Interview mit Dortmunder Unternehmen: Alexandra Staniura – Boutique Macao

Alexandra Staniura führt ihre Boutique Macao in der Dortmunder Brückstraße seit 24 Jahren mit großem Erfolg. Im Interview mit Dennis Arntjen berichtet sie von ihrer Strategie den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten und erzählt uns so einiges über erfolgreichen Einzelhandel in Dortmund.

Dennis Arntjen:
Was genau ist der Schwerpunkt Ihres Einzelhandelsgeschäftes und wie versucht ihr euch zu unterscheiden?

Alexandra Staniura:
Im Grunde genommen, lässt sich das sehr leicht auf das Wesentliche reduzieren. Wie bedienen und beraten unsere Kunden. Dies schließt jeden Aspekt von „Mode“ mit ein und endet eben nicht bei unserem Sortiment.
Dies ist wohl auch der Grund aus dem die Boutique Macao viele Stammkunden hat die schon seit mehr als 20 Jahren zu uns kommen.

Es gelingt uns recht gut, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. Manche Kunden kommen jeden Samstag zu uns und verbringen mehrere Stunden in und um unseren Laden. Viele Kundinnen werden dabei von ihrer ganzen Familie begleitet. Das ergibt jedes Mal eine bunte Mischung die Spaß macht.

Außerdem geben wir uns große Mühe, interessante Events zu gestalten. Diese reichen von der Kosmetikberatung bei uns im Laden bis hin zu einer großen Modenschau die wir einmal im Jahr in unserer Filiale in Dortmund Hombruch durchführen.
Wir kooperieren dabei mit vielen befreundeten Unternehmen, wie zum Beispiel Kosmetikstudios oder einem Friseursalon.

Hinzu kommen diverse Aktivitäten in den sozialen Medien. Relativ neu ist unser Blog http://purelife-macao.de den wir zum einen für die Vorstellung neuer Produkte nutzen, aber eben auch dazu unseren Kundinnen Tipps in Sachen Mode und Lifestyle zu geben.

Dennis Arntjen:
Im Einzelhandel wird aktuell stark über Strategien zur Kundengewinnung und über den Umgang mit dem Onlinehandel diskutiert. Welche Ansätze verfolgen Sie dabei? Wie sprechen Sie Neukunden an und wie schaffen Sie es Kunden zu Wiederholungstätern zu machen?

Alexandra Staniura:
Wir möchten unseren Kunden die Dienstleistungen des klassischen Einzelhandels anbieten. Anders als bei vielen Filialisten steht für uns der persönliche Kontakt zu unseren Kunden im Vordergrund. Wie bereits eingangs erwähnt, verfolgen wir den Ansatz des Bedienens und Beratens.

Um Neukunden zu erreichen, setzen wir sehr stark auf soziale Medien. In diesem Punkt sind wir absolut offen für den Wandel. Durch unsere Facebook-Seite sowie unseren Blog sprechen wir eine Vielzahl von Kundinnen und potentiellen Kundinnen an.
Wenn wir zum Beispiel die Berliner Fashion Week besuchen, kommunizieren wir dies bereits im Vorfeld und binden unsere Kundinnen auf der Suche nach neuen Trends direkt mit ein. Daraus ergeben sich viele wichtige Kontakte und vor allem die Möglichkeit, unsere Kundinnen mit interessanten Inhalten anzusprechen.

IMG_0628Unseren Blog nutzen wir dazu, interessante Inhalte rund um unsere Boutique Macao zu verbreiten. Darüber hinaus geben wir auch Tipps aus den Bereichen Beauty und Lifestyle. Um das ganze abzurunden, bringen wir mit eher persönlichen Themen wie zum Beispiel unseren Hunden auch eine persönlich Note in den Blog.
Diese Mischung funktioniert und wird gut angenommen.

Von unseren verschiedenen Events habe ich ja eben bereits berichtet. Im Mai haben wir ein Blogger Event auf die Beine gestellt, zu dem wir diverse Fashion-Bloggerinnen eingeladen haben. Unser Ziel war es mit der Szene ins Gespräch zu kommen und Macao zu promoten.
Die Veranstaltung war aus meiner Sicht nicht nur ein großer Erfolg, sondern hat außerdem super viel Spaß gemacht. Die anwesenden Fashion-Bloggerinnen waren total offen und herzlich.

Dennis Arntjen:
„Buy Local“, also alle Maßnahmen Kunden verstärkt zum Einkauf bei lokalen Einzelhändlern zu bewegen,  ist aktuell das große Stichwort im Einzelhandel. Was tut ihr in dieser Hinsicht und wie unterstützt euch die Stadt Dortmund bei diesen Bemühungen?

