Mittelstand droht bei Digitalisierung den Anschluss zu verlieren

Laut einer Studie der KFW Förderbank droht der Mittelstand in Deutschland bei der Digitalisierung den Anschluss zu verlieren. Letztendlich bestätigt diese Studie meine persönliche Einschätzung über die Chancenverwertung im Rahmen des digitalen Wandels. Worin die Ursachen hierfür liegen, darüber kann man trefflich streiten. Die 2.500 im Rahmen der Studie befragten Unternehmen führten an

  • dass die eigenen Mitarbeiter nicht über ausreichend IT-Kompetenz verfügen,
  • dass sie nicht erkennen könne, wie ausreichende Datensicherheit hergestellt werden kann und
  • das die Internetverbindungen nicht ausreichend seien

Letztendlich klingt das für mich nach der Suche nach dem Schuldigen. Selber weist man sich als Unternehmer wohl nicht so gerne die Schuld zu.

Meine Meinung ist da eine andere. Ich glaube, dass die oben genannten und die vielen anderen Gründe die man so hört und liest nur vorgeschoben sind. In Wirklichkeit stockt es bei der Digitalisierung, weil oft der Mut fehlt neue Wege zu gehen und Verantwortung auch auf die Schultern von Mitarbeitern zu legen.

Das führt zu folgender Aussage von KfW-Chefsvolkswirt Jörg Zeuner

Der Mittelstand hat sich zwar in den letzten Jahren mit der Digitalisierung befasst, aber er befindet sich noch in einem frühen Stadium und investiert zu wenig. Er schöpft das Potential der Digitalisierung bei weitem noch nicht aus.

Natürlich belegt die KfW als Förderbank diese Aussagen mit Zahlen. So hätten Mittelständler ihren Willen bekundet, die Ausgaben für Digitalisierung von derzeit 10 Milliarden Euro auf 11,5 Mrd. € bis 2018 zu steigern. Notwendig sind aber nach Einschätzung der KfW Steigerungen von mindestens 3 Mrd. €.

Kann man die Tatsache, dass die Digitalisierung stockt aber auch anders belegen? Dazu muss man eigentlich nur genau hinhören und hinsehen. Ich selber erlebe leider immer wieder Diskussionen in denen die Argumente gegen stärkere Bemühungen um die Digitalisierung spürbar von Mißtrauen und Angst geprägt werden. Dies führt zu Aussagen wie “Wer ist denn auf der Welt bitte innovativer als wir Mittelständler?” und anderen abenteuerlichen Argumenten.

Es nutzt aber alles gar nichts. Fest steht, dass durch den digitalen Wandel eine grundsätzliche Veränderung der Anforderungen entsteht. Die Geschwindigkeit der Märkte wird höher, Entscheidungen müssen schneller gefällt und fundierter belegt werden. Wer hier nicht die Potentiale digitaler Geschäftsprozesse nutzt, wird schnell abgehängt. Hinzu kommen sich verändernde wirtschaftliche Bedingungen. Wenn der Mitbewerber im Maschinenbau durch zum Beispiel Big Data Anwendungen in die Lage versetzt wird, Maschinen-Ausfallzeiten auf Null zu reduzieren und die Qualität der Produkte zu steigern, dann wirkt sich das auf die Preisgestaltung aus. Wer sich als Maschinenbauer mit diesen Chancen auseinander setzt, kann seine Produkte in Zukunft günstiger anbieten, ohne Marge zu verlieren.

Laut der KfW Studie haben bisher nur 20% der mittelständischen Unternehmer das Prädikat “digitaler Vorreiter” verdient. Ein drittel der befragten Unternehmen sind sogar als “digitaler Nachzügler” zu bezeichnen und somit besonders davon bedroht, den Anschluss zu verlieren. Zwar haben 80% der kleinen und mittleren Unternehmen bereits in Digitalisierung investiert. Oftmals handelt es sich dabei aber um Projekte, für die weniger als 10.000,00 € ausgegeben wurden.

Unternehmer sollten die Digitalisierung nicht nur dringend zur Chefsache erklären, sondern auch mutig in die Digitalisierung investieren. Mir ist klar, dass hier auch Risiken verborgen liegen, die bei falschen oder schlechten Entscheidungen Existenzbedrohend sind. Aber was ist die Alternative? Abgehängt werden und sich die nächsten Jahre irgendwie durchwursteln? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich damit als Unternehmer wirklich wohl fühlt.

Die Risiken lassen sich sehr gut verringern, wenn man eine Herangehensweise wählt, mit der man in den nächsten Monaten selber viel Erfahrung aufbauen kann. Unser Ziel bei KMU Digital ist es, dass kleine und mittelständische Unternehmer von der Erfahrung anderer Unternehmer profitieren können und sich nicht alles selber durch mühseliges Ausprobieren aneignen müssen. Dies trägt zum schnellen Erfahrungsaufbau bei.

Außerdem hilft es, zunächst einmal die verschiedenen Handlungsfelder zu identifizieren. Was lässt sich im eigenen Unternehmen grundsätzlich “Digitalisieren”? Wo muss ich als Unternehmer meine Einstellung und die Organisation meines Unternehmens verändern? Welche Themenfelder sind leichter umsetzbar und wo werden zwangsläufig größere Herausforderungen auf mich zukommen? Bin ich als Unternehmer ausreichend qualifiziert? Wo sitzen die Mitarbeiter die über ausreichende Qualifizierug verfügen heute und wo wären sie ggf. besser untergebracht? Dies und noch viele andere Fragen bzw. die Antworten darauf, ergeben dann eine etwas klarere Situation.

Wenn Sie als Unternehmer das Thema Digitalisierung angehen möchten, dann sprechen Sie uns gerne an. Wir kennen vielleicht die richtigen Ansprechpartner, können selber helfen oder wissen ggf. eine Antwort auf die eine oder andere Fragen. Sie erreichen mich persönlich unter d.arntjen@kmu-digital.net.

Mehr Informationen zur KfW Studie finden Sie hier.

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