über die Auswirkungen die die Digitalisierung auf unsere Jobs haben wird.
    Unter dem Titel “Digitalisierung lässt grüßen: Wohin mit unseren Jobs?” reicht er den ersten Beitrag ein.

Blockchain im Mittelstand. “Die Berater” am 25.04.2017 in Dortmund

Am 25.04.2017 ab 18.00 Uhr findet in Dortmund (im tollen Coworking Space Work Inn, Hohe Straße 1, 44139 Dortmund) unser “Die Berater” Abend unter dem Titel “Blockchain im Mittelstand” statt. Unsere beiden Speaker Chris Wojzechowski und Matteo Cagnazzo werden uns einen tollen Abend mit vielen spannenden Inhalten bereiten. 

Matteo ist und schon durch seinen Vortrag “Was ist eigentlich das Darknet?” vom Januar 2017nin Dortmund bekannt. Er war auch der Auslöser dafür, am 25.04. die Blockchain auf die Agenda zu heben. An seiner Seite wird der großartige Chris Wojzechowski stehen. Sowohl Chris als auch Matteo arbeiten am Institut für Internetsicherheit in Gelsenkirchen. Sie beschäftigen sich tagtäglich mit Sicherheitsbedrohungen der fiesen elektronischen Art und damit, wie wir Zukunftstechnologien nutzbringend einsetzen können.

In ihrem gemeinsam Vortrag am 25.04.2017 werden Sie uns zunächst einen guten Überblick über das Funktionsprinzip der Blockchain geben, auf digitale Währungen eingehen und dann die Chancen und Risiken der Blockchain beschreiben. Als Sicherheitsforscher, sehen Sie natürlich auch die kritischen Punkte, wie zum Beispiel die fehlende Anonymität.

Dennis Arntjen hat Chris und Matteo in einem kurzen Interview gefragt, was die Inhalte am Abend des 25.04. sein werden:

 

Tickets zur Veranstaltung “Blockchain im Mittelstand” am 25.04.2017 ab 18.00 Uhr, gibt es hier.
Veranstaltungsort ist das das Work Inn City, Hohe Straße 1, 44139 Dortmund.
Parken können unsere Gäste in den umliegenden Straße, oder im Parkhaus an der Hohe Straße 33, nur ca. 500 Meter entfernt vom Veranstaltungsort.

„Die Berater“:

  • 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr – Ankunft. Die Teilnehmer registrieren sich und knüpfen erste Kontakte zu anderen Gästen.

    Matteo Cagnazzo

  • 18.30 Uhr – Das Buffet ist eröffnet.
  • 19.15 Uhr – Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer
  • 19.30 Uhr – Matteo Cagnazzo und Chris Wojzechowski: “Blockchain im Mittelstand”
  • 20.15 Uhr – Moderierte Frage- und Diskussionsrunde
  • 21.15 Uhr – Netzwerken und Austausch aller Teilnehmer
  • 22.00 Uhr – Langsames Ausklingen

Wie immer gibt es leckeres Essen Getränke.

Kosten

Mitglieder unseres Unternehmensnetzwerkes KMU Digital sowie Mieter des Work Inn zahlen für den Abend inklusive Essen 15,00 € inkl. MwSt. Alle anderen Gäste zahlen 27,00 € inkl. MwSt.- ebenfalls inklusive Essen. Wer mehr über die Mitgliedschaft bei KMU Digital erfahren möchte, erfährt es hier: www.kmu-digital.net.

Tickets hier bei Xing

Unsere Speaker

Wie schon geschrieben, arbeiten unsere beiden Speaker Matteo und Chris am Institut für Internetsicherheit in Gelsenkirchen. Chris betreibt außerdem den Technique Blog, in dem er viele technische und Sicherheitstechnische Themen aufgreift und erklärt. Bei Twitter finden wir Chris unter seinem Handle .

Matteo Cagnazzo betreibt den IT-Sicherheit Podcast Cybärcast und behandelt dort vielfältige Themen rund im IT-Sicherheit. Matteo finden wir bei Twitter unter seinem Handle .

Unsere Veranstaltungsreihe „Die Berater“

Mit KMU Digital verfolgen wir das Ziel, Wissen zum digitalen Wandel zu vermitteln und unseren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Mit „Die Berater“ haben wir eine Veranstaltungsreihe konzipiert, mit der wir Wissen zu vielen Themen rund um den digitalen Wandel vermittelt wird. Durch Impulsvorträge, offene Sessions und konstruktiven Austausch gehen unsere Teilnehmer nach jeder Veranstaltung mit viel frischem Wissen nach Hause und wenden dieses Wissen zukünftig an.

Den Titel „Die Berater“ haben wir aus zwei Gründen gewählt. Zum einen ist jeder in seinem Fachbereich Spezialist und somit auch in der Lage, andere zu genau diesem Bereich zu beraten. Außerdem möchten wir mit vielen unserer Veranstaltungen Unternehmensberater und Vertriebler erreichen, die vom Wissen anderer profitieren und dieses Wissen bei der Arbeit mit den eigenen Kunden anwenden können.

Der Nutzen des Darknet für Unternehmen

Wie immer haben wir uns auch im Januar am letzten Dienstag im TOP Hotel Esplanade getroffen. Unter dem Titel “Die Berater” finden immer wieder Veranstaltungen zu verschiedenen Themen statt. Dieses Mal ging es um ein besonders spannendes und polarisierendes Thema: Das Darknet und seine verwinkelten, dunkeln und verruchten Ecken…

Mattheo Cagnazzo, Mitarbeiter des if(is) institut für internetsicherheit in Gelsenkirchen hat zunächst einen theoretischen Einblick in die Funktionsweise des anonymisierungs Netzwerkes Tor und somit das wichtigste Instrument zur Nutzung des Darknet gegeben. Dabei hat er sehr gut verdeutlicht, wer im Internet welche Daten über unser Surfverhalten erfährt wenn wir Tor nicht nutzen und wie sich die Informationsdichte verändert, wenn wir mit Hilfe von Tor unser Surfverhalten anonymisieren.

Mattheo ist in seinem Vortrag aber mit seinen Empfehlungen noch sehr viel weiter gegangen. Er hat uns Teilnehmern verdeutlicht, welche Instrumente er als Profi nutzt um möglichst sicher zu gehen, dass sein Verhalten nicht verfolgt werden kann. Alleine anhand seiner Ausführungen wurde schnell deutlich, dass das Thema Sicherheit und Anonymität im Internet einiges an Einarbeitung benötigt und das dies wahrscheinlich auch der Grund ist, aus dem so wenige Internetnutzer sich wirklich Gedanken über diese Themen machen.

Es wurde aber auch sehr schnell deutlich, dass es heute von vielen Regierungen und regierungsnahen Institutionen gar nicht gewünscht ist, dass sich Menschen mit dem Thema Anonymisierung beschäftigen. Alleine eine Websuche nach dem Begriff “Tails”, einem Werkzeug das allen Daten Traffic durch das Tor-Netzwerk zwingt und mit Hilfe verschiedener voreingestellter Sicherheitsmechanismen dafür sorget, dass der User sehr sicher und anonym surft, führt zu einer Einstufung als “Extremist” durch den NSA.

Dies ist so, weil die Angst umgeht, dass Tor bzw. das Darknet ausschließlich von kriminellen und Terroristen genutzt wird. Der ursprüngliche Gedanken, nämlich die Schaffung eines völlig anonymen Raums zum Austausch von Daten und Informationen, wird dabei vollkommen ignoriert. Mit der extremen Maßnahme, jeden der auch nur das geringste Interesse daran zeigt, seine Kommunikation zu anonymisieren direkt als Extremisten einzustufen und somit in eine Ecke zu stellen in die ein großer Prozentsatz der Tor-Nutzer ganz sicher nicht gehört, soll zusätzliches Mißtrauen und Angst geschürt werden.

Das Tor aber auch dazu dienen kann, berechtigten Widerstand gegen Unrechtsregime oder schlimme Misstände zu organisieren bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, ignorieren solche Institutionen vollkommen. Oder es ist den handelnden Personen ganz einfach egal.

