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#Blogparade: Die heftigste Veränderung die uns die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren bringen wird!

Was ist Deine Meinung zu der Frage “Was wird die heftigste Veränderung durch die Digitalisierung in den nächsten 5 Jahren sein?”

  • Glaubst Du, dass sich unsere Arbeitswelt stark verändern wird?
  • Werden es grundlegend neue Geschäftsmodelle sein? Wenn ja, welche?
  • Wird uns die Blockchain vollkommen neue Wege ermöglichen, Geschäfte zu machen?
  • Betrifft die Digitalisierung in erster Linie gesellschaftliche Veränderungen und werden wir deshalb heftige politische Veränderungen erleben?

Oder welche Veränderung wird Zuhörer Deiner Meinung nach noch in 50 Jahren aufrütteln, wenn Zeitzeugen berichten?

Warum eine Blogparade genau zu dieser Frage?

Genau darum dreht sich diese Blogparade. Viele Experten rücken die unterschiedlichsten Dinge in den Fokus. Ich bin mir sicher, jeder dieser Experten hat recht mit dem was er ankündigt und propagiert. Aber was letzten Endes die wirklich grundlegenden Veränderungen angeht, kann niemand eine Vorhersage treffen.Nur Vermutungen anstellen.

Um einmal ein umfassendes und vor allem an einer Stelle gesammeltes Bild zu sehen, möchte ich eure Beiträge sammeln und in einem eigenen Beitrag verlinken. Dies ergibt dann eine interessante Sammlung, die Ausgangspunkt für eine spannende Lektüre unterschiedlichster Blogs zum Thema Digitalisierung sein kann.

Ich freue mich, wenn möglichst viele Enthusiasten, Gegner, Warner, Utopisten und/oder Realisten ihre Meinung kund tun und sich an dieser Blogparade beteiligen.

Was ist eine Blogparade eigentlich?

Jede Blogparade beginnt mit einem Aufruf wie dem ganz am Anfang dieses Beitrags. Immer liegen eine Frage oder ein bestimmtes Thema zu Grunde. Dazu schreiben dann (hoffentlich viele) Blogger einen Beitrag der die Frage beantwortet und ggf. weiteres Hintergrundwissen liefert.

Mit einer Blogparade möchte der Initiator Antworten auf Fragen erhalten, Meinungen vergleichen, Tipps sammeln und eine Vernetzung gleichartiger Blogs erreichen.

Jeder der diesen oder einen anderen Aufruf zu einer Blogparade liest, kann daran teilnehmen. Das heißt, wenn er die Möglichkeit hat irgendwo einen Artikel digital zu veröffentlichen.

Was passiert mit den Artikeln zu dieser Blogparade?

Ich werde alle Artikel die zu dieser Blogparade eingereicht werden hier im Blog anteasern und verlinken. So entsteht die oben erwähnte Sammlung wertvoller Artikel und gleichzeitig eine kleine Sammlung interessanter Blogs die sich mit der Digitalisierung beschäftigen.

Außerdem nehme ich alle Blogger in einer extra Twitter-Liste auf. Wer diese Liste abonniert, wird in Zukunft immer alle Neuigkeiten von euch erfahren und die Sammlung lesenswerter Blogs hat auch in Zukunft einen Sinn.

Zusätzlich werde ich eine kleine Auswertung erstellen. Anhand dieser Auswertung soll am Ende erkennbar sein, welche Themenbereiche von wie vielen Experten als relevant erachtet werden. So sehen wir vielleicht etwas klarer, welche Veränderungen für die Zukunft erwartet werden.

Und natürlich bekommt jeder der einen Artikel einreicht jeweils mit einreichen des Links einen Tweet sowie einen Facebook-Beitrag. So sehen noch mehr Leser welche Beiträge eingereicht wurden und was Du als Experte zu der Frage zu sagen hast.

Gibt es Rahmenbedingungen?

Nicht großartig kompliziertes. Nur:

  • jeder Artikel zur Blogparade sollte hier in den Kommentaren oder per eMail an mich (d.arntjen@kmu-digital.net) vom jeweiligen Autor “gemeldet” werden.
  • Wenn ihr mögt, nutzt den Hashtag #DrasticDigitalChange und natürlich außerdem #Blogparade für die Verbreitung eures Beitrags
  • Die Blogparade läuft bis zum 15.02.2018. Jeder Beitrag der bis zu diesem Zeitpunkt eingereicht wird, nimmt teil und wird in die Zusammenfassung sowie in die Auswertung aufgenommen.

Das war es schon. 🙂

Ich freue mich auf viele tolle Beiträge, ganz viel Meinung und richtig viel geteiltes Wissen!

Und hier sind sie 😉

  1. Der erste Beitrag stammt von Alexander Schreiner. Alexander schreibt über die Jobsituation in der Zukunft bzw. über die Auswirkungen die die Digitalisierung auf unsere Jobs haben wird.
    Unter dem Titel “Digitalisierung lässt grüßen: Wohin mit unseren Jobs?” reicht er den ersten Beitrag ein.

Künstliche Intelligenz hilft Bombenbauern: Wer ist nun der Böse?

Mann im dunklen vor ComputerEs könnte ein PR Super Gau werden.

Terroristen nutzen Amazon zur Bestellung von Chemikalien zum Bombenbau. Und bekommen Vorschläge dazu, wie sie ihre Bestellung sinnvoll um weitere Bombenbestandteile ergänzen können.

Die eigentliche Brisanz liegt dabei gar nicht mal darin, dass diese Vorschläge gemacht wurden. Ich sehe als wesentlich brisanter an, dass hier ein Algorithmus vollkommen eigenständig gelernt hat wie man ein Bombe baut. Und weil niemand den Computern von Amazon gesagt hat, dass das nicht nett ist, verraten diese jedem der es wissen will, was es zum Bau einer Bombe braucht.

Ein Computer lernt wie man eine Bombe baut. Ihm fehlt aber alles was es braucht um zu erkennen, dass dieses Wissen nicht in die Welt getragen werden sollte, weil es ansonsten Menschen gibt die das nutzen um schlimme Dinge zu tun.

Die Geschichte: Amazons künstliche Intelligenz

Bereits im September gab es erste Meldungen dazu, dass der Britische Fernsehsender BBC heraus bekommen hat, dass Amazon Vorschläge zur Ergänzung von Bestellungen unterbreitet, wenn jemand anfängt seinen Warenkorb mit einzelnen Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff zu füllen.

Anfang November dann die nächste Nachricht. Ermittler würden sich daran stören, dass der am 31. Oktober in Schwerin festgenommene Terrorverdächtige Yamen A. automatische Empfehlungen von Amazon zur Ergänzung seiner Bestellung erhalten hätte.

So weit so gut. Ich persönlich glaube ja nicht, dass ein Terrorist anfängt bei Amazon Dinge zu bestellen die er für seinen geplanten Anschlag braucht, bevor er nicht eine vollständige Einkaufsliste hat. Die automatischen Vorschläge an sich sind mir also eigentlich weder eine Schlagzeile noch einen Bericht wert.

