, , , , , ,

#Blogparade: Die heftigste Veränderung die uns die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren bringen wird!

Was ist Deine Meinung zu der Frage “Was wird die heftigste Veränderung durch die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren sein?”

  • Glaubst Du, dass sich unsere Arbeitswelt stark verändern wird?
  • Werden es grundlegend neue Geschäftsmodelle sein? Wenn ja, welche?
  • Wird uns die Blockchain vollkommen neue Wege ermöglichen, Geschäfte zu machen?
  • Betrifft die Digitalisierung in erster Linie gesellschaftliche Veränderungen und werden wir deshalb heftige politische Veränderungen erleben?

Oder welche Veränderung wird Zuhörer Deiner Meinung nach noch in 50 Jahren aufrütteln, wenn Zeitzeugen berichten?

Warum eine Blogparade genau zu dieser Frage?

Genau darum dreht sich diese Blogparade. Viele Experten rücken die unterschiedlichsten Dinge in den Fokus. Ich bin mir sicher, jeder dieser Experten hat recht mit dem was er ankündigt und propagiert. Aber was letzten Endes die wirklich grundlegenden Veränderungen angeht, kann niemand eine Vorhersage treffen.Nur Vermutungen anstellen.

Um einmal ein umfassendes und vor allem an einer Stelle gesammeltes Bild zu sehen, möchte ich eure Beiträge sammeln und in einem eigenen Beitrag verlinken. Dies ergibt dann eine interessante Sammlung, die Ausgangspunkt für eine spannende Lektüre unterschiedlichster Blogs zum Thema Digitalisierung sein kann.

Ich freue mich, wenn möglichst viele Enthusiasten, Gegner, Warner, Utopisten und/oder Realisten ihre Meinung kund tun und sich an dieser Blogparade beteiligen.

Was ist eine Blogparade eigentlich?

Jede Blogparade beginnt mit einem Aufruf wie dem ganz am Anfang dieses Beitrags. Immer liegen eine Frage oder ein bestimmtes Thema zu Grunde. Dazu schreiben dann (hoffentlich viele) Blogger einen Beitrag der die Frage beantwortet und ggf. weiteres Hintergrundwissen liefert.

Mit einer Blogparade möchte der Initiator Antworten auf Fragen erhalten, Meinungen vergleichen, Tipps sammeln und eine Vernetzung gleichartiger Blogs erreichen.

Jeder der diesen oder einen anderen Aufruf zu einer Blogparade liest, kann daran teilnehmen. Das heißt, wenn er die Möglichkeit hat irgendwo einen Artikel digital zu veröffentlichen.

Was passiert mit den Artikeln zu dieser Blogparade?

Ich werde alle Artikel die zu dieser Blogparade eingereicht werden hier im Blog anteasern und verlinken. So entsteht die oben erwähnte Sammlung wertvoller Artikel und gleichzeitig eine kleine Sammlung interessanter Blogs die sich mit der Digitalisierung beschäftigen.

Außerdem nehme ich alle Blogger in einer extra Twitter-Liste auf. Wer diese Liste abonniert, wird in Zukunft immer alle Neuigkeiten von euch erfahren und die Sammlung lesenswerter Blogs hat auch in Zukunft einen Sinn.

Zusätzlich werde ich eine kleine Auswertung erstellen. Anhand dieser Auswertung soll am Ende erkennbar sein, welche Themenbereiche von wie vielen Experten als relevant erachtet werden. So sehen wir vielleicht etwas klarer, welche Veränderungen für die Zukunft erwartet werden.

Und natürlich bekommt jeder der einen Artikel einreicht jeweils mit einreichen des Links einen Tweet sowie einen Facebook-Beitrag. So sehen noch mehr Leser welche Beiträge eingereicht wurden und was Du als Experte zu der Frage zu sagen hast.

Gibt es Rahmenbedingungen?

Nicht großartig kompliziertes. Nur:

  • jeder Artikel zur Blogparade sollte hier in den Kommentaren oder per eMail an mich (d.arntjen@kmu-digital.net) vom jeweiligen Autor “gemeldet” werden.
  • Wenn ihr mögt, nutzt den Hashtag #DrasticDigitalChange und natürlich außerdem #Blogparade für die Verbreitung eures Beitrags
  • Die Blogparade läuft bis zum 15.02.2018. Jeder Beitrag der bis zu diesem Zeitpunkt eingereicht wird, nimmt teil und wird in die Zusammenfassung sowie in die Auswertung aufgenommen.

Das war es schon. 🙂

Ich freue mich auf viele tolle Beiträge, ganz viel Meinung und richtig viel geteiltes Wissen!

Und hier sind sie 😉

  1. Der erste Beitrag stammt von Alexander Schreiner. Alexander schreibt über die Jobsituation in der Zukunft bzw. über die Auswirkungen die die Digitalisierung auf unsere Jobs haben wird.
    Unter dem Titel “Digitalisierung lässt grüßen: Wohin mit unseren Jobs?” reicht er den ersten Beitrag ein.

Digitalisierung im Mittelstand: So geht’s nicht!

Gestern. Affenhitze und meine Konzentration lag am Boden. Beim durchscrollen meiner Facebook Timeline sehe ich, dass gleich zwei meiner Facebook-Freunde einen Artikel der t3n als positives Beispiel und gar als nützlichen Ratgeber in Sachen Digitalisierung im Mittelstand geteilt haben.

Es geht um den Beitrag mit dem Titel “Digitalisierung im Mittelstand: So geht’s“. Ja, im Artikel stehen ein paar Dinge, die sind richtig. Zum Beispiel die Tipps zur Herangehensweise gefallen mir ganz gut. Andere Dinge die im Artikel erwähnt werden, haben mir trotz der extrem hohen Temperaturen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.

Es fängt schon haarsträubend an. Der Vorwurf, Digitalisierung im Mittelstand würde in vielen Fällen aus reinem Selbstzweck propagiert und hätte oftmals keinen echten Hintergrund oder Mehrwert, legt nahe, dass Mittelständler sich gerne weiterhin viel Zeit lassen können. Alles nur Hype ohne konkreten Nutzen.

Diese Aussage ist fahrlässig. Sie verharmlost die Risiken, die dem deutschen Mittelstand in Zukunft das Leben deutlich erschweren werden. Digitalisierung ist für alle diejenigen, die dieses Thema nicht ernsthaft auf der Agenda haben, ein Risiko, das nicht nur zum Verlust einiger Prozentpunkte bei den Marktanteilen führen kann. Es kann schlimmer kommen. Wer nicht sinnvoll digitalisiert, wird in seiner Branche über kurz oder lang keine Rolle mehr spielen.

Ja. Das klingt nach Angstmacherei. Aber es ist nun einmal Realität und ich weiß mittlerweile auch nicht mehr, wie ich es weniger hart und bedrohlich klingen lassen soll.

Der Artikel geht aber noch weiter. Als Beispiel wird die Firma Perschmann aus Braunschweig genannt. Frank Haberstock, seines Zeichens Mitglied der Geschäftsleitung, könne dieses ständige Digitalisierungsgerede nicht mehr hören. Perschmann sei seit vier Jahren mitten drin in der Digitalisierung!

Das ist ja gut und schön. Ich freue mich über jeden Mittelständler, der das Thema begriffen hat und umsetzt. Nur leider ist Perschmann offensichtlich eine Ausnahme. Jede aktuelle Untersuchung und auch jede persönliche Erfahrung der jüngeren Zeit zeigt mir, dass wir immer noch ein verdammt dickes Brett zu bohren haben. Aktuell hat der Mittelstand nur an der Oberfläche gekratzt.

Natürlich ist Digitalisierung kein Selbstzweck

Diese Überschrift sollte eigentlich gar nicht nötig sein. Nichts von dem, was wir als Unternehmer tun, sollte reiner Selbstzweck sein! Das trifft selbstverständlich auch auf die Digitalisierung zu. Aber die t3n hat eine ähnliche Überschrift für den nächsten Abschnitt des Artikels gewählt… Da dachte ich mir, ich muss das noch einmal verdeutlichen!

Jetzt kommt einer der vielen Berater unserer Republik zu Wort. Roland J. Gördes, Geschäftsführer der Unternehmensberatung GRC Consulting. Er berichtet, dass seine mittelständischen Mandanten das Wort “Digitalisierung” schon fast als Schimpfwort empfinden würden. Traurig aber es wird wohl wahr sein…

Dass Digitalisierung nicht ohne Bezug zum Unternehmen und zum Markt daherkommen darf, ist meiner Meinung nach selbstverständlich und es wird auch den meisten Inhabern mittelständischer Unternehmen klar sein. Diese Aussage ist also vollkommen überflüssig. Oder soll durch sie der Eindruck entstehen, dass Digitalisierung bisher nur als reiner Selbstzweck betrieben wurde? Hoffentlich nicht!