Dabei ist ganz deutlich, dass es neben kriminellen Personen oder Terroristen eine große Personengruppe an Tor-Nutzern gibt, die einfach berechtigtes Interesse an Anonymität haben. Angefangen beim Militär, über Journalisten die Tor nutzen um anonym zu recherchieren und so auch ihren Informanten Anonymität zusichern können bis hin zu Unternehmen die auf Grund innovativer Entwicklungsarbeit ein erhöhtes Geheimhaltungsinteresse haben, nutzen viele Menschen und Institutionen das Tor-Netzwerk für die Kommunikation. Daran ist nichts verwerfliches zu finden. Im Gegenteil, könnte man argumentieren, dass diejenigen die ein Interesse daran haben jegliche anonyme Kommunikation auszuhebeln das eigentliche Problem darstellen.

Im weiteren Verlauf des Abends hat Mattheo live den Zugang ins Darknet vorgeführt, einige Foren und mögliche Einstiegspunkte bei der Recherche nach Themen gezeigt und anhand eines kleinen “Live Hacks” verdeutlicht, welche Folgen der sorglose Umgang mit persönlichen Daten haben kann. Das entsprechende Beispiel findet sich in der Präsentation, die ich am Ende dieses Beitrags verlinkt habe.

Welchen Nutzen ganz speziell Unternehmen durch den Einsatz von Tor haben könne, konnte Mattheo mit einigen Beispielen recht gut verdeutlichen. Tor lässt sich hervorragend als Veröffentlichungsplattform für Sicherheitsvorfälle nutzen. Die entsprechenden Informationen helfen dann dabei, weitere Unternehmen zu schützen. Im Bereich der Wirtschaftskriminalitöt kann das Tor-Netzwerk Whistleblowern eine Möglichkeit bieten, aktiv auf Regelverstöße hinzuweisen und so dazu beizutragen, dass sich möglichst jeder an besagte Regeln hält. Für die IT-Sicherheit birgt die Möglichkeit völlig anonym von Außen die Firewall des eigenen Unternehmens zu testen viele Möglichkeiten Sicherheitslücken zu identifizieren und so Sicherheitsvorfälle proaktiv zu vermeiden. Über diese Beispiele hinaus, lassen sich noch viele andere Szenarien denken, die Teilweise auch Thema in der Präsentation von Mattheo sind.

Am Ende seiner Präsentation ist Mattheo dann noch auf die individuellen Risiken bei der Nutzung von Tor eingegangen. Jeder der Tor nutzt, sollte sich dieser Risiken bewusst sein und maximale Sicherheitsvorkehrungen ergreifen!

Es gab leckere Wraps zum selber rollen

Es gab leckere Wraps zum selber rollen

Nach dem sehr interessanten und informativen Vortrag, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit zu diskutieren und Nachfragen zu stellen. Dabei sind viele interessante Punkte zur Sprache gekommen über die wir am Ende des Abends auch an der tollen Bar des TOP Hotel Esplanade weiter gesprochen haben. Wie immer haben wir uns in einem der schönsten Hotels Dortmunds sehr wohl gefühlt. Die persönliche Atmosphäre und das leckere Essen haben dazu einen großen Beitrag geleistet! 🙂

Die Präsentation von Mattheo gibt es hier zum Download.

 

 

 

 

Bestellung per Handy. Fleischer wollen Digitalisierung voranbringen?!

Ich bin ja großer Verfechter von Digitalisierung für lokal tätige Händler und Handwerker. Dabei richtet sich mein Augenmerk nicht so sehr auf den Online-Bereich sondern vielmehr auf alles was vor Ort digital umgesetzt werden kann. Um so erfreuter war ich, als ich las dass der Fleischer-Verband seine Mitgliedsbetriebe in Deutschland zukünftig digitaler machen möchte.

Na ja. Das war der erste Augenblicvk. Als ich dann die kurze Meldung zu Ende gelesen hatte und irgendwie nicht feststellen konnte das hier mehr als der Kundenkontakt digitaler gestaltet werden soll, war ich dann schon wieder etwas enttäuscht. Nicht falsch verstehen! Ein Anfang muss sein und wenn dieser beim Kontakt zum Kunden liegt, dann ist das in Ordnung. Also sind die Bestellung per App und die Abholung an Automaten die mit Hilfe des Smartphones Zugang gewähren ein Anfang. Und dann? Wo ist die Vision? Was ist das Ziel bei der Digitalisierung im Fleischerhandwerk? Welche Prozesse lassen sich digitalisieren? Wie hilft Digitalisierung den real vorhandenen Mangel an Nachwuchskräften abzufedern?

Soweit die kurze Meldung die aktuell kursiert vermuten lässt, gibt es keine Vision. Jedenfalls ist nirgendswo die Rede davon. Digitalisierung hört für den Fleischer-Verband wohl bei einer App auf?! Vielleicht ja nicht. Denn wenn man auf den Seiten des Fleischer-Verbandes liest, dann hört sich das in kleinen Nuancen schon etwas anders an. Dort wird zumindest eingestanden, dass Digitalisierung real vorhanden ist und auch in den nächsten Jahren Herausforderung und Chance sein wird. Immerhin.

Fleischereibetriebe die regional aufgestellt sind und eigene Ladenlokale betreiben, stehen tatsächlich vor großen Herausforderungen. Ob sie die daraus entstehenden Chancen nutzen können, hängt im Wesentlichen von der eigenen Kreativität sowie einem grundlegenden Verständnis von Digitalisierung ab. Ich persönlich kennen das Fleischerhandwerk und die damit verbundenen Herausforderungen nicht in der Tiefe. Was ich aber sehr gut beurteilen kann, sind digitale Ansätze für lokal tätige Unternehmen. Und ich kann mittlerweile recht schnell erkennen, welche frühen Ansätze gut funktionieren und vielversprechend für zukünftige Maßnahmen sind.

Was würde ich tun, wenn ich einen Fleischereibetrieb digitaler aufstellen sollte? Zunächst einmal analysieren. Fragen stellen. Das Geschäft verstehen, ohne von den Dingen die immer schon so gemacht wurden voreingenommen zu sein.

Konkret:

  1. Welches sind die aktuell größten Herausforderungen?
  2. Welche Bereiche bzw. Abteilungen im Unternehmen tragen wesentlich zur Wertschöpfung bei?
  3. Welche Bereiche bzw. Abteilungen sind notwendig aber nicht Wert schöpfend?
  4. Was sagen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Gibt es große und kleine Dinge die stören?
  5. Was sagen die Kundinnen und Kunden? Wünschen Sie sich etwas? Was ist konkret an diesem Betrieb gut?
  6. Gibt es Menschen im Unternehmen die digital sind? Also Personen die Affinität besitzen und Verständnis für das Digitale haben?
  7. Welche ersten Schritte wurden getan, die den Betrieb digitaler machen sollten bzw. gemacht haben?

Diese und viele Fragen sollten Sie als Inhaber eines Fleischereibetriebs stellen. Oder stellen lassen.

Wenn es dann an die Umsetzung geht, wird es spannend. Denn die Antworten auf diese einfachen Fragen sowie die Tatsache das Sie Ihre Mitarbeiter mit einbeziehen, werden Ihnen viele Dinge aufzeigen die Sie eventuell noch nicht berücksichtigt haben bzw. nie konkret verfolgt hätten.

Denken Sie beim Thema Digitalisierung NICHT ausschließlich an das Internet. Und machen Sie NICHT Schluss, wenn Sie eine App erfolgreich platziert haben (nebenbei: Zeigen Sie mir einen Fleischer der seinen digitalen Erfolg auf einer App begründet hat). Denn Digitalisierung geht immer weiter und macht nicht vor bestimmten Bereichen Ihres Unternehmens Halt.

Vielleicht verstehen Sie nun meinen Ärger, den ich beim lesen der kurzen Pressemitteilung empfunden habe? Hier wird ein schwieriges Thema auf eine einfache Lösung reduziert. Von Menschen die – gelinde gesagt – keine Ahnung haben. Das ist noch nicht weiter schlimm. Wenn diese Menschen schnell einsehen, dass sie keine Ahnung haben und das es auch zum Thema Digitalisierung Spezialisten gibt die man fragen sollte, bevor man die eine einfache Lösung propagiert.