Was ich aber durchaus bedenklich finde ist der hinter dieser Sache stehende Punkt.

Wissen vs. Ethik

Gedankenblase mit GlühbirneEs gibt auf der Welt sicherlich viele Menschen die wissen wie man eine Bombe baut und wo man die entsprechenden Mittel kaufen kann. Diese Menschen nutzen dieses Wissen für sich, für gute oder schlechte Zwecke. Sie geben das Wissen sicherlich auch weiter. An andere Menschen bei denen sie davon ausgehen, dass diese ähnliche Zwecke verfolgen und ähnlichen moralischen Grundsätzen unterliegen wie sie selbst.

Und genau das ist der Punkt. Als Mensch wäge ich ab, welches Wissen ich wem zu welchem Zeitpunkt gebe. Ich weiß, welches Wissen in die Hände der Allgemeinheit gehört und mit welchem Wissen ich ggf. vorsichtig umgehen sollte. Ich versuche als Mensch außerdem zu vermeiden, dass Wissen über potentiell gefährliche Dinge an andere Menschen gerät, die nicht ähnliche Ziele verfolgen wie ich.

So kann es immer noch passieren, dass ein Terrorist einem anderen eine Bombenbauanleitung gibt. Und ein Sprengmeister wird dieses Wissen auch an seinen Lehrling weiter geben. Beide aus einem (aus ihrer Sicht) guten Grund. Sie verlassen sich darauf, dass derjenige dem sie dieses Wissen geben, damit in ihrem Sinne handelt.

Ein Computer tut dies nicht. Zumindest nicht automatisch.

Der beschriebene Fall zeigt das ganz gut. Die Programmierer bei Amazon haben den Algorithmus so angelegt, dass “der Computer” mit der Zeit lernt, welche Artikel für Kunden interessant sein könnten wenn sie bestimmte Produkte bestellen. Das ist ein guter Service der wesentlich zum Erfolg von Amazon beiträgt.
Die Entwickler haben dem Algorithmus aber keine Fähigkeit mitgegeben die ihn entscheiden lässt ob er bestimmte Empfehlungen auch wirklich ausspricht. Das war ganz sicher keine Absicht. Niemand bei Amazon möchte Bombenbauanleitungen veröffentlichen. Hier wurde einfach diese Möglichkeit nicht in Betracht gezogen.

Auch der zu Grunde liegende Algorithmus hat nichts “böses” getan. Er hat gut funktioniert und genau das gemacht was er machen soll. Und trotzdem sieht man an diesem Beispiel ein Problem das wir in Zukunft mir künstlicher Intelligenz zunehmend haben werden.

Und nun? Was tun gegen “böse” Algorithmen?

Tiefer digitaler RaumManuelles lernen vs. Deep Learning

Zunächst müssen wir zwischen dem manuellen anlernen einer künstlichen Intelligenz (KI) mit Hilfe maschinenlesbar aufbereiteter Daten und dem selbständigen lernen einer KI, dem sogenannten Deep Learning, unterscheiden.

Beim ersten Verfahren lernt eine KI anhand vorgegebener Beispiele. Als prominentes Beispiel kann hier die KI genannt werden, die anhand vieler gespielter Partien irgendwann in der Lage gewesen ist einen Menschlichen Gegner im Logik-Spiel Go zu schlagen. Dies gelang ihr, weil sie sehr viele Beispiele zu falschen bzw. richtigen Spielzügen erhalten hat und so mit der Zeit Rückschlüsse auf erfolgreiches Verhalten ziehen konnte.
Ein anderes Beispiel für antrainiertes Wissen ist die Bilderkennung. So ist KI in der Lage wesentlich zuverlässiger zwischen dem Bild von einem Welpen und einem Muffin zu unterscheiden als ein Mensch. Das war aber nicht von Anfang an so, sondern ist das Ergebnis sehr sehr vieler Lernschritte bei denen dem Algorithmus immer wieder Bilder von Welpen und Muffins “gezeigt” wurden. Wenn der Algorithmus richtig getippt hat um was es sich handelt, wurde ihm das mitgeteilt. Wenn er falsch lag ebenso. Mit der Zeit wurde so die KI immer zuverlässiger und schlägt heute jeden Menschen.

Go Spiel mit Samurai SchwertUnd was passiert beim Deep Learning? Vereinfacht gesagt, lernt hier der Computer vollkommen eigenständig. Am Beispiel des GO Computers kann man auch das sehr gut erkennen. Denn die Entwickler des ersten Algorithmus haben diesen weiter entwickelt und Deep Learning fähig gemacht. Der neuen Version haben sie dann nur noch die Regeln des Spiels mitgegeben und ihn dann zum spielen geschickt. Zunächst trat diese KI gegen ihren Vorgänger an und gewann mit der Zeit immer mehr Partien bis sie für den großen Bruder unschlagbar wurde. Im nächsten Schritt durfte dieser Computer gegen die besten menschlichen Go-Spieler der Welt antreten und gewann jede einzelne Partie! Ohne das irgendein Mensch jemals “Tipps” gegeben hätte. Der Computer hat einfach selber erlernt wie eine erfolgreiche Spielstrategie aussieht.

Was bedeutet das für unsere Fragestellung?

Der Algorithmus den Amazon einsetzt ist ein sehr logischer. Er berechnet einfach die Wahrscheinlichkeit mit der sich ein Kunde für ein bestimmtes anderes Produkt interessieren könnte. Ist diese Wahrscheinlichkeit hoch, wird das Produkt angeboten. Dieses Verhalten lernt der Algorithmus vollkommen alleine. Er hat nur anfänglich ein kleines Regelwerk genannt bekommen.

Jetzt kommen wir zum Punkt. Denn in diesem Regelwerk fehlt ganz einfach ein “Kapitel” über die Empfehlung von potentiell gefährlichen Stoffen. Und natürlich das komplette Wissen über die Kombination von Chemikalien zum Bombenbau.
Beides ließe sich Verhältnismäßig leicht einbauen. Das Wissen in Form einer Datenbank die sämtliche relevanten Informationen bereit hält. Und die Regeln so wie der Go-Computer der zweiten Generation seine Regeln auch erlernt hat. Auf Basis dieser Informationen würde der Algorithmus keine gefährlichen Empfehlungen mehr aussprechen, wenn ihm die Gefährlichkeit bestimmter Kombinationen bekannt ist.

Das hat also alles nichts damit zu tun, dass hier ein Algorithmus die Entscheidung über gut oder böse übernimmt. In diesem Fall tut er einfach das was er soll. Und solange ihm niemand sagt, dass er keine Empfehlungen zu potentiell gefährlichen Kombinationen von Chemikalien aussprechen soll, macht er auch so weiter.

Eine Weiterentwicklung dieser KI könnte sein, dass diese potentiell gefährliche Kombinationen selber erlernt und für diese Informationen nicht mehr auf einen Datensatz zurückgreifen muss. Dann bräuchte es nur noch die feste Regel, dass solche Empfehlungen niemals ausgesprochen werden dürfen.