Und jetzt kommt es! Ein großer Teil der Unternehmen sei schon auf digitalen Pfaden unterwegs, schreibt die Verfasserin des Artikels, Alexandra Vollmer. Wieder kommt Herr Gördes zu Wort. Haarsträubenderweise nennt er die Kommunikation per eMail, Webauftritte und den Einsatz von ERP-Systemen als positive Beispiele für digitalisierte Mittelständler. Ich wäre fast erfroren als ich dies las. Trotz 32 Grad im Schatten.

Herr Gördes. Es tut mir leid. Aber diese Aussage ist komplett daneben! Nichts von dem, was Sie hier heranziehen, hat auch nur einen Hauch mit der Digitalisierung zu tun, die aktuell voranschreitet! Digitalisierung ist nicht elektronische Kommunikation. Digitalisierung muss viel tiefer greifen als einfach einen neuen (zusätzlichen) Kommunikationskanal zu eröffnen. Digitalisierung wird Geschäftsmodelle vollkommen verändern.

Genau solche Aussagen wie die im t3n-Artikel zitierten bringen die Gefahr mit sich, dass Digitalisierung nicht ernst genommen wird. Wer sich aber auf eMail, Webauftritt, ERP-System, elektronischem Dateiaustausch, usw. ausruht, der ist nicht digital und wird es auch nie werden! Leider.

Wie viel Digitalisierung braucht es?

Immerhin. Der Digitalisierungsexperte der Beratung GRC aus Hannover, Dr. Jan-Frederik Engelhardt, hat erkannt, dass es keine Frage ist, ob man sich als Mittelständler mit der Digitalisierung befassen sollte.

Allerdings scheint auch er davon auszugehen, dass die meisten Unternehmen in Deutschland bereits auf einem guten Weg sind. Sie müssten sich eben nur bewusst machen, dass vieles von dem, was sie heute bereits tun, zur Digitalisierung gehört. Wieder falsch! Aber das war ja zu erwarten, immerhin beruht diese Aussage auf der seines Chefs. Dem widerspricht man vllt. besser nicht.

Einen guten Tipp gibt Herr Dr. Engelhardt trotzdem. Statt zu überlegen, ob man sich als Mittelständler mit Digitalisierung beschäftigen müsse, sollten sich Unternehmer bewusst machen wo sie gerade stehen. Leider sagt Dr. Engelhardt dies nicht, weil er damit verdeutlichen möchte, dass die meisten Mittelständler noch einen langen Weg zu beschreiten haben. Vielmehr dient für ihn die Klärung des aktuellen Status dazu zu entscheiden, ob noch mehr Digitalisierung notwendig sei. Wie ich darüber denke, dürfte klar geworden sein?!

Ich finde auch, dass sich jeder Mittelständler klar machen sollte, wo er heute in Sachen Digitalisierung steht. Die Tatsache, dass man neben dem Telefon oder der Post noch andere Kommunikationswege nutzt, sollte aber keinesfalls zu dem Schluss verleiten, man habe schon mit der Digitalisierung begonnen!

Zu Digitalisierung gehört (ich schrieb es schon!) wesentlich mehr als Kommunikationskanäle zu ergänzen oder Prospekte als Webseite digital darzustellen. Es geht um einen grundlegenden Wandel in allen Unternehmensbereichen. Es geht darum, dass sich so ziemlich alle Branchen

  • auf ein neues Kundenverhalten,
  • auf veränderte Rahmenbedingungen,
  • auf viel niedrigere Markteintrittshürden,
  • auf eine vollkommen neue Handlungs- und Denkweise von Kunden
  • und (potentiellen) Mitarbeitern und
  • auf die Veränderung von Geschäftsmodellen

einstellen müssen.

Geschäftsmodell checken

Jetzt kommt der Teil des Artikels, der mich wieder ein wenig versöhnt. Es geht ans Eingemachte. Die Sicht auf den Markt und den Check des eigenen Geschäftsmodells.

Der Hinweis, dass Digitalisierung niemals der Ausgangspunkt für diesen Check sein dürfe sondern lediglich nur eine mögliche Antwort auf die Frage darauf, wie das Unternehmen am Markt erfolgreicher agieren könne, ist zumindest nicht falsch. Dass Digitalisierung heute immer eine der Antworten sein wird, darf man aber auch nicht vergessen zu erwähnen!

Also. Geschäftsmodell checken ja. Dabei sollte man als Mittelständler aber immer im Blick haben, dass jede potentielle Verbesserung des Geschäftsmodells immer digital sein wird. Sein muss, wenn man gegen neu hinzukommende wesentlich digitalere Mitbewerber oder einfach gegen bestehende Mitbewerber die kapiert haben, was Sache ist, bestehen möchte.

Herr Gördes rät im Weiteren zu Besonnenheit. Da Panik nie ein guter Begleiter ist, darf man diese Aussage wohl getrost als richtig bezeichnen.
Was mich nach den vielen komischen Aussagen dann doch positiv überrascht hat ist der letzte Tipp, den Herr Gördes gibt: Zurücklehnen! Nicht im Tagesgeschäft aufreiben lassen, sondern immer den Blick auf neue Entwicklungen behalten.

Genau dies ist nämlich ein Punkt, der meiner Meinung nach sehr dazu beitragen würde, Digitalisierung im Mittelstand schneller umzusetzen. Vielen Mittelständlern geht es sehr gut. Die Auftragsbücher sind voll. Das führt dazu, dass keine Zeit vorhanden ist, die man für die Neuausrichtung des Unternehmens aufwenden könnte. Das ist zwar gefährlich, aber nachvollziehbar. Aufbrechen müssen wir dieses Verhalten trotzdem, denn wenn es erst einmal schlechter wird, dürfte es für umfassende Digitalisierungsmaßnahmen zu spät sein.

Vielleicht ist das Modell, dass Frank Haberstock und die Firma Perschmann umsetzen, auch für andere Unternehmer gangbar?! Perschmann beschäftigt heute sogenannte Trendscouts, die den Kundenbedarf zeitnah einfangen und so eine schnelle Reaktion ermöglichen. Finde ich gut!

Mein Fazit

Ich kann nicht sagen, was die t3n dazu bewogen hat, einen solchen Artikel zu veröffentlichen. Augenscheinlich verspürt man den Drang, Beruhigungspillen zu verteilen.

Fest steht, dass viele der getätigten Aussagen von Beraterseite komplett daneben sind. Es nutzt rein gar nichts, seinen Kunden nach dem Mund zu reden. Es hilft auch nicht, beruhigend einzuwirken, indem man einfach behauptet, der Mittelstand sei schon mittendrin in der Digitalisierung.

Was wir aktuell brauchen sind positive Beispiele. Das wird im Artikel mit der Firma Perschmann versucht. Aber leider kommt dieses Beispiel viel zu kurz. Stattdessen kommt ein Beratungsunternehmen überdurchschnittlich stark zu Wort, dem ich nach den getätigten Aussagen nicht zutraue, Digitalisierungsprojekte erfolgreich umzusetzen.

Vielleicht kann ja die t3n Herrn Haberstock noch einmal gesondert befragen und Beispiele für die Digitalisierung bei Perschmann benennen die verdeutlichen, was Digitalisierung im Mittelstand bedeutet und wie man am besten anfängt. Das würde dann wirklich weiterhelfen und keinen Mittelständler in die Arme von Beratern treiben, die im Zweifel nicht wirklich wissen, was zu tun ist.

Mittelstand: Digitalisierung begreifen durch Kooperation mit Startups

Alles, was wir bei KMU Digital machen, ist einer Leitlinie unterworfen: Wir helfen kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, die Digitalisierung selbständig umzusetzen.

Aus diesem Grund organisieren wir Vorträge, vernetzen Unternehmer und gestalten Initiativen wie die Startup Datenbank für das Ruhrgebiet (http://startupsruhr.de) mit. Unser neuestes Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Coworking Space Betreiber Work Inn aus Dortmund entstanden.

Mittelstand und Startups vernetzen

Was wir vorhaben, gibt es in dieser Form noch nicht. Nicht im Ruhrgebiet, nicht in NRW und auch Bundesweit konnte ich keine derartige Initiative entdecken.

Wir bieten B2B-Startups ein Accelerator-Programm, mit dem wir nicht nur die Entwicklung eben dieser Startups maßgeblich vorantreiben, sondern gleichzeitig auch Mittelständlern einen Lerneffekt durch Kooperationen ermöglichen. So pushen wir nicht nur das Wachstum junger innovativer Unternehmen, sondern helfen dabei, den zentralen Kern unserer Wirtschaft, den Mittelstand, digitaler zu machen.

Im Vordergrund steht dabei die drei monatige Zusammenarbeit im Rahmen unseres Accelerators “Work Digital”. Diese drei Monate dienen dazu, zu lernen, wie Startups arbeiten. Wie entwickelt ein Startups seine Produkte? Wie funktioniert die agile und moderne Arbeitsweise? Welche Instrumente setzen Startups im kreativen Prozess ein? Wie funktioniert digitaler Vertrieb? Was ist digitales Marketing?