Gut finde ich übrigens, dass überhaupt über Digitalisierung nachgedacht wird. Nach meiner Erfahrung bewegen sich viele Menschen durch solche kleinen Anstöße und finden sich plötzlich mittendrin in der Digitalisierungswelle. Oftmals werden diese Menschen dann die Vorreiter ihrer Branche und helfen dabei, Digitalisierung richtig umzusetzen.

5 Thesen über Big Data

In der Brand Eins vom Juli 2016 habe ich einen Artikel gefunden, der sich mit Big Data beschäftigt. Dieser Artikel hat ich irgendwie nicht so richtig zufrieden gestellt. Denn der Autor stellt unter dem Titel “Wie groß ist Big Data?” 5 Thesen auf, mit denen er zu belegen versucht, dass Big Data ein einziges großes Werbeversprechen ist, hinter dem gar nichts steht. Es scheint die Intention des Autors zu sein, Big Data generell als gar nicht so richtig gewinnbringend und innovativ darzustellen.

Mich hat daran die Einseitigkeit gestört. Und die Tatsache, dass es mir so schien als ob hier ganz spezielle Rosinen herausgepickt werden, die die Meinung des Autors unterstützen aber kein wirklich neutrales und umfassendes Bild liefern.

Allerdings bin ich nur Laie mit ein wenig Wissen, dass ich aber nun wirklich nicht als umfassend bezeichnen würde. Und ganz sicher bin ich ein Verfechter, die Chancen der Digitalisierung unbedingt nutzen zu wollen. Da geht es mir wirklich gegen den Strich, dass man in einem Artikel mit einigen wenigen Thesen versucht, einen der Kerne erfolgreicher Digitalisierung derart platt herunter zu machen.

Aber weil ich eben “nur” Enthusiast bin und in Big Data wesentlich weniger bewandert bin als einige Experten, habe ich mir eben diese Experten gesucht. Gefunden habe ich Sie in Person von Florian Kruse und Tobias Brambach vom Startup Point8. Sie beschäftigen sich jeden Tag mit Big Data und konnten mir im Interview einige wichtige Fragen zu den 5 Thesen beantworten.

Im Videointerview seht und hört ihr die Meinung der beiden zu den 5 Thesen. In vielen Punkten geben die beiden dem Autor des Artikels in der Brand Eins recht, hätten aber auch sehr gerne eine tiefergehende Betrachtung gelesen und nicht diese etwas einseitige Darstellung der Schwächen.

Ja, Big Data ist in erster Linie eine Werbeaussage, die von vielen Anbietern genutzt wird um Kunden zu locken. Aber diese vereinfachte Aussage hilft auch dabei, überhaupt zu einem gemeinsamen Verständnis von dem Thema zu kommen über das man spricht. Wenn man durch diesen Begriff mit dem potentiellen Kunden ins Gespräch gekommen ist, liegt es in der Verantwortung des Anbieters, deutlich zu machen was Big Data kann und auf was es ankommt, wenn man wirklich gute Ergebnisse erzielen möchte.

Wie immer im Leben sollte man als potentieller Kunde niemandem glauben schenken, der einem das Allheilmittel verspricht. Auch Big Data löst nicht alle Probleme. Allerdings können Daten (auch in großer Menge) mit Hilfe der richtigen Herangehensweise durchaus komplexe Entscheidungen unterstützen und dabei helfen, Risiken abzuschätzen. Daten alleine sind aber eben nicht die Lösung. Man muss schon wissen wie man sie erhebt und auswertet.

Wer mehr zu Big Data, einer fairen Herangehensweise und der Arbeit eines Data Scientist wissen möchte, der sollte das Videointerview ansehen. 🙂

Bedeutung des 3D Druck für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands

Wahrscheinlich reicht ein kurzer Artikel mit 700 – 1200 Wörtern hier in den SteadyNews nicht dafür aus, einen tiefen Einblick in die Bedeutung des 3D Drucks für den deutschen Mittelstand zu liefern. Aber an der Oberfläche kratzen und vielleicht einen Einstieg in das Thema bieten, das geht durchaus. Und daran versuche ich mich jetzt einfach mal.

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, sprechen wir sehr oft über Computer, Robotik, den Wandel der Gesellschaft, Big Data und einige andere Themen. Die Produktion an sich spielt im Kontext der Digitalisierung durchaus auch eine große Rolle. Hier geht es oftmals um die bessere Auslastung von Maschinen, die (noch) stärkere Automation der Produktionsumgebung oder auch um die Weiterentwicklung von Bereichen der Industrie die erst in jüngster Vergangenheit mit dem Digitalen in Berührung gekommen sind.

3D Druck greift für mittelständische Industrieunternehmen an anderer Stelle. Hier geht es darum, in Zukunft (oder schon heute) befähigt zu sein, kleine individuelle Mengen bestimmter Produkte produzieren zu können oder zumindest sehr leicht Anpassungen an Standardprodukten vornehmen zu können. Auch eine ganz neue Art der Produktion wird möglich. Mir hat einmal der Inhaber eines mittelständischen produzierenden Unternehmens gesagt “wir können jetzt auch Kurven in unsere Werkstücke bauen!”. Es eröffnen sich also völlig neue Möglichkeiten und mehr Flexibilität für Innovation.

Innovation ist ein Stichwort, dass ich in den letzten Monaten – besonders im Vergleich zu Industrien in Ländern wie Israel und den USA – nicht unbedingt mit dem deutschen Mittelstand in Verbindung bringe. In unserem Sommerinterview mit Gunnar Sohn in der vergangenen Woche habe ich dazu ja schon etwas gesagt. 3D Druck ist für mich allerdings eine große Chance, den Innovationsgeist auch im industriellen Mittelstand auf ein neues Level zu heben und wesentlich höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten zu erlauben.

Warum soll aber nun ausgerechnet der zugegebener Maßen in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen steckende 3D Druck dem industriellen Mittelstand helfen? Weil er dazu verhilft, flexibler agieren zu können. Unsere Industrie lebt sehr oft von der Entwicklung aufwändiger Werkzeuge und Maschinen, die alle auf ein bestimmtes Produkt oder sogar auf ein einziges kleines Bauteil eines Produkts hin entwickelt werden. Die Expertise die unser Mittelstand in diesem Bereich vorweisen kann, verhilft zu gehörigen Wettbewerbsvorteilen die lange Zeit nur sehr schwer zu brechen gewesen sind. Und trotzdem glaube ich (und ich bin damit ganz gewiss nicht alleine), dass die gesteigerte Flexibilität und die Möglichkeit neue Dinge recht kostengünstig auszuprobieren dazu verhelfen werden, die Innovationskraft des industriellen Mittelstandes neu zu definieren.

Sogar komplexe Produkte lassen sich im 3D Drucker herstellen

Sogar komplexe Produkte lassen sich im 3D Drucker herstellen

Heute (vielleicht noch nicht heute. Aber ganz sicher irgendwann in naher Zukunft!) benötigen produzierende Unternehmen nicht mehr für jede Spezialanfertigung bestimmte Werkzeuge oder Maschinen. Mit einem 3D Drucker der auch in der Lage ist für die jeweilige Anforderung benötigte Materialien zu verarbeiten und gut ausgebildeten Mitarbeitern lassen sich zumindest bestimmte Teile eines Produkts zeitnah und flexibel erstellen. Hinzu kommt, dass bei niedrigen Stückzahlen in zunehmendem Maße der 3D Druck günstiger sein wird als bei herkömmlichen Produktionsverfahren. Innovative Mittelständler haben nun die Möglichkeit, kleine Innovationsschritte verhältnismäßig günstig umzusetzen und immer weiter zu entwickeln.