Alexandra Staniura:
Das was wir tun, passiert ganz automatisch und beinhaltet bisher keine speziell ausgearbeitete Strategie. Wir kooperieren mit anderen Dortmunder Unternehmen aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle. Unsere Events sind einfach interessanter und werden besser angenommen, wenn wir diese gemeinsam mit anderen Unternehmen gestalten.

Als Inhaberin eines Einzelhandelsgeschäftes stehe ich jeden Tag in meinem eigenen Laden. Dadurch weiß ich recht genau, was sich hier in der Straße abspielt und welche Kooperationen deshalb sinnvoll sind. Das ergibt sicher alles ganz automatisch im Tagesgeschäft.

Was die Unterstützung durch die Stadt Dortmund angeht, kann ich nicht sagen, dass aus dieser Richtung viele Angebote kommen. Ich bemühe mich aber auch nicht aktiv darum, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen.

Dennis Arntjen:
Als Einzelhändlerin sind Sie stark von der Attraktivität der Innenstadt bzw. des jeweiligen Stadt-teilzentrums abhängig. Was bietet Ihnen Dortmund in diesem Punkt? Welche Schwächen und Risiken sehen Sie am Standort Dortmund?

Alexandra Staniura:
Schwächen und Risiken sind starke Worte. Sicherlich gibt es in der Brückstraße viele kleine und große Herausforderungen für Einzelhändler. Diese hängen aber nicht unbedingt mit Dortmund zusammen sondern sind auch in Städten wie Köln oder Berlin zu finden.

Dortmund bietet uns eine bunte Mischung, die gerade in der Brückstraße gut zu erkennen ist. Das begreife ich als positiv und bereichernd. Dadurch ergeben sich für mutige Einzelhändler viele Chancen, die wir einfach nutzen müssen.

Mein Laden ist eben nicht umsonst seit 24 Jahren hier in der Brückstraße zu finden.

Dennis Arntjen:
Sehen Sie eine Chance darin, für Dortmund von zentraler Stelle aus eine Plattform zur Verfügung zu stellen auf der sich alle Dortmunder Einzelhändler präsentieren könnten? Die Onlinecity Wuppertal ist hier ein prominentes Beispiel.

IMG_0633Alexandra Staniura:
Macao wird ein klassischer Einzelhändler bleiben. Das heißt aber nicht, dass ich eine zentrale Plattform für Dortmund nicht als Chance begreifen würde.

Um die Boutique prominent zu präsentieren und potentielle Kunden darauf aufmerksam zu machen, das es uns gibt halte ich eine solche Plattform für ein gutes Instrument. Als weiteren Vertriebskanal würde ich das aber nicht sehen wollen.

Dennis Arntjen:
Welche Schwächen behindern den Dortmunder Einzelhandel nach Deiner Meinung? Gibt es Risiken die beseitigt werden müssen um Dortmund als Einzelhandels- und Wirtschaftsstandort gegenüber anderen Städten und Regionen besser zu positionieren?

Alexandra Staniura:
Es gibt immer Dinge zu verbessern und Punkte an denen man arbeiten kann. Einzelhandel ist eine stetige Entwicklung und wer im Einzelhandel erfolgreich sein will muss mit der Zeit gehen.

In Dortmund ist das nicht anders. Wir haben hier unsere kleinen und großen Probleme. Aber – das habe ich ja eben auch schon gesagt – diese unterscheiden sich nicht so sehr von den Herausforderungen anderer Städte.

Viel lieber möchte ich über die positiven Dinge sprechen und darüber, welche Chancen wir Dortmunder Einzelhändler haben und nutzen sollten.

Dennis Arntjen:
Welche Unterstützung wünschen Sie sich konkret für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Einzelhandels-geschäftes und die Stärkung des Standortes Dortmund?

Alexandra Staniura:
Speziell für die Brückstraße würde ich mir mehr Aktivität wünschen. Konzepte wie Streetfestivals in Berlin oder Events wie zum Beispiel Modenschauen können die Frequenz an Besuchern in der Brückstraße sicherlich noch erhöhen.

Wobei ich auch sagen muss, dass die Verantwortlichen unserer Werbegemeinschaft einen guten Job machen und einiges bewegen.

Generell bin ich immer für möglichst viele Kooperationen. Dabei helfen mir meine persönlichen Kontakte. Aber sicherlich würde auch eine Möglichkeit der Vernetzung verschiedener lokaler inhabergeführter Einzelhandelsunternehmen dabei helfen, mehr gemeinsame Aktivitäten zu gestalten.

Dennis Arntjen:
Vielen Dank Frau Staniura, für dieses interessante Gespräch.

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