Diese und viele andere Fragen beantworten sich in Gesprächen mit den teilnehmenden Startups. Außerdem bieten wir diverse Veranstaltungen und Workshops, die nicht nur von Startups besucht, sondern auch von den teilnehmenden Mittelständlern genutzt werden können.

Durch diese Phase gegenseitigen Kennenlernens und erster intensiver Zusammenarbeit, entstehen belastbare Beziehungen, die auch über den Accelerator hinaus wirken. Am Ende profitieren beide Seiten. Die Startups von wertvollen Kontakten zu erfolgreichen Mittelständlern. Die Mittelständler von tiefgehenden Beziehungen zu innovativen Unternehmen und dem damit verbundenen Lerneffekt.

Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg, Digitalisierung im Mittelstand zu einem Erfolgskonzept werden zu lassen!

Work Digital Kick-Off am 29.06.

Der Accelerator startet im Juli und hat eine Laufzeit von drei Monaten. Den Auftakt gestalten wir als Kick-Off Event mit mindestens drei Pitches interessanter Startups sowie zwei Vorträgen zu den Themen “Blockchain” und “Big Data”.

Am 29.06. ab 18.00 Uhr treffen sich Vertreter mittelständischer Unternehmen und Verbände mit Startups im Coworking Space Work Inn am Campus in Dortmund. Damit wir unsere Ziele erreichen und direkt gut einsteigen können, ist der Teilnehmerkreis auf 30 Personen begrenzt. Dabei wählen wir die Teilnehmer aktiv aus und erreichen so eine interessante Mischung aus Entscheidern, Kreativen, Netzwerkern und Startups.

Wer als Mittelständler oder Verbandsvertreter gerne dabei sein möchte, sollte sich einfach bei mir melden (Dennis Arntjen, d.arntjen@kmu-digital.net). Wir freuen uns über jeden Interessenten. Und sollte doch kein Platz mehr sein, finden wir eine andere Gelegenheit, über den Accelerator zu sprechen und uns auszutauschen. Versprochen!

Wer ist dabei?

Unsere beiden Vorträge werden von überzeugten Startup-Gründern gehalten:

  1. Matteo Cagnazzo und Chriz Wojzechowski zum Thema “Blockchain”
    In diesem Vortrag geht es darum, was die Blockchain eigentlich ist und warum diese nicht nur für Kryptowährungen wie Bitcoin eine geeignete Technologie ist. Ein wichtiges Zukunftsthema auch für mittelständische Unternehmen.
  2. Florian Kruse von Point8 zum Thema “Big Data”
    Sicherlich einer der meistgehypten Begriffe der letzten 18 Monate: “Big Data”. Warum dieses Thema aber dennoch kein Hype ist, sondern ganz besonders im produzierenden Mittelstand heute und in Zukunft einen hohen Stellenwert einnehmen muss, dass erklärt und Florian in seinem Vortrag.

Neben den beiden Vorträgen wird es außerdem Pitches der folgenden Startups geben:

  1. Point8 – Because data matters
  2. Xignsys – Die 4. Generation der Datensicherheit

Weitere Startups kommen noch hinzu, so dass wir wahrscheinlich 4-5 Pitches sehen werden.

Die Digitalisierung und das erfolgreiche Team – “Die Berater” am 30. Mai

So langsam hat es wohl jeder gehört und/oder gelesen. Digitalisierung hat zwar mit digitalen Technologien zu tun, ist aber eigentlich viel mehr als der Austausch von IT-Systemen und Maschinen. Digitalisierung wird viele Unternehmen umwälzen und zu einer neuen Art von Unternehmensorganisation führen.

Um dem Rechnung zu tragen, haben wir Nils Beckmann von Reflaction4Business gebeten, unseren “Die Berater” Abend am 30.05.2017 zu gestalten und uns etwas zur Organisation erfolgreicher Teams zu erzählen. Nils ist davon überzeugt, dass Dinge wie Vertrauen, Aufmerksamkeit und ein guter Coach nicht nur im Sport wichtige Faktoren für den Erfolg eines Teams sind.

Deshalb hat er ein ganz besonderes Training auf die Beine gestellt. Inspiriert durch Phil Jackson, einen der erfolgreichsten Basketball Coaches der Welt, und unterfüttert mit super viel fachlichem Wissen wird Nils uns am 30. Mai ab 18.00 Uhr einen tiefen Einblick darin geben, warum starke Teams am Ende über Erfolg oder Misserfolg mittelständischer Unternehmen entscheiden. Auch und ganz besonders im Rahmen der Digitalisierung.

Im Gespräch mit Dennis Arntjen hat Nils schon einmal etwas zu den Inhalten verraten! Das Gespräch haben wir als Video aufgezeichnet:

Programm

18:00 Uhr – Ankunft und kennen lernen
18.30 Uhr – Essen. Eine gewohnt gute Auswahl verschiedener Speisen.
19.15 Uhr – Vortrag “Die Digitalisierung und das erfolgreiche Team”
20.00 Uhr – Diskussions- und Fragerunde (moderiert)
21.00 Uhr – Langsames ausklingen bei kalten Getränken und mit tollen Gesprächen

Digitalisierung in vier Phasen

Ich spreche recht häufig mit Unternehmern darüber wie diese die Digitalisierung angehen. Oftmals stelle ich dabei fest, dass es für dieses Thema irgendwie keinen rechten Fahrplan gibt. Eigentlich erstaunlich, denn der Mittelstand unterliegt schon immer ständigen Veränderungsprozessen.

Unternehmern die mich fragen, erkläre ich die vier Phasen, die für mich bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen:

  1. Frühphase
    In dieser Phase befinden sich die allermeisten mittelständischen Unternehmen. Sie wissen zwar, dass Digitalisierung ein Thema ist und haben sich dazu auch schon Gedanken gemacht. Sie konnten aber keinen richtigen Punkt finden, an dem sie beginnen können.In der Frühphase identifizieren mittelständische Unternehmen den aktuellen Stand. Dazu braucht es einen Projektverantwortlichen mit Erfahrung in Veränderungsprozessen und analytischen Fähigkeiten. Es kann auch nicht schaden, wenn diese Person sich für alles was die Digitalisierung umfasst interessiert und zum Beispiel gute Kontakte zu Startups hat.
  2. Konzeption
    Sie haben gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern eine erste Version einer Digitalstrategie entwickelt. Um diese Strategie griffiger zu machen und vor allem um sehr viel konkreter zu werden, geht es nun an die Konzeption.In der Konzeptionsphase geht es darum, die ersten Ideen (formuliert in Strategien) zu konkretisieren und in Arbeitspakete aufzuteilen. Eine Gewichtung dieser Pakete macht durchaus Sinn. Suchen Sie sich für den Anfang die Dinge heraus, die bei wenig Aufwand maximalen Erfolg versprechen. Dann kommen Sie schnell zu guten Ergebnissen!
  3. Transformation
    Digitalisierung ist für jedes Unternehmen erfolgskritisch. Insbesondere die Tatsache, dass die Digitalisierung grundsätzlich ein Umdenken in der Unternehmenskultur sowie der Unternehmensorganisation erfordert, zeigt wie wichtig es ist, in der Phase der Transformation starke und erfahrene Mitarbeiter im Team zu haben.Diese haben Sie bereits in den ersten beiden Projektphasen identifiziert. Haben Sie vielleicht sogar eine ganz bestimmte Person im Auge, die in Zukunft alle Veränderungsprozesse im Zusammenhang mit digitalen Projekten koordinieren könnte? Dann herzlichen Glückwunsch! Vielleicht haben Sie Ihren CDO gefunden! 😉
  4. Zukunftssicherung
    Sie haben die ersten drei Phasen durchlaufen und bereits einige Veränderungen mit auf den Weg gebracht. In diesen Phasen konnten Sie wichtige Mitarbeiter identifizieren, haben Ihr Unternehmen bis in die Tiefe durchleuchtet und neue Erkenntnisse gewonnen. Außerdem steht Ihre Digitalstrategie mit vielen Wegmarken.Damit die begonnene Arbeit zu einem nachhaltigen Wandel führt und damit Digitalisierung in Ihrem Unternehmen in Zukunft vollkommen selbstverständlich wird, geht es in der Phase der Zukunftssicherung darum, die begonnen Dinge zu Ende zu führen und immer neue Handlungsfelder zu identifizieren.Oftmals stelle ich fest, dass es bereits viele sehr gut aufgestellte Mitarbeiter gibt, die große Lust daran haben an der fortlaufenden Digitalisierung mitzuwirken. Es gilt nun, unter diesen Mitarbeitern diejenigen zu identifizieren, die in Zukunft das Thema Digitalisierung weiter vorantreiben. Außerdem benötigen Sie für die Zukunft einen CDO (wenn Sie ihn oder sie nicht schon gefunden haben) als festangestellte Führungskraft, die den Überblick behält und abteilungsübergreifend Projekte identifiziert, anstößt und begleitet.