Ein Trend der ebenfalls durch den 3D Druck beeinflusst bzw. unterstützt und sehr bald sehr stark an Bedeutung gewinnen wird, ist die sogenannte Mass Customization. Dabei handelt es sich um die individuelle Veredelung bestimmter Produkte. Ein frühes Beispiel dieser individuelle Veredelung bzw. komplett individuellen Fertigung eines Produkts liefert uns MyMuesli. Dort kann jeder sein individuelle Müsli herstellen lassen oder fertige Mischungen abwandeln. Im Bereich der Fertigung sind die Beispiele sicherlich komplizierter. Aber seien es nun Lautsprecher die vom Kunden in individuellen Farben bestellt werden können oder Dekorationsartikel die in genau der passenden Größe gefertigt werden. Individueller geht es nicht und 3D Druck spielt dabei oft eine große Rolle.

Hersteller machen sich natürlich bereits sehr viele Gedanken, an welcher Stelle das eigene Produkt entweder im 3D Druck (teil)gefertigt oder auf individuelle Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden kann. Ein Beispiel für einen Hersteller der 3D Druck schon heute einsetzt und gut für das eigene Marketing nutzt, ist die Firma Murtfeld aus Dortmund. Dort haben Kunden die Möglichkeit online Anfragen einzustellen und so Angebote für individuelle Produkte zu erhalten. Der Service geht sogar über den 3D Druck hinaus und schließt individuelle digitale Beratungs- und Planungsgespräche via Skype mit ein. Sicherlich ein Beispiel, dass Schule machen sollte.

Aber nicht nur in der eigentlichen “Fabrik” lässt sich 3D Druck für den industriellen Mittelstand sehr gut einsetzen. Auch der Service an Fertigungsmaschinen kann vom 3D Druck profitieren. Ist eine solche Maschine defekt und handelt es sich bei dem defekten Bauteil um eine Komponente die sich theoretisch im 3D Druck Verfahren herstellen lässt, könnte entweder der jeweilige Techniker selber den Druck durchführen (dazu müssten die 3D Drucker noch deutlich günstiger und mobiler werden) oder er könnte zumindest veranlassen dass beim Hersteller der Maschine schnell und inidividuell genau das passende Ersatzteil gedruckt wird. Teure Lagerhaltung für Ersatzteile ließe sich reduzieren und Wartezeiten ggf. verkürzen.

Ich denke anhand der genannten Beispiele und Gedankenspiele lässt sich das Potential von 3D Druck gut abschätzen. Jetzt kommt darauf an, dass die Triebkraft die der 3D Druck entwickelt vom produzierenden Mittelstand schnell und mit guten Konzepten genutzt wird. Jeder Produzent ist aufgerufen, sich zu seinem Geschäftsmodell bezogen auf den 3D Druck Gedanken zu machen. Wenn es gelingt, das jetzige Geschäftsmodell zunächst an der einen oder anderen Stelle so zu wandeln das 3D Druck eine Rolle spielt und davon ausgehend immer weiter mit dem 3D Druck zu planen, dann nutzen die mittelständischen Unternehmer ihre Innovationskraft aus und werden in der Lage sein viele Trends zu setzen.

 

Bedeutung des digitalen Wandels für kleine und mittlere Unternehmen

Am 11.08. sind Eva und ich zu Gast bei Gunnar Sohn (@gsohn) in Bonn. Gunnar wird uns (wenn das Wetter passt) in seinem Garten viele interessante Fragen stellen. Denn wir haben die Ehre Teil seiner Reihe “Sommerinterviews” zu sein. In diesem Jahr hat es bisher eines dieser Sommerinterviews gegeben. Nämlich hörenswerte und sehr intensive 120 Minuten mit Thomas Sattelberger (@th_sattelberger).

Nächste Woche ist es dann also soweit. Gunnar kramt in seiner Fragenkiste. Damit er das tun kann, müssen wir uns zunächst auf eine Stoßrichtung einigen. Wie kann also die Überschrift über “unserem” Sommerinterview lauten? Welche Themen und Inhalte interessieren? Dazu habe ich mir heute einige Gedanken gemacht.

Bedeutung des digitalen Wandels für kleine und mittlere Unternehmen

Dazu könnten wir eine Menge beitragen. Immerhin erleben wir jeden Tag die Spannung zwischen etablierter Handlungsweise und notwendigem Wertewandel. In den kleineren Unternehmen betrifft dies oftmals das Verhältnis zum Kunden, die Arbeitsweise in kleinen Teams und auch technologische Herausforderungen, die oftmals vom Inhaber selber gemeistert werden müssen. Die Inhaber größerer Unternehmen stehen ebenfalls vor diesen Herausforderungen, müssen aber zu allererst den Wertewandel in ihrem Unternehmen ermöglichen.

Insbesondere die unterschiedlichen Möglichkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen im Vergleich zu Konzernen sind dabei nicht zu vernachlässigen. Unternehmer mit kleinen und mittleren Unternehmen haben sehr viel kleinere Spielräume. Entscheidungen die gefällt werden, können wesentlich größere und gefährlichere Auswirkungen haben als dies bei größeren Unternehmen der Fall ist. Der Unternehmer setzt sein eigenes Geld ein. Deshalb fällt es ihm meistens sehr viel schwerer, den Wertewandel der für den digitalen Wandel notwendig ist selber zu vollziehen und dann in seinem Unternehmen zu etablieren.

Mutige Entscheidungen zu fällen, das Ruder ein Stück weit aus der Hand zu geben, Mitarbeitern mehr Entscheidungsräume zu geben und gegenüber Kunden transparenter zu sein, bedeutet ggf. existenzielles Risiko für die eigene Person und Familie. Dieses Sicherheitsdenken findet aber bei vielen Unternehmern nicht nur für sich selber statt. Sie denken oftmals auch darüber nach, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen für die Mitarbeiter haben. Das Unterscheidet den Unternehmer vom Manager und führt dazu, dass Innovation zwar stattfindet aber lange nicht in der Geschwindigkeit die das digitale Zeitalter Unternehmern abverlangt.

Wir sollten ganz speziell den Wandel in kleinen und mittleren Unternehmen zum Inhalt des Sommerinterviews machen. Mal schauen wo uns die Frage nach der Bedeutung des digitalen Wandels für diese Unternehmer hintreibt. Ich bin gespannt.

Unsere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen

Bei KMU Digital nehmen wir natürlich die Position der kleinen und mittleren Unternehmen ein. Wir verstehen aber auch, wie wichtig mutige Entscheidungen sind. Wir moderieren den Dialog zwischen Mittelstand und Startups um auf beiden Seiten mehr Verständnis für die jeweiligen Werte und Handlungsweisen zu wecken. Wir identifizieren wichtige Handlungsfelder und setzen (hoffentlich) die richtigen Impulse, damit unsere Mitgliedsunternehmen aber auch alle anderen Unternehmer die richtigen Entscheidungen fällen können. Dabei leben wir die Werte vor, von denen wir glauben das sie wichtig sind, um mit den stattfindenden Veränderungen nicht nur irgendwie klar zu kommen sondern diese wirklich anzunehmen und für das eigene Unternehmen zu nutzen.

Was wir ganz praktisch tun und wie wir jeden Tag Unternehmer unterstützen hat Eva in der letzten Woche in Ihrem tollen 5 Minuten Pitch für KMU Digital niedergeschrieben.

 

 

Grünbuch Digitale Plattformen des BMWi

Das Grünbuch Digitale Plattformen ist Bestandteil der Digitalen Strategie 2025 die das BMWi im März 2016 vorgelegt hat. Es soll dazu dienen rechtliche und regulatorische Fragen zu identifizieren, strukturieren und zu definieren. Dabei dient es als Grundlage für die Diskussion in Wirtschaft und Gesellschaft.

Mich stimmen die in der Einleitung zum Grünbuch genannten Ziele sehr positiv. Die Digitalisierung wird hier augenscheinlich als gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderung begriffen. Die Autoren des vorliegenden Grünbuchs stellen viele Fragen und regen so zum Nachdenken an. Die eigentliche Diskussion soll dann online sowie im Rahmen von Workshops stattfinden.