Wir sehen also, dass ein Algorithmus einfach das tut was er tun soll. Als Entwickler einer KI hat man also die Pflicht, jedes mögliche Szenario zu durchdenken und in das zu Grunde liegende Regelwerk einzubauen.
Schwieriger wird es, wenn das Ziel ist eine KI einzusetzen die sehr frei agiert. Also eigentlich nur noch eine bestimmte Aufgabe gestellt bekommt und dann vollkommen frei lernt, diese Aufgabe zu erfüllen. Denn dann fehlt es ggf. an einem solchen Regelwerk. Und da Computer streng logisch agieren, wird es nur dann eine Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Verhalten geben, wenn diese dem Computer logisch erscheint.

Ich versuche das am Beispiel des Amazon Algorithmus zu verdeutlichen.
Dieser basiert heute auf Wahrscheinlichkeitsrechnung und einem Regelwerk. Wenn aber nun die Entwickler eine KI geschaffen hätten, die lediglich das Ziel “Sorge dafür, dass unsere Kunden möglichst oft einen zusätzlichen Kaufimpuls bekommen und erhöhe dadurch den Umsatz je Bestellung um x%” mit auf den Weg bekommen hätte, dann würde diese KI alles tun, was logisch erscheint um den Umsatz zu erhöhen. Also eben auch Dinge empfehlen die unethisch oder gefährlich sind.

Gehirn mit einer Analogen und einer Digitalen HälfteIst KI also böse?

Nein. Künstliche Intelligenz tut ganz einfach zwei Dinge.

  1. Sie handelt logisch
  2. Sie handelt im Rahmen von Vorgaben die wir ihr mitgeben oder auch nicht

Ich sehe das nicht als besonders kritisch an. Natürlich ist denkbar, dass KI Dinge tut die wir nicht von ihr erwarten. Im Grunde genommen liegt dann der Fehler bei den Entwicklern die nicht alle Szenarien durchdacht haben. Ein Computer wird nie bewusst böses tun, sondern eben immer rein logisch handeln.

Wenn aber diese Logik dazu führt, dass Schaden angerichtet wird, empfinden wir Menschen dies als “böse”. Und genau das ist der Punkt der diskutiert werden muss. Als Gesellschaft sollten wir entscheiden können, welche Art von KI welchen Regeln unterliegt und wie frei KI generell sein darf in dem was sie tut.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten ob der PR Super Gau für Amazon noch eintritt oder nicht. Das Potential dazu ist vorhanden, liegt aber nicht in der eigentlichen Problematik, dass Kaufvorschläge für den Bombenbau gemacht wurden, sondern darin das dieses Thema das Potential hat grundsätzlich über KI zu diskutieren und viele potentielle Horrorszenarien zu eröffnen.

Das digitale Kind?

Digitales Kleinkind

Für mich sind es nur noch wenige Tage, bis ich endlich Vater werde. Aktuell kann ich mir noch nicht wirklich vorstellen was sich alles ändert. Ich habe mir aber sagen lassen, dass im Grunde genommen alles auf den Kopf gestellt wird. Nicht nur der eigene Tagesablauf, sondern vor allem das Denken und die ständige Überlegung, wie man das beste für sein Kind erreichen könne.

Nun wird unsere Tochter nicht das erste Kind im Freundeskreis sein. Deshalb gab es schon das eine oder andere Gespräch über den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln schon im Kleinkindalter. Die Kinder von Freunden sind schon sehr früh in der Lage gewesen, ein Tablet oder die Smartphones ihrer Eltern zu bedienen. Faszinierend. 😉

Aber will man das als Elternteil? Nein, eigentlich lautet die Frage nicht ob man das will. Kinder kommen mit diesen Technologien zwangsläufig in Berührung. Anfänglich “nur” mit den Dingen die wir selber einsetzen, später dann im Freundeskreis und anderswo auch mit vollkommen neuen Dingen, die wir selber vielleicht gar nicht mehr kennen und begreifen.

Natürlich mache ich mir auch darüber Gedanken, wie ich unsere Tochter später einmal an diese Themen heranlasse. Für mich steht dabei fest, dass ich keine Barrieren aufbauen werde. Die kindliche Neugierde wird wahrscheinlich dazu führen, dass sie schon sehr früh mit unseren Smartphones in Berührung kommt. Soll sie auch. Ich finde, das gehört irgendwie dazu. Als Eltern haben wir dann die Aufgabe aufzuklären, deutlich zu machen das es Grenzen gibt und wo diese liegen. Aber ein völliges Verbot macht gar keinen Sinn.

Am Ende geht es darum, Dinge die vollkommen normal sind im Alltag eines Kindes zuzulassen und diesem die Chance zu geben auch die Hintergründe zu verstehen. Wir sind heute vielfach nur Anwender von Technologie ohne zu verstehen was eigentlich hinter der Oberfläche passiert. Diese Tatsache bringt viele Probleme und Herausforderungen mit sich, die wir nicht hätten wenn wir alle besser verstehen würden, wie die Dinge in etwa funktionieren und warum zum Beispiel das Thema Daten so extrem wichtig ist.

Digitales Leben in der Schule

Ich kenne niemanden mit Schulpflichtigen Kindern gut genug um wirklich einen Einblick in die Herangehensweise an Digitalisierung im Rahmen der Bildung zu haben. Aber ich lese viel über dieses Thema und meine Frau ist Grundschullehrerin. Deshalb denke ich, dass Digitalisierung an Schulen nur eine kleine bis gar keine Rolle spielt. Schlimm, wenn man bedenkt das alles digitale nicht aus unserem Alltag wegzudenken ist. Sollten Kinder und Jugendliche da nicht schon früh verstehen, was das alles bedeutet und wie alles was wir heute unter dem weiten Begriff “Digitalisierung” zusammenfassen unser gesamtes Leben beeinflusst?

Ich meine, dass es wichtig ist Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu allem digitalen auch in der Tiefe zu ermöglichen. Sie sollen verstehen wie die Dinge funktionieren. Und mit diesem Wissen besser einschätzen können, was sie nutzen möchten, wem sie welche Daten anvertrauen und wie Technologie ihr Berufsleben beeinflussen wird.

Mein Eindruck ist, dass dazu viele Anpassungen an unserem Bildungssystem notwendig sein werden. Digitale Technologien im Unterricht einzusetzen ist dabei nur ein sehr kleiner Baustein. Viel wichtiger ist es zunächst Lehrer und Lehrerinnen auf die veränderte Situation einzustellen. Auch die Lerninhalte sollten überdacht werden. Alles was inhaltlich bleibt, sollte dahingehend analysiert werden wie digitale Technologien dabei helfen können diese Inhalte zu vermitteln. Aber auch neue Fächer, die sich an den großen Themen der Digitalisierung orientieren, sollten geschaffen werden.