Sicherlich ließen sich diese 4 Punkte noch erweitern. Mein Ziel ist es aber, möglichst knapp zu erläutern, was meiner Meinung nach die 4 wichtigen (und oftmals immer wieder zu wiederholenden) Schritte sind, wenn ein mittelständisches Unternehmen Digitalisierung betreiben muss oder möchte.

Wenn Sie Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne bei mir. Ich freue mich über jedes Gespräch zu diesem Thema! 🙂

6 Thesen zur Digitalisierung im Mittelstand

Eigentlich bin ich kein Freund dieser stumpfen Aufzählungen nach dem Motto “Die 5 ultimativen Tipps zum glücklicheren Leben” oder so… Aber wenn man sich, so wie ich, jeden Tag mit dem Thema Digitalisierung im Mittelstand beschäftigt und viele Gespräche dazu führt, dann wird man merken das es gar nicht so leicht ist, die wesentlichen Punkte in die Köpfe von Entscheidungsträgern zu bekommen. Vereinfachung und Zusammenfassung sind da für ein erstes Aha-Erlebnis sicherlich ein guter Ansatz. Also hier meine 6 zentralen Thesen zur Digitalisierung im Mittelstand (inkl. einiger kleinerer Erläuterungen.

  • Den meisten mittelständischen Unternehmen fehlt eine klare Bereichsübergreifende Digitalisierungsstrategie.
    Dieser Satz ist selbsterklärend. Aber trotzdem: Was meine ich damit konkret?
    Ich erlebe es sehr oft, dass irgendwo in der Geschäftsführung das Thema “Digitalisierung” als Stichwort angekommen ist. Das Verständnis dafür, was Digitalisierung eigentlich ist, scheint mir aber nicht immer vorhanden zu sein. Dies führt dazu, dass in entsprechenden Leitungsrunden, Strategiegesprächen mit Abteilungsleitern oder einzelnen Fachmeetings zwar darauf gedrungen wird, Digitalisierung als Thema auf der Agenda zu haben, aber die Erkenntnis, dass dieses Thema nicht für jeden Fachbereich isoliert betrachtet werden kann, fehlt oftmals vollkommen.
    Deshalb also meine These von der fehlenden Bereichsübergreifenden Digitalisierungsstrategie.
  • Social Media wird oft nur nebenbei eingesetzt. Echte Multichannelkonzepte gibt es so gut wie nie. Dadurch verschenken Mittelständler Chancen auf neue Absatzkanäle und zufriedenere Kunden.
    Ja. Multichannel ist super wichtig. Gerade für Mittelständler und auch für diejenigen, die nicht direkt über das Internet Vertrieb machen. Denn Multichannel bezieht sich eben nicht nur auf Vertrieb, sondern gerade auch auf Serviceleistungen, Support und generell die Kommunikation mit Bestands- und Neukunden.
    Wie Social Media eingesetzt werden kann, um erfolgreiche mit Kunden zu kommunizieren und wie sie die vielen großartigen Vorteile der Social Media Kommunikation für Ihr Unternehmen nutzen, können wir Ihnen in Form von Workshops und Seminaren erläutern.
  • Digitalisierung wird fast immer als technisches Projekt gesehen. Das verlangsamt und verteuert die Digitalisierung. Hinzu kommt, dass dadurch oftmals am Markt vorbei entwickelt wird.
    Oh ja. Der CIO ist meistens ein schlechter CDO. Nicht weil der CIO doof ist oder sein Geschäft nicht versteht, sondern ganz einfach, weil er die falsche Brille auf hat. Sie kennen den Spruch “Never touch a runnig System!”? Dann wissen Sie wie IT-Abteiungen ticken. Bestehende Technologien und Prozesse werden zwar immer mal wieder in kleinen Schritten optimiert, aber meistens nicht grundsätzlich hinterfragt. Das ist auch gut so, denn schließlich geht es in der IT genau darum, den Ablauf in Unternehmen optimal zu unterstützen.
    Digitalisierung ist aber eben nicht die Absicherung und Aufrechterhaltung bestehender Prozesse, sondern häufig das krasse Gegenteil. Hinzu kommt, dass am Beginn der Überlegungen zu erfolgreicher Digitalisierung auf keinen Fall die Frage nach der eingesetzten Technologie stehen sollte. Wenn Sie sich damit aufhalten, dann wird es richtig langsam und zu 95% nicht erfolgreich.
  • Führungskräfte müssen ihren Führungsstil verändern und das gesamte Unternehmen muss bereit sein eine echte Fehlerkultur zu leben. Digitalisierung schließt schnelle Tests neuer Ideen mit ein. Diese Tests schlagen oftmals fehl. Diese Tatsache muss akzeptiert und aktiv gelebt werden.
    Diese These ist so lang, da braucht es keine explizite Erläuterung. Lassen Sie Fehler zu, ermuntern Sie dazu, Dinge auszuprobieren, stellen Sie entsprechende Budgets zur Verfügung und analysieren Sie gemachte Fehler, damit das gesamte Unternehmen daraus lernen kann.
  • Oftmals hinkt die IT dem Entwicklungstempo hinterher. Durch fehlende Leistungsfähigkeit werden wichtige Themen ausgebremst.
    Zur IT hatten wir vorhin schon was. Diese These schlägt in eine ähnliche Kerbe. Bestehende Technologien werden oftmals aus verschiedensten Gründen nicht angefasst. Das führt dazu, dass sinnvolle Digitalisierungsinitiativen wegen unzureichender technologischer Ressourcen scheitern. Als mittelständischer Unternehmen sollten Sie sich überlegen, wie Sie es schaffen, sich technologisch so aufzustellen, dass für jegliche Initiative zumindest Testweise ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen.
  • Projektmanagement wie es im Mittelstand noch oftmals gelebt wird ist tot. Methoden agiler Entwicklung sind das Mittel der Wahl.
    Zugegeben. Das ist sehr pauschalisiert. Entspricht aber leider durchaus meiner persönlichen Erfahrung. Und es passt zum Thema Fehlerkultur. Oftmals wird lieber sehr detailliert vorausgeplant als Dinge einfach mal auf sich zukommen zu lassen. Dies geschieht natürlich aus dem Wunsch nach vermeintlicher Sicherheit heraus. Das diese aber gerade durch explizite und sehr detaillierte Planung nicht (mehr) gegeben ist, sehen viele Entscheider in mittelständischen unternehmen (noch) nicht.

Soweit als meine 6 Thesen zur Digitalisierung im Mittelstand. Hört sich alles ziemlich böse an. Ist aber nicht so gemeint. Vielmehr möchte ich einfach darauf hinweisen, dass es wichtig ist, sich mit den digitalen Wandel zu beschäftigen und zu analysieren, wo es im eigenen Unternehmen hakt. Meine 6 Thesen sollen dabei einfach nur eine kleine Hilfe darstellen. Sie treffen weder auf 100% der Mittelständler zu noch sind sie zu 100% vollständig.

Warum Mittelständler die Nähe zu Start Ups suchen sollten

Ich hoffe, der Begriff “Digitalisierung” und alles was damit im Zusammenhang steht nervt euch noch nicht. Denn er wird uns alle noch viele Jahre begleiten. Niemand von uns wird es schaffen, die Themen die sich um diesen Begriff ranken zu ignorieren. Auch nicht diejenigen von uns, die sich zum klassischen Mittelstand zählen.

Mit KMU Digital sind Eva und ich 2015 angetreten und verfolgen seit dem das Ziel, genau für diejenigen die sich “Mittelständler” nennen möglichst viele Dinge rund um die Digitalisierung zu beleuchten. Dabei gehen wir davon aus, dass grundsätzlich Offenheit gegenüber allen Themen herrscht, die in Zukunft das eigene Unternehmen betreffen werden. Das klappt soweit auch ganz gut. Durch unsere verschiedenen Veranstalungsformate, durch viele persönliche Gespräche, durch die Teilnahme an Diskussionsrunden und mit Hilfe der Steady News schaffen wir es, viele Themen zu erörtern.

Letzten Endes kommt es aber auf jeden Unternehmer selber an. Wie lässt sich die Digitalisierung für das eigene Unternehmen erfolgreich umsetzen? Gibt es einen Anfang und ein Ende? Sind wir bereits mittendrin und haben es noch gar nicht bemerkt? Ist die Digitalisierung im Mittelstand ein vorrangig technologisches Thema oder sollte der Fokus viel eher auf anderen Dingen liegen? Diese und noch einige andere Fragen stellen sich viele Mittelständler. Aber ganz oben steht oftmals die Frage: “Wie fange ich ganz konkret an?”.

Wie anfangen?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Aber das am Anfang, wie bei jedem Themenfeld das die Unternehmensstrategie berührt, zunächst einmal die Analyse der aktuellen Situation wichtig ist, darüber sind wir uns wahrscheinlich einig. Im zweiten Schritt könnten Unternehmer Themenfelder identifizieren die in Sachen Digitalisierung für ihr eigenes Unternehmen am vielversprechendsten sind.