KMU Digital sieht sich als Interessenvertretung der Mitgliedsunternehmen. Aber auch als Gestalter des digitalen Wandels und als lebhafter Teilnehmer der gesellschaftlichen Diskussion. Hier in den SteadyNews werde ich in den nächsten Wochen einige der Punkte aus dem Grünbuch Digitale Plattformen aufgreifen und aus meiner Sicht beantworten. Ich würde mich freuen, wenn dadurch eine Diskussion zu Stande käme und sich möglichst viele unserer Leser auch direkt beim BMWi an der Diskussion beteiligen.

Beginnen möchte ich heute mit der ersten Aussage und den dazu gehörenden Fragen:

Digitalisierung und Datennutzung verändern Märkte und stellen bestehende Geschäftsmodelle infrage. Ein „Regulierungsgefälle“ zwischen herkömmlichen und neuen Diensten und Produkten verzerrt den Wettbewerb. Die derzeitigen gesetzlichen Grundlagen müssen daraufhin überprüft werden, ob angesichts der fortschreitenden Digitalisierung rechtliche Rahmenbedingungen so angepasst werden müssen, dass ein Level Playing Field zwischen „analogen“, „digitalen“ und „hybriden“ Geschäftsmodellen gesichert wird.

Die Fragen dazu lauten:

  1. Ist in allen Bereichen gesichert, dass Unternehmen, die auf einem gemeinsamen Markt aktiv sind, auch einheitlich reguliert werden?
  2. Wo ist dies nicht der Fall?
  3. In welchen Bereichen besteht ein relevantes Wettbewerbsverhältnis zwischen (streng regulierten) Telekommunikationsanbietern bzw. -netzbetreibern einerseits und (schwach regulierten) digitalen Plattformen andererseits?
  4. In welchen Bereichen führt der Bedeutungszuwachs digitaler Plattformen dazu, dass die sektorspezifische Regulierung reduziert bzw. angepasst werden sollte?
  5. Welche Änderungen – am Rechtsrahmen oder in der Rechtsanwendung – wären konkret notwendig, um gleiche Rechte für alle Spieler auf einem Spielfeld zu gewährleisten?

Fragen 1 und 2

Die ersten beiden Fragen kann ich zusammengefasst beantworten. Ich denke nicht, dass gesichert ist, dass Unternehmen die auf einem gemeinsamen Markt aktiv sind, auch einheitlich reguliert werden. Wir sprechen hier von Plattformmodellen, die bisherige Geschäftsmodelle disruptiv verändern und mit völlig neuen Mechanismen den Markt aufrollen. Als prominente Beispiele kann hier Uber genannt werden.

Betreiber von Taxizentralen unterliegen in Deutschland starken regulatorischen Bedingungen die den Zugang zu lokalen Märkten beeinflussen, Mindeststandards aufrecht erhalten und viele andere Kleinigkeiten regeln. Uber als Betreiber einer Plattform für Personenbeförderung durch “jederman” umgeht alle diese regulatorischen Regeln. Für Uber gelten keine Standards, Vorgaben oder Regularien außer denen die sich durch Angebot und Nachfrage ergeben.

Frage 3

 

Ein naheliegendes Beispiel hierfür sind die Telefonieangebote klassicher Netzbetreiber (Mobil und Festnetz) wie der Telekom gegenüber Angeboten wie zum Beispiel Skype oder Google Hangout. Netzbetreiber unterliegen starken regulatorischen Vorgaben die unter anderem dazu dienen, hochwertige Netzinfrastruktur sicher zu stellen und die somit hohe Kosten verursachen. Internet Dienstanbieter wie zum Beispiel Skype oder Google bieten ähnliche oder sogar in der Leistung deutlich darüber hinausgehende Dienstleistungen an, ohne irgendwelchen regulatorischen Bedingungen zu unterliegen. Dies ermöglicht Ihnen kostengünstige oder gar kostenfreie Angebote zu schaffen, die in Konkurrenz zu den Angeboten der klassischen Netzbetreiber stehen.

Als besonders tragisch dürften die Netzbetreiber in diesem Fall die Tatsache wahrnehmen, dass die Plattformanbieter auch noch ihre teuer erkaufte und stark regulierte Infrastruktur nutzen.

Netzwerk2Frage 4

Ich kann keinen Bereich erkennen, der eine Reduzierung von sektorspezifischer Regulierung notwendig macht. Vielmehr erscheint es mir sinnvoll – besonders vor dem Hintergrund das die Regulierung der Netzbetreiber im Wesentlichen das Ziel hat den Wettbewerb zu erhalten und somit auch den Netzausbau zu beschleunigen – bestehende Regulierungen auf bestimmte Wettbewerber auszuweiten. Vorstellbar wäre hier zum Beispiel eine Einordnung der verschiedenen Plattformanbieter in bestimmte Kategorien. Immer wenn eine Plattform in direkten Wettbewerb mit einem Netzbetreiber eintritt, sollte diese ähnlicher Regulierung unterliegen wie die Netzbetreiber. Skype zum Beispiel ermöglicht die Kommunikation zwischen Skype Nutzer und Nutzern herkömmlicher Telefonanschlüsse. Außerdem ist dieses Angebot von Skype kostenpflichtig. Diese beiden Faktoren deuten darauf hin, dass Skype im Wettbewerb zu herkömmlichen Telekomunikationsanbietern steht. Google mit seinem Dienst Hangout ermöglicht lediglich die Kommunikation zwischen Nutzern auf der eigenen Plattform und ist kostenfrei. Somit besteht kein direkter Wettbewerb und Regulierung muss an dieser Stelle nicht unbedingt sein.

Frage 5

Ich bin kein Jurist und kenne mich mit der Wettbewerbsrechtlichen Situation nicht wirklich aus. Deshalb kann ich hier nur mit gesundem Menschenverstand antworten.

Als Wesentlich sehe ich an, dass für alle Spieler einheitliche Regeln gelten. Besteht Wettbewerb zwischen Anbietern, sollten diese ähnlich reguliert bzw. durch die Regulierung des entsprechenden Marktes ggf. zu einem fairen Verhältnis untereinander geführt werden.

Abschließend

Dies sind meine Antworten auf die ersten 5 Fragen im Rahmen des Grünbuchs. Ich werde mich in den nächsten Wochen mit weiteren Abschnitten befassen und die dazugehörigen Fragen hier in den SteadyNews beantworten.

Es würde mich freuen, wenn ihr als unsere Leser hier in den Kommentaren mit diskutiert und Anregungen sowie weitere Diskussionsgrundlagen liefert.

Die Blockchain: Potential zur Veränderung oder nur neuer mega Hype?

Vielleicht hast Du schon einmal von der Blockchain gehört oder gelesen. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit der digitalen Währung Bitcoin. Bitcoin ist die wohl populärste Anwendung der Blockchaintechnologie und beweist, dass das Funktionsprinzip Potential hat und funktioniert. Aber Blockchain ist viel mehr als nur die dem Bitcoin zu Grunde liegende Technologie. Blockchain ermöglicht es im Grunde genommen jede Transaktion verschlüsselt und redundant abzuspeichern. Wie die Technologie funktioniert, welche Anwendungen denkbar sind und was das für viele Bereiche unseres Lebens bedeuten kann, das versuche ich in diesem Blogbeitrag zu erläutern. Ich würde mich sehr freuen, wenn in den Kommentaren ein reger Austausch zu Stande kommt durch den wir alle noch viel mehr dazu lernen.

Was ist Blockchain und wie funktioniert die Technologie?

Die Blockchain erzeugt in einem dezentralen Netzwerk fortlaufend eine verbindliche und unanfechtbare Einigung über eine Bilanz. Das, was in der Blockchain steht, kann weder gelöscht noch manipuliert werden.

Was dabei besonders wichtig ist – weil dies nämlich dazu führt, dass wichtige Institutionen bei Einsatz einer Blockchain nicht mehr notwendigerweise als Mittler und Vertrauenswürdige Partner notwendig sind – ist die Tatsache, dass eine Transaktion direkt zwischen Sender und Empfänger stattfinden kann. Im Falle von Geldtransfers bedeutet dies, dass kein vermittelndes Kreditinstitut mehr notwendig ist. Banken und Kreditkartenanbieter verdienen heute aber einen großen Teil des Geldes mit genau dieser Vermittlungstätigkeit. Auch wenn Banken die ersten sind, die durch die Blockchain vor großen Herausforderungen stehen, ist das Funktionsprinzip auch auf andere Branchen anwendbar und stellt für die etablierten Unternehmen in diesen Märkten eine große Herausforderung dar. Die Blockchain trägt zur Disruption dieser Branchen bei und krempelt komplette Geschäftsmodelle um.