Ich bin kein Experte in Sachen Bildung. Aber ich weiß das wir so nicht weitermachen können. Unsere Kinder sollten besser vorbereitet werden auf ein Leben in einer immer digitaleren Welt. Sie sollten verstehen können, was unter den Bedienoberflächen ihrer Devices passiert.

Lösungen finden

Ich glaube das dies eine der großen Aufgaben im Rahmen der weiter voranschreitenden Digitalisierung sein wird. Und leider habe ich kein Universalrezept mit dem wir diese Herausforderung stemmen können. Ich glaube dieses Rezept hat (noch) keiner gefunden.

Weil das so ist, hatte ich schon vor längerem den Gedanken das eine Art Hackathon zum Thema Digitalisierung in der Bildung Sinn machen würde. Meine Idee war es, an einem Wochenende Experten zu versammeln die an Konzepten arbeiten mit denen man Bildung stärker auf Themen der Digitalisierung ausrichten kann.

Im Juli ist es soweit. Gemeinsam mit unseren Partnern von Daheim und dem Impact Hub Ruhr werden wir genau das am 21. und 22. Juli organisieren. Wir laden alle interessierten Pädagogen, Querdenker, Digitalisierungsexperten und gerne auch den einen oder anderen Entwickler ein, nach Essen zu kommen und 24 Stunden lang an Ideen und Konzepten zu arbeiten.

Die Möglichkeiten der Themen sind dabei breit gestreut. Ob ihr neue Methodiken diskutieren und weiter entwickeln möchtet, ob es euch darum geht herauszufinden wie digitale Technologien heute schon sinnvoll eingesetzt werden können oder ob ihr etwas vollkommen neues entwickeln möchtet. Wir stellen auch den Raum, die Mitstreiter und die Bühne zur Verfügung!

Am Ende des Wochenendes präsentieren alle Teilnehmer ihre Ergebnisse, bekommen Feedback und finden ggf. Mitstreiter die auch länger als nur ein Wochenende an coolen Ideen und neuen Konzepten arbeiten möchten.

Also. Sichert euch einen der Plätze und kommt nach Essen!

Schon mal nach “Digitalisierung” gegoogelt?

Ich mache das regelmäßig. Einfach mal das Wort “Digitalisierung” in die Google Suche eingeben. Anfänglich (so vor 1-1,5 Jahren) war das noch richtig spannend. Heute ist es eher ernüchternd. Es verändert sich nicht so viel. Zumindest in der ganz normalen Google Websuche. Wenn wir aber im Newsbereich von Google nach “Digitalisierung” suchen, dann zeigt sich seit ein paar Wochen eine interessante Veränderung.

Damals, also vor ungefähr einem Jahr, waren die Suchergebnisse stark dominiert von Artikeln in der Huffington Post oder kleineren Onlinemagazinen in denen Berater selber Artikel zum Thema verfassen konnten. Ab und an war auch mal ein Artikel dabei, der es in die größeren Blätter geschafft hat. Vieles drehte sich um die Veränderungen in der Wirtschaft. Gesellschaftliches wurde gar nicht oder nur selten angesprochen. Meldungen die in irgendeiner Art darauf hinwiesen, dass die Digitalisierung ein Thema für unsere Politiker sein könnte hat man suchen müssen und nur selten gefunden.

Ich habe heute mal wieder “Digitalisierung” in die Suchmaschine eingegeben und direkt den Newsbereich angeklickt. Und, was hat sich verändert? Die ersten 10 Suchergebnisse sind von Plänen der Politik dominiert. Erst auf Platz 12 (Seite 2, ist schon nicht so gut) taucht ein Artikel der sich wesentlich mit dem Mittelstand beschäftigt auf.

In mir löst das Unmut aus. Unmut, weil ich aus Erfahrung weiß das es in vielen mittelständischen Unternehmen Themen gibt die mit der “Digitalisierung” zusammen hängen und mit digitalen Mitteln besser gelöst werden können. Aber Unmut auch deshalb, weil es in eben diesen mittelständischen Unternehmen zunehmend Aktivitäten in Sachen Digitalisierung gibt. Nur leider nimmt man das von Außen nicht so stark wahr, wie es sein könnte.

Stattdessen dominieren Politiker und Konzerne die Schlagzeilen. Nicht falsch verstehen. Ich freue mich, dass unsere Politiker das Thema in der Breite entdeckt zu haben scheinen. Und Konzerne sind immer diejenigen die wichtige Themen in der Wirtschaft zuerst anpacken. Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass der Mittelstand unterrepräsentiert ist.

Ist es denn wichtig, dass der Mittelstand bei der Digitalisierung auch in der Öffentlichkeit eine größere Rolle spielt? Ich meine “Ja!”. Die meisten Menschen in Deutschland arbeiten im Mittelstand. Hier betreffen also wesentliche Veränderungen einen großen Teil der Gesellschaft. Und weil Digitalisierung nicht nur eine technologische Herausforderung ist, sondern zu wesentlichen gesellschaftlichen Veränderungen führen wird, fände ich eine Berichterstattung darüber wie der Mittelstand Digitalisierung angeht interessant und wichtig.

Damit sind wir auch weg von den Schlagzeilen in den Google News. Dort wird viel über Technologien geschrieben und wenig darüber, welche echten Herausforderungen noch auf uns zukommen. Diese echten Herausforderungen werden heute auch im Mittelstand noch gar nicht diskutiert. Aber dort werden sie sehr schnell sichtbar werden, wenn die ersten Mittelständler Digitalisierung ernst nehmen.

Mit KMU Digital haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung im Mittelstand zu begleiten und ein Stück weit erfolgreicher zu machen. Dazu bieten wir verschiedene Veranstaltungen an, führen Gespräche und geben konkrete Hinweise. Wir vernetzen den Mittelstand untereinander, geben Tipps wie Kontakte zu jungen digital denkenden Unternehmen zu Stande kommen können und helfen dabei Kontakte zu knüpfen. Das sind alles aber nur erste Schritte. Denn die Digitalisierung im Mittelstand ist Aufgabe der Inhaber und Geschäftsführer. Von Außen verändert man da gar nichts!

Und erst wenn Digitalisierung tief in den Köpfen mittelständischer Entscheider angekommen ist, werden sich auch die Schlagzeilen entsprechend verändern. Also machen wir weiter so und verstärken unsere Aktivitäten noch ein bisschen. 2017 ist das Jahr in dem die Voraussetzungen idealer sind als jemals zuvor. Also packen wir es an! 🙂

Ist die Digitalisierung nun ein Jobkiller oder nicht?

Heute geistert eine Aussage durch die Medien, die augenscheinlich belegt, dass die Digitalisierung nicht der Jobkiller ist den viele in ihr vermuten. “Noch nie war das Risiko so gering, arbeitslos zu werden” titelt der Focus. Aber besteht dort ein Zusammenhang oder taugen die zu Grunde liegenden Zahlen einfach nicht als Beweis, dass die Digitalisierung Jobs killt?