Hat man erst einmal seinen Blick geöffnet, wird man sich vor wichtigen Themen nicht mehr retten können. Ich persönlich würde mir dann zwei oder drei Themen herausgreifen (Tipp: Die Felder die bei möglichst wenig Aufwand den höchsten Erfolg versprechen!) und mir Gedanken machen, wie ich mich da herantasten kann ohne gleich super viel Geld zu investieren, externe Berater zu konsultieren oder sofort einen Dienstleister mit irgendeiner Maßnahme zu beauftragen.

Nach meiner Erfahrung tut es gut, den Blick in einer solchen Situation vom eigenen Unternehmen abzuwenden und sich einmal bei Mitbewerbern und potentiellen Dienstleistern umzuschauen. Ganz besonders vielversprechend ist dabei der Blick auf junge innovative Unternehmen, die oftmals ganz anders an viele Themen rangehen als etablierte Unternehmen dies tun.

Und damit sind wir beim Kern dieses Beitrags. Suchen Sie als Mittelständler aktiv den Kontakt und die Nähe zu Start Ups!

Wie gelingt der Kontakt zu Start Ups am ehesten?

Ganz klassisch. Gehe zu Netzwerkveranstaltungen. Derer wirst Du viele finden, denn oftmals Netzwerken junge Unternehmer noch viel häufiger und intensiver als etablierte Unternehmer dies tun. Deshalb dürften es nicht schwer fallen Veranstaltungen zu identifizieren die für Dein Vorhaben vielversprechend sind. Kleiner Tipp von mir: Guckt mal im Veranstaltungskalender von Ruhrgründer.de. Dort listet Carmen Radeck alle wichtigen Veranstaltungen im Ruhrgebiet auf. Meiner Meinung nach der vollständigste und aktuellste Überblick (neben dem Veranstaltungskalender im Steady News Newsletter) den man für das Ruhrgebiet bekommen kann.

Da aber die identifizierten Themen manchmal doch sehr speziell sein können macht es manchmal auch Sinn, nach dem Besuch der einen oder anderen Veranstaltung (das ist schon wichtig, wenn man zum ersten Mal Start Up Lust schnuppern möchte.) anders zu recherchieren.

Dazu haben wir von KMU Digital in Zusammenarbeit mit Ruhrgründer.de eine Datenbank ins Leben gerufen, die zunächst einen Überblick über alle Ruhrgebiets Start Ups geben wird. Unter http://startupsruhr.de finden interessierte Menschen viele Start Ups aus dem Ruhrgebiet. Nach dem Launch am 08. März 2017 haben sich bereits 14 junge Unternehmen eingetragen. Diese Zahl wird in den nächsten Tagen weiter steigen, so dass die Datenbank in kurzer Zeit einen guten Überblick über die Start Up Szene des Ruhrgebiets liefern wird.

Warum macht eine Datenbank für die Recherche Sinn?

Beispiele für Datenbanken, die Unternehmen bei der Recherche nach Kunden, Dienstleistern und Kooperationspartnern helfen gibt es viele. Angefangen bei einfachen Branchenverzeichnissen wie den Gelben Seiten bis hin zu Firmendatenbank von Hoppenstedt wirst auch Du einige kennen.

Recherche auf Startupsruhr

Recherche

Auch Start Up Datenbanken sind keine neue Idee. Für Deutschland und auch international gibt es ein ganz gutes Angebot. Meistens kranken diese Datenbanken aber daran, dass sie nicht vollständig sind und vor allem von denjenigen die die Einträge anlegen nicht aktuell gehalten werden. Diese beiden Punkte, handhaben wir bei Startupsruhr.de anders. Durch den regionalen Fokus und unsere persönlichen Kontaktnetzwerke stellen wir sicher, dass die Start Up Datenbank für das Ruhrgebiet nahezu vollständig sein wird. Durch spezielle technische Einrichtungen und die persönliche Ansprache der Start Ups leisten wir einen großen Beitrag zur Aktualität.

Für Mittelständler aus dem Ruhrgebiet und angrenzenden Regionen macht die Recherche in der Datenbank deshalb besonders viel Sinn. Aktuelle Daten, die Sicherheit das die Daten vollständig sind und die regionale Nähe zu den gefundenen Start Ups stellen wesentliche Vorteile gegenüber bundesweiten Datenbanken dar.

Welche Funktionen stellen wir zur Verfügung?

Startupsruhr Ansicht

Ansicht neuer Start Ups

Aktuell können alle Besucher der Datenbank im selben Datenbestand recherchieren. Da wir weiterhin an den Funktionen der Datenbank arbeiten, wird es innerhalb der nächsten Wochen zusätzlich die Funktion geben, als registrierter Nutzer mit Jahresabonnement auch Daten zum Finanzierungsbedarf in die Recherche einzubeziehen und erweiterte Informationen wie zum Beispiel das jeweilige Pitch-Deck, Angaben zu Status des Produktes bzw. Geschäftsmodells und weitere wichtige Informationen zu erhalten.
Außerdem wird das Jahresabo die Möglichkeit enthalten, automatisiert über neu eingetragene Start Ups informiert zu werden.

Jeder der eine Mitteilung wünscht, wenn wir diese Funktionen eingerichtet haben, mailt am besten einfach an mail@startupsruhr.de.

“Drei Strategien braucht es” – Wie Unternehmen ihr Überleben in der Digitalisierung sichern

In der Zeit Online vom 13.02.2017 findet sich ein interessanter Artikel, den sich jeder mittelständische Unternehmer einmal durchlesen sollte. Einfach nur, weil er viele wichtige Informationen enthält. Nach der Lektüre von “So sichern Unternehmen ihr Überleben” kann dann gerne dieser Artikel weiter gelesen werden. 😉

Daniel Rettig schreibt in diesem Artikel darüber, warum selbst Innovationsführer heute Gefahr laufen einfach vom Markt zu verschwinden und wie Unternehmen genau dieses Schicksal vermeiden können. Als Beispiel für ein solches innovatives Unternehmen das mehr oder weniger plötzlich vom Innovationsführer zum absoluten Verlierer wurde dient Yahoo. Yahoo wird nun schließlich und endlich aufgesplittet und umbenannt. Weg vom Fenster nach dem man lange Jahre wesentliche Innovationskraft gewesen ist.

Im Artikel wird dann weiter beleuchtet, warum Konzerne scheitern. Ich meine, viele dieser Gründe lassen sich auch auf den Mittelstand (und der interessiert mich persönlich viele eher als jeder anonyme Konzern) übertragen und sollten zur Vorsicht mahnen. Gute Arbeit und die Weiterentwicklung von Inoovationen sind nicht das, was in Zeiten des digitalen Wandels alleine helfen wird. Aber kommen wir zu den Gründen aus denen nicht nur Konzerne scheitern.

  1. Unternehmensführung und Strategen setzen auf Produkte, die der Kunde einfach nicht haben möchte.
    Kann passieren, sollte aber nicht zum scheitern eines ganzen Unternehmens führen. Mit Methoden die in der Startup-Welt angewandt werden, mit guter Planung und mutiger Umsetzung und vor allem mit der Einstellung, dass man nicht alles zu 100% fertig entwickeln muss bevor man es seinen Kunden anbietet, kann an schlimme Fehler vermeiden. Das hilft, nicht zu viel Geld zu versenken bevor man feststellt, dass eine Produktidee vllt. total innovativ und toll ist, aber von Kunden nicht angenommen wird.
  2. Talente. Wenn sie nicht bleiben, hat auch der Mittelstand ein riesen Problem.
    Talente zum Bleiben zu bewegen ist das eine. Talente die man im eigenen Unternehmen finden kann zu identifizieren ist für Mittelständler aber genau so wichtig. Besonders zu digitalen Themen schlummert oftmals extrem viel Wissen und Innovationskraft an Stellen an denen es Unternehmer nicht vermuten. Manchmal werden diese Talente rechtzeitig erkannt. Oftmals verlassen sie das Unternehmen und machen ihr eigenes Ding oder helfen dem Mitbewerber dabei, die Digitalisierung zu einem Erfolg zu machen. Schade.

Nur zwei Beispiele die dazu führen können, dass mittelständische Unternehmen ihren Status als Innovationsführer, Hidden Champion oder Weltmarktführer verlieren. Derlei gibt es noch viele. Aber hier schon wieder das Beispiel Nokias als Weltgrößtem Hersteller von Handys zu bemühen, der das erste iPhone nur müde belächelte und nichts tat, wäre dann doch zu müßig.

Was auch neu ist und sicherlich noch zu einigen sehr bösen Überraschungen im Mittelstand führen wird: Konkurrenz erwächst nicht von Seiten der üblichen Mitbewerber. Die Digitalisierung führt dazu, dass Konkurrenz und Innovation plötzlich von Seiten kommen, die man zunächst nicht ernst nimmt. Wenn man als Unternehmer merkt, dass es hier durchaus ernst zu nehmende Entwicklungen gibt, ist es vielleicht schon zu spät.