Eigentlich beschreibt Blockchain also keine Technologie, sondern eher ein Funktionsprinzip. Die Fähigkeiten einer bestimmten Blockchain werden dabei von der zu Grunde liegenden Programmiersprache (wie komplex ist diese und was kann sie leisten?) und den Vorgaben der Entwickler bestimmt.

So gibt es zum Beispiel die Blockchain die hinter Bitcoin steht. Sie wurde von Satoshi Nakamoto schon im Jahr 2008 in einem Whitepaper beschrieben und in 2009 dann als Grundlage für Bitcoin eingesetzt. Diese Blockchain tut genaus das, für was sie vorgesehen ist. Sie protokolliert auf absolut sichere Art und Weise Einnahmen und Ausgaben in Bitcoin. Allerdings liegt ihr eine Programmiersprache zu Grunde (Forth, eine Erläuterung zu dieser Programmiersprache spare ich mir an dieser Stelle. Diese kann aber in der Wikipedia nachgelesen werden) die darüber hinaus nicht viel anderes kann und deshalb für weitere denkbare Anwendungsfälle – wie zum Beispiel sich selbst auslösende und verwaltende Verträge (Smart Contracts) – nur sehr schlecht geeignet ist. Dazu gibt es bereits Programmierer die diese Probleme lösen und an einer erweiterten Technologie arbeiten.

Wie funktioniert aber nun die Blockchain? Das guckstDu Dir am besten im folgenden kurzen Erklärvideo an. Ich konnte leider kein gutes Video in Deutscher Sprache finden. Aber ich denke, die Erklärung ist auch so sehr gut verständlich.

Bitcoin als prominentes Beispiel

Rund um Bitcoin gibt es aktuelle sehr viel Berichterstattung. Die einen sind begeistert, weil sich dadurch viele Chancen ergeben, das bestehende Finanzsystem zu revolutionieren. Andere sind aus demselben Grund nicht so begeistert von der Entwicklung.

Anhand von Bitcoin können wir aber sehr gut ablesen, dass das Prinzip der Blockchain funktioniert. Hier wird eine virtuelle Währung zwischen handelnden Personen hin und her gereicht und die Dokumentation erfolg in einer (mittlerweile übrigens knapp 40 GB großen und auf ca. 5.500 Knotenpunkten gespeicherten) Blockchain. Niemand ist in der Lage Transaktionen im Nachhinein zu verändern oder rückgängig zu machen. Darauf basiert das gesamte Vertrauen in Bitcoins.

Es gibt aber außerdem viele andere denkbare Anwendungen für die Blockchain. Praktisch alle Vorgänge bei denen heute durch schriftliche Dokumentation Eigentumsverhältnisse verändert werden, sind in Zukunft dazu geeignet durch Blockchaintechnologien abgelöst zu werden.

Hast Du schon einmal eine Immobilie gekauft? Dann weißt Du, wie groß der Dokumentationsaufwand ist und wieviele Stellen hier die Hand aufhalten, weil sie exklusiv dazu berechtigt sind in diesem Dokumentationsvorgang bestimmte Tätigkeiten auszuführen. Angefangen bei der Stadtverwaltung bis hin zum Notar, bekommen viele Stellen mehr oder weniger große Beträge zuerkannt, weil Sie eine Transaktion zwischen zwei oder mehr Parteien bezeugen und dokumentieren. Es ist (theoretisch) denkbar, dass dieser Aufwand in der Zukunft nicht mehr betrieben werden muss. Das Grundbuch einer Stadt könnte ganz einfach in eine Blockchain geschrieben werden. Dort ist dann gespeichert, wem welches Grundstück, welches Haus und welche Wohnung gehört. Einigen sich zwei Parteien darauf, gegen die Zahlung von Geld oder im Tausch für andere Dinge, die Eigentumsverhältnisse an einer Immobilie zu verändern, dann wird das fortlaufend in die Blockchain geschrieben. Ein Notar oder Beamte die diesen Vorgang bezeugen und dokumentieren ist dann nicht mehr notwendig.

Ein anderes Beispiel für den sinnvollen Einsatz einer Blockchain könnte das Rechtemanagement für Musik sein. Heute stehen Künstler vor der großen Herausforderung, dass die Digitalisierung jede analoge Dokumentation über die Rechte an einem Musikstück vollkommen zunichte macht. Händeringend suchen viele Künstler nach Möglichkeiten, mit Ihrer Musik trotzdem Geld zu verdienen und entwickeln dabei viele tolle Ideen. Die Blockchain könnte eine dieser Ideen sein. Sobald dezentral, verschlüsselt und völlig unverfälschbar abgespeichter ist, wer welche Rechte an Musikstücken hat, gibt es weniger Möglichkeiten unrechtmäßig Musik zu erlangen. Dabei werden heutige Rechteverwerter komplett ausgeschaltet, da die Musiker die Blockchain direkt nutzen und Recht somit auch direkt bestimmten Nutzern einräumen könnten. Ein Traum für die Selbstvermarktung und ein Albtraum für heutige Vermarktungsgesellschaften.

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vintage-649760_640Jetzt wird er wahnsinnig, der Dennis.

Nein. Keine Angst. Das was hier als Überschrift dient ist die “Adresse” der ersten Autonom funktionierenden und ausschließlich auf der Basis von Smart Contracts betriebenen Investmentfirma. Aber von vorne.

Smart Contracts sind sozusagen die Krönung der praktischen Umsetzung einer Blockchain. In Ihnen werden – natürlich vollelektronisch und in Form von Code – Regeln definiert nach denen gehandelt wird.

Beispielsweise könnte ein solcher Smart Contract die Buchung eines Leihwagens abwickeln. Der Kunde sendet an eine bestimmte Adresse Bitcoins (oder eine andere digitale Währung auf Basis einer Blockchain). Dies löst eine Handlung aus, nämlich den Versand eines Zugangscodes und des genauen Standortes des gemieteten Fahrzeugs. Außerdem werden dem Fahrzeugmieter noch weitere Daten wie der zuletzt gemeldete Kilometerstand, bekannte Schäden am Fahrzeug usw. zugesandt. Mit den Zugangsdaten und allen anderen Informationen geht nun der Mieter zum Fahrzeug, prüft die Richtigkeit der Angaben, öffnet das Auto und fährt los. Sobald er das Auto nicht mehr benötigt, trägt er in der Blockchain den neuen Kilometerstand ein und gibt noch einige weitere Informationen weiter. Dies löst wiederum die Endabrechnung aus. Wurde das Auto weiter bewegt als vereinbart oder länger genutzt? Dann wird eine Rechnung erzeugt, die an den Mieter versandt und in der Blockchain eingetragen wird. Der Mieter überweist elektronisches Geld und der Vorgang wird als erledigt markiert.

Die Programmierer von DAO (Decentralized Autonomous Organisation), der bereits kurz erwähnten voll automatisierten und autonom handelnden Investment Firma, haben recht einfache Regeln definiert und programmiert mit denen Ihre Firma funktioniert. In diesen Smart Contracts – die dem ganzen Konstrukt zu Grunde liegen – sind bestimmte Handlungsvorgaben definiert. Beispielsweise ein Zeitraum in dem zunächst Investoren geworben wurden, die Geld in den Investmentfonds einzahlen konnten. Nach Ablauf einiger Wochen und erreichen eines Mindestbetrages (eingesammelt wurden mehr als 144 Millionen Dollar) wurde dann allen Investoren die Frage gestellt, in welches Vorhaben denn nun investiert werden soll. Auf Basis der Antworten wurde das eingesammelte Geld verteilt. Nun arbeitet das Netzwerk vollautomatisch weiter, trifft Entscheidungen basierend auf Vorschlägen und Abstimmungen seiner Investoren und wir werden sehen ob es gut ist, eine Firma auf Basis von in Code programmierten Verträgen autonom auf die Welt los zu lassen. Spannend ist es in jedem Fall. Und ändern kann im Grunde genommen auch niemand etwas, falls das Experiment so richtig schief läuft. Denn es gibt bei DAO keinen Chef, der die Firma schließen könnte. Einzig und alleine der einstimmige Beschluss aller Gesellschafter würde den Code stoppen können.