 

 

Experten meinen, dass sich die Auswirkungen der Digitalisierung im Rahmen des üblichen Strukturwandels bewegen werden. Als Beleg dafür, dass trotz Digitalisierung keine Jobs wegfallen, zieht der Autor des verlinkten Focus-Artikels die Jobsituation im Siemenswerk Amberg heran. Dort arbeiten trotz starker Automatisierung weiterhin 1250 Menschen. Diese produzieren aber heute 8 mal soviel wie früher. Das diese Spirale nicht unendlich weitergedreht werden kann, dürfte jedem von uns klar sein. Wenn die immer stärkere Digitalisierung auch zu höherer Produktivität führt, führt sie eben noch lange nicht zu immer höherer Nachfrage. Wo sollen also die Menschen herkommen die 8, 16 oder 32 fache Produktionsmengen konsumieren?

Ich bin kein Pessimist. Trotzdem sehe ich tatsächlich die Gefahr, dass die sich aktuell stark beschleunigende Digitalisierung der Wirtschaft zu Herausforderungen am Arbeitsmarkt führen wird. Deshalb sollten wir uns als Gesellschaft Gedanken dazu machen, wie wir den Umbau der Arbeitswelt bewältigen können und wie wir möglichst viele Menschen “mitnehmen”.

Wie können aber Maßnahmen aussehen, die den Wegfall von Arbeitsplätzen abfedern und gleichzeitig das Konsumverhalten stabil halten oder sogar ankurbeln? Meiner Meinung nach sollten wir dringend über den Umbau unseres Sozialsystems sprechen. Die Verknüpfung von Arbeit und Einkommen in der heutigen Form wird in naher Zukunft nicht mehr zeitgemäß und funktional sein. Wir benötigen zumindest eine teilweise Entkopplung dieser Komponenten. Am ehesten ließe sich dies durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen realisieren, dass deutlich über dem aktuell als Existenzminimum definierten Satz liegt.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen beinhaltet für mich immer auch die Möglichkeit, das eigene Einkommen durch Arbeit zu erhöhen. Und zwar in einem Maße das zur individuellen Qualifikation und dem eigenen Willen zu arbeiten abhängt. Es würde sich also nicht um eine 100%ige Entkopplung von Einkommen und Arbeit handeln. Jeder der lieber viel Freizeit hat oder seine Arbeitskraft in gesellschaftlich und sozial relevante Bereiche ohne hohes Einkommen investiert, hätte dennoch die Möglichkeit sein Leben frei zu gestalten ohne der Wirtschaft zuviel Konsum zu entziehen.

Das Nachdenken über neue Konzepte lohnt sich. Wie diese am Ende aussehen, das sollten wir offen und transparent diskutieren.

Digitalisierung. Ein gefundenes Fressen für Populisten.

Angela Merkel kandidiert für eine vierte Amtszeit. Kritiker sagen, dass die innenpolitische Agenda fehle. Dabei lässt sich seit einigen Monaten beobachten, wie Merkel sich dem Thema “Digitalisierung” nähert. Anfangs noch recht vorsichtig, mittlerweile aber mit einem Tempo das mir zeigt, dass die Digitalisierung der gesamten Gesellschaft auf der Agenda der Kanzlerin schon heute eine wichtige Rolle spielt. In Zukunft wird der Stellenwert noch viel höher sein als er dies heute schon ist.

Kanzlerin Merkel hat also begriffen, dass die Digitalisierung eine Herausforderung ist, die groß gedacht werden muss. Eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft und nicht nur für einzelne Industrieunternehmen, Konzerne oder Mittelständler.

„Die Digitalisierung ist ein solcher Umbruch wie die Zeit des Buchdrucks und die Zeit von der Agrarwirtschaft zur Industrialisierung“

Das sagt Angela Merkel.

Für viele von uns ist das nicht unbedingt eine bahnbrechende Erkenntnis. Aber ich finde es beruhigend, dass nun nicht mehr nur diejenigen über Digitalisierung sprechen, die sich schon lange damit beschäftigen. Digitalisierung ist Chefsache. Nicht nur in Unternehmen, sondern eben auch in der Politik.

Was haben aber nun die “Populisten” aus der Überschrift damit zu tun, dass die politische Agenda der Bundeskanzlerin und Kanzlerkandidatin Merkel von der Digitalisierung geprägt sein wird? Die Digitalisierung wird einen gesellschaftlichen Umbruch mit sich bringen, der zunächst einige Menschen zurück lassen wird. Dies wird spätestens im Wahlkampf zum Thema werden und natürlich ganz besonders die Populisten unter den Politiker freuen.

Für diejenigen die ausschließlich mit den Ängsten von Menschen spielen. Die vermeintlich einfache Lösungen für große Probleme anbieten und die echte Argumente durch lautes Getöse ersetzen, wird eine politische Agenda die offen die Herausforderungen der Digitalisierung angeht ein gefundenes Fressen sein.

Die großen Volksparteien und auch kleine Parteien wie die Piraten, haben die Aufgabe den Wandel gut zu erklären. Risiken aufzeigen ist wichtig. Aber auch Chancen skizzieren und einen Weg zeichnen, der zu einem Ziel führt das gesellschaftlich akzeptiert ist. Mit Argumenten dagegen halten, wenn die populistischen Kandidaten laut schreiend den Untergang Deutschlands heraufbeschwören. Das ist alles nicht einfach.

Besonders für Angela Merkel wird es schwer. Ich persönlich glaube, dass der Partner CSU nicht in der Lage sein wird zu verstehen, was Digitalisierung bedeutet. Die Dimensionen der Digitalisierung in der Wirtschaft mögen Seehofer und Co. noch verstehen. Die Gesamtgesellschaftlichen Umbrüche erfassen diese Politiker aber nicht. Wahrscheinlich erfasst noch nicht einmal Angela Merkel, die das Thema letztendlich auf die Agenda gehoben hat, was der digitale Geist für unsere Gesellschaft bedeutet.

Wir müssen nicht nur über Arbeitsmarktpolitische Dinge sprechen. Nicht nur über die Notwendigkeit, unsere Bildung digitaler zu machen. Denn diese Bausteine sind letztendlich nur sehr kleine Bausteine. Durch die Digitalisierung geht heute schon alles viel schneller. Wir sind daran gewöhnt, viele Dinge spontan und direkt erledigen zu können. Unser Kommunikationsverhalten hat sich komplett verändert. Wir haben das Gefühl, dass wir unsere Meinung offener und wirkungsvoller kund tun können.

Diese Veränderungen sind schon heute Realität. Die Gesetzgebung, gesellschaftliche Akzeptanz und das Bewusstsein welche Konsequenzen sich daraus zwangsläufig ergeben hinken dem aber deutlich hinterher. Das ist die eigentliche Herausforderung vor der Angela Merkel steht, wenn sie im nächsten Jahr wiedergewählt wird.

Ich befürchte, der Wahlkampf wird schmutzig. Denn neben den Herausforderungen die unser unverantwortliches Handeln in der Welt mit sich bringt, wird die Digitalisierung ein weiterer Angriffspunkt für Populisten sein. Das böse Gespenst der Digitalisierung wird heraufbeschworen. Ängste werden ausgenutzt. Aber echte Lösungen bieten diese Menschen (wie immer) nicht an.