Aber welche Strategien helfen nun dabei, das Überleben des eigenen Unternehmens zu sichern und weiterhin vorne mit dabei zu sein? Da wäre zum einen die Frage nach dem heute angewandten Geschäftsmodell. Oftmals handelt es sich um ein oder zwei Geschäftsmodelle auf die mittelständische Unternehmen setzen. Das ist nicht so viel und verdient Aufmerksamkeit. Große digitale Unternehmen setzen auf vielfältige Geschäftsmodelle. Nehmen wir Amazon. Der ehemalige Buchversender hat erst sein bestehendes Geschäftsmodell erweitert und sich dann überlegt, dass es durchaus auch Sinn macht Rechenzentren zu betreiben sowie eigene Video- und Musik Streamingdienste zu etablieren. Mehr als ein Geschäftsmodell. Von den Geschäftsmodellen die man Amazon heute zuordnen kann, gibt es mit den Streamingdiensten oder der eBook-Bibliothek sogar einige die Teile des ursprünglichen Geschäftsmodells (Verkauf von Büchern, CDs und DVDs) kanibalisieren. Amazon tut dies trotzdem. Weil es besser ist selber das eigene Geschäftsmodell zu zerstören, als anderen diesen Job zu überlassen.

Eine weitere erfolgreiche Strategie könnte es sein, quasi fortlaufend innovativ zu sein. Besonders treffend gibt diese Notwendigkeit das Zitat von Andy Grove wieder: “Unternehmerischer Erfolg bereitet die Saat der eigenen Zerstörung.” und weiter (AUFGEPASST!) “Erfolg führt zu Selbstzufriedenheit, und die führt zu Fehlern.” Ich glaube, dass genau dies oftmals das Problem ist. Inhaber und Entscheider in mittelständischen Unternehmen sind es gewohnt, einen Status Quo zu managen. Aber nicht innovativ zu denken und ggf. aktiv daran mitzuwirken das eigene Geschäftsmodell zu zerstören und neu zu erfinden.

Mir hat mal der Inhaber eines großen mittelständischen Unternehmens gesagt, dass er gar nicht wisse was alle immer mit diesen Start Ups hätten. Deutschland habe doch mit dem Mittelstand die Innovationskraft überhaupt und der gesamte Mittelstand basiere auf Innovation. Ja. Vor 30, 40 oder 50 Jahren. Heute laufen Unternehmer Gefahr, von völlig unerwarteter Seite überholt und ausgebremst zu werden.

Also. Mein dringender Aufruf: Liebe Mittelständler. Legt los, denkt drüber nach welches Geschäftsmodell in Zukunft für euch zusätzlich das richtige sein könnte, lasst innovatives Handeln eurer Mitarbeiter nicht nur zu sondern fördert dieses, gebt Gas und seid immer auf der Hut. Der Angriff wird kommen. Wann? Keine Ahnung. Aber das er kommt ist sicher. Ob er euch überraschen wird und wie hart es euch trifft, hängt von euch ab!

Interview mit Anja Sommerfeld und Oliver Weimann

Der ruhr:HUB ist der physische Ort für die Digitalisierung der Wirtschaft in NRW. Mit Coworking, Veranstaltungen und durch aktive Vernetzung, tragen die Geschäftsführer Oliver Weimann und Anja Sommerfeld aktiv zum gelingen dieser wichtigen Aufgabe bei. Initiiert und gefördert wird der ruhr:HUB vom Land NRW sowie den Wirtschaftsförworkderungsgesellschaften des Ruhrgebiets.

Im Interview gehen Oliver und Anja auf den kritischen SteadyNews Artikel vom November 2016, den aktuellen Stand der Planungen und die geplante Ergänzung zu den vielen guten Initiativen die es in der Startup-Szene des Ruhrgebiets gibt ein.

Dennis Arntjen:

Hallo Oliver, hallo Anja. 
Ende November 2016 erschien in den SteadyNews ein Artikel mit dem Titel „Digital.Hub:Ruhr – Kommt in die Pötte, menno“. Dort hat unser Gastautor Christian Spließ kritisiert, dass der ruhr:HUB intransparent und mit schlechter Informationspolitik unterwegs sei. Ziemlich heftige Kritik. War sie berechtigt?

Anja Sommerfeld:

Wenn ich an November denke und daran was in den letzten zwei bis drei Monaten geschehen ist, dann weiß ich schon gar nicht mehr was im November eigentlich gewesen ist. (lacht)

Wir hatten damals noch nicht einmal Arbeitsverträge als Geschäftsführer und es gab keine eingetragene GmbH. Der eigentliche Start des ruhr:HUB bzw. auch der anderen NRW Hubs war der 06.12.2016 mit der Auftaktveranstaltung beim Wirtschaftsminister.

Natürlich haben wir von Ende August bis Ende November schon sozusagen “undercover” an der Idee gearbeitet. Aber den ruhr:HUB gab es noch gar nicht offiziell.

Oliver Weimann:

Man muss aber natürlich trotzdem sagen – und das habe ich ja auch in der Antwort auf diesen Bericht getan – das man mit ein wenig Recherche mindestens eine oder zwei Hände voll mit Informationsveranstaltungen hätte finden können. Und das diese Informationsveranstaltungen nicht nur im stillen Kämmerchen mit kleinen Teilnehmerzahlen stattgefunden haben, sondern bei allen Gelegenheiten zu denen die digitale und die Startup Community

Startup Nights im KaBü in Essen

Startup Nights im KaBü in Essen

zusammen kommen. Sei es bei Start2Grow, beim DWNRW Summit mit 1.000 Teilnehmern oder bei den Startup Nights die seit September regelmäßig als Event des ruhr:HUB stattfinden. Überall haben wir informiert, überall haben wir kommuniziert.

Eine Webseite hatten wir tatsächlich noch nicht. Das ist bei einem Projekt wie dem ruhr:HUB auch nicht so einfach. Wir arbeiten mit Steuergeldern, also müssen wir solche Dienstleistungen ausschreiben. Das ist manchmal schwierig. Wir haben aber schon zum damaligen Zeitpunkt versucht, transparent zu sein. Das geht immer besser, da muss man nicht drüber reden. Aber im Rahmen des Möglichen haben wir viel getan.

Anja Sommerfeld

Anja Sommerfeld

Anja Sommerfeld:

Hinzu kommt, dass wir schon viel im Hintergrund gearbeitet haben. Wir waren zum Beispiel regelmäßig auf der Baustelle und haben geplant. Das sah man alles nicht, aber wir waren aktiv und haben den offiziellen Start vorbereitet.

Dennis Arntjen:

O.K., Damals habt ihr euch noch in der Vorgründungsphase befunden. Was ist seitdem passiert?

Anja Sommerfeld:

Super viel organisatorisches. Gründung der GmbH, Abstimmung mit unseren Gesellschaftern, die Baustelle begleiten. Nebenbei haben wir viele Gespräche mit den Wirtschaftsförderern der Region geführt, sind auf vielen Veranstaltungen gewesen und haben die Idee des ruhr:HUB präsentiert.

Natürlich haben wir auch am Konzeptionellen gearbeitet. Da mussten wir uns manchmal wirklich Zeit für freischaufeln. Denn immerhin ist es das eigentliche Ziel den Hub mit Leben zu füllen und unserem Auftrag nachzukommen. Das ist ein bißchen wie im Startup. Alles geht kreuz und quer. Aber gerade gestern haben wir unser Konzept vorgestellt und gehen damit nächste Woche an die Öffentlichkeit.

Das ist alles erstmal nur ein Rahmen. Auch wir müssen viele Sachen ausprobieren. Da wissen wir jetzt natürlich noch nicht, was angenommen wird und was nicht. Aber immerhin, das Grundkonzept steht jetzt. Und dann hoffen wir, dass wir den “Laden” jetzt schnell mit Leben füllen und hoffentlich sehr bald viele Gründer an ihren Ideen arbeiten.

Dennis Arntjen:

Stichwort “Leben”. Ihr seid nicht zu zweit, sondern habt Mitarbeiter.

Coworking und Besprechungsraum im ruhr:HUB

Coworking und Besprechungsraum im ruhr:HUB

Anja Sommerfeld:

Ja genau. Wir sind jetzt zu fünft. Katrin und Svenja als Projektmanagerinnen, unseren Werkstudenten Nelson der sich, zusammen mit zwei oder drei weiteren Werkstudenten, um das Community Management kümmern wird. Wir wollen den Hub zu einem offenen Ort machen, damit Gründer die am Samstag um 23.00 Uhr noch an ihrer Idee arbeiten, hier auf Gleichgesinnte treffen.

Dann noch Oliver und mich. Und – ganz wichtig – unsere zwei Ambassadore. Zum einen Alexander Hüsing der in der bundesweiten Startup Szene vernetzt ist und uns beim Thema Social Media hilft und darüber hinaus zukünftig monatlich einen Tag für unsere Gründer ansprechbar sein wird. Der zweite Ambassador ist Dr. Gottfried Dutinè, der aus dem Konzern Umfeld kommt und uns in dieser Richtung zur Seite stehen wird.