Übrigens basiert DAO nicht mehr auf der Blockchain die dem Bitcoin System zu Grunde liegt. Diese wäre, wegen der bereits erwähnten wenig komplexen Programmiersprache Forth, nicht in der Lage komplizierte Wenn-Dann-Schleifen umzusetzen und so der DAO zu ermöglichen nach definierten Regeln zu handeln. Es gibt aber bereits eine sehr viel komplexer agierende Alternative zur Bitcoin Blockchain. Diese nennt sich Etherum und wird von einem Team aus Programmierer rund um Vitalik Buterin weiterentwickelt. Das was bei Etherum passiert, wird die Grundlage für alle Möglichkeiten die uns Blockchains in der Zukunft bieten bilden.

animal-17474_640Alles ist denkbar

Ich könnte jetzt noch unendlich lange weiter Beispiele liefern und mögliche Anwendungsfälle erörtern. Da dieser Artikel aber schon jetzt ca. 1.400 Wörter umfasst und ich noch einiges mehr zu schreiben habe, verzichte ich auf Beispiele. Diese kannst Du Dir im Grunde genommen auch selber Googlen.

Was bedeutet denn aber nun diese Vielfalt an Möglichkeiten? Ist es gut oder schlecht, dass alle Szenarien denkbar sind? Stellt die Blockchain eine Herausforderung dar oder ist sie einfach nur eine große Chance?

Wie bei jeder Neuerung, sehe ich zunächst einmal die großen Chancen. Das was mit der Blockchain möglich wird, stellt eine Möglichkeit dar, viele Dinge effizienter zu gestalten. Entscheidungen können auf viel mehr Köpfe verteilt werden als dies heute der Fall ist, Prozesse laufen schneller ab, Dienstleistungen werden besser erbracht. Versprechen wie absolute Dezentralität, Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit von zentralen Strukturen und noch einige mehr gingen schon mit der ursprünglichen Entwicklung des Internets einher. Experten sagen, dass diese Versprechen durch die Blockchain nun endlich eingelöst werden würden und zum Beispiel absolut dezentrale soziale Netzwerke denkbar wären oder Anwendungen die Korruption in Regierungen verhindern und direktere Demokratien ermöglichen.

Andersherum birgt aber jede Chance durch neue Technologien immer auch Risiken. Das oben genannte Beispiel der autonom handelnden Firma zeigt sehr gut, welche Risiken durch fehlendes Wissen und vor allem fehlende rechtliche Strukturen besteht. DAO wird dezentral auf vielen Tausend oder sogar Millionen Rechnern betrieben. Diese Rechner stehen überall auf der Welt. Diese Tatsache und das an den verschiedenen Standorten sehr unterschiedliche Rechtssysteme und gesellschaftliche Normen greifen, führen zu Fragestellungen die es bisher noch nicht gegeben hat. Welcher Rechtssprechung unterliegt DAO? Im Grunde genommen keiner. Wer wird haftbar gemacht, wenn Dinge passieren die Schaden verursachen? Kann man auf die Investoren zurückgreifen? Wohl eher nicht, wenn auch diese über die ganze Welt verteilt sind.

Gefühlt überwiegen die Vorteile. Aber vielleicht ist das auch aktuell nur so, weil es einen starken Hype um die Blockchain gibt und wir eher die vielen Chancen präsentiert bekommen. Ich weiß es nicht, bin aber gespannt auf alles was noch so kommt.

Wir müssen reden: Was ist mit den vielen Daten?

Auf ein Problem stößt der Bitcoin aktuell und Etherum wird sehr bald ebenfalls und sehr viel heftiger darauf stoßen: Was ist mit den vielen Daten und dem Problem der weiter zunehmen starken Skalierung?

Die Bitcoin Blockchain umfasst aktuell 40 GB (https://blockchain.info/de/charts/blocks-size) und wächst stark weiter. Diese 40 GB an Daten sind komplett gespiegelt auf ca. 5.500 Knoten gespeichert, was einer Gesamtdatenmenge von 220 Terrabyte entspricht. Das ist nicht so viel. Aber wir reden hier ja auch nur von digitaler Währung und den dazugehörigen gespeicherten Transaktionen. Das eigentliche Problem ist, dass sich diese Datenmenge sehr schnell vervielfachen wird. Denn immer mehr Daten bedeuten immer mehr Transaktionen und immer mehr Wert der in der Blockchain gespeichert wird. Dies wiederum führt zu immer wieder neue Transaktionen. Wir haben hier eine unglaubliche Skalierung vor uns, die gehandhabt werden muss.

Für Etherum ist dieses Problem noch viel größer. Die Blockchain umfasst aktuell ebenfalls bereits ca. 40 GB an Daten. Und das obwohl sie sehr viel jünger ist und sehr viel weniger Transaktionen enthält. Nur sind die enthaltenen Transkationen eben deutlich komplexer. Das führt zu stärkerer Skalierung und letztendlich kann es zum Zusammenbruch des System kommen, wenn diese Datenmengen nicht mehr sinnvoll gehandhabt werden können.

Was kommt als nächstes?

Es wird meiner Meinung nach zunächst recht unkontrolliert weiter gehen. Neue Ideen entstehen, bestehende Ideen werden umgesetzt und heute bereits umgesetzte Dinge werden weiter entwickelt.

Im nächsten Schritt werden dann sicherlich die Versuche, Regulierung zu betreiben deutlich verstärkt. Schon jetzt befassen sich politische Gremien und Stiftungen stark mit dem Thema Blockchain. Ich vermute dahinter den Versuch, dieses Mal schneller zu sein und Entwicklungen nicht so lange zu verschlafen wie dies beim Internet der Fall gewesen ist. Ob dieser Versuch unternommen wird, weil man die großen Chancen erkennt oder aber um etablierte Institutionen wie Regierung, Banken und große Lobbyverbände zu schützen, das kann ich nicht absehen. Erste Versuche, Regulierung zu betrieben sind am Beispiel Bitcoin erkennbar. Wobei ich dort auch erkennen kann, warum gewisse Regulierungen des Geldverkehrs Sinn machen.

Ein wirklicher Ausblick auf das was in Zukunft in Sachen Blockchain geschieht ist nur schwer möglich und ich möchte das nicht wirklich wagen. Ich hoffe, wir nutzen die vielen sich bietenden Chancen und sind nicht zu weit hinter der Entwicklung zurück.

Aus technischer Sicht, werden wir recht bald die ersten offenen Diskussionen um die sehr starke Skalierung der Blockchains erleben. Dabei werden sich die jeweiligen Entwicklerteams sicherlich mehr oder weniger gute Lösungen einfallen lassen. Von diesen Lösungen ist der weitere Weg abhängig. Gelingt es – etwa durch Spezialisierung einzelner Blockchains – die Datenmengen und die notwendigen Rechenoperationen klein zu halten, dann wird Blockchain sicherlich eine Technologie sein, der wir in Zukunft häufiger begegnen.

Ankündigung

Wir werden uns bei KMU Digital demnächst tiefergehend mit dem Thema Blockchain beschäftigen. Entweder bauen wir das in den bestehenden Rahmen der Veranstaltungen mit ein oder wir schaffen eine einmalige Veranstaltung, bei der wir ausschließlich dieses für die Digitalisierung extrem wichtige Thema aufgreifen.

Wenn Du Vorschläge dazu hast, dann wende Dich sehr gerne an mich. Am besten per eMail unter d.arntjen@kmu-digital.net.