Die Angst vor der Digitalisierung

In der letzten Woche habe ich über die Sendung von Anne Will geschrieben, in der ein Psychologe das Ruder an sich riss und eine Angst vor der Digitalisierung befeuerte, die meiner Meinung nach nicht gesund ist. Angst haben ist ja grundsätzlich gar nicht verkehrt und Skeptiker sind in jeder Debatte wichtig, tragen sie doch dazu bei das wir bestimmte Dinge besser und wiederholt durchdenken. Das gilt auch bei allem Digitalen.

Warum aber ist besonders das Thema Digitalisierung so mit Ängsten besetzt? Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, des aktuellen Status, davor liebgewordene Gewohnheiten ablegen zu müssen (siehe hierzu auch Sascha Lobos Kolumne im Spiegel: “Korrekte Furcht vor Digitalisierung”). Ich beobachte, dass dies meistens in Verbindung mit großem Unwissen steht. Im Grunde genommen weiß kaum ein Mensch, welche Veränderungen durch Digitalisierung entstehen. Und da es uns allen im Grunde genommen recht gut geht, gehen viele davon aus das Digitalisierung nichts besser aber vieles schlechter macht.

Wie kann man als Mensch, dem bewusst ist das die Digitalisierung a) wichtig ist weil sie b) so oder so nicht mehr aufzuhalten ist, diese Angst in gesunde Bahnen kanalisieren. Hier beobachte ich wiederum sehr oft, dass versucht wird mit dem Schüren anderer Ängste entgegen zu wirken. Mittelständlern wird suggeriert, dass jeder der nicht mitmacht, schnell vom Markt verschwindet. Überrollt von irgendwelchen digitalen Startups. Dieser Weg ist falsch! Weitere Ängste verstärkendie Angst vor dem Ungewissen und führen zur Lähmung.

Manchmal ist es sehr müssig, Gegnern der Digitalisierung immer wieder dieselben Argumente zu nennen, ohne in das Verhaltensmuster der Angstmacherei zu verfallen. Es ist aber trotzdem wichtig. Vorteile darlegen, Chancen transparent machen und dabei in aller Deutlichkeit sagen, dass der Zug bereits rollt und wir die Debatte nicht mit Ängsten sondern echten Argumenten führen müssen.

Das ist übrigens eine Pflicht, die unsere Politiker aktuell nicht erfüllen. Es werden umfangreiche Förderprogramme aufgelegt und Veranstaltungen geplant. Aber im Grunde genommen läuft auch in der politischen Klasse unserer Gesellschaft eine Angstdebatte. Dabei ist es immens wichtig, nicht über Ängste zu reden und keine Technologien in den Vordergrund zu stellen. Die Herausforderungen der Digitalisierung meistern wir in erster Linie durch eine breit angelegte Debatte über die Veränderungen unserer Gesellschaft. Dazu gehören auch Diskussionen über unsere Werte.

Eine solche Diskussion würde dazu beitragen, dass sich jeder mit dem Thema auseinander setzt. Denn es würde jedem klar werden, dass wir nicht in erster Linie von Technologien und über Ängste sprechen, sondern darüber wie unser Land bzw. wie Europa in der Zukunft aussehen soll. Morgen veröffentlichen wir wieder eines unserer “Frage der Woche Videos” im SteadyNews TV. Dort geht es eigentlich um künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen. Aber wir reißen auch die notwendige gesellschaftliche Debatte an.

Warum führen wir diese Debatte nicht schon längst? Wegen der vielen Angst, vermute ich. Denn auch Politiker sind Menschen und möchten vieles nicht verlieren bzw. verstehen oftmals gar nicht was Digitalisierung eigentlich ist. Deshalb regt niemand diese Diskussion an. Eva sagt in unserem Video sinngemäß, dass es für die Digitalisierung einen ähnlichen Anstoß bräuchte wie beim Thema Umweltschutz. Dort gelang die Wende, weil der plötzliche Wahlerfolg der Grünen das Thema Umweltschutz schnell im Parteiensystem verankerte. Der Wahlerfolg der Grünen basierte darauf, dass sich wenige vertrauenswürdige Prominente entsprechend engagierten.

Braucht es also eine Digitalbewegung so wie es eine Umweltbewegung gab und gibt? Würde diese dazu beitragen, ohne Angst über Digitalisierung zu sprechen? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass wir dringend eine echte Debatte ohne Angstmacherei und ohne irgendwelche abwegigen Forderungen brauchen.

Ist der Computer der bessere Menschen? Krawall und Remmidemi mit Anne Will.

Die Gästeauswahl ließ es bereits vermuten. Denn wer “Experten” wie den Psychologen Manfred Spitzer kennt und sieht wer mit Sascha Lobo, Christian Lindner und Bernhard Rohleder sonst noch zu Gast gewesen ist, konnte einfach gar nicht anders als mit Krawall zu rechnen. Zu gegensätzlich die bekannten Standpunkte. Zu (mit verlaub gesagt) dämlich die Aussagen des einen Experten der mit der Thesen auftrat “Wir müssen junge Menschen vor digitalen Medien schützen.”

Richtig ist: wir müssen uns als Gesellschaft und jeder Erziehungsberechtigte muss sich für sich selber Gedanken darum machen, wie wir alles digitale an unsere Kinder heranführen. Es nutzt gar nichts (!!) irgend etwas von unseren Kindern fern halten zu wollen. Es hilft auch nicht, alles digitale zu verteufeln. Unsere Gesellschaft ist längst in weiten Teilen digital. Unsere Kinder haben das Recht darauf, an diesem Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens teilzuhaben. Eltern, Erzieher, Lehrer und Bildungspolitiker sind eben (so schwer ist diese Erkenntnis gar nicht zu greifen) dazu verpflichtet, diese Teilhabe in Verantwortungsvoller Art und Weise zu ermöglichen.

Warum haben “wir Erwachsenen” denn eigentlich so eine Angst vor allem digitalen, wenn es unsere Kinder betrifft? Liegt es vielleicht daran, dass wir zwar alle die vielen Vorteile nutzen, aber gar nicht richtig verstehen was die Konsequenzen einer immer digitaleren Welt sind? Ich vermute, dass es genau so ist. Immerhin beobachte ich gerade bei denen, die zwar konsumieren aber nicht verstehen eine Haltung die oft in Aussagen wie “Mein Kind braucht keinen Computer. Wir haben früher schließlich auch draußen unseren Spaß gehabt.” münden. Traurig. Aber wahr.