Dennis Arntjen:

Das beantwortet schon mal einen Teil der nächsten Frage. Ich stelle mir die Aufgabe die ihr habt echt nicht leicht vor. Ihr sprecht auf der einen Seite Startups an und könnt hoch innovativ sein, tolle Räumlichkeiten entwickeln und Ideen verwirklichen. Auf der anderen Seite ist es aber auch eure Aufgabe diese Startups mit Konzernen und dem Mittelstand in Kontakt zu bringen. Das ist meiner Meinung nach erstmal ein Widerspruch in der Art und Weise wie ihr kommuniziert. Wie löst ihr das?

Oliver Weimann:

Ja und nein.

Wir beiden haben das große Glück, dass wir uns in der Startup Szene nicht verstellen müssen. Ich selber bin seit vielen Jahren in der Szene aktiv, habe viele Startups gegründet, begleitet und auch in der Funktion als Geschäftsführer der 360 Online performance Group GmbH immer wieder Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Anja hat ihr eigenes Startup (Anm.: azeti Networks AG) aufgebaut und mit zum Erfolg gebracht. Dadurch kennt sie genau so wie ich die Sorgen und Nöte.

Ich selber habe ein gutes Netzwerk. Ich weiß welche Akteure eine wichtige Rolle spielen. Wenn ich ein neues Konzept wie den ruhr:HUB starte, dann trete ich niemandem auf die Füße, weil ich weiß wer was tut und welche Interessen die einzelnen Personen und Unternehmen haben. Dadurch gelingt es uns ganz gut, die Botschaft zu vermitteln das wir in der Startup Szene nichts “kaputt” machen, sondern eher als vereinendes Element wirken. So kommen wir an die Startups ran.

ruhr hub hintergrundAuf der anderen Seite ist es so, dass wir uns aufteilen. Anja hat in den letzten Jahren viel Vertrieb gemacht. Gerade im Mittelstand hat sie dabei viele Erfahrungen gesammelt, Türklinken geputzt und nicht immer nur positives Feedback gesammelt. Dadurch kennt sie genau den Leidensdruck der Startups, weiß aber auch worauf es beim Kontakt zum Mittelstand ankommt.

Ich wiederum weiß, wie Konzerne funktionieren und wie ich diese überzeugen kann. Das habe ich über meine Agentur seit 10 Jahren gemacht.

Die Mischung ist ganz praktisch und hilft uns dabei erfolgreich zu sein. Dabei können wir so sein wie wir wollen ohne uns zu verstellen. Zudem erlebe ich aktuell jeden Tag den Unterschied zwischen Oliver Weimann als Inhaber einer Agentur und Oliver Weimann als Geschäftsführer des offiziellen ruhr:HUB herumzulaufen. Das ist unfassbar. Auf einmal habe ich Zugang zu den obersten Ebenen. Geschäftsführer und Vorstände hören bereitwillig zu und geben uns die Chance unsere Ideen zu präsentieren. Als Geschäftsführer der “360” (Anm.: Olivers Agentur 360° Online Performance Group) war das anders. Dieser Unterschied ist greifbar und den wissen wir auch auszunutzen.

Außerdem haben wir in den letzten Monaten viel zugehört. Bei Wirtschaftsförderern, Konzernen und dem Mittelstand. Aber natürlich auch bei den Startups. Dabei haben wir viele Hinweis bekommen, welche Sachen wir aus Sicht unserer Gesprächspartner anstoßen sollten.

Von daher sehen wir die Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen nicht als Schwierigkeit. Wir sind beide für alle Beteiligten offen und sind gerne die Dolmetscher. Ich glaube, dass bekommen wir beide wegen unseres jeweiligen Hintergrundes sehr gut hin.

Anja Sommerfeld:

Ich verstehe mich tatsächlich als Übersetzerin.

Ich kenne ganz genau das Gefühl zu wissen, dass das eigene Produkt genau das ist was die Zielkunden brauchen. Um Mittelständler zu überzeugen reicht das aber nicht. Die wollen Fakten hören. Besonders Mittelständler sind absolut pragmatisch und suchen nach konkreten Lösungen für echte Probleme.

Auf der anderen Seite habe ich in meinem eigenen Unternehmen manchmal mit den Augen gerollt und gedacht “Ey Leute. Ihr erfindet euch jeden zweiten Tag neu!”. Also diese Dynamik von der ich manchmal gedacht habe, das sie absolut wahnsinnig ist und das man auch als Startup manchmal etwas länger bei der eigenen Idee bleiben sollte.

Das ist besonders im Kontakt mit dem Mittelstand wichtig. Da dauert es manchmal ein halbes Jahr oder länger, bis man von der ersten Kontaktaufnahme auch nur in die Nähe eines Auftrags kommt. Da ist es nicht hilfreich, wenn in der Zwischenzeit das Produkt vollkommen anders ist und wenn man das im zweifel auch seinen Ansprechpartnern mitteilt.

Dennis Arntjen:

Das sind die beiden Dimensionen “Startups” und “etablierte Wirtschaft”. Ihr habt aber auch noch eine dritte Dimension, mit der ihr zurecht kommen müsst. Nämlich den Politikern und Wirtschaftsförderern der Städte die letztlich eure Gesellschafter sind und euch den Arbeitsauftrag gegeben haben. Das stelle ich mir auch nicht immer einfach vor.

Oliver Weimann:

Die sind super! In den einzelnen Städten glaubt man an das Projekt, man glaubt an uns als Personen und die einzelnen Wirtschaftsförderungen versuchen, uns einen möglichst großen Freiraum zu geben.

Natürlich wollen wir nicht verheimlichen, dass es hier und da auch manchmal knirscht und nicht immer alles auf Anhieb klappt. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Denkweisen und Hintergründen und ist grundsätzlich auch nicht schlimm. Wir müssen uns da aneinander gewöhnen. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass sich alle Wirtschaftsförderer im Ruhrgebiet über die Dynamik freuen, die losgetreten wurde und insgesamt erfahren wir eine riesengroße Unterstützung.

Dennis Arntjen:

Im Ruhrgebiet gibt es ja schon sehr viele Initiativen, Veranstaltungen und Aktivitäten von Unternehmensgründern. Damit hat sich die Szene in den letzten Jahren selber geholfen und das was von den einzelnen Städten an Initiative gefehlt hat mit tollen Formaten gefüllt. Jetzt kommt ihr mit viel politischer Unterstützung und viel Geld um die Ecke. Da könnt ihr sicherlich viel mit machen. Wie vermeidet ihr, dass ihr zur Konkurrenz für diese aus sich selbst heraus entstandenen Formate werdet? Und warum glaubt ihr, ist der Ruhr:Hub trotz dieser Eigeninitiative wichtig?

Oliver Weimann:

Die Situation ist doch die: Es gibt in der Startup Szene im Ruhrgebiet ein paar Personen die als “Anker” dienen. Wenn wir uns zum Beispiel das ansehen was das Work Inn in Dortmund macht, dann ist das super. Und auch wenn wir hier Coworking anbieten, werden wir Dörte und Tim Schabsky ganz sicher nicht das Geschäft kaputt machen.
Uns ist bewusst, dass viele Unternehmer die aktiv die Startup Szene mitgestalten damit auch Geld verdienen müssen. Darauf nehmen wir Rücksicht. Deshalb werden wir auf keinen Fall Preisdumping betreiben. Mit Tim haben wir zum Beispiel sehr früh gesprochen. Darüber was wir hier vorhaben und auch darüber wie wir uns ergänzen können und trotzdem kreativen Input im ruhr:HUB bekommen.

Dann gibt es viele Unternehmer wie zum Beispiel Carmen mit Ruhrgründer, die Organisatoren der Fuck Up Night, Ruhrpottlegenden oder Dich mit dem Startup Kickern. Wollen wir zu diesen Personen und Unternehmen Konkurrenz aufbauen? Nein! Die Startup-Nights zum Beispiel haben wir als ruhr:HUB von der 360 übernommen, weil wir die Community für uns nutzen möchten. Das macht Sinn. Der RuhrSummit, den wir als 360 mit Carmen von Ruhrgründer und der Initiativkreis Ruhr gemeinsam ins Leben gerufen haben, war nie als Veranstaltung gedacht mit der wir Geld verdienen wollen. Auch da macht es Sinn, wenn der ruhr:HUB dort eine größere Rolle spielt und trotzdem die Initiatoren weiterhin das Ruder in der Hand behalten und maßgeblich die Richtung bestimmen.

Das beste Beispiel für Begeisterung an der Startup Szene im Ruhrgebiet bietet uns Carmen. Sie hat das was sie mit Ruhrgründer auf die Beine gestellt hat, sehr lange aus Enthusiamus getan. Das war wunderbar und sie macht das auch heute noch auf eine richtig gute Art und Weise. Aber trotzdem freue ich mich, dass sie Wege gefunden hat ihre Begeisterung für die Startup Szene auch zum Geld verdienen zu nutzen.