 

Digitaler Wandel im Einkauf

Wir schreiben in letzter Zeit recht viel über den digitalen Wandel im Vertrieb und darüber was das eigentlich konkret bedeutet. Am 26. Januar gibt es dazu sogar eine Veranstaltung mit der wir uns ganz konkret an Vertriebsmitarbeiter und -verantwortliche wenden. Der digitale Wandel vollzieht sich für viele Vertriebsorganisationen nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil die Kundenseite danach verlangt. Welche Vorteile ziehen Einkäufer aus dem digitalen Wandel? Welche Instrumente werden heute bereits genutzt und was erwarten Einkäufer für die Zukunft? Diesen Fragen möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Inhalt

  1. Was erwarten Einkäufer von der Zukunft?
  2. Wie nutzen Einkäufer den digitalen Wandel schon heute für sich?
  3. Was bedeutet dies heute und in Zukunft für die Einkäufer?

Was erwarten Einkäufer von der Zukunft?

Das ist eine der Fragen die ich als Vertriebsmitarbeiter in der Vergangenheit immer wieder an mich und an Kollegen gerichtet habe. Meistens war diese dann aber nicht konkret auf den digitalen Wandel bezogen, sondern auf die Entwicklung in “meinem” Markt.

Was Einkäufer in Sachen digitalem Wandel erwarten und wie ihrer Einschätzung nach der Einkauf aktuell in den Wandel einbezogen wird, hat die h&z Unternehmensberatung versucht in einer Umfrage unter Besuchern des BME-Symposiums Einkauf und Logistik heraus zu finden.

Im Wesentlichen scheinen viele Einkaufsverantwortliche (78%) ein hohes bis sehr hohes Automatisierungspotential für den Einkauf zu erkennen. Dabei richten die Einkäufer ihr Augenmekr auf neue IT-Technologien, von denen sie wohl erwarten das Bestellprozesse stärker automatisiert werden können. Betrachtet man ein weiteres Ergebnis der Umfrage, dann lässt sich gut erkennen das es im Einkauf aber wohl nicht nur um die Automatisierung des eigentlichen Bestellprozesses gehen wird. 88% der befragten Einkaufsverantwortlichen erwarten durch Big Data bessere Einkaufsentscheidungen.

Im Grunde genommen setzt sich hier der Drang nach Transparenz für den Einkauf fort. Schon in der Vergangenheit haben Einkäufer das Ziel gehabt (und sie haben es natürlich auch heute und werden es auch in der Zukunft haben), möglichst große Transparenz herzustellen bevor eine Einkaufsentscheidung gefällt wird. Dieser Wunsch ist legitim, wird aber von vielen Vertriebsorganisationen bewusst nicht berücksichtigt. Denn Transparenz bedeutet oftmals, dass am Ende die Verkäuferpersönlichkeit, die Zusammenarbeit in der Vergangenheit und andere “weiche” Faktoren nicht mehr so viel Gewicht haben, wie sie es aus Sicht von Vertriebsverantwortlichen haben sollten. Zumindest scheint dies oftmals die Befürchtung zu sein.

Was Big Data zu dieser Transparenz beitragen kann, dürfte klar sein. Mehr Daten die besser aufbereitet und analysiert werden führen automatisch zu einem höheren Transparenzlevel. Gepaart mit intelligenten Technologien, werden die höheren Datenmengen in der Zukunft wahrscheinlich dazu führen das nicht mehr alleine ein Mensch über den Abschluss bestimmter Verträge entscheidet.

Vertriebsorganisationen können daraus übrigens direkte Rückschlüsse ziehen. Das Produkt und dessen Qualität (dies gilt auch für Dienstleistungen, Vertragsformen, etc.) wird immer stärker in den Vordergrund gerückt. Vertriebsmitarbeiter bzw. die Kompetenzen von Vertriebsmitarbeitern müssen sich grundsätzlich wandeln. Es geht in Zukunft weniger um Persönlichkeit und mehr um echten Mehrwert. Platt gesagt, hat ein Computer keinen Bauch der 80% jeder Entscheidung beeinflusst!

Wie nutzen Einkäufer schon heute den digitalen Wandel für sich?

Die oben genannte Umfrage sagt dazu nichts aus. Zur aktuellen Situation gibt es lediglich die Aussage, dass der Einkauf in vielen Unternehmen noch nicht stark genug in den Wandelungsprozess einbezogen wird. Was dies konkret bedeutet, kann ich nicht beurteilen.

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus, hat sich die Kommunikation mit Einkäufern in mittelständischen Unternehmen in den letzten 10 Jahren schon sehr gewandelt. Es liegen mehr relevante Informationen vor, die Einkäufer wissen wesentlich besser über den Wettbewerb bescheid und können die Entwicklung der Unternehmen mit denen sie verhandeln deutlich besser beurteilen. Diese Punkte rühren von den erweiterten Recherchemöglichkeiten und der größeren Transparenz verschiedener Märkte.

Ich habe in den letzten Jahren den Wandel aus Vertriebssicht in einer Branche erlebt, die traditionell sehr verschlossen ist. Auch wenn es sehr viele Wettbewerber auf diesem Markt gibt, lassen sich mit den üblichen Mitteln der Recherche wenige Informationen finden. Meiner Meinung nach rührte daher das oft sehr große Mißtrauen gegenüber Versprechen im Verkaufsprozess. Die Einkäufer sind es aus anderen Bereichen gewohnt, wesentliche besser informiert zu sein. Wer nicht transparent handelt und anbietet, weckt also schon heute Misstrauen.

Der digitale Wandel wird also von verschiedenen Einkaufsorganisationen schon heute dazu genutzt, die üblichen Ziele zu erreichen. Märkte werden im Vorfeld von Verhandlungen stärker durchleuchtet, Preise können eher verglichen werden, Vertragsformen lassen sich besser durchschauen. Darüber hinaus scheint es aber noch keine nennenswerten Wandlungen zu geben. Ausgehend von den Aussagen der erwähnten Umfrage, scheinen Automatisierung und Big Data noch keine große Rolle zu spielen. Allerdings werden diese Punkte sehr bald wesentlich relevanter werden, was dazu führt das sich der Einkauf grundlegend wandelt.

Was bedeutet dies heute und in Zukunft für die Einkäufer?

Heute stellt der digitale Wandel eine sehr gute Möglichkeit dar, Transparenz auch in unüberschaubaren Märkten herzustellen. Informationen sind schneller verfügbar und besser zu interpretieren.

In der Zukunft wird der weitere Wandel dazu führen, dass viele Prozesse die heute noch von Menschen erledigt werden automatisiert stattfinden. Zum Beispiel ist es denkbar, dass Preis- und Leistungsvergleiche automatisiert ausgeführt werden. Auch der eigentliche Bestellprozess wird dann automatisch durchgeführt. Heute sind für viele dieser Arbeitsschritte noch Eingriffe von Außen notwendig. So erhalten Sachbearbeiter im Einkauf zwar heute schon Benachrichtigungen darüber, wenn bestimmte Warenbestände Schwellwerte unterschreiten. Eine Abfrage der Verfügbarkeit bei verschiedenen Lieferanten sowie der komplexe Vergleich von Lieferkonditionen geschieht aber noch manuell.

In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass in vielen Fällen Aufgaben von Sachbearbeitern entfallen. Einkäufern fällt dann immer mehr die Aufgabe zu, den Einkauf von besonderen Produkten und Dienstleistungen zu managen sowie die interne Organisation zu verbessern. So “einfache” Dinge wie Warenbestände auffüllen, regelmäßig wiederkehrende Bestellungen bei einer kleinen Auswahl von Stammlieferanten und andere standardisierte Aufgaben entfallen dann.

Ob der digitale Wandel den Einkauf im heutigen Sinn vielleicht sogar komplett überflüssig macht, wage ich nicht zu beurteilen. Da aber schon heute bei komplexen Einkaufsentscheidungen eher die jeweilige Fachabteilung die Beurteilung von Leistungsfähigkeit und den Vergleich von Anbietern übernimmt und der Einkauf als Dienstleister dieser Abteilungen mit am Tisch sitzt, ist es durchaus denkbar, dass es den “Einkäufer” im heutigen Sinne nicht mehr geben wird.