Wenn wir aber als Erwachsene gar nicht verstehen, was die digitale Revolution gerade in Bezug auf lernen und Medienkonsum ermöglicht, warum fühlen wir uns dann berufen diese Dinge zu verteufeln? Herr Spitzer referierte am Sonntag bei Anne Will lange. Ohne aber differenziert darstellen zu können, warum seiner Meinung nach Kinder bis mindestens zum 14ten aber besser noch bis zum 16ten Lebensjahr komplett von digitalen Medien ferngehalten werden sollten. Versuche, seine wilden Aussagen mit Inhalt zu füllen oder ihn einfach nur zu unterbrechen, ließ er abblitzen. Christian Lindner stellte daraufhin treffend fest “Verzicht auf digitale Medien führt nicht zu besseren Umgangsformen.”

Eigentlich sehe ich mir die Sendung von Anne Will gar nicht an. Zu viel Theater, zu wenig Inhalt. Beim Thema Digitalisierung konnte ich aber nicht anders. Der Auftritt der einzelnen Gäste ließ mich dann weiter schauen. Ein bisschen war es wie vorgezogenes Halloween. Gruselig, was sich mancher selbsternannte Experte so ausdenkt.

Was wirklich schlimm sein dürfte ist, dass bei dem einen oder anderen Zuschauer die Thesen des Herrn Spitzer hängen geblieben sein dürften. Was das jetzt für deren Kinder und Enkel bedeutet, will ich mir gar nicht ausmalen. Unterm Weihnachtsbaum wird dieses Jahr wohl kein neues Tablett zu finden sein. 😉

Bots beeinflussen Wahlen

Der Wahlkampf in den USA ist in aller Munde. Ich kann mich nicht erinnern, dass schon einmal ähnlich intensiv über einen US Wahlkampf berichtet wurde wie über diesen. Das ist aber gar nicht mein Thema im heutigen Artikel. Ich möchte mich auf einen bedenklichen Teil der Digitalisierung von Wahlkämpfen im Allgemeinen beziehen. Nämlich darauf, dass zunehmend sogenannte Bots das Ruder der digitalen Kommunikation in der Öffentlichkeit übernehmen.

Prominentestes Beispiel dieses Trends scheint der Brexit zu sein. Kurz vor der Abstimmung zum Austritt des Königsreichs aus der EU, suggerierten die Trends in den sozialen Medien, dass die Stimmung pro Brexit sei und beeinflussten so eventuell noch unentschlossene Wähler. Diese Tatsache wird durch eine Untersuchung von Tweets belegt, die allerdings nichts darüber aussagt ob der Einsatz von Chatbots in diesem Fall die Entscheidung Pro oder Kontra Brexit beeinflusst hat. Letztendlich ist es denkbar, dass eine große Anzahl an Tweets Pro Brexit mehr Brexit Gegner an die Wahlurnen gelockt und ggf. Brexit Befürworter eher dazu bewogen hat auf dem Sofa sitzen zu bleiben anstatt zu wählen (denn das Ergebnis steht ja so oder so fest). Denkbar ist aber auch, dass sich unentschlossene Wähler gar nicht erst zur Wahl begeben haben, weil sie der Meinung gewesen sind das ihre Stimme (egal wie sie abstimmen) kein Gewicht mehr hat.

Auch im aktuell stattfindenden US Wahlkampf scheinen Bots eine Rolle zu spielen. Das Online Tool Twitteraudit will berechnet haben, dass ca. 1/3 der Twitter-Follower von Donald Trump Bots sind. Demnach scheinen 4,6 Millionen Follower des umstrittenen Kandidaten automatisiert zu twittern. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass Trumps Stimme bei Twitter “lauter” zu sein scheint als die seiner Gegnerin Clinton.

Aber auch Hillary scheint über eine beträchtliche Zahl (Schätzungen sprechen von 3,1 Millionen) Bots zu verfügen. Diese haben während des ersten TV Duells der beiden Kandidaten dafür gesorgt, dass ein sehr alter Tweet von Trump, in dem er nahelegt das die Erderwärmugn nicht real sein sondern eine Erfindung Chinas, zum am meisten retweeteten Tweet wurde.

Was bedeutet das aber nun für unsere Meinungsbildung? Wie gefährlich ist der Trend, Wahlbots einzusetzen tatsächlich? Und beeinflusst er den Ausgang von Wahlen?

Wenn wir darüber nachdenken, wie die digitalen sozialen Medien heute die Meinungsbildung beeinflussen, dann wird uns sicherlich schnell klar das dieser Trend durchaus die Gefahr birgt, dass sich unsere Meinung maßgeblich auf der Propaganda von Bots bildet. Journalisten nutzen oft – jedenfalls für kurzfristige Analysen und berichte, die sozialen Medien und verfolgen dort Trends die sie dann wiedergeben. Das ist vollkommen natürlich. Es führt allerdings dazu, dass ggf. die Nachrichten eher wahrgenommen werden die von besonders vielen Bots verbreitet werden. Denn so einfach erkannt man auf die schnelle gar nicht, welche Nachrichten automatisiert verfasst wurden und hinter welchen Meinungen tatsächlich ein Mensch steckt.

Gewinnt also in Zukunft der Kandidat der den besten Algorithmus zur Verfügung stehen hat? Wie kommt man als Kandidat an möglichst viele Bots, die die eigenen Aussagen verstärken und ggf. sogar untentschlossene oder gar gegnerische Wählergruppen suggestiv beeinflussen? Hier scheint Geld (noch) keine größere Rolle zu spielen. Denn unbestritten ist, dass im US Wahlkampf zunächst das Team von Donald Trump verstärkt Bots erfolgreich einsetzte. Und Trump ist nicht der Kamdidat mit dem höchsten Wahlkampf Etat.

In der Zukunft ist allerdings durchaus denkbar, dass ein Teil des jeweiligen Wahlkampfbudgets in die Entwicklung und den Betrieb entsprechender Bot-Netzwerke investiert wird. Wie wir uns alle denken können, spielt besonders bei der Entwicklung und Weitereintwicklung digitaler Technologien Geld eine Wesentliche Rolle. Wer viele besonders intelligente und somit teure Entwickler beschäftigt, hat schnell die Nase vorn.

Aber hat Geld nicht immer schon unsere Wahlentscheidungen beeinflusst? Und verlagert sich dieser Trend nicht einfach nur von einer großen Anzahl gedruckter Plakate, aufwendigen Kampagnen und Kommunikationsmaßnahmen hin zu digitalen Instrumenten? Ja, aber das gilt nur dann wenn jedem Nutzer klar ist, welcher digitale Account zu wessen Bot Netzwerk gehört oder ggf. doch von einem Menschen betrieben wird. Dies zu erkennen ist aber im Grunde genommen für den einfachen User nicht möglich. Somit handelt es sich um Beeinflussung in einem Maße, dass normale Wahlkämpfe so nicht kennen.

Wie könnten wir alle diesem Trend entgegen wirken? Der eigentlichen Handlung von Wahlkämpfern haben wir sicherlich nichts entgegen zu setzen. Was wir aber tun können, ist uns immer wieder bewusst zu machen das heute vieles möglich ist und das wir immer alles mit gesundem Menschenverstand hinterfragen und einordnen sollten. Niemals sollten wir uns in diesen Zeiten von einer oder wenigen Nachrichtenquellen abhängig machen. Eine gesunde Einordnung braucht viele Quellen. Das was uns in der Vergangenheit die freie Presse ein Stück weit abgenommen hat, müssen wir Medienkonsumenten selber immer stärker in die Hand nehmen.

Unsere Presselandschaft sollte genau solche digitalen Trends wie es der Einsatz von Bot-Technologien ist, zum Anlass nehmen endlich breite digitale Kompetenz abseits des Versuchs neue Vertriebswege zu erschließen aufbauen. Und unsere Politiker sollten, im Interesse der Demokratie, endlich alles Digitale ernsthaft in unsere Bildungslandschaft und sämtliche Maßnahmen zur gesellschaftlichen Aufklärung aufnehmen. Nur dann haben alle Wähler die Chance, in Zukunft dem Versuch digitaler Einflussnahme etwas entgegen zu setzen!

 

 

Stagnationsgesellschaft oder Innovationsgesellschaft?

“Wir stehen an einer Weggabelung, ob wir Innovationsgesellschaft bleiben oder Stagnationsgesellschaft werden“. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an diesem Samstag während des dritten sogenannten Deutschlandkongresses von CDU und CSU in München. Es ist wichtig, dass auch die Politik (endlich) die Ernsthaftigkeit des aktuellen Wandels begreift und diesen als Gesellschaftliche Herausforderung annimmt.

Von daher können wir alle froh sein, dass in so ziemlich jeder Partei über den digitalen Wandel gesprochen wird. Aber stehen wir tatsächlich noch an der von Herrn Dobrindt als so entscheidend benannten Weggabelung? Oder sind wir nicht vielmehr schon darüber hinaus geraten und befinden uns aktuell auf dem Kurs zur Stagnationsgesellschaft?

Diese Frage stellt sich mir persönlich im Grunde genommen jeden Tag. Ich treffe viele tolle und innovative Menschen. Menschen die begriffen haben, dass sich unser Zusammenleben, die Art wie wir arbeiten, und im Grunde genommen unser ganzes Leben durch die Digitalisierung entscheidend verändern wird. Auf der anderen Seite treffe ich mindestens genauso viele Menschen, denen nicht bewusst zu sein scheint, wie viel schneller der Wandel sich in Zukunft noch vollziehen wird und auf welche Lebensbereiche sich dieser auswirkt.

Was mir daran Angst macht? Das häufig diejenigen, die vermeintlich mehr Einfluss auf die Gestaltung von Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichem Zusammenleben haben, am wenigsten ins Bewusstsein rufen, dass Digitalisierung nicht nur eine weitere industrielle Revolution ist. Diese Menschen haben lange Zeit die Digitalisierung überhaupt nicht wahrgenommen. Heute können sie nicht mit ihr umgehen. Das ist so lange nicht weiter schlimm, wie sich das Handeln bzw. nicht Handeln dieser Personen nicht auf andere auswirkt. Die Natur der Sache scheint es aber zu sein, dass eben diese Menschen mit ihren Entscheidungen großen Einfluss auf die Gesamtgesellschaft nehmen.

Die positiv gestimmten Menschen, mit denen ich mich darüber austausche, sehen das Ganze nicht so verbissen. Sollen doch die Unternehmen, deren Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände das Thema nicht schnell genug begreifen, verschwinden. Wirtschaft ist stetiger Wandel. Immer schon verschwinden große und kleine Unternehmen vom Markt und werden ersetzt. Das ist auch nicht falsch. Ich sehe das sogar ganz ähnlich. Wer nicht mithalten kann, hat es nicht “verdient” weiter am Markt zu sein.

Der Unterschied zu den Wandlungsprozessen, wie wir sie bis vor kurzem gekannt haben, ist aber ein ganz entscheidender. Heute geht alles viel schneller. Gesetzgeberische Vorgaben, Politik und Gesellschaft haben aktuell wenig Chancen sich tatsächlich mit dem Wandel zu beschäftigen. Dazu sind Entscheidungswege zu lang. Außerdem fehlt es oftmals an notwendigem Fachwissen.

“Früher” ging ein Unternehmen eher langsam vom Markt. Mitbewerber und neue Marktteilnehmer konnten sich entsprechend darauf einstellen. Politiker konnten gemeinsam mit Gewerkschaften sozialverträgliche Lösungen schaffen, die sicherstellten das viele der freigesetzten Arbeitnehmer schnell wieder neue Arbeit finden konnten. “Heute” vollzieht sich der Wandel schneller. Wir sind kaum noch in der Lage zu folgen. Hinzu kommt, dass gerade die Institutionen die an den wichtigen Entscheidungen mitwirken lange Zeit den Wandel nicht wahrgenommen oder verleugnet haben.

Wir können nur hoffen, dass es noch nicht zu spät ist. Dass die Automobilindustrie wirklich erkannt hat, was die Zeichen der Zeit sind. Dass Energieversorger in der Lage sind, den Wandel mitzugehen und das unser wirtschaftliches Rückgrat – der Mittelstand – lernt Innovation schneller zu betreiben. Der Mittelstand war immer schon innovativ. Er war aber noch nie sonderlich schnell wandlungsfähig. Dies führt dazu, dass ich heute sehr oft Aussagen zur Innovationsfähigkeit des Mittelstands höre, die wohl eher als Beruhigungspille für den Mittelstand selber dienen sollen.

Dann heißt es, der Mittelstand sei seit einer Ewigkeit der innovativste Teil der weltweiten Wirtschaft. Und auf dieser vermeintlichen Tatsache ruht man sich dann aus. Das diese Aussage richtig ist, bestreitet niemand. Nur heute gilt sie nicht mehr! Innovation kommt von ganz anderer Seite. Und das mit viel höherer Geschwindigkeit als sich das ein klassischer Mittelständler vorzustellen vermag.

Aber Kopf hoch. Digitalisierung bedeutet für den einzelnen viel Spielraum für Individualismus. Das gilt auch für Arbeitsverhältnisse bzw. Arbeit als Lohnerwerb generell. Was wir heute noch als prekär empfinden, wird in einer zukünftigen Gesellschaft vielleicht das Arbeitsmodell sein mit dem wir leben. Viele kleine Jobs und mehr Selbständigkeit. Immer verbunden mit der Tatsache, dass wir austauschbarer werden und Arbeitsrechtliche Errungenschaften an vielen Stellen nicht mehr greifen. Damit sind wir bei einer weiteren Institution die dringend das Thema Digitalisierung als Punkt auf die Agenda setzen muss. Nämlich unsere Gewerkschaften! Wie können wir in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sicherstellen, dass wir nicht wieder auf ein Niveau wie in Frühindustrieller Zeit zurück fallen?

Viele Fragen auf die ich nicht unbedingt Antworten habe. Drüber nachdenken lohnt sich aber. Und möglichst oft deutlich machen, dass wir schon ein kleines Stück in die falsche Richtung gegangen sind und dringend umkehren sollten, kann auch nicht schaden! Vielleicht hört es ja jemand!