Wir werden als ruhr:HUB sicherlich auch eine regionale Community aufbauen. Das heißt aber nicht, dass wir Carmen oder irgendjemand anderem in die Parade fahren und deren Arbeit erschweren. Unsere Aufgabe als Hub ist es – und dazu sind wir durch unsere Erfahrung in der Lage – ein verbindendes Element zu schaffen und die verschiedenen Aktivitäten für unsere Aufgaben mit zu nutzen.

Startup Nights

Startup Nights

Der ruhr:HUB erfüllt drei Aufgaben, die bis heute niemand erfüllt. Wir wollen die zentrale Instanz für die Digitalisierung im Ruhrgebiet werden und präsentieren digitale Unternehmen – auch jene die nicht mehr Startup sind – auf nationaler und internationaler Ebene. Damit werden wir automatisch zum zentralen Ansprechpartner für die Vernetzung zwischen Industrie sowie Investoren mit digitalen Unternehmen und Startups im Ruhrgebiet und darüber hinaus. Und als dritte wesentliche Aufgabe sorgen wir für eine Transparenz bei den Angeboten und kreieren bislang nicht vorhandene Formate. Wir werden mit dem Hub sicher keine Seminare für Rechtsgrundlagen, Buchhaltung oder ähnlich gelagerte Themen anbieten, sondern konzentrieren uns rein auf Themen der Digitalisierung und Beschleunigung der Stratups. Das können wir als Hub leisten und deshalb ist der ruhr:HUB wichtig.

Anja Sommerfeld:

Und ich glaube auch, dass die verschiedenen Unternehmer uns für ihre Zwecke nutzen sollten. Wenn ihr Ideen habt, wenn wir euch helfen können Türen zu öffnen die ihr nicht selber aufbekommt und wenn wir euch unterstützen können, dann tun wir das. Oliver hat es ja vorhin schon beschrieben. Als Geschäftsführer des ruhr:HUB haben wir plötzlich die Möglichkeit uns Gehör zu verschaffen. Das sollte jeder nutzen, der gute Ideen hat.

Ich kenne solche Situationen aus vertrieblicher Sicht. Manche Türen haben sich für mein Startup erst geöffnet, nach dem Dell und Cisco uns als OEM Partner aufgenommen haben. Manchmal ist das so und das muss man dann auch zu nutzen wissen.

Dennis Arntjen:

Das ist gut zu wissen. 😉 Jetzt mal was zu eurem Standort. Ihr werdet hier einen Coworking Space betreiben. Wie wird das konkret aussehen? Wer darf hier arbeiten?

Oliver Weimann:

ruhr hub besprechungseckeAls Grundparameter: Es wir keine Teambüros geben. Wir werden auf etwa 40-50 Arbeitsplätze kommen. Die Mietmodelle reichen von Tagesangeboten für 20,- EUR bis zur monatlichen Miete. Und wir werden preislich Unterschiede zwischen Corporates und Startups machen.

Wir wollen eine Fläche schaffen auf der sich Corporates und Startups treffen. Einer unserer kleineren Services wird ab der ersten Märzwoche sein, dass wir jeden Freitag die Mitglieder des ruhr:HUB sowie alle Mieter zu einem Netzwerk-Frühstück einladen. So soll ungezwungener und informeller Austausch stattfinden.

Wir wollen die physische Instanz für Community Building sein. Damit man sich nicht nur jeden dritten Donnerstag bei einem Bier unterhalten kann, sondern quasi zu jeder Zeit den intensiveren Austausch über konkrete Projektideen pflegen kann.

Grundsätzlich sind wir offen für alle. Es wird kein Bewerbungsverfahren geben. Uns liegt es aber am Herzen, dass wir hier digitale Teams haben. Es wird außerdem DWNRW Startup-Stipendien geben, bei denen Startups für drei Monate kostenfreies Coworking, Mentoring und den Zugang zum Netzwerk genießen. Diese Stipendien werden teilweise mit Unterstützung durch einzelne Corporates organisiert.

Dennis Arntjen: 

Anja, Oliver. Danke für das Interview. Viel Erfolg beim weiteren Aufbau des Hubs und ein glückliches Händchen mit euren verschiedenen Zielgruppen!

 

Deutsche Unternehmen verpassen (immer noch) den Anschluss

In unserem aktuellen Video “Die Frage der Woche – Veränderungskompetenz im Mittelstand” habe ich kurz die Zahlen einer aktuellen Studie im Auftrag von Randstad vorgestellt. Aus der Studie ist zu entnehmen, dass nur 68 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland glauben das  Unternehmen eine digitale Strategie für die Zukunft brauchen. Eine sehr niedrige Zahl, die leider noch unterboten wird. Nämlich von der Zahl 52%. So viele Arbeitnehmer glauben, dass ihr Arbeitgeber in der Lage ist diese Strategie zu entwickeln!

Ich sage es schon im Video: Erschreckend! Das nur 68% der Arbeitnehmer in Deutschland an die Notwendigkeit einer digitalen Strategie glauben, ist für mich nachvollziehbar. Lange Zeit wurde die Digitalisierung von sämtlichen Politikern wenig ernst genommen. Jedenfalls gibt es erst seit wenigen Monaten überhaupt ernsthafte Tendenzen dieses Thema auf die Agenda zu nehmen. Unsere Kanzlerin hat es mittlerweile kapiert und die Wahlkämpfer die in diesem Jahr auf Landes- und Bundesebene für ihre Parteien unterwegs sein werden, helfen sicherlich auch dabei ein entsprechend höheres Verständnis für Digitalisierung zu schaffen. Punkt eins ist also wohl lösbar.

Punkt 2, die Frage nach der Fähigkeit eine digitale Strategie zu entwickeln und tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen durchzusetzen, stimmt mich wesentlich trauriger. Gerade einmal die Hälfte aller befragten Arbeitnehmer glaubt das ihr Arbeitgeber in Zukunft noch in der Lage ist sein Geschäft abzuwickeln (nichts anderes bedeutet eine digitale Strategie!!). Das ist schlimm. Denn berücksichtigt man, dass es gerade die Arbeitnehmer sind die sehr oft die Möglichkeiten ihres Arbeitgebers gut bis sehr gut einschätzen können (das ist meine persönliche Erfahrung), dann muss man dieser sehr geringen Zahl viel Aufmerksamkeit schenken.

Im Video frage ich nach eurer Meinung. Was glaubt ihr, wie (mittelständische) Unternehmer es schaffen können eine digitale Strategie nicht nur zu entwickeln sondern auch im Unternehmen zu verankern? Antworten dürft ihr gerne in den Kommentaren zum Video oder auch zu diesem Beitrag geben.

Ich habe mich genau dazu vor ca. 3 Wochen mit einem Geschäftsführer Vertrieb in einem mittelständischen Unternehmen unterhalten. Dieser hat sich einen Plan ausgedacht, den ich für sehr reizvoll halte. Er möchte gerne einen einzelnen Mitarbeiter einstellen aktuelle Wertschöpfungsketten durchschaut, die Zukunftsfähigkeit des aktuellen Geschäftsmodells beurteilen kann und neue Möglichkeiten mit Produkten (seien es bestehende oder neue) oder Dienstleistungen Geld zu verdienen einschätzen kann. Dieser Mitarbeiter muss in der Lage sein, mit möglichst geringen Mitteln zunächst die Dinge auszuprobieren die am ehesten Erfolg versprechen und den größten Einfluss haben. Er sollte die Fähigkeit besitzen, seine Kollegen in den Fachabteilungen und die Geschäftsführung mit Hilfe belegbarer Zahlen zu überzeugen, dass neue Ideen erfolgreich umgesetzt werden können.

Für mich klingt die Idee reizvoll. Es dürfte nur schwer werden, diesen Menschen zu finden. Denn diejenigen die die genannten Fähigkeiten besitzen, halten sich oftmals nicht so gerne damit auf Widerstände in der Belegschaft und Geschäftsführung zu durchbrechen. Sie gründen eher ihr eigenes Startup, testen neue Ideen mit verschiedenen Ansätzen und geben für sich selber Gas.

Das zeigt (einmal mehr), wie wichtig es ist, dass mittelständische Unternehmen und Startups miteinander in Kontakt kommen. Für Startups sicherlich deshalb weil sie Kunden, Partner und Geldmittel suchen. Viel wichtiger ist es aber für mittelständische Unternehmen, von Startups zu lernen und deren Methoden zu verinnerlichen.

Soweit meine Idee (weiterentwickelt aus dem was mir unsere mittelständischen Partner erzählen), wie eine digitale Strategie in ein mittelständisches Unternehmen integrierbar ist. Auf eure Anregungen bin ich gespannt.

Und wenn das hier ein Mittelständler liest, der sich fragt wie er “das alles” schaffen soll, dann darf er mich sehr gerne anrufen: 0151/27536121. Ideen haben wir. Aber nicht nur das, wir setzen gerade ein richtig interessantes Projekt auf mit dem wir dem Mittelstand in NRW digitale Strategien näher bringen und sie in die Lage versetzen möchten, selber aktiv zu werden.

Zur Pressemitteilung von Randstad geht es hier